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REITEN MIT: 4 SPRING-TIPPS: AUF ZU NEUEN HÖHEN


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 21.01.2019

Das erste S-Springen ist im wahrsten Sinne des Wortes eine große Hürde für Reiter und Pferd. Mithilfe vonMEREDITH MICHAELS-BEERBAUMhaben Victoria und ihr Hengst Lamberk’s Lord Landcrack genügend Selbstvertrauen gewonnen, um in der schweren Klasse anzugreifen


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Bildquelle: St.GEORG, Ausgabe 20/2019

Da ist noch ganz schön viel Luft zur obersten Stange! „Ein Pferd mit allen Möglichkeiten“ bestätigt auch Meredith Michaels-Beerbaum.


Dein Pferd hat alle Möglichkeiten“, stellt Meredith Michaels-Beerbaum nach den drei Trainingseinheiten fest, die Lamberk’s Lord Landcrack mit seiner Besitzerin Victoria in Thedinghausen absolvieren durfte. Solche Worte ...

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... aus dem Mund einer der besten Springreiterinnen der Welt! Da ist auch die ältere Schwester Katharina, die das Paar zum Training begleitet hat, sichtlich stolz. Lord ist das erste Pferd, das die beiden Schwestern gemeinsam ausgebildet haben. Und sowieso ist er ein „Familienprojekt“: Victorias Familie kaufte die Mutter des Hengstes tragend, bis heute steht er auf der Koppel am Haus – auch wenn er seit 2017 gekört ist und auf dem Gestüt Lichtenmoor deckt. „Lord ist einfach ein ganz besonders Pferd, er kämpft immer mit, probiert alles möglich zu machen und ist im Umgang ein Traum!“, schwärmt Victoria.

Ganz klar: Die beiden sind ein eingespieltes Team. Der sensible Hengst ist sehr auf seine Reiterin fixiert, braucht aber auch viel Sicherheit von ihr. Und gerade die fehlt Victoria, wenn es an die ganz hohen Sprünge geht. „Ich wünsche mir noch mehr Souveränität in der Höhe. Wenn es ein bisschen schwieriger wird, bin ich noch unsicher“, formuliert sie daher ihr Trainingsziel. Außerdem träumt sie davon, mit Lord bald in der schweren Klasse an den Start zu gehen. Das wäre dann nicht nur das erste S-Springen für den Hengst, sondern auch für die 22-Jährige selbst. „Victoria ist mit diesem Pferd gewachsen“, erzählt Schwester Katharina. Tatsächlich haben die beiden vor zwei Jahren die ersten M-Springen geritten – für Pferd und Reiterin wohlgemerkt. Und qualifizierten sich direkt für das Bundeschampionat, wo sie im Finale Zwölfte wurden. Victoria als Amateurin zwischen den ganzen Berufsreitern, das war schon ein tolles Gefühl … Noch im gleichen Jahr durften die beiden bei der WM der jungen Springpferde starten. Damit die Erfolgskurve auch weiterhin so steil nach oben zeigt, gab es von Profi Meredith Michaels-Beerbaum daher Tipps, wie Victoria ihren Hengst zukünftig noch besser im Parcours unterstützen kann.

TIPP 1 ERSTMAL ANKOMMEN

Formcheck: Wie ist mein Pferd heute aufgelegt?

VORHER
Victoria wählt zunächst ein recht kurzes Zügelmaß in der Lösungsphase.


NACHHER
Mit einer leichteren Anlehnung fühlt sich der Hengst noch wohler, läuft losgelassen und ausbalanciert.


Ein fremder Platz, viele Zuschauer, ein Fotograf mit klickender Kamera und dazu Unterricht von keiner geringeren als Meredith Michaels-Beerbaum – das ist erstmal alles ganz schön aufregend für Reiterin und Pferd. In dieser Situation ist es umso wichtiger für Victoria, genau in ihren Hengst hineinzuhorchen. „Nimm Dir am Anfang jeder Trainingseinheit ganz bewusst einige Minuten Zeit, um herauszufinden, wie dein Pferd heute aufgelegt ist“, fordert Michaels-Beerbaum ihre Schülerin auf. In leichter Anlehnung, möglichst frei und locker, soll diese erst einmal im Leichttraben auf großen Linien reiten. Das gelingt auch fast vom Fleck weg: „Dein Pferd macht einen positiven Eindruck, er wirkt nicht steif oder müde und ist schon gut ausbalanciert“, lobt die Profireiterin. „Nur im Hals darf er sich noch mehr dehnen, lass die Zügel ruhig etwas länger“, gibt sie Victoria mit auf den Weg. Eine ungewohnte Anweisung für die 22-Jährige: „Bisher hieß es oft: Das ist ein Hengst, behalte die Zügel kurz!“
Als einige Wochen später die letzte Trainingseinheit in Thedinghausen ansteht, wird deutlich: Lord fühlt sich mit der neu gewonnenen „Freiheit“ richtig wohl. „Seit ich ihn so reite, wie Meredith es mir empfohlen hat, ist er noch zufriedener“, bestätigt Victoria. Sie hat die leichtere Reitweise auch in das tägliche Training integriert.

ZUR PERSON: VICTORIA KRUSE

Die 22-Jährige arbeitet als Industriekauffrau. Zum Training bei Meredith Michaels-Beerbaum hat sie Lamberk’s Lord Landcrack v. Lamberk-Stakkato gesattelt. Mit dem Hannoveraner Hengst (geb. 2011) war sie Seriensiegerin in Springpferdeprüfungen, nahm am Bundeschampionat und an der WM der jungen Springpferde teil. Der schicke Braune ist seit 2017 gekört und über das Gestüt Lichtenmoor () verfügbar. Das talentierte Paar war bisher bis zur Klasse M** platziert.

ZUR PERSON: MEREDITH MICHAELSBEERBAUM

Jahrgang 1969, ist in Los Angeles (USA) geboren. Als 21-Jährige kam sie nach Deutschland, um bei Paul Schockemöhle zu trainieren – und blieb für immer. Nach der Hochzeit mit Markus Beerbaum nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an. 1999 durfte sie als erste Frau Deutschland auf einem Championat vertreten. Die Liste ihrer Erfolge ist lang: Allein mit dem legendären Shutterfly gewann sie dreimal das Weltcup-Finale, EM-Gold und den Großen Preis von Aachen. Familie Beerbaum lebt mit Tochter Brianne in Thedinghausen.

TIPP 3 GRUNDLAGEN SCHAFFEN

Dressurarbeit: Lenkung, Gas und Bremse müssen funktionieren

Um die Reaktionen von Lord zu verbessern, soll Victoria enge Wendungen üben.


Nachdem Lord seiner Reiterin signalisiert hat, dass er sich rundum wohlfühlt, geht es an die eigentliche Arbeit. „Ich übe schon beim Abreiten, was ich später im Parcours brauche“, erklärt Michaels-Beerbaum ihr Konzept. Dabei benennt sie die vier Dinge, die jedes Springpferd quasi im Schlaf beherrschen muss: vorwärts, zurück, rechts und links. Erst wenn diese Punkte im Trab sicher sitzen, geht es im Galopp weiter. Insgesamt wünscht Michaels-Beerbaum sich den Hengst noch etwas wacher: „Es wirkt so, als ob er manchmal ein bisschen langsam reagiert. Teste seine Reaktion am Bein, damit er konzentriert bleibt. Du darfst nicht jeden Schritt treiben müssen, dein Pferd muss immer auch von sich aus nach vorne denken“, erläutert die Springreiterin. Indem sie ab und an kurze Wendungen um die Sprünge mit einbaut, kann Victoria überprüfen, ob Lord wirklich „zündet“. Aber auch das richtige Maß ist gefragt: Es wäre kontraproduktiv, das Pferd schon beim Abreiten müde zu machen – das gilt vor allem auch für Turniere. Auch grundsätzlich rät Michaels-Beerbaum davon ab, Pferde jeden Tag intensiv zu arbeiten: „Man darf nie vergessen, dass das Pferd ein Athlet ist, so wie du und ich. Es braucht zwischendurch auch Pausen, um Muskeln aufbauen zu können.“

Erst als die dressurmäßige Basis in der Lösungsphase stimmt, geht es über die ersten kleinen Sprünge zum Aufwärmen.


Victoria und ihre Schwester Katharina sind ein tolles Team. Sie haben Lord gemeinsam ausgebildet.


TIPP 3 ALLES UNTER KONTROLLE

Galopp: Von groß auf klein, Distanzen im Parcours variieren

Meredith Michaels-Beerbaum gibt genau vor, wie viele Galoppsprünge das Paar im Parcours reiten soll.


Im Galopp darf der Hengst nicht „auseinanderfallen“.


Lord ist mit einer sehr großzügigen Galoppade ausgestattet. Grundsätzlich ein positives Attribut. Allerdings ist es für seine Reiterin dadurch teilweise noch schwer, den Galoppsprung im Parcours zu verkleinern. Infolgedessen fällt der Hengst zwischen den Hindernissen oft etwas auseinander, verliert an Körperspannung. „Gerade wenn du ein Pferd mit großem Galoppsprung hast, musst du darauf achten, dass er immer bei dir bleibt.“ Um das zu üben, ist wieder die dressurmäßige Vorbereitung entscheidend: Damit Lord nicht die Kraft ausgeht, soll Victoria ihr Pferd zunächst jeweils nur für ein paar Galoppsprünge zurücknehmen. Die Lektion überträgt Michaels-Beerbaum anschließend auf den Parcours: „Reite im Training an die Sprünge ruhig auch einmal dichter heran, fordere einen Galoppsprung mehr ein – das schafft er locker mit seinem Vermögen.“ Und noch eine Übung hat sie parat, damit Victoria die Kontrolle im Galopp verbessern kann: Die Reiterin soll einen ganzen Parcours mit einer vorher festgelegten Anzahl von Galoppsprüngen absolvieren. Sobald Victoria realisiert, dass sie alles im Griff hat, kommt automatisch auch die Sicherheit, an der es dem Paar manchmal noch fehlt. Schon zu Beginn der dritten Trainingseinheit berichtet sie: „Lord bleibt jetzt viel besser unter mir, er wartet auf mich.“

TIPP 4 „ICH BIN BEI DIR!“

Parcours: Sicherheit am Sprung geben, das Pferd optimal unterstützen

Damit die Sprünge immer in so perfekter Manier gelingen…


… muss Victoria ihren Lord beim Absprung aktiv aus dem Sitz heraus unterstützen.


An Vermögen, Rittigkeit und Einstellung mangelt es bei Victorias Hengst nicht. Es ist also eher die Feinabstimmung, an der Michaels-Beerbaum mit dem Paar arbeitet. Sie weiß als Profi genau, dass man sich individuell auf jedes Pferd einstellen muss: „Lord mag es gerne, wenn du ihn im Parcours bei dir behältst und ihn nicht zu weit abspringen lässt. Deswegen darfst du ihn vor den Sprüngen nicht zu lang werden lassen, sonst denkt er, dass ihm die Kraft fehlt. Galoppiere in den Ecken flüssig weiter, vor dem Hindernis wartest du und nimmst ihn etwas zurück. Wenn du ihn aktiv mit Hand und Sitz unterstützt und auf dem Hinterbein behältst, macht er den besten Sprung.“ Mit dieser konkreten „Gebrauchsanweisung“ entlässt sie das Paar nach Hause. Und ist sich sicher: Den Sprung in die schwere Klasse werden die beiden spielerisch meistern!

Geschafft! Nach dem letzten Training bei Meredith Michaels-Beerbaum starteten Victoria und Lord erfolgreich in ihren ersten S-Springen.


WIE ES WEITERGING …

Schon zwischen den Trainingseinheiten durften Victoria und Lord beim internationalen Springturnier Global Jumping in Berlin starten – und gewannen prompt ein Springen der kleinen Tour! Beflügelt von dem tollen Feedback, das sie von Meredith Michaels-Beerbaum bekamen, trauten sich die beiden kurz nach dem Abschlusstraining in ihr erstes S-Springen. Trotz zwei kleiner Fehler war Victoria mehr als zufrieden mit ihrem Einstand in der schweren Klasse. Und es kam sogar noch besser: Inzwischen haben die beiden ihre erste Schleife in einem S-Springen für Youngster geholt. „Lord und ich haben es geschafft – vom Einreiten bis zur ersten S-Platzierung!“ schrieb uns die überglückliche Victoria. Sie nutzte auch die Gelegenheit, um noch einmal Fazit zu ziehen: „Der Pikeur Talents Club ist eine einmalige Chance für junge Reiter, um vom Profi zu lernen. Durch das Training bei Meredith habe ich gelernt, mir selber mehr zuzutrauen und wenn ich mir unsicher bin, mir etwas mehr Zeit zum Sprung zu lassen.“ Mittlerweile genießt Lord übrigens seine wohlverdiente Winterpause. Wir sind uns sicher: Von den beiden werden wir noch einiges hören!

PIKEUR TALENTS CLUB

Einige glückliche St.GEORG-LeserInnen durften bei Pikeur-Reitern jeweils drei Trainingseinheiten absolvieren – inklusive Trainingsplan und Zielsetzungen für die Zukunft, das Ganze im neuen Outfit für Reiter und Pferd von Pikeur und Eskadron. Für die Aktion konnten sich deutschlandweit talentierte U25-Reiter aus Dressur und Springen bewerben.