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RENNSPORT: Girlpower rockt…


GRIP - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 26.07.2019

Charme-Offensive am Nürburgring: Beim größten deutschen Autorennen ging mit „Girls Only“ ein reines Damenteam an den Start. Die Ladies hatten allerdings mit einigen Nackenschlägen zu kämpfen


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Bildquelle: GRIP, Ausgabe 6/2019

Publikumsliebling Girls only-Team mit der Startnummer 89 absolvierte trotz Panne 98 sauschnelle Runden und erreichte das Ziel


Sie gilt als längste und schwierigste Strecke der Welt und ist mit ihren vielen Tücken für viele die Krönung ihrer sportlichen Karriere: die 24h-Challenge am Nürburgring.
In diesem Jahr stellten sich 155 Teams in 24 Wertungsklassen dem Kampf um die Bestzeiten. Mittendrin: ein komplett (!) ...

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Sie gilt als längste und schwierigste Strecke der Welt und ist mit ihren vielen Tücken für viele die Krönung ihrer sportlichen Karriere: die 24h-Challenge am Nürburgring.
In diesem Jahr stellten sich 155 Teams in 24 Wertungsklassen dem Kampf um die Bestzeiten. Mittendrin: ein komplett (!) weiblich besetztes Team mit einem Golf GTI TCR. Beim 20-köpfi gen „Girls Only“ Rennteam, Giti Tire Motorsport by WS Racing“ ist alles anders. Jede einzelne Position hat eine Frau inne, angefangen von den Fahrerinnen bis zur Teamchefi n.
Einzige Ausnahme: Statt der üblichen Grid-Girls stehen ihnen zwei Grid-Boys zur Seite. Für den Einsatz der Girls zeichnet WS Racing verantwortlich. Die Rennprofi s aus dem Saarland verfügen seit 25 Jahren über eine Menge Erfahrung im Tourenwagen- und GT-Sport. Neben dem Einsatz eigener Rennwagen hat sich die Mannschaft aus Trierweiler auf die Betreuung und Ent- wicklung von Kundenfahrzeugen spezialisiert. Die Geschäftsführer Thorsten Willems und Thomas Rehlinger hatten schon länger die Idee, ein reines Frauenteam beim 24-h-Rennen auf dem Nürburgring an den Start zu bringen. Bis Nicole Willems, Ehefrau des Teamchefs, endlich Nägel mit Köpfen machte und ihr Team über einen Social-Media- Aufruf höchstpersönlich zusammenstellte.

„Liebling, da bist du raus“, meinte sie selbstbewusst und brachte die geballte Frauenpower auf den Punkt. Fahrerinnen mit Rennlizenzen konnten sich ebenso fürs Casting melden wie Mechanikerinnen, Mechatronikerinnen, Ingenieurinnen und Helferinnen. In einem Auswahlverfahren wurden die bisherigen Erfahrungen abgefragt. Die Auserwählten sollten anschließend eine professionelle Schulung erhalten und in fünf Qualifi kationsrennen systematisch für das 24-Stunden-Wochenende aufgebaut werden.

Da sitzt jeder Handgriff. Das Supportteam vereint hochmotivierte Mechanikerinnen, Ingenieurinnen und Studentinnen


„Reine Frauenteams sind nicht neu“, meint die taffe Teamchefi n, „WS Racing hat das aber konsequent weitergedacht und ein konkurrenzfähiges Frauenteam im und außerhalb des Cockpits auf die Beine gestellt. Motorsport muss keine reine Männerdomäne sein.“ Die Top Drei wurden schließlich Jasmin Preisig (27) aus der Schweiz, die bereits zahlreiche Erfolge in der VLN einfahren konnte, Carrie Schreiner (20) aus Völklingen, DMV GTC Meisterin der GT3-Klasse und Lamborghini Super Trofeo Middle East Champion, sowie Ronja Assmann (23) aus Baruth, die Erfahrung mit GT4 und GT3 Cup Fahrzeugen hat.
Arbeitsgerät: ein von WS Racing eigens angeschaffter neuer VW Golf GTI TCR. Mit Giti Tire als Hauptpartner, VW als Kommunikations- Partner und speziell auf die Bedürfnisse des Teams zugeschnittene Motorsporträder von ATS ging das ehrgeizige Projekt mit den drei Pilotinnen auf die Zielgerade. Mit dem 350 PS starken Boliden können die Damen zwar nicht mit den Top-Teams um den Gesamttitel kämpfen, da ihr gelb-schwarzer Racer von der Leistung her deutlich unterlegen ist. Das Ziel war, erst einmal anzukommen und das - wenn möglich – möglichst weit vorne. Die Ladies traten in der Klasse SP3T für Rennwagen von 1.600 bis 2.000 ccm sowie Turboaufl adung an. Leicht hat es die „grüne Hölle dem Team „Girls Only“ nicht gemacht.
Bereits in der ersten Stunde sorgte ein Fremdkörper auf der Strecke erst für einen Kühler- und darauf für einen Motorschaden. Für die Mechanikerinnen begann ein Marathon mit Motorwechsel, Austausch des Turbo-Aggregats und Wechsel der Steuereinheit. Was bedeutete: 14 Stunden unfreiwillig Pause, so lange dauerte es, den kapitalen Schaden zu beheben. Mit Sonnenaufgang am Sonntag fuhr der Golf endlich wieder zurück auf den 25,4 km langen Kurs. Devise: Hauptsache ins Ziel kommen! Abwechselnd mit Carrie und Ronja prügelte Jasmin den Golf mit der Startnr.

Audi GT4 von WS Racing: Bei Nr. 53 kurbelt ein männliches Team am Lenkrad. Ebenfalls erfolgreich


89 im Parforceritt durch die grüne Hölle. Auf insgesamt 98 Runden kam das Girls Only- Team, ehe das Rennen mit der Zieleinfahrt beendet wurde, ihre beste Rundenzeit lag bei 9:22,981 Minuten. Für die Wertung reichte die gefahrene Strecke zwar nicht aus, doch es ging den Rennsportlerinnen nach den ganzen Widrigkeiten ums Ankommen, der Sieg war ohnehin außer Reichweite. Begeisterte Fans und ungläubige Zuschauer an der Strecke begleiteten den Auftritt der Damen mit großem Interesse, im Fahrerlager herrschte rund um die Box des Frauenteams enormer Rummel. Zu Recht: Weltweit ist „Girls Only“ eines der ersten kompletten Frauenteams im Motorsport. Der Start bei den 24 Stunden am Nürburgring gilt als eine der prestigeträchtigsten Herausforderungen in der Rennsportwelt. Und mit dem Sieg bekommen die Mädels das auch noch hin. Logo.

Zickenkrieg gibts woanders. Im Girls- Only-Team zählen Spaß, Ehrgeiz und die sportliche Herausforderung. Die Platzierung ist zweitrangig, Hauptsache: ins Ziel kommen


Fotos: WS-Racing, Michael Summerer, Volkswagen AG / Wolfgang Wilde