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REPORT: Bewahrt das Wunder Ozean!


TV Digital unitymedia - epaper ⋅ Ausgabe 22/2019 vom 18.10.2019

Wir lieben es, und wir brauchen es zum Leben: das Meer. In einem neuen Buch kämpft TV-Star Hannes Jaenicke für besseren Schutz. Hier ist exklusiv sein Appell


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Bildquelle: TV Digital unitymedia, Ausgabe 22/2019

TV-Star Hannes Jaenicke hat mit Filmemacherin Dr. Ina Knobloch ein Buch über die Meere verfasst


Bedroht: die Korallen am Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens


TV TIPP

Terra X DOKU „Faszination Erde: Ostsee – Junges Meer am Abgrund?“ Mit Dirk Steffens
DI 5.11. 7.20 ZDF NEO

Zornig ist er, der Naturschützer. „Wir behandeln die Meere der Welt wie Messies, die zu Hause den Müll stapeln, bis sie fast darin ersticken“, sagt Hannes Jaenicke, ...

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... Schauspieler und Autor. Sein neues Buch, gemeinsam mit Umweltaktivistin und Filmemacherin Dr. Ina Knobloch verfasst, heißt „Aufschrei der Meere“ (siehe Buchtipp Seite 11). Warum es Zeit wird, den Warnruf ernst zu nehmen, erklärt der 59-Jährige hier exklusiv in einer eindringlichen Liebeserklärung an die Ozeane:

Die Gewässer bedecken zwei Drittel unseres Planeten. Sie sind die blaue Lunge der Erde, produzieren mehr Sauerstoff als alle Kontinente zusammen. Und sie stecken voller Wunder. Die Korallenriffe sind eines davon. Es gibt keinen vergleichbaren Lebensraum. Dieses Ökosystem schützt die Kinderstube unzähliger Meeresbewohner, der Clownfische etwa, die zwischen Zweigen vor gefräßigen Feinden ein Versteck und jede Menge Nahrung finden. Doch Korallenriffe reagieren bereits auf leichte Berührungen, etwa von Tauchern, und auf kleine Umweltveränderungen und leiden schon jetzt unter der Klimaerwärmung. Denn Algen, Sauerstoffspender und Farbgeber der Korallen, fangen bereits bei geringem Temperaturanstieg an, Gifte zu produzieren. Die Folge: Sie werden von den Korallen abgestoßen. Ohne Algen aber stirbt die Koralle, bleicht aus – und erstickt.

Bedroht: die Korallen am Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens


40 Prozent der weltweitenKorallenriffe sind in den letzten 30 Jahren verschwunden


Geschützt: Die Jagd auf Pottwale ist seit 1981 verboten

Trügerisch: An der Wasseroberfläche lässt sich nicht immer erkennen, dass der Ozean die größte Müllkippe der Welt ist

Wasser ist das schönste Element, das wir haben. Es hält uns am Leben, hält uns sauber und produziert unsere Nahrung. Und was tun wir? Wir verpesten es mit Chemikalien, Kosmetik- und Pharmaprodukten, Plastikmüll, Mikroplastik, Metallen und Düngemitteln. Ein Wunder, dass der Ozean uns immer noch so reich beschenkt. Mit Lebensnotwendigem und auch mit einzigartigen Schätzen: Bernstein, Muscheln, Perlen, Ambra, Sand, Salz. Doch das reicht uns alles nicht. Wir weiden den Ozean regelrecht aus: Überfischung, Bodenschätze, Erdöl, Erdgas. Darüber hinaus werden Seepferdchen, Haie, Wale, Delfine und sonstige Meereswesen gejagt, weil sie etwa als vermeintliche Potenzmittel oder als Showtiere Profit bringen. Verheerende Konsequenz: Viele Arten wurden bereits ausgelöscht, andere werden verschwinden. Die Balance im maritimen Ökosystem könnte kippen.

Sehnsuchtsort und weltgrößtes Ökosystem

Das wäre bedrohlich, denn das Meer bildet einen der faszinierendsten Kreisläufe der Natur, hat so jahrtausendelang auf nachhaltige Weise viele Kreaturen ernährt: Menschen ebenso wie Meeressäuger, große Raubfische, Bären oder Raubvögel. Die Mechanismen des Ökokreislaufs sind bisher kaum erforscht. In Zeiten des Klimawandels erkennt die Wissenschaft aber, dass es lebenswichtig ist, Prozesse im Meer besser zu verstehen. Australische Forscher entdeckten etwa jüngst, dass der Kot von Walen zur Rettung des Klimas beitragen kann: Die Exkremente sorgen für rasche Algenvermehrung und so für die Bindung von Kohlenstoff. Ein einziger Pottwal kann laut den Forschern den Abbau von rund 400.000 Tonnen CO2 bewirken.

Als weiterer Liebling der Wissenschaftler gilt der Blauwal, ein wahrer Gigant. Seine Zunge wiegt mehr als ein Elefant, sein Herz ist größer als ein Auto. Er wird bis zu 33 Meter lang und 200 Tonnen schwer. Und er ernährt sich nur von winzigen Meeresbewohnern: Plankton, Algen. Und Krill – davon bis zu 3,5 Tonnen am Tag. So sorgt der Blauwal für Balance in den Lebensräumen, säubert und selektiert. Wie fast alle Bewohner der Meere – die Riesen wie die Winzlinge. Selbst die kleinen Krillkrebse spielen eine zentrale Rolle für das Ökosystem: Sie wirken als „biologische Pumpe“ und Kohlenstofffixierer. Sie fressen Algen, spucken aber einen Großteil ihrer Nahrung wieder aus, der dann auf den Boden des Ozeans sinkt. Dem Meer wird durch diesen Vorgang schädliches Kohlendioxid entzogen, das zuvor in den Algen enthalten war. So bleibt das klimagefährliche Gas über Jahrhunderte gebunden.


12 bis 15 Millionen Tonnen Plastikmüll werden jedes Jahr im Meer entsorgt


BUCHTIPP Hannes Jaenicke, Dr. Ina Knobloch: Aufschrei der Meere Ullstein, 320 S., 19,99 €


Viele Menschen haben Angst vor der Tiefe der Unterwasserwelt und ihren oft nicht sichtbaren Bewohnern. Wovor sie viel eher Angst haben sollten, ist der Schaden, den wir dem Lebensraum, den wir am meisten lieben, dauerhaft zufügen, wenn der Meeresspiegel ungebremst weiter steigt und wir aus dem wichtigsten Sauerstoff- und Proteinlieferanten unseres Planeten endgültig eine Müllkloake gemacht haben.

Jedes Jahr werden schätzungsweise zwölf bis 15 Millionen Tonnen Plastikabfälle ins Meer gespült oder dort entsorgt. Sogar im Marianengraben, dem tiefsten Punkt unseres Planeten, entdeckte ein US-Forscher Plastikmüll. Eigentlich suchte er mit einem Spezial-U-Boot nach mysteriösen Lebewesen, die in fast 11.000 Meter Tiefe überleben können. Die fand er nicht.

Die Wunderkräfte der Meeresgiganten

Dass es noch einigermaßen gesundes Leben im Ozean gibt, mag auch an der Widerstandskraft mancher Meerestiere liegen.

Haie etwa haben das stärkste Immunsystem der Natur: Wenn sie einen Zahn verlieren, ist der nach vier Wochen in voller Größe nachgewachsen. Beim Weißen Hai entdeckten Forscher aus Florida jetzt ein Gen für einen Reparaturmechanismus, der dafür sorgt, dass veränderte Zellen rasch entfernt werden.

Doch wie alle Wunder der Natur ist das Meer ein hochkomplexes System und nur begrenzt immun gegen schädliche Einflüsse. Deshalb: Mehr Respekt, bitte! Respekt vor dem größten Lebensraum der Erde!

Respekt vor jedem Lebewesen, das am, im und vom Ozean lebt! Wir entscheiden, ob die Zukunft unserer Gewässer düster aussieht und trübe. Oder rosig, also blau, türkis und klar.


FOTOS: S. 8–9: DOUWMA/GETTY IMAGES (GR.), STEPHAN WERNER, DIRSCHERL/DPA PICTURE-ALLIANCE; S. 10: ALAMY, RUEGNER/GETTY IMAGES, ABDULRAHEEM/GUILLEM/SHUTTERSTOCK (2)