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Renner im Sortiment: Nachgefragt: Naschgemüse – Wie lief das Geschäft in dieser Saison?


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 25/2019 vom 22.06.2019

Wie verlief die Saison bei Naschgemüse und Kräutern? Was waren die Renner, wo gab es die stärksten Zuwächse? Was lief nicht so gut? Welche Angebotsformen kamen besonders gut an? Wir haben bei Anbietern in Gartencentern und auf Blumengroßmärkten sowie bei Vermarktern nachgefragt.


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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 25/2019

Eataliano Kräuter.


Naschgemüse wie Paprika gehörten im 12 cm-Topf bei Landgard zu den Rennern der Saison.


Fotos (2): Landgard

Die Saison verlief gut, ohne die extremen Spitzen wie im Vorjahr. Dadurch war die Warenversorgung deutlich einfacher zu organisieren, berichtetAlexander Wagner , vonWagner Florapark (69168 Wiesloch, ...

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Die Saison verlief gut, ohne die extremen Spitzen wie im Vorjahr. Dadurch war die Warenversorgung deutlich einfacher zu organisieren, berichtetAlexander Wagner , vonWagner Florapark (69168 Wiesloch,www.florapark.de )

„Ende Mai hatten wir in diesem Segment ein Wachstum im oberen einstelligen Bereich.“ Als Renner machte Wagner Biokräuter und Bio-Gemüse sowie „Pick-Gemüse“ – mit fertigen Früchten – aus. Salat- und Kohljungpflanzen im Einzelpressballen, Kräuter konventionell erzeugt und veredeltes Gemüse liefen dagegen nicht so gut. Wagner verkauft keine Packs. Außer Salat- und Kohljungpflanzen im Einzelpressballen wird im Gartencenter in Wiesloch alles im Einzeltopf verkauft.

„Die Saison mit Tomaten/Paprika/ Gurken, und vielem mehr hat auf Grund der kühlen Witterung im April/Anfang Mai bei uns spät eingesetzt, lief dann aber kontinuierlich gut bis Ende Mai. Wir beobachten einen Trend zu F1-Sorten im 11/12er Topf – weg von T9/T10. Veredelte Pflanzen verlieren an Marktanteil.“

130 Sorten Gemüsejungpflanzen

„Kräuter liefen gut in dieser Saison, aber mit wenig Steigerung“, beobachteteMartin Löwer, Löwer grün erleben (63500 Seligenstadt,www.gaertnerei-loewer.de ). „Bei Gemüsejungpflanzen gab es in diesem Jahr allerdings wieder mehr Zuwachs. 130 verschiedene Sorten werden in der eigenen Gärtnerei für die fünf Löwer-Gartencenter im Rhein-Main-Gebiet produziert. Und davon waren Anfang Mai bereits zwei Drittel abgesetzt. „Wenn ich den Zukauf hinzurechne, lagen wir bis Anfang Mai etwa bei der Hälfte der verkauften Menge“, erklärt Löwer. Tomaten gibt es in rund 40 Sorten. „Dennoch waren einige Sorten zu früh ausverkauft, vor allem die großen Fleischtomaten“, berichtet Löwer.

In dieser Saison macht er neben Cherry- und Kirschtomaten, die gleichbleibend gut liefen, einen Trend zu Sorten mit großen, schweren Früchten, wie beispielsweise der Fleischtomate ‘Ochsenherz’, aus. Die Nachfrage nach mittelgroßen Tomaten-Sorten wuchs nicht so stark mit. Paprika und Chilis sind in den Löwer-Gartencentern sehr stark gelaufen. Auch Gurken fanden sehr guten Absatz und Melonen liefen extrem gut.

Standard-Kräuter aber Bio

„Witterungsbedingt verlief die Saison 2019 im Kräuter- und Genußpflanzen-Bereich sehr schleppend“, beobachteteJürgen Kuhl (Gartenbaubetrieb Kuhl , 50389 Wesseling-Keldenich (gartenbau.kuhl@netcologne.de ), Vermarkter auf dem Blumengroßmarkt Köln. „Im Vergleich zu den Vorjahren lässt sich jedoch ein Trend hin zu Genusspflanzen erkennen, in diesem Jahr wurden Tomatenpflanzen gut nachgefragt.

Auch Produkte wie etwaPhysalis - Chili- oder Süßkartoffel-Pflanzen gingen gut weg. Naschgemüse wie Zuckererbsen wurden auch gefragt.

Im Bereich Kräuter im Topf waren eher die Standardprodukte wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Dill nachgefragt. Besonders stecklingvermehrtes Basilikum, das auch im Freien eine Überlebenschance hat und zudem noch prima als Bienennahrung dient, lief “, berichtet Kuhl. „Hier kommt die Pestizid-Freiheit bei Kräutern besonders zum Tragen.

Besonderheiten und Raritäten wie beispielsweise Waldmeister, Fruchtsalbei-Arten oder Kreta-Majoran taten sich in diesem Jahr schwer, die Gartenliebhaber ließen uns auch die bescheidene Witterung spüren“, mutmaßt Kuhl. „Auch beim Minze-Sortiment mussten starke Einbußen hingenommen werden, in diesem Frühsommer gab es leider nun mal kein Cocktail-Wetter.“

Aber: Jede Pflanze muss bienenfreundlich sein. „Beim Verbraucher scheint dieses Thema angekommen zu sein“, erzählt Kuhl. „Ein Renner waren auch die Samentütchen der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB), die zum Selbstkostenpreis an unsere Kunden weitergegeben wurden. Damit haben die Pflanzenhändler ein preiswertes Give-away für ihre Kunden im Endverkauf.“

Dauerrenner: Hugominze

Frische Gewürze und Kräuter liegen schon seit Jahren im Trend und das Kochen zuhause ist „in“. Dadurch bleibt auch das Thema Naschgemüse und Kräuter wichtig. „In der vergangenen Saison konnten wir einen Zuwachs im Kräuterbereich von zwölf Prozent verzeichnen, zeigtThomas Gebert , vonGebr. Gebert Pflanzenhandel & Transport (81929 München,www.gebert-pflanzen.de ) auf, der unter anderem auf dem Blumengroßmarkt in München seine Ware vermarktet.

„Vor allem im ‚fresh & go‘-Bereich haben wir Zuwachs beobachtet. Hierbei handelt es sich um ein 6er-Tragetray, welches je nach Wunsch zu Fisch- oder Fleischgerichten gemischt wird. Im Fleisch-Mix darf natürlich ein Gewürz wir Rosmarin oder Thymian nicht fehlen. Beim Fisch-Mix ist Zitronenthymian oder Koriander ein Muss“, berichtet Gebert. Der Dauerrenner ist und bleibt die ‚Hugominze‘.

Ebenfalls Zuwächse in diesem Jahr können wir bei Naschgemüse verzeichnen. Hierbei vor allem bei Chili scharf und extra scharf.“

Der Fachhandel lege großen Wert auf Nachhaltigkeit, sieht Gebert. „Da Kräuter, Gewürze und Naschgemüse zu den Artikeln gehören, die der Endverbraucher direkt konsumieren kann, sind Nachhaltigkeit, ein lückenloses Rückstandsmonitoring, die Zertifizierung und die Umweltfreundlichkeit unerlässlich. Für uns als Großhändler bedeutet die Nachhaltigkeit die traditionelle und qualitativ hochwertige sowie kontrollierte Produktion. Wir lassen unsere Waren in Italien produzieren, um von dem natürlichen Wachstum unter sehr guten Klimaverhältnissen profitieren zu können.“

Palette mit acht verschiedenen Kräuter-Sorten im Angebot bei Gebr. Gebert.


Der Fachhandel legt bei Genusspflanzen großen Wert auf Nachhaltigkeit.


Zuwachs verzeichnete Gebert vor allem bei Chili scharf und extra scharf.


Fotos (3): Gebert

Renner Gemüsepflanzen im 12er

„Naschgemüse gehört beiLandgard zu den Top-Artikeln, sowohl im Fachhandel als auch in den Vertriebsbereichen des DIY. Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen: In diesem Segment konnten wir Umsatzzuwächse von über 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreichen,“ zeigtDirk Bader , Generalbevollmächtigter Blumen & Pflanzen bei Landgard (www.landgard.de ) auf.

„Stärkste Monate sind April und Mai gewesen. Ebenfalls zugenommen hat das Geschäft mit Kräutern, von beliebten italienischen Sorten bis hin zu Klassikern wie Petersilie oder Schnittlauch. Der Fachhandel fragt zunehmend auch nach ausgefallenen Spezialitäten aus dem Kräutersegment. Renner bei Landgard waren und sind Gemüsepflanzen im 12cm-Topf, von Tomatenpflanzen in verschiedenen Variationen über Paprika bis hin zu Minioder Schlangengurken.

In diesem Bereich konnten wir dort die größten Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Als besonderen Service haben wir unseren Kunden mit dem Konzept ,Candybar von Volmary‘ in diesem Jahr außerdem passend zu verschiedenen Gemüsepflanzen auch Exemplare mit süß schmeckenden, reifen Früchten angeboten. So kann der Fachhandel für seine Kunden auf Wunsch gleich passende Verkostungen zu den angebotenen Naschgemüsepflanzen durchführen.

Zum Erfolg des Produktsegments Kräuter haben definitiv die Landgard-Marken Eataliano mit italienischen Kräuterklassikern und die dazu gehörende eigene Bio-Marke Eataliano biologico beigetragen, die wir in diesem Jahr in den Verkauf gebracht haben. Generell lässt sich beobachten, dass die Nachfrage nach Bio-Produkten auch im Kräuterbereich weiterhin steigt. Daher werden wir dieses Produktsegment sukzessive ausbauen“, unterstreicht Bader.

„Weniger gefragt war in diesem Jahr Balkongemüse im 19cm-Topf. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Mai witterungsbedingt sehr schwach war und wir kein passendes Balkonwetter hatten.

Stärkste Artikel waren bei Landgard Gemüsepflanzen im 12cm-Topf. Beispielsweise Salate, Kohlsorten, Porree, Sellerie liefen auch als Erdpressballen in einer Schale mit neun Pflanzen sehr gut.

Generell lässt sich feststellen: Je kleiner die Abpackung mit verschiedenen Sorten ist, desto interessanter ist das Produkt für den Endverbraucher. Auch Gemüsepflanzen mit Früchten erfreuen sich als fertiges Produkt immer größerer Beliebtheit.

Im Rahmen unserer Landgard-Nachhaltigkeitsstrategie haben wir uns in dieser Saison außerdem mit großem Engagement auf Produktionsseite und Aufklärungsarbeit beim Endverbraucher dem Thema ‚Reduktion des Kunststoffeinsatzes‘ gewidmet. Hierbei handelt es sich um eines der zahlreichen nachhaltigen Themen bei Landgard, das für unsere Erzeugergenossenschaft jedoch sehr hohe Priorität genießt.

Dazu haben wir in dieser Saison in einem ersten Versuch Gemüsepflanzen im Papiertopf kultiviert, der direkt mit eingepflanzt werden kann. Das stieß bei Kunden und Verbrauchern gleichermaßen auf großes Interesse.“
Mehr zu Nachgefragt: Trends beim Gemüsepflanzen-Einkauf und -Logistik lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben vom TASPO GartenMarkt

Die Autorin

Therese Backhaus-Cysyk, freie Fachjournalistin, Dipl.-Ing. Gartenbau, erkundigte sich nach den bisherigen Saisonergebnissen