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REISEFOTOGRAFIE: Weg vom Postkartenmotiv


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 05.06.2019

Reisefotos sehen ähneln sich oft sehr. Wie wäre es, sich selbst eine Aufgabe zu stellen, um kreativere Ergebnisse zu erzielen?


Das Foto vom Strand, die Türme einer Kathedrale oder der Blick von einem Aussichtspunkt – Reisefotos folgen zumeist einem Muster. Sie dienen als Erinnerungen an einen schönen Urlaub und müssen nicht unbedingt besonders kreativ sein: Familie vor den Mount Rushmore stellen, auslösen, passt! Doch klassisches Sightseeing und Kreativität sind zwei Aspekte, die sich sehr gut miteinander kombinieren lassen. Dafür müssen Fotografen nur alte Gewohnheiten ablegen und sich selbst immer ...

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... wieder herausfordern. Beispielsweise können Sie sich selbst eine Aufgabe stellen, die Sie im Urlaub erfüllen. Wie so etwas aussehen kann, sehen Sie an unseren Beispielen.

Doppelbelichtung von Sehenswürdigkeiten

Ein möglicher kreativer Ansatz ist eine Doppelbelichtung. Schießen Sie dazu mehrere Fotos eines Motivs, die alle leicht versetzt sind. Hinterher können Sie diese mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop übereinanderlegen und die Tr ansparenz der einzelnen Aufnahmen anpassen. Einige Kameras besitzen auch gleich eine interne Doppelbelichtungsfunktion, die Sie im Kameramenü finden. So entsteht ein dynamisches Foto wie hier vom Galataturm in Istanbul. Darüber hinaus können Sie mit dieser Te chnik auch kreative Familienfotos machen. Fotografieren Sie dazu erst Ihre Begleitung und dann die Sehenswürdigkeit und kombinieren Sie die beiden Aufnahmen dann zu einem Bild.

Keine Schnappschüsse, nur Langzeitbelichtungen

Belichten Sie jedes Foto länger als eine Sekunde, damit Objekte im Bild verschwimmen. Das sorgt nicht nur für Dynamik, sondern Sie müssen auch zwangsläufig ein Stativ verwenden. Ansonsten verwackelt Ihr Bild. Das Stativ hat wiederum den Vorteil, dass Sie nicht von Motiv zu Motiv hechten können. Schließlich müssen Sie das Dreibein erst aufstellen und die Kamera darauf ausrichten. So setzen Sie sich automatisch mit dem Bildaufbau bewusst auseinander. Während Sie bei Nacht, wie hier in London, auf zusätzliche Hilfsmittel verzichten können, benötigen Sie am Tage einen ND-Filter. Dieser funktioniert wie eine Sonnenbrille und lässt weniger Licht zum Sensor durch, was wiederum längere Belichtungszeiten ermöglicht.


Mit einem Fisheye durch die Stadt ziehen

Sie sind gerade dabei, Ihre Reisetasche zu packen, und überlegen, welches Objektiv Sie mitnehmen wollen. Ihr erster Gedanke: das Reisezoom. Denn mit der Brennweite von 18 bis 200 mm oder gar 16 bis 300 mm bekommt man fast jedes Motiv aufs Bild. Allerdings werden Sie dadurch auch bequem und achten weniger auf die Bildkomposition. Unser Tipp: Nehmen Sie sich nur ein Objektiv mit einer festen Brennweite wie 18 oder 35 mm mit. Das klingt im ersten Moment zwar nach einer Einschränkung, Sie werden sich aber automatisch viel bewusster mit Motiven auseinandersetzen und zwangsläufig neue Ansätze ausprobieren. Und wenn Sie noch größere Herausforderungen lieben, dann packen Sie nur ein Fisheye ein. Dieses Weitwinkelobjektiv verzerrt Ihr Motiv, sodass Sie es wohlbedacht einsetzen müssen wie hier bei der Chicago Elevated Railroad.

Glaskugel im Gepäck

Glaskugeln helfen dabei, die Welt mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Aus oben wird unten, aus unten wird oben und plötzlich steht hier Kuala Lumpur auf dem Kopf. Glaskugeln kosten nur rund 15 Euro und Sie können diese problemlos im Handgepäck verstauen. Achten Sie beim Fotografieren darauf, immer auf die Kugel und nicht auf das Motiv dahinter zu fokussieren. Wählen Sie zudem eine offene Blende von mindestens f/5,6, damit der Hintergrund deutlich unscharf wird.

Spiegelungen verwenden

Wenn Sie in einer fremden Stadt sind, werden Sie bestimmt die Sehenswürdigkeiten abklappern. Allerdings sind die meisten bereits tausendfach fotografiert worden. Wie lässt sich da noch ein neuer Ansatz finden? Probieren Sie mal, die Spiegelung eines Gebäudes, einer Statue oder eines Brunnens in einem Fenster zu fotografieren. Dadurch bleibt die Sehenswürdigkeit erkennbar, sieht aber ungewohnt aus. Auch Pfützen können Sie als Spiegel nutzen wie hier bei der Marienbasilika in Krakau. Und findet sich gerade keine Pfütze, nehmen Sie eine Wasserflasche und gießen die Flüssigkeit auf den Boden.


FOTO:TOLGART/GETTY IMAGES

FOTO: AZMANJAKA/GETTY IMAGES

FOTO: SERRNOVIK/GETTY IMAGES

FOTO: CHEEGINTANGETTY IMAGES

FOTO: MARTIN-DM/GETTY IMAGES