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REKORD- VERDACHTIG


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IMTEST - Das Test-Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 05.11.2021

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Bildquelle: IMTEST - Das Test-Magazin, Ausgabe 4/2021

Spiele-Notebooks sind momentan ein heißer Trend: Über 20 Millionen tragbare Spielecomputer gingen in den letzten Monaten über die Ladentheke. Gerade zu Pandemiezeiten kennt die Faszination für Computerspiele weder Alters- noch Geschlechtergrenzen, und das aus gutem Grund: Spiele wie „Disco Elysium“ oder „Cyberpunk 2077“ erzählen komplexere Geschichten als viele Filme oder Serien und machen den Spieler zum Hauptdarsteller. Bei Sportspielen wie „FIFA 2021“ durchleben Spielefans ganze Fußballerkarrieren, beim neuesten „Microsoft Flight Simulator“ verwandeln sie sich in Flugkapitäne und genießen eine Aussicht mit nie dagewesenem Fotorealismus. Damit die Illusion aber wirklich perfekt wird, ist ein spezieller Spiele- Computer mit viel Rechenleistung nötig. IMTEST hat elf Modelle über und unter 1.500 Euro unter die Lupe genommen und verrät, worauf Sie vor und nach dem Kauf achten müssen und bei welchem ...

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... Gerät der meiste Spielspaß aufkommt.

Mehr als ein Computer zum Spielen

Spiele-Notebooks bieten aber viel mehr als Unterhaltung und Zeitvertreib, denn unter der Haube sind sie nichts weiter als hochgezüchtete Computer mit starker Kühlung, einem oft aufwendig gestalteten Gehäuse und sehr leistungsfähigen Prozessoren und Grafikchips. Damit eignen sie sich automatisch auch hervorragend für alle Büroarbeiten, und ebenso für Videoschnitt oder 3D-Bearbeitung. Aber Vorsicht: Nicht alle Modelle bieten beispielsweise eine gute Tastatur zum Arbeiten oder einen Bildschirm mit mehr als Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Für professionelle Bildbearbeitung etwa ist das nicht mehr wirklich zeitgemäß. Auch die Akkulaufzeit ist bei den Boliden oft nicht sehr lang. Und wer sowieso nur gelegentlich ältere Spiele zum kurzweiligen Zeitvertreib spielt, braucht die kraftvollen Maschinen eher nicht. Dann ist ein Spiele- Notebook überdimensioniert. Hier reichen gewöhnliche Büro-PCs oder aber ein Einstiegsmodell völlig aus. Wer aber viel Leistung bei der Arbeit, für die Schule oder im Studium benötigt und zudem in moderne 3D-Spiele wie „Cyberpunk 2077“ eintauchen will oder sich mit Spielern aus aller Welt bei „Fortnite“ messen möchte, kommt um einen Spiele-Computer nicht herum. Nur dann gibt es ausreichend Reserven für solch aufwendige Spiele.

Flexibilität mit Kompromissen

Notebooks haben einige Vorteile: Sie sind tragbar, nehmen wenig Platz weg und sind nach dem Auspacken sofort startklar (siehe Randspalte rechts). Diese Flexibilität hat

aber zwei Nachteile: Sie sind etwas langsamer und teurer als ein wuchtiger Spiele- PC. So erreicht ein Spiele-PC beim Abenteuerspiel „Horizon Zero Dawn“ 97 Bilder pro Sekunde auf einem 4K-Fernseher. Die schnellsten Spiele-Notebooks im Test kommen nicht über 54 Bilder pro Sekunde. Das sorgt für leichte Ruckler im Spiel. Wer also nur stationär am Schreibtisch oder im Wohnzimmer spielt, fährt mit einem Spiele-PC besser. Einen Test dieser Maschinen finden Sie auf www.imtest.de/gaming (siehe unten rechts) oder auf Seite 24.

Die Verarbeitungsqualität

Mit wackligen Scharnieren, großen Spaltmaßen oder nachgebenden Plastikgehäusen kommt weder beim Spielen noch beim Arbeiten Freude auf – erst recht nicht, wenn man dafür vierstellige Beträge bezahlen muss. Bei einigen Testkandidaten gibt es in Sachen Verarbeitung aber Nachholbedarf: So gibt beim HP Pavilion Gaming und auch bei den Geräten von Acer die Tastatur sichtbar nach, und die Konstruktion wirkt nicht sehr wertig. Dass es auch im Budget-Bereich gut funktionieren kann, zeigt die relativ unbekannte Marke Monster: Das Modell Abra ist nicht zuletzt aufgrund der Materialgüte für 899 Euro Preis-Leistungssieger im Bereich unter 1.500 Euro, auch wenn die Spieleleistung etwas zu Wünschen übrig lässt.

Gut macht es der deutsche Hersteller One: Auch beim Einstiegsmodell ist die Verarbeitung dank Aluminiumgehäuse ordentlich. Nahezu perfekte Haptik und Qualität gibt es beim Top-Modell von Asus, dem ROG Zephyrus für 3.999 Euro. Bei dem edlen Metallgehäuse knarzt nichts, die Spaltmaße sind passend, und die speziell nachbearbeitete Gehäuseschicht fühlt sich sogar geschmeidig an. Noch besser macht es nur Razer: Das zwei Zentimeter dicke Aluminiumgehäuse des Blade Pro 17 ist perfekt verarbeitet und wirkt optisch dank seiner schlichten Linien beinahe wie ein Kunstwerk.

Schwankende Spieleleistung

Mit einer Vielzahl bekannter Spiele hat IMTEST alle Notebooks in den Auflösungen Full-HD (1.920 x 1.080 Bildpunkte), WQHD (2.560 x 1.440) und 4K (3.840 x 2.160) auf höchster Detailstufe getestet und zum Schwitzen gebracht. Das magische Ziel: Sie sollen für ein befriedigendes Urteil mindestens 60 Bilder pro Sekunde schaffen – ab diesem Wert nimmt das menschliche Auge keine Ruckler mehr wahr. Der Test zeigt: Mit dem Nvidia-Mittelklassechip „GeForce RTX 3060“ war gerade noch flüssiger Spielspaß in HD möglich. Wer am 4K- Fernseher spielen will, sollte zu einem

Vor- & Nachteile von Notebooks

Spiele-Notebooks bieten viel Flexibilität, haben aber auch Schwachstellen:

+ Run dum-Sorglos-Paket: Dank verb auter Tastatur und Bildschirm können Sie (fast) sofort loslegen. Einzigeine Maus oder ein Controller sind notwendig (siehe nächste Seite).

+ Sp itzenleistung: Nicht nur für Spiele, auch für aufwendige Arbeiten (von Office über Videoschnitt bis 3D-Bearbeitung) liefern die Notebooks genug Leistung.

+ Flex ibel: Ein Spiele-Notebook lässt sich prima mit in den Urlaub oder in den Garten nehmen und dann zu Hause am großen 4K-Beamer oder Fernseher anstöpseln.

- Ger inge Akkulaufzeit: Im Akkubetr ieb sind nur selten mehr als 1,5 StundenSpielspaß möglich.

Leistung auf wenig Raum oft

- Nicht leicht und teilweise warm: Sie sind über zwei Kilo schwer und warm und relativ laut (bis zu 50 db).

- Aufrüsten nur bedingt möglich : Prozessor und Grafikkarte lassen sich nur bei Spiele-PCs aufrüsten,

Notebooks bieten im besten Fall Aufrüstmöglichkeit für Speicher und Festplatte.

Mehr Leistung gibt es mit großen Spiele- PCs. Fünf topaktuelle Modelle hat IMTEST im Detail geprüft:

Diesen QR-Code per Smartphone einscannen.

Notebook der höheren GeForce-3070- oder der 3080-Klasse greifen, muss dann aber deutlich mehr als 1.500 Euro in die Hand nehmen. Einzig Asus ROG Zephyrus, Lenovo Legion 5 Pro und Acers Helios 300 knacken sogar in 4K die 60 Bilder pro Sekunde. Weniger Leistung boten die Einstiegsmodelle von HP und Monster – die verbaute GeForce 1650 liefert selbst unter Full-HD nicht immer gute Leistung. Für flüssigen Spielspaß müssen Grafikdetails reduziert werden.

Starker Prozessor und viel Speicher

In speziellen Testprogrammen, die Videoschnitt, 3D-Bearbeitung und gängige Büroaufgaben simulieren, müssen die Notebooks zeigen, dass Sie nicht nur Spaß machen, sondern auch Arbeitstiere sind: Den Spitzenplatz verdient sich in dieser Disziplin das Asus ROG Zephyrus S17. Es lässt das gesamte Testfield dank schnellem Intel-Core-i9-11900H-Prozessor und 32 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher hinter sich. Knapp dahinter liegt Lenovos Legion 5 Pro. Das Schlusslicht in dieser Disziplin ist das Asus TUF Dash 15. Als einziges Notebook im Test bietet es nur vier Rechenkerne, die bei vielen parallelen Aufgaben an ihre Grenze kommen. Das sorgt für eine niedrige Arbeitsgeschwindigkeit und auch für Ruckler beim Spielen. Faustregel: Erst ab sechs oder acht Prozessorkernen wie beim restlichen Testfeld ist flüssiges Arbeiten durchgehend möglich.

Da viele moderne Spiele bis zu 120 GB Speicherplatz benötigen, erscheint schon bei 512-GB-Festplattenspeicher schnell die „Nicht genügend Speicher“-Meldung. Im Preissegment unter 1.500 Euro bietet einzig das One Gaming Notebook K73-11NB-B2 1.000 GB, also 1 Terabyte (TB). Sein teurerer Bruder bietet 1,5 TB. Im oberen Preissegment gewinnt Asus mit seinem ROG Zephyrus S17 mit einer 2-TB-Festplatte das Rennen um den meisten Speicher.

Entscheidend: Display und Auflösung

Damit am Notebook auch optisch richtig viel Freude aufkommt, ist ein Bildschirm mit sogenanntem IPS-Panel am besten. Diese Technik sorgt für deutlich farbtreuere und schärfere Bilder mit guten Betrachtungswinkeln als die sonst übliche TN-Pa- neltechnik. Im Testfeld nutzt diese aber nur HPs Pavilion – was prompt zu blasseren Bildern führt.

Für nicht nur farbenfrohen, sondern auch flüssigen Spielspaß sollte das Display zudem in der Lage sein, das Bild mehr als 120-mal pro Sekunde neu aufzubauen (120 Hertz). Auch das schaffen alle getesteten Geräte, einige kommen sogar auf 240 Hertz. Full-HD-Auflösung ist mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten, auf die nach wie vor einige Hersteller setzen, bereits etwas veraltet. Dabei gehen Details verloren, und Schriften wirken körniger. Razer, Asus ROG und Lenovo punkten mit knackscharfer WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Punkte). Besonders das Lenovo Legion 5 Pro sichert sich durch enorme Helligkeit und hohe Farbtreue Spitzenbewertungen.

Der Ton macht die Musik

Sind keine Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher in Reichweite, sollten die eingebauten Notebook-Lautsprecher zumindest ein Mindestmaß an Tonqualität liefern. In dieser Disziplin gibt es bei fast allen Herstellern Schwächen: Bässe fehlen, Stimmen klingen verzerrt und Spielemusik oder Effekte klingen teils, als kämen sie aus einer Blechbüchse. Selbst ein iPhone 12 klang im Vergleichstest besser als die Geräte von HP, One und Acer. Anders bei Razer und Asus: Hier klingen Bässe tief, Stimmen klar und Musik originalgetreu. Das Notebook von Monster erzeugt bessere Töne als alle anderen Kandidaten unter 1.500 Euro.

Einen kühlen Kopf bewahren

Noch im letzten Spielecomputer-Test (IM- TEST 5/2020) waren einige Spiele-Notebooks ohrenbetäubend laut, und die Gehäuseseiten wurden sehr heiß. Dieses Jahr wird es besser. Grund: Die aktuellen Intel- und AMD-Chips sind effizienter und die Kühlungstechniken besser. Selbst nach stundenlangen Spielesitzungen erreichten nur Dells Alienware, die beiden Modelle von One und das Razer Blade Temperaturen um 60 Grad an der heißesten Stelle – meist auf der Unterseite.

GRAFIKKARTE GENAU PRÜFEN

Mit der neuen „3000er“-Generation stiften Chiphersteller NVIDIA und einige Notebook-Hersteller oft Verwirrung. Denn:

Die in drei Modellen verbaute GeForce RTX 3070 liefert im Test zum Teil sehr unterschiedliche Ergebnisse. Der Grund: Die Stromzufuhr wurde eingeschränkt. So darf die 3070 beim Einstiegsmodell Asus TUF Dash 15 nur 80 Watt aus der Steckdose ziehen und liefert damit im Schnitt maximal 78 Bilder pro Sekunde. Das geht aber auch anders: Im Lenovo Legion 5

Pro darf dieselbe Grafikkarte bis zu 140 Watt Leistung abrufen und stellt damit Spiele mit bis zu 110 Bildern pro Sekunde dar – das kann in hitzigen Gefechten ein entscheidender Unterschied sein. Das ist aber zunächst nicht erkennbar. Erst im Kleingedruckten steht etwa bei Lenovo: „Maximale Grafikleistung 140

W“ und bei Asus: „80W (85W with Dynamic Boost)“. Achten Sie beim Kauf also nicht nur auf den Namen des Grafikchips, sondern auch auf die Watt-Angabe.

Ob die Geräte auch im Dauerbetrieb einen kühlen Kopf bewahren, testet IM- TEST mit einem 24-Stunden-Stresstest, der alle Komponenten dauerbelastet. Resultat: Schäden oder schwere Abstürze sind kaum zu befürchten. Damit die Systeme stabil bleiben, drosselt Dells Alienware M15 Ryzen den Prozessor von knapp 4 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz auf 1,8 GHz, das One K73-11NB-E1 gar auf unter 1 GHz. Das sorgt dann bei längeren Spielesitzungen für Ruckler.

In Sachen Lautstärke bleiben die meisten Hersteller auch bei langen und ausdauernden Spielesitzungen unter 50 Dezibel. Besonders leise sind die Geräte von Razer, Asus. Beim Surfen oder Arbeiten sind alle Notebooks mit meist 33 bis 36 Dezibel kaum zu hören und somit uneingeschränkt alltagstauglich.

Tragbar, aber nicht immer mobil

Zum Arbeiten oder Spielen unterwegs sind die tragbaren Notebooks aufgrund der sehr leistungshungrigen Komponenten nur bedingt geeignet. Grund: Beim Spielen ging meist nach 60 bis 90 Minuten der Bildschirm aus. Einzig mit dem Alienware M15 Ryzen und Monsters Abra kann man knapp zwei Stunden spielen. Gut zu wissen: Im Akkubetrieb laufen Spiele aufgrund der begrenzten Stromzufuhr mit nur 30 Bildern pro Sekunde. Das schont zwar den Akku, schmälert aber den Spielspaß. Eine Steckdose sollte also beim Spielen immer in Reichweite sein. Beim Arbeiten und im normalen Betrieb variiert die Akkulaufzeit hingegen stark: So geht dem Alienware R4 beim Test mit YouTube-Videos und Surfen schon nach zwei Stunden die Luft aus, während das Asus TUF Dash 15 im Akkumodus sogar über neun Stunden durchhält. Die meisten halten zwischen drei und fünf Stunden durch.

Nach dem Kauf ist vor dem Kauf

Wer sich ein Spiele-Notebook gönnt, kann den Spielspaß auch noch vergrößern:

Gamecontroller: Einige Spiele lassen sich nur mit einem Spielecontroller, etwa dem Razer Raiju, Razer Wolverine oder dem XBox Elite 2 Controller wirklich gut steuern. Die Preise für Controller beginnen bei rund 50 Euro.

Spiele-Monitor: Wer auf mehr als nur 15 oder 17 Zoll Bildfläche spielen will, und nicht schon einen guten Monitor zu Hause stehen hat, sollte zu einem großen Spiele-Monitor greifen. Die zusätzlichen Kosten starten hier bei etwa 300 Euro.

Spiele-Tastatur und Maus: Ist das Notebook am Monitor, Fernseher oder Projektor angeschlossen, spielt es sich nur mit einer passenden Maus und Tastatur gut.

Einen Test der zehn besten Modelle finden Sie unter www.imtest.de/gaming.

Headset: Immer mehr Spiele erfordern Teamarbeit mehrerer Spieler. Ein Kopfhörer mit Mikrofon (Headset) ist dann ideal, um sich abzusprechen, Geräusche im Spiel zu orten und um Lärm aus der Umgebung zu dämpfen. Welche Headsets gut und günstig sind, erfahren Sie online (siehe rechts).

So gut gerüstet können Sie dann genauso gut spielen, wie die kräftigen Spiele- Notebooks arbeiten: rekordverdächtig.

FAZIT

Testsieger im oberen Preissegment ist das Asus ROG Zephyrus, dicht gefolgt von Lenovo und Razer. Sie zeichnen sich durch flüssige Leistung bis 4K, eine Top-Verarbeitung und knackige Tastaturen aus. Im Einstiegssegment gewinnt Ones 17-Zoll-Notebook dank guter Verarbeitung und im Preisbereich einzigartiger Leistung. Den Preis-Leistungs-Sieg holt sich Monster mit sehr passablen Leistungen.