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RENTE mit 63 – so klappt’s sicher!


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 28.02.2020

Den Absprung vorverlegen +++ Der beste Weg für jeden Fall +++ Wie Sie Abschläge vermeiden


Ratgeber

Immer mehr von uns wollen viel früher DEM CHEF BYE-BYE SAGEN – hier die Top-Tipps für Ihre Ansprüche und Finanzen

Tatsächlich verabschieden sich jedes Jahr mehr Deutsche vorzeitig in den Ruhestand – ohne Abschläge. Entscheidend sind nicht nu.rentenbeitragsjahre und Erziehungszeiten. Auch Altersteilzeit, Vorruhestand und Einmalzahlungen können sich lohnen. Das müssen Sie wissen, um schon lange vor 67 das Rentnerleben zu genießen.

Das gibt’s ab 35 Versicherungsjahren

In diesem Jahr können all jene mit 63 in ...

Artikelbild für den Artikel "RENTE mit 63 – so klappt’s sicher!" aus der Ausgabe 10/2020 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 10/2020

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... Rente gehen, die 1957 geboren wurden – und auf mindestens 35 Versicherungsjahre kommen. Das geht aber nur, wenn auch finanzielle Einbußen hingenommen werden. Wie groß die ausfallen, hängt ab vom Geburtsjahr und Renteneintrittsalter. Trotzdem gehen viele früher – und das kann sich sogar rechnen: Wer drei Jahre vor der regulären Altersrente Frührente bezieht, muss mit einem Abschlag von 10,8 Prozent rechnen. Zusätzlich reduziert sich die Rente um die fehlenden drei Beitragsjahre. Beispiel: Wer regulär Anspruch auf 1.000 Euro brutto Rente hätte, bekäme bei einem drei Jahre früheren Rentenbeginn netto rund 715 Euro. Hätte er bis zu.regulären Altersrente gewartet, wäre der Betrag 175 Euro monatlich höher ausgefallen (890 Euro; nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung). Allerdings erfolgen in den drei Jahren der Frührente bereits Rentenzahlungen. „Bis der Betrag von 25.730 Euro (36 x 715 Euro) durch die um 175 Euro höhere Rente aufgebraucht wäre, dauert es rund 12 Jahre”, erklärt Expertin Katja Braubach.

0,3 % wird die Rente für jeden Monat gekürzt, den man früher aufhört zu arbeiten (also 3,6% im Jahr)

So gehen Sie mit weniger als 35 Versicherungsjahren in Rente

Männer werden in Deutschland durchschnittlich über 78 Jahren alt, Frauen sogar über 83. Deshalb steigt die Grenze für den Renteneinstieg seit 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Ab Jahrgang 1964 ist dann für alle Pflichtversicherten die Rente mit 67 bindend. Erstmals betrifft sie Neurentner im Jahr 2031. Allerdings wünscht sich einer Umfrage zufolge eine Mehrheit der Deutschen eine Rente mit 58. Wie realistisch ist das?

Über Umwege schon mit 58 aufhören

Für Normalverdiener ist es finanziell fast unmöglich, mit 58 aufzuhören zu arbeiten. „Wer keine 35 Versicherungsjahre nachweist, kann erst zu.regulären Renteneintrittsalter eine Altersrente erhalten”, sagt Expertin Katja Braubach. Die Jahre bis dahin müssen aus eigenen Mitteln gezahlt werden. Aber: Wer nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann, darf vorzeitig in Ruhestand und eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Ab 55 gibt es zudem die Möglichkeit einer Altersteilzeit – fragen Sie im Betrieb nach. Das gilt auch für eine Vorruhestandsregelung. Das Einkommen ab 58 bis zu.renteneintritt zahlt der Arbeitgeber, es ist aber eine freiwillige Leistung. Vorteil: Sie zahlen davon weiterhin Rentenbeiträge, die Ihre Altersrente erhöhen.

30 % der Babyboomer planen schon mit 60 Jahren den Eintritt in den Ruhestand

GUTE LAUNE Früher in Rente ohne allzu große Abzüge? Da kann man es schon mal krachen lassen!


Kühles Rechnen lohnt sich

Kürzungen durch einen früheren Renteneintritt lassen sich aber ausgleichen – mittels freiwilliger Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, entweder als Einmalbetrag oder gestreckt über einen längeren Zeitraum. Letzteres ist sinnvoll, weil „Altersvorsorgeaufwendungen” steuerlich absetzbar sind. Eine weitere Möglichkeit: Bis zu 6.300 Euro im Jahr können zur Frührente hinzuverdient werden, ohne Auswirkungen auf die Rente (z. B. mit einem Minijob).

UNSERE EXPERTIN

Katja Braubach von der Deutschen Rentenversicherung Bund

Wie Sie auf 45 Pflichtbeitragsjahre kommen

Wer 45 Pflichtbeitragsjahre in der Rentenversicherung vorweisen kann, darf als „besonders langjährig Versicherter” ohne Kürzungen früher in Rente. Das betrifft in diesem Jahr alle, die 1957 geboren wurden. Allerdings beginnt der Ruhestand nicht mit dem Geburtstag, sondern zehn Monate danach. Demnach verabschieden sich alle 1957 geborenen Frührentner des Jahres 2020 frühestens im November in Ruhestand. Bis September sind die Frührentner des Jahrgangs 1956 dran, die mit 63 Jahren und acht Monaten gehen dürfen. Aber es gibt einen Haken: Das Alter für die vorzeitige Rente steigt ständig, in Zwei-Monats-Schritten pro Jahr. Das heißt: 1960 Geborene dürfen erst mit 64 Jahren und 4 Monaten ohne Abschläge in Rente, sofern sie 45 Versicherungsjahre voll haben. Jahrgang 1964 sowie alle späteren sogar erst mit 65.

Alle Lücken schließen

Bei den 45 Pflichtbeitragsjahren handelt es sich aber nicht nur um die Jahre als Erwerbstätiger. Nu.rentenpflichtbeiträge von 18 Jahren müssen aus dem Arbeitsleben stammen. Dazu zählen auch die Pflege anderer Menschen sowie Wehr- und Zivildienst, Schlechtwetter- und Kurzarbeitergeld ebenso wie Übergangsgeld, Kranken- oder Verletztengeld. Die übrigen Beiträge dürfen sich aus anderen Zeiten zusammensetzen. „Unabhängig vom Geburtsjahr werden Erziehungszeiten bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes berücksichtigt”, sagt Expertin Katja Braubach. Wichtig: „Die Erziehungszeiten müssen Sie selbst beantragen, sonst zählen sie nicht zu.rente!” Auch sogenannte Entgeltersatzleistungen wie etwa Arbeitslosengeld werden berücksichtigt, wenn es sich um Pflichtbeitragsoder Anrechnungszeiten handelt. Das gilt allerdings nicht für Arbeitslosenhilfe oder ALG II. Einen Sonderfall stellen Ersatzzeiten von Menschen dar, die in der DDR politisch inhaftiert waren. Diese zählen ebenfalls zur Pflichtbeitragszeit. Tipp: Lassen Sie rechtzeitig Ihr Rentenkonto klären, um eventuelle Lücken bei Ihren Zeiten oder Beiträgen zu schließen.

31 % aller Neurentner im Jahr 2018 hatten 45 Versicherungsjahre, um ohne Abschläge mit 63 in Rente zu gehen

So nutzen Rentner ihr Plus an Freizeit

ZEIT ZUR ERHOLUNG ■ Eine Umfrage zu den beliebtesten Aktivitäten ergab: Am liebsten verbringt die Generation 60plus in Deutschland ihre Freizeit vor dem Fernsehgerät. Die Hälfte der Befragten im Alter zwischen 60 und 69 Jahren gab an, dass sie mindestens einmal im Monat im Garten arbeiten. In der Gesamtbevölkerung waren es derweil etwa 37,9 Prozent.


Foto: AdobeStock, DRV Bund