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REPORT DER WOCHE: AB ZOCKE mit überteuertem : Technik-Ramsch


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 24.05.2019

Pay-TV gratis, schnelles Internet, sensationelle Drohne: Penetrante Werbung lockt indubiose Online-Shops. Was steckt dahinter?


Artikelbild für den Artikel "REPORT DER WOCHE: AB ZOCKE mit überteuertem : Technik-Ramsch" aus der Ausgabe 12/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

DAS THEMA INACHTUNG ABZOCKE

Peter Giesel fühlt in seiner Sendung „Achtung Abzocke“ auf Kabel eins unseriösen Reiseanbietern, ReparaturDienstleistern und Vermietern auf den Zahn. Zum Thema „TV Radius“ sprach Peter Giesel mit der Redaktion COMPUTER BILD, die entsprechende Sendung finden Sie noch in der Mediathek.

Fotos: Kabel eins, iStock

Mit einem geradezu wundersamen Mediaplayer fing es vor zwei Jahren an: Der TV Frog sollte Schluss machen mit teurem Kabel-TV, mit Pay- TV-Abos ...

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... von Sky und anderen Anbietern und sogar beliebte Serien von Netflix und anderen Streaming- Anbietern auf den Bildschirm bringen. Und das alles gratis, ohne laufende Gebühren! Entsprechend großspurige Werbung fand sich auf großen Internetseiten, auch bei Computerbild.de.

COMPUTER BILD kaufte den TV Frog und testete ihn. Das Ergebnis: Der TV Frog ist ein billiger Android- Multimedia-Player. Damit ähnelt er dem Amazon Fire TV, nur mit deutlich langsamerem Prozessor und weit weniger ausgereifter Software. Die Gratis-Filme sollte die beliebte Kodi-App liefern, die auf dem TV Frog installiert ist. Illegale Erweiterungen („Add-ons“) dieser Mediaplayer- App enthalten tatsächlich Links zu Streams etwa von FußballÜbertragungen oder Spielfilmen.

Aber längst nicht alle Links funktionierten im Test. Und vollständig ist die Liste bei Weitem nicht, Nutzer finden nur eine schmale Auswahl dessen, was Sky, Netflix und andere anbieten. Gezielt eine bestimmte Bundesliga-Partie oder TV-Serie anschauen? Fehlanzeige, genauso wie durch die Programme zappen. Dafür waren selbst die 80 Euro für den TV Frog viel zu teuer, ein Fire TV kostet als Stick schließlich nur 40 Euro. No-Name-Android-Player sind im Zweifel noch billiger, aber eher Beschäftigungstherapie als Entertainment- Hardware.

Gute Werbung für Billigware

Inzwischen ist die Kiste vom Markt verschwunden, der Anbieter aber weiter aktiv. So verkauft der Händler FreeSeeTV zum Beispiel „TV Radius“. Wieder geht’s um Gratis-TV und Kabel-TV, ohne Gebühren zahlen zu müssen – siehe Seite 21. Der Anbieter hat längst weitere Produkte am Start: einen Wunderheiler für Smartphone-Akkus etwa, der sich bei näherer Betrachtung als Drahtlos-Ladeset herausstellt, und einen WLAN-Repeater. Auch diese Produkte versprechen Lösungen für weit verbreitete Probleme. Die Werbemasche ist stets die gleiche: Die Online-Werbung greift solche Themen mit guten Überschriften und vollmundigen Versprechen auf wie „Der WLAN-Trick der Profis: Nie wieder langsames Internet!“ Ein Mausklick auf die Werbung führt auf Webseiten, die wie Technik-Blogs mit einem Testbereich aussehen. Die bejubeln die Produkte und verweisen auf Berichte in anderen Zeitungen. Doch auch diese Berichte halten keiner kritischen Betrachtung stand. Die angeblichen Testberichte enthalten keinerlei Links auf andere Quellen. Ein Klick etwa auf das Logo des „Wall Street Magazine“, das angeblich ebenfalls über das beworbene Gadget berichtet hat, führt ins Leere. Klar, der Schriftzug ähnelt nur zufällig dem des renommierten „Wall Street Journal“. Andere Links führen zu offenkundig hastig zusammengeschusterten Pseudo-Nachrichtenseiten, die wenig vertrauenerweckend wirken.

Die Shops sehen alle gleich aus

Am Ende der Jubelberichte wartet stets ein auffälliger Link-Button, der gleich in den passenden Online- Shop führt. Kurios: Oft bieten die Shops nur jeweils dieses eine Produkt an. Da gibt es dann eben nur die tolle Antenne. Oder eine sensationelle Drohne. Packt der Nutzer das angebotene Produkt in den Warenkorb, unterbreitet der Anbieter im nächsten Bestellschritt weitere Angebote von zweifelhaftem Nutzen (siehe links). Weil die Shops alle nach dem gleichen Muster funktionieren, sehen sie sich auffällig ähnlich. Der Antennen-Verkäufer etwa bietet in einem zweiten Shop den WLAN-Repeater Super Boost WiFi an (siehe Seite 23).

Weil all diese Shops offenkundig unseriös sind oder Kunden sogar betrügen wollen, versuchte Computerbild. de, die Werbung abzulehnen. Das ist aber alles andere als einfach, weil solche Werbung auf Internetseiten wie Cobi.de oder Spiegel Online automatisch unter anderem über Google gebucht und ausgespielt wird. So lässt sich die Werbung oft erst im Nachhinein entfernen – ein Kampf gegen Windmühlen.

Um zu klären, ob ein Shop seriös ist, sollten Kunden immer ins Impressum schauen. So gibt der Antennen- Shop eine Service-Adresse in den Niederlanden an. Im Impressum steht außerdem eine Firmenadresse in London. Über Google Maps und Google Street View lässt sich schnell herausfinden, dass dort ein Paket-Shop ansässig ist.

Die Spur führt nach Hongkong

Wer weiterklickt und tiefer bohrt, findet als eigentlichen Anbieter der Antenne und weiterer Produkte die Firma Strong Current Enterprises in Hongkong. Die Adressen der Shops sind über die ganze Welt verteilt, Spanien ist genauso vertreten wie die USA und China, oft finden sich unter den Adressen Bürogebäude oder Postämter.

Diese Art der Werbung und der Shops bedeutet nicht automatisch, dass die Verkäufer unseriös sind oder ihre Produkte schlecht. Gibt’s darunter doch noch tolle Schnäppchen? Auf den nächsten Seiten können Sie sich selbst ein Bild davon machen, denn COMPUTER BILD hat einige Produkte anonym bestellt und getestet.

Generell sollten Sie mindestens misstrauisch sein, wenn ein Ihnen bislang unbekannter Shop ein einziges Produkt zu einem sensationellen Preis offeriert. Im schlechtesten Fall kommt die bestellte Ware nie an. Dann stehen die Chancen zwar gut, das Geld über PayPal oder die Kreditkartenfirma zurückzubekommen, der Aufwand ist aber lästig.

Ärgerlicher ist es, wenn sich das bestellte Produkt als überteuerter Tinnef entpuppt. COMPUTER BILD ist es zwar gelungen, ein gekauftes Produkt zurückzuschicken und den Kaufpreis zurückzubekommen. Darauf verlassen sollte sich aber kein Käufer, wenn der Händler in den USA oder in Hongkong sitzt.

Reibach mit Ramsch?

Vermutlich kalkulieren die Anbieter damit, dass kaum ein Käufer reklamiert – schließlich lohnt sich der Aufwand bei Produkten für unter 100 Euro kaum. So lässt sich mit Billigprodukten ordentlich Reibach machen. Denn der Aufwand der Shop-Betreiber ist minimal – dem Internet sei Dank.[cdl]

FAZIT

Egal wie gut die Werbung gemacht ist und wie spannend die angebotenen Produkte aussehen: Schauen Sie sich den Anbieter ganz genau an! Prüfen Sie Kontaktadressen und Impressum, googeln Sie Firmennamen und angebliche NutzerBilder – lieber fünf Minuten recherchieren als sinnlos Geld verpulvern! Oder Sie beschränken sich auf Einkäufe bei bekannten Anbietern mit deutschem Standort.

Angeblich begeisterte Kunden: Die NutzerKommentare in den Shops sind offensichtlich erfunden.


Wer Google mit einem angeblichen NutzerFoto füttert, findet oft unterschiedliche Namen zum gleichen Gesicht.


Kostenlos RTL, ProSieben, Vox und Kabel eins per Antenne empfangen? Geht per Antenne nur in HD und kostet. Auch der angebliche Erfolg in einer „LöwenShow“ ist offenbar frei erfunden.


Wieder die LöwenShow, diesmal geht’s allerdings um Einlegesohlen. Und zufällig äußern wieder genau dieselben Kunden ihre Begeisterung.


DIE DREISTEN MASCHEN DER VERKÄUFER

Druck aufbauen
Angeblich sind die Angebote nur begrenzte Zeit verfügbar. Das setzt Käufer unter Druck, erweist sich aber schnell als Quatsch – Tage später verkünden die Shops das Gleiche.

Mengenrabatt
Haben die Shops einen Kunden am Haken, drängen sie ihn zum Kauf von mehreren Exemplaren des beworbenen Produkts. Dann gibt’s zwar Rabatt, der Technik-Ramsch ist aber selbst dann noch zu teuer.

Weitere Produkte
Wer einen WLAN-Repeater kauft, kann bestimmt auch einen Reise-Router gebrauchen. Nein? Der Nein-danke-Link ist klein und hellgrau ganz unten auf der Seite versteckt.