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Relationales Coaching: zukunftsfokussiert und ohne Ratschlag beraten


Die Mediation - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 28.03.2019

Was ist das Besondere beim Relationalen Coaching? Auf den Punkt gebracht: Es ist einfach. Und es funktioniert immer. Einige theoretische und praktische neue Überlegungen bewirken die zentralen Drehs in diesem ungewöhnlich anderen Coaching-Ansatz. Zwei davon werden hier beschrieben: die radikale Zukunftsfokussierung und die Idee der „Beratung ohne Ratschlag“.


Sowohl in der Mediation als auch beim Coaching geht es uns vornehmlich darum, mit unserem Gesprächspartner gemeinsam eine gute Zukunft zu gestalten. Diese Überlegung leitet mich seit dem Jahr 2000 in meiner Entwicklung und Ausgestaltung des ...

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Sowohl in der Mediation als auch beim Coaching geht es uns vornehmlich darum, mit unserem Gesprächspartner gemeinsam eine gute Zukunft zu gestalten. Diese Überlegung leitet mich seit dem Jahr 2000 in meiner Entwicklung und Ausgestaltung des Relationalen Denkansatzes sowie in der weiterführenden Arbeit an der Coaching-Theorie und -Praxis. Speziell im Coaching war mir schon von Beginn an klar, dass es sich dabei um eine „Beratung ohne Ratschlag“ handeln müsste. Diese Erkenntnis beschrieb ich in meinem ersten BuchBeratung ohne Ratschlag (2001). In den darauffolgenden 18 Jahren bin ich aber in Theorie und Praxis auf viele weitere Ansatzpunkte gestoßen, die Coaching erfolgreich machen. Ich habe diese in meinem neuen BuchEinfach beraten (2018) zusammengefasst. Einen davon, die radikale Zukunftsfokussierung, möchte ich Ihnen in diesem Artikel – gemeinsam mit dem grundlegenden Konzept der „Beratung ohne Ratschlag“ – vorstellen.

Die radikale Zukunftsfokussierung

Menschen, die Unterstützung im Gespräch suchen, kommen häufig mit einem Problem zu uns: „Das funktioniert nicht“, „Ich habe ein echtes Problem in der Zusammenarbeit mit diesem Menschen“, „Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll“ etc. Natürlich werden wir dadurch rasch verleitet, an dem Problem zu arbeiten und zu versuchen, es zu lösen. Und vielfach beginnen wir dann im Coaching, die Situation zu erörtern bzw. sogar die Vergangenheit zu analysieren, um „Ursachen“ für das Problem zu finden. Meine Erfahrung ist: In vielen Fällen holen wir dann aus dem Gespräch nicht das heraus, was der Dialog (und die aufgewendete Zeit) verdient hätte.

Ich vergleiche das gerne mit dem Bild eines Weges: Wenn wir Probleme lösen, dann bleiben wir stets auf dem gleichen Weg. Vielleicht ziehen wir bessere Schuhe an, vielleicht asphaltieren wir den Pfad und setzen hübsche Blümchen rechts und links, oder wir wechseln die Menschen aus, mit denen wir die Strecke zurücklegen. Aber wir bleiben dennoch auf dem gleichen, nicht (mehr) passenden Weg. Wenn wir allerdings wissen, dass wir uns auf dem falschen Weg befinden, und eigentlich einen neuen einschlagen wollen, dann hat es nach meiner Erfahrung keinen Sinn, am alten Leben, am alten „Weg“ herumzudoktern oder zu versuchen, dort etwas „zu reparieren“.

Den großen Unterschied zwischen der „Reparatur“ und dem Finden eines „neuen Weges“ illustriert die Abbildung 1.

Wenn wir eigentlich einen neuen Weg gehen wollen, hat es meines Erachtens keinen Sinn, erst noch herauszuarbeiten, worin das unerwünschte Alte / Derzeitige besteht, wie es sich „konkret anfühlt“, was aktuell alles falsch gemacht wird etc. Das wäre in etwa so,
■ als würden Sie Ihr Singledasein analysieren, wenn Sie morgen heiraten wollen;
■ als würden Sie Ihren alten Job analysieren, wenn Sie gerade im Begriff sind, eine andere Beschäftigung anzunehmen;
■ als würden Sie die Schwächen Ihres bisherigen Teams unter die Lupe nehmen, wenn Sie morgen eigentlich eine ganz neue Struktur schaffen wollen (womöglich eine, die ganz ohne ein Team auskommt).

Abb. 1: Der Unterschied zwischen „Reparatur“ und „neuem Weg“ (Quelle: Sonja Radatz).


Abb. 2: Vergangenheitsbezogene Reporterfragen vs. zukunftsbezogene Reporterfragen (Quelle: Sonja Radatz).


Relationale zukunftsfokussierte Fragen nenne ich gerne „Reporterfragen in die Zukunft“: Wir helfen dem Gesprächspartner dabei, den gewünschten neuen Weg, die neue Zukunft zu entwerfen (siehe Abb. 2).

Warum Beratung „ohne Ratschlag“?

Meine Erfahrung ist: Ratschläge können wir dann wunderbar erteilen, wenn wir davon ausgehen, dass es eine objektiv richtige Antwort auf ein subjektiv bestehendes Problem gibt oder eine objektiv richtige Zukunft, die gestaltet werden kann. Daran glaube ich allerdings nicht. Vielmehr gehe ich davon aus, dass wir Subjekte nie objektiv sein können – dass alles, was wir sagen, stets nur für uns selbst und niemals für andere oder gar für alle (wer immer das sein mag!) gilt.

Ich erkläre das gerne anhand meines Relationalen Menschenbildes: Danach hat ein Mensch zwei Eigenschaften: Er hat einen eigenen Kopf und er hat zwei Beine. „Gut“, werden Sie jetzt sagen. „Das ist bekannt und nun wirklich nichts Neues.“ „Ja“, antworte ich Ihnen, „aber das hat Folgen, über die Sie sich vielleicht noch nie Gedanken gemacht haben, über die wir aber im Coaching stolpern können.“ Deshalb ist es mir wichtig, an dieser Stelle darauf einzugehen.

Abb. 3: Das Relationale Bild vom „nichttrivialen Menschen“ (Quelle: Sonja Radatz).


Jeder Mensch hat einen Kopf

Wir erfahren also, dass jeder Mensch einen Kopf hat. So what? Aus meiner Sicht wird es an dieser Stelle spannend: Denn hier finden sich gleich drei Aspekte, die aus relationaler Sicht sehr interessant sind:

Jeder Mensch hat eine spezielle Genetik. Wir sind sehr unterschiedlich veranlagt – was bedeutet, dass wir aufgrund unserer genetischen Voraussetzungen manche Dinge als „mit links lösbar“ und manche als echt schwierig erleben, manche Dinge gar nicht sehen und andere wiederum sehr wichtig finden, weil sie in unserem bisherigen Leben recht präsent waren. Ich erlebe in meinen Coachings, dass Menschen, die eine Brille tragen und daher von anderen oft als intelligenter, belesener oder ernsthafter eingeschätzt werden, andere Ausgangsvoraussetzungen haben als Nicht-Brillenträger. Menschen, die groß sind, erleben andere Präferenzen und Herausforderungen als kleinere Menschen – dafür haben sie selten das Gefühl, dass Menschen auf sie herabschauen (das macht oft etwas mit uns Menschen und schafft wiederum andere Ausgangsvoraussetzungen). Mir ist es sehr wichtig, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass wir unsere genetischen Anlagen natürlich bewusst nutzen können – unseren Wünschen entsprechend.

Jeder Mensch hat eigene soziale Erfahrungen gemacht. Selbst bei eineiigen Zwillingen können wir davon ausgehen, dass sie über unterschiedliche soziale Erfahrungen verfügen. Diese Erfahrungen vermitteln uns jeweils, was „geht“ und was „nicht geht“: Auf deren Basis schätzen wir Situationen ein und ziehen Schlussfolgerungen, denen wir im Regelfall entsprechende Handlungen folgen lassen. Dieser Vielzahl an alten, neuen und ganz frischen sozialen Erfahrungen, die wir uns als riesigen Haufen an Überlagerungen vorstellen können, und die uns Menschen einzigartig machen, begegnen wir im Coaching.

Jeder Mensch befindet sich aktuell in einer individuellen Situation. Neben all den genetisch-individuellen Anlagen und unseren sozial-individuellen Erfahrungen befinden wir uns jede Sekunde in einer neuen Situation – und glauben Sie mir, es macht einen Unterschied für die Qualität der Arbeit Ihres Mitarbeiters, ob er gerade erfahren hat, dass seine Frau einen Unfall erlitten hat, oder ob sie ihn in drei Stunden fröhlich zu Hause empfängt. Wenn es Ihnen gut geht, sind Sie jemand anderes und handeln anders, als wenn Sie sich unwohl fühlen. Oder ein weiteres Beispiel: Wenn Sie gestern noch einfacher Mitarbeiter waren und heute Führungskraft sind, dann sind Sie ganz bestimmt heute ein anderer als gestern – und Sie positionieren sich hoffentlich nicht nur anders gegenüber Ihren Mitarbeitern, sondern haben auch ein verändertes Verantwortungsbewusstsein.

Berücksichtigen Sie nun die Genetik, die sozialen Erfahrungen und die verschiedenen Lebenssituationen Ihres Coachees, dann kommen Sie zu einer großen Vielzahl an Denkmöglichkeiten, über die Ihr Coachee verfügt – zu seinem „Denkgerüst“.

Können Sie also tatsächlich davon ausgehen, dass Sie Ihren Coachee jemals „verstehen“ oder gar voraussehen, was dieser als Nächstes denken oder tun wird oder was für ihn „passt“ bzw. „nicht passt“? Die Annahme, dass jeder Mensch einen eigenen Kopf hat, macht unser Relationales Coaching immer zu einem Trial-and-Error-Unterfangen: Wir wissen genau, dass wir keine Ratschläge geben können, denn diese würden mit Sicherheit nicht zu unserem Coachee passen.

Genau deshalb habe ich „Beratung ohne Ratschlag“ entwickelt, und genau deshalb stelle ich Fragen im Coaching und bestehe nicht auf bestimmten Antworten. Am besten stelle ich Fragen, die allgemein und so abstrakt wie möglich sind, um dem Coachee ein breites Feld an Antwortmöglichkeiten zu bieten. Und selbst dann weiß ich nicht genau, welche meiner Fragestellungen dem Coachee möglichst viele Pixel in seinem Optimalszenario bzw. Zukunftsbild entstehen lässt; aber zumindest bemühe ich mich redlich!

Jeder Mensch hat zwei Beine

Doch damit ist es noch nicht genug: Jeder Mensch hat außer einem Kopf auch zwei Beine – und damit kann er bekanntlich davonlaufen. Auch vor Ihnen! Wir tun also gut daran, immer wieder zu prüfen, ob der Mensch, der uns gegenübersitzt, „noch da ist“, sprich: ob er zwar physisch noch anwesend, aber geistig schon lange auf und davon ist. Im Coaching wollen wir keinesfalls, dass der Coachee vor uns „davonläuft“ – also unserem Gespräch nicht (mehr) folgt. Daher prüfen wir während des Coachings laufend:
■ Sind wir noch auf dem richtigen Weg unterwegs?
■ „Passt“ es noch für den Coachee?
■ Gelingt es ihm aufgrund unserer Fragestellungen besser, seine für ihn optimale Zukunft zu entwerfen?
■ Gewinnt er mit den Fragestellungen, die wir ihm präsentieren, mehr Pixel für sein Zukunftsbild?

Das gelingt uns am einfachsten mit einer Skalenfrage: „Auf einer Skala von 0 bis 10, wenn 0 = wir sind schon weit vom Thema abgekommen oder leider an einem uninteressanten Nebenschauplatz angelangt und 10 = es ist hoch spannend, und wir kommen perfekt voran: Wo stehen Sie gerade jetzt?“

Sind gute Ideen im Coaching nicht erlaubt?

Um es klarzustellen: Erlaubt ist jeder Ratschlag, wenn Sie die Verantwortung übernehmen (können), und zwar dafür, dass:
■ ein Streitgespräch entsteht („Das funktioniert nicht.“ „Natürlich funktioniert das.“),
■ der Coachee keine eigene Lösungsstärke entwickelt (und Abhängigkeit von Ihren Ratschlägen entsteht),
■ der Coachee ein schlechtes Gewissen entwickelt, wenn er Ihren Ratschlägen nicht folgt (oder nicht folgen kann),
■ der Coachee sich mit der Lösung nicht identifizieren kann (er merkt das oft erst bei der Umsetzung),
■ der Coachee Sie für das Nichtfunktionieren Ihrer Ratschläge verantwortlich macht (das erlebe ich jeden Tag in der Führung: „Sie haben doch gesagt, ich soll das so machen.“).

Sie sehen also: Die größte Gefahr besteht darin, dass Ihre Ratschläge einfach nicht funktionieren. Wenn Sie in einem Coaching oder Gespräch versuchen, mit Ihrer Lösung recht zu behalten beziehungsweise den Coachee „auf die richtige Bahn“ zu bringen, dann werden die meisten Coachees beginnen, sich zu wehren und zu verteidigen, „in den Widerstand zu gehen“.

Signale für eine Abwehrreaktion Ihres Coachees können sein:
■ „Das habe ich schon probiert, aber …“
■ „Das funktioniert (bei mir) nicht …“
■ „Das wäre schön, aber …“
■ „Das kann ich mir nicht vorstellen …“
■ „Das geht sicher nicht!“

Aber: Natürlich haben Sie auch als Coach Ideen. Warum sollten Sie diese nicht einbringen? Wenn Sie sie sehr vorsichtig und elegant als Angebot formulieren und dem Coachee die Wahl lassen, auch abzulehnen, dann stehen ihm noch alle Möglichkeiten offen. Und meine Erfahrung ist: Wer länger mit dem Relationalen Ansatz coacht, hat ohnehin weniger „gute Ideen“, sondern konzentriert sich mehr darauf, mit dem Coachee die Zukunft zu erarbeiten, die dieser wirklich leben will – von ihm und mit seinem Wirklichkeitsverständnis definiert.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Meiner Erfahrung nach ist all das Gesagte natürlich nur sinnvoll für Sie, wenn Sie merken, dass es bei Ihnen funktioniert. Daher ermuntere ich Sie, es auszuprobieren und ganz subjektiv Unterschiede festzustellen. Ich habe hier ja nur zwei Aspekte des Relationalen Coachings vorgestellt, und wer weiß: Vielleicht wollen Sie später auch nächste Schritte gehen? Das liegt natürlich bei Ihnen. Viel Spaß dabei!

Literatur

Radatz, Sonja (2001): Beratung ohne Ratschlag. Wien: Verlag Systemisches Management.

Radatz, Sonja (2018): Einfach beraten. Wien: Verlag Relationales Management.

Radatz, Sonja (2018): Relationale „Einfach beraten“-Coaching-Toolbox. 100 ergänzende Tools auf Kärtchen. Wien: Verlag Relationales Management.

Schon gewusst?

Andere zu beraten stärkt das eigene Selbstbewusstsein

Ungewollte Ratschläge nerven, keine Frage. Für den Ratgeber können sie jedoch eine ungeahnt positive Wirkung entfalten – vor allem wenn er selbst einen guten Rat bitter nötig hat. US-amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass sich das Erteilen von Ratschlägen positiv auf die eigene Motivation auswirkt und selbstbewusster macht. Im Rahmen einer Studie mit Arbeitslosen gaben etwa 68 Prozent der Befragten an, dass sie sich motivierter fühlten, einen Job zu suchen, nachdem sie jemandem einen Ratschlag erteilt hatten. Auch 72 Prozent der Beteiligten, denen es schwerfiel zu sparen, und 77 Prozent der Menschen mit Aggressionsproblemen schauten positiver in die Zukunft, nachdem sie andere beraten hatten. Die Annahme, dass Nicht-Können gleichbedeutend mit Nicht-Wissen sei, ist demzufolge falsch. Sollten Sie also etwas absolut nicht können, bitten Sie gern um Hilfe. Sind Sie in der Theorie jedoch bewandert, lassen Sie andere an Ihrem Wissen teilhaben – zur Not auch ungefragt.

Quelle: Eskreis-Winkler, Lauren et al. (2018): Dear Abby: Should I give Advice or Receive It? Online abrufbar unter: https://faculty.chicagobooth.edu/ayelet.fishbach/research/In%20Giving%20We%20Receive.pdf.

Beispiele für Relationale Angebotsformulierungen

„Angenommen, es würde jetzt jemand daherkommen und Ihnen die Möglichkeit bieten, den Job zu wechseln – was würden Sie antworten?“ („Dann würde ich sagen: ,Sie haben keine Ahnung von meinen Gegebenheiten.‘“)

„Ich hätte da eine Idee. Wollen Sie sie hören?“ („Nein, ich möchte gerne noch bei meiner Überlegung von vorhin bleiben.“)

„Ich habe einmal die Erfahrung gemacht, dass es ganz gut war abzuwarten. Was meinen Sie?“ („Ja, das könnte interessant sein. Aber das sollten wir an meinem Fall durchspielen.“)

Einfach mal ausprobieren!

Um zu sehen, ob Relationales Coaching einen Unterschied für Ihre Gesprächsqualität bedeutet, lade ich Sie dazu ein, es zumindest anhand dieser beiden Kriterien einfach mal auszuprobieren:

1. Führen Sie ein Gespräch ausschließlich in der Zukunftsperspektive – indem Sie ganz ohne Situations-, Ursachen- und Problemklärung einfach nur der Top-Reporter für die Zukunft des Coachees sind.

2. Führen Sie ein Gespräch ganz ohne Ratschlag – wenn Sie nicht ohne Ihren Ideenreichtum auskommen, dann gebrauchen Sie elegante Formulierungen!

Dr. Sonja Radatz

Die Pionierin im Coaching begründete den Relationalen Ansatz®, ist Vortragende, Autorin von 19 Büchern und Herausgeberin der Zeitschrift LO und begleitet namhafte Unternehmen und Menschen im Erfolg. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 2003 den Deutschen Preis für Gesellschafts- und Organisationskybernetik. Kontakt: www.irbw.net, s.radatz@irbw.net und +43 699 11 45 48 04.


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