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Reise: VON DEN GÖTTERN GEKÜSST


emotion - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.09.2019

JA, ES ZIEHT UNS IMMER WIEDER NACH GRIECHENLAND. HABEN WIR DOCH SCHON ALS TEENAGER DIESEN DUFT AUS SALBEI UND OREGANO, DIE VERSTECKTEN BUCHTEN UND RAUEN BERGE GELIEBT. SIEBEN GANZ PERSÖNLICHE GEHEIMTIPPS


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Bildquelle: emotion, Ausgabe 10/2019


Susanne Kaloff ist von Hydra entzückt, als sie nach knapp zwei Stunden mit der Fähre aus Piräus zum ersten Mal dort eintrifft. Im Hafendorf Kamini findet sie gleich ihren Lieblingsplatz am Wasser. Was sie besonders mag? Die aufgehende Sonne hinter dem Profitis-Elias-Kloster. Und Gigantes, Riesenbohnen in Tomatensoße, bei Pefkaki.

HYDRA

Schon oft bin ich in Griechenland gewesen, aber auf Hydra zum ersten ...

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... Mal erst neulich. Ich hatte von Eseln und Pferden gehört, ab und zu auch von Kate Moss. Es klang paradiesisch. Und so ist es auch. Ein Hafen wie aus einem 50er-Jahre-Film. Okay, man muss sich die Tagestouristen wegdenken. Deshalb Regel Nummer eins: früh aufstehen, am besten wenn die Hähne krähen und die Sonne gerade über dem Kloster hinter dem Hügel aufgeht. Dann flugs runter in Tassos Café, einen doppelten Greek Coffee und frisch gepressten O-Saft bestellen und beobachten, wie die Waren angeschifft und die Esel damit bepackt werden.

Regel Nummer zwei: mit Bikini und einem Bastkörbchen voller Pfirsiche zehn Minuten Richtung Kamini marschieren. Genau vorm Café Techné führt eine steile Treppe runter. Dort auf den Steinen bleibt man bis zum Mittag liegen. Ach nein, auf keinen Fall liegen bleiben, sondern unbedingt mit Schnorchel ins klare Meer steigen. Regel Nummer drei: Sobald die Tagestouristen von oben auf die Bucht schauen, ist es Zeit für Schatten. Und Gigantes bei Pefkaki. Erwähnte ich, dass ich mich verliebt habe?

THASSOS

„Fast wie Mallorca!“, sagten wir, als wir vor Jahren das erste Mal auf Thassos landeten. „Ist das hier überhaupt Griechenland?“ Tatsächlich ist die Insel genauso bergig und wasserreich wie das zehnmal größere Mallorca, hat genauso sanft abfallende Felsbuchten und ebenso lange Strände mit türkisblauem Meer. Und wie dort kann man auf Thassos wandern und Rad fahren (besonders toll im Frühjahr, wenn alles zauberhaft blüht) und baden sowieso. Es gibt Klöster und Bergdörfer mit einem sehr eigenen, fast alpin anmutenden Fachwerkbaustil. Und über allem liegen der Duft der Kräuter (Oregano und Salbei am Wegesrand pflücken!) und das goldene Licht, das es so nur am Mittelmeer gibt. Unser Lieblingsplatz ist Aliki, wo sich zwei Felsbuchten mit Sandstränden an eine waldige Landzunge schmiegen. Dort aßen wir den besten Oktopus unseres Lebens und Fische, die wenige Stunden vorher noch das Wasser mit uns geteilt hatten, dazu köstliche Thrumba-Oliven und Thassos-Wein. Als wir fuhren, sagten wir: „Wir kommen wieder. Besser als Mallorca.“

Christine Ellinghaus, Chefredakteurin von EMOTION, schwärmt von Thassos. Sie liebt es, auf den mit 1206 Metern höchsten Berg der Insel, den Ipsarion, zu steigen und von oben die Aussicht über die Insel zu genießen. Mindestens genauso toll findet sie das Schwimmen und Sonnen an der Halbinsel Aliki, wo sich eine antike Ausgrabungsstätte befindet – für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen spannend. Und sie mag das Kloster Archangelou, mit Kuppeln und Türmchen auf einer Klippe gebaut.

Claudia ten Hoevel ist begeistert von Koufonissi. Sie reist immer wieder dorthin. Auch wenn sich der Charme der autofreien Fischerinsel mittlerweile rumgesprochen hat und es heute ein paar Wagen mehr gibt, um die Koffer der Touristen zu transportieren. Die einst einsamen Strände und Felsformationen sind längst beliebte Kulisse für Instagramfotos geworden. Aber es gibt ja die Nebensaison.Und neuerdings ein paar hervorragende Fischrestaurants und schicke Villen zum Mieten.

KORFU

Nie hätte ich gedacht, dass ich das aushalte. Für Strandurlaub bin ich eigentlich viel zu rastlos, immer will ich irgendetwas angucken. Aber Korfu hat etwas Seltenes geschafft: Es hat mich ruhig gemacht. Und Lena offenbar auch. Seit der Schulzeit sind wir engste Freundinnen. Aber wir sehen uns leider nur ein paar Mal im Jahr; wir wohnen sechs Zugstunden voneinander entfernt und führen beide sehr vollgestopfte Leben. Aber nun hatten wir eine ganze Woche für uns auf Korfu – und waren die faulsten Strandlieger von Paleokastritsa. Wir liebten es. Vielleicht war es diese Mischung aus Bergen und Meer, die rauen Felsen von Korfu, die in ihren Buchten kleine Strände bergen. Manche dieser Strände erreicht man nur per Boot, weil die Felswände dahinter so steil sind – Action für die Augen und Ruhe für die Seele. Das hatte offenbar genau den Effekt auf uns, den wir brauchten. Auch deshalb wirkte diese Woche noch so lange nach. Seit dem Abi hatten Lena und ich nicht mehr so viel Zeit für uns. Wir redeten und redeten und – noch bemerkenswerter – schwiegen zusammen, tiefenentspannt.

Korfu hat Maja Beckers total entspannt. Manchmal schlenderte sie die Küstenstraße entlang, mit unzähligen Buchten, einem Örtchen neben dem anderen und ebenso vielen Restaurants mit Meerblick. Die beste Aussicht bot ihr das Kloster Paleokastritsa, erbaut im 18. Jahrhundert. Doch dann ging’s gleich wieder an den Strand

KOUFONISSI

Als wir vor vielen Jahren das erste Mal auf Koufonissi anlegten, war ich skeptisch. Die Fähre hatte direkt neben einem perfekten Dorfstrand festgemacht – mit Tamarinden, feinem Sand, glasklarem Wasser und bunten Fischerbooten. Aber hatte die Hitzewelle das Leben auf der 300-Einwohner-Insel an dem Tag komplett zum Erliegen gebracht? Nur ein alter Transporter mit Lautsprecher holperte gegen Abend über die Pfade der ansonsten autofreien Insel und brüllte Unverständliches in den rosa Himmel. Was war hier los? Eine alte Dame dirigierte uns schließ-lich von unserer Pension zurück Richtung Mole. Dort wartete bereits das ganze Dorf (und eine Handvoll skandinavischer Touristen) vor einer Bühne. Herkules war angereist! Der stärkste Mann des Universums in Speedo-Badehosen, die Attraktion des alljährlichen Inselfestes. Er verbog Stahl, stemmte Teenager in die Höhe und raunte dramatische Geschichten. Eine Jahrmarktnummer wie aus einem anderen Jahrhundert. Wir lauschten jedem Wort, aber verstanden nix.

Tosender Applaus für Herkules, dann wurden Stühle gerückt, Platten mit Fisch und Weinkisten durchgereicht, und Sirtaki-Musik erklang. Ich schwöre: Nie zuvor und danach habe ich so ausgelassen getanzt zu fremder Musik und mit Menschen, die ich noch nie gesehen hatte. In jener Nacht hat Koufonissi sich in mein Herz gefeiert.

PILION

Das Doofe an sogenannten Geheimtipps in Zeitschriften ist ja, dass sie spätestens ab Veröffentlichung nicht mehr geheim sind. Daher schmollt meine Familie auch, weil ich hier unseren neuesten Geheimtipp, die Pilion-Halbinsel, preis- gebe. Aber vermutlich fahren Sie eh nicht hin, da Sie sich dafür in teils abenteuerlichen Serpentinen erst das Pilion-Gebirge rauf- und dann wieder runterkämpfen müssten. In dieser wenig besiedelten Gegend bauen reiche Griechen ihre Villen, weil sie sicher sein können, von Touristenmassen verschont zu bleiben, und weil es so herrlich grün ist. Wir konnten nicht fassen, wie viele Apfelbäume hier stehen, aber auch uralte Eichen und Platanen. Ein perfekter Tag sieht so aus: morgens bei angenehmer Temperatur mit Blick aufs Meer frühstücken, dann ein wenig durch die Botanik wandern (am schönsten: auf den Kalderimis, alten Eselspfaden.) Einen Mokka auf dem Dorfplatz trinken und vorbei an Häuschen, die Honig verkaufen, runter zum Strand. Am frühen Abend wieder die Serpentinen rauf, um zum Sonnenuntergang mit einem Weißwein am Tisch zu sitzen. Aber vielleicht können Sie das ja für sich behalten …

Andrea Huss, stellvertretende Chefredakteurin von EMOTION, verrät ihre Tipps für Pilion: Das beste (selbst gemachte) Frühstück und einen genialen Meerblick gibt es im geschmackvoll eingerichteten Boutique-Hotel Adis Oneirou im Dorf Mouresi. Wer ein Faible für Stars hat, sollte versuchen, eins der Zimmer im Haus Germaniko im Fischerort Damouchari zu ergattern. Nicht zuletzt, weil dort Romy Schneider Urlaub machte. Der lauschigste Ort für einen Kaffee? Eindeutig der Kirchplatz im Bergdorf Tsagarada im Schatten einer tausendjährigen Platane.

KRETA

Meine Großmutter stammt aus Kreta. Unzählige Sommerwochen habe ich in einem windschiefen Steinbungalow in Strandnähe verbracht. Dort gab es drei Klappbetten, zwei Holzstühle, ein Regal, keinen Tisch und einen Schlauch als Dusche. Klingt spartanisch, kam mir aber nie so vor. Die Insel war für mich das üppigste Paradies. Mein Bruder und ich hatten unendliche Freiheiten und den größten Spaß unseres Lebens.

Diesen Sommer war ich wieder dort: voller Vorfreude, aber auch nervös. Wie wird es sein? Es duftet überall nach Thymian, ein leichter, die Hitze erträglich machender Wind weht. Kreta ist so anders als der Rest Griechenlands, die Insel ist groß, zu gleichen Teilen steinig und grün, wild und romantisch; man kann jeden Tag andere Buchten, Schluchten oder Dörfer entdecken. Dank hoher Berge gibt es genug Wasser, fruchtbaren Boden, sogar Palmen – die Kreter sind stolz darauf, sich selbst ernähren zu können, stolz auf ihre Insel und ihre Traditionen. Trotzdem ist alles ein wenig anders als früher: Den windschiefen Bungalow gibt’s nicht mehr, stattdessen habe ich in einem luxuriösen Resort gewohnt, das am Berghang gegenüber der Insel Spinalonga liegt. So schön meine Kindheitserinnerungen auch sind – vielleicht liegt hier der größte Charme Kretas: in der Veränderung.

FOTOS LAIF, ANDREA WYNER/LAIF, PRIVAT

Christina Gath, früher EMOTION-Beautychefin, jetzt Redaktionsleiterin beim Magazin COUCH, liebt den Strand von Balos. Weitere Sehnsuchtsorte: die Lagune bei Kissamos und die Bucht von Elafonisi mit ihrem feinen, roséfarbenen Muschelsand. Das modern eingerichtete Blue-Palace-Resort liegt in Elounda, gleich gegenüber der ehemaligen Lepra-Insel Spinalonga. Mehrmals täglich setzt ein Boot über zu der antiken Festung, gut erhaltenen Häusern und einer besonders schönen Kirche.

ATHEN

Wenn ich an Griechenland denke, kommt mir als Erstes das Häusermeer Athens in den Sinn. Verwandte von mir leben hier. Bei meinen Aufenthalten in der Stadt zieht es mich mindestens ein Mal Richtung Akropolis. Aber nicht unbedingt nach ganz oben. Lieber sehe ich mir den Sonnenuntergang etwas ungestörter auf dem Areshügel an, einem beeindruckenden Felsen, seitlich hinter der Akropolis. Dort soll in der Antike das höchste Gericht Athens getagt haben. Den einmaligen Blick über die Stadt teilt man sich heute in der Regel nur mit dem ein oder anderen verliebten Paar und einer Handvoll Touristen. Während es für die meisten mit dem klassischen „Athens by night“-Programm in der Plaka weitergeht, lasse ich mich die Gassen zum Kneipenviertel Thissio hinuntertreiben. Die Bars und Restaurants sind hier zwar etwas abgerockter als in der herausgeputzten Altstadt, dafür authentischer, großstädtischer und deutlich günstiger. Viele Athener treffen sich hier auf ein Bier oder ein Glas Retsina mit Cola. Dabei erzählen sie sich, wie der Sommer war und auf welche Insel sie im nächsten Jahr fahren wollen. Und stoßen auf einen „guten Winter“ an: Kalo xeimona!

Griechenland ist Katharina von Freyburgs zweite Heimat. Am liebsten besucht die Journalistin Ende September hier ihre Verwandten und Freunde in Athen. Die sonst sehr teuren Flugtickets sind dann etwas günstiger, tagsüber ist es nicht zu heiß und abends braucht man noch keine Jacke.


FOTOS LOTTERMANN AND FUENTES, PRIVAT

FOTOS ACHIM MULTHAUPT/LAIF, PRISMA, PRIVAT

FOTOS GETTY IMAGES, TRAVELFOODPEOPLE.COM, PRIVAT