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Report: Geschieden, zwei Haushalte – wie fröhlich werden da die Feiertage?


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 51/2018 vom 12.12.2018

Wenn Ninas Familie zusammen feiert, muss sie extra ein Ferienhaus mieten. Jutta dagegen teilt sich die Zeit mit ihrem Ex-Mann …


Artikelbild für den Artikel "Report: Geschieden, zwei Haushalte – wie fröhlich werden da die Feiertage?" aus der Ausgabe 51/2018 von Lisa. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lisa, Ausgabe 51/2018

Nesthäkchen Mara hat ein Küsschen an seine Mama Jutta zu verschenken


„Das Hin und Her kostet Kraft – aber für die Kids ist es den Stress wert“


Die ältere Tochter Ida wirft sich in die Arme ihres Papas


Die Mädchen sind immer ganz heiß auf Weihnachten, sobald überall die Lichterketten hängen und die Weihnachtsmärkte öffnen“, erzählt Jutta F.* (37) im Gespräch mitLISA. Für ihre Töchter Mara (4) und Ida (6) nimmt sie einiges in Kauf – denn seit drei Jahren ist Jutta von Ralf (40), ...

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Die Mädchen sind immer ganz heiß auf Weihnachten, sobald überall die Lichterketten hängen und die Weihnachtsmärkte öffnen“, erzählt Jutta F.* (37) im Gespräch mitLISA. Für ihre Töchter Mara (4) und Ida (6) nimmt sie einiges in Kauf – denn seit drei Jahren ist Jutta von Ralf (40), dem Vater der Kinder, geschieden. „Die Trennung war nicht sonderlich harmonisch. Er hat mich monatelang betrogen und lebt jetzt mit seiner damaligen Affäre in einer neuen Beziehung“, so Jutta. „Am liebsten würde ich ihn überhaupt nicht mehr sehen, so sehr hat mich sein Verhalten verletzt. Aber für Mara und Ida ist er weiterhin der Papa.“

Ihr Herz bricht ein wenig Weihnachten ist seit der Scheidung für Jutta ein zweischneidiges Schwert – auf der einen Seite die pure Freude ihrer Kinder, der Zauber in ihren Augen, und auf der anderen Seite das Wissen, dass sie einen der wertvollen Feiertage zusammen mit der Frau verbringen, die Juttas Ehe zerstört hat.

Die Neue bleibt draußen „Es gibt immer Stress, wer welche Tage bekommt“, verrät Jutta. Ralf und ich telefonieren so wenig wie möglich, meist läuft alles über WhatsApp-Nachrichten. Er und seine Neue wollen die Kids am liebsten immer Heiligabend und am ersten Feiertag haben. Aber für mich feiert man Heiligabend zu Hause – und das ist eben bei mir.“ Die Schwestern sollen von all dem Stress hinter den Kulissen so wenig wie möglich mitbekommen. Wenn Ralf sie abholt, begrüßt Jutta ihn freundlich an der Tür, auch wenn ihr überhaupt nicht danach zumute ist. Ihre einzige Bedingung: Seine neue Freundin muss in ihrer eigenen Wohnung warten. „Wenn die Kinder fragen, warum Jessica nicht dabei ist, überlege ich mir immer eine Ausrede. Wenn sie älter sind, werde ich mit ihnen darüber sprechen. Aber jetzt sind sie noch zu klein“, weiß Jutta.

Eine Lösung muss her Zurzeit ist Jutta single, da fällt es ihr besonders schwer, ihre Mädchen gehen zu lassen. Hinzu kommt, dass die beiden oft sehr aufgekratzt sind, wenn ihr Vater sie wieder zurückbringt. „Ich glaube, dass Ralf und seine Neue den Kindern zu viele Süßigkeiten erlauben. Wir haben oft darüber gestritten, aber es ändert sich einfach nichts. Das passiert auch ständig, wenn die zwei übers Wochenende bei ihm sind. Wir müssen da wirklich eine Lösung finden – vielleicht muss ich meine Enttäuschung endlich überwinden und mit Jessica sprechen. Es geht schließlich um meine Kinder.“

Für das neue Jahr hat Jutta sich vorgenommen, über ihren Schatten zu springen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Denn sie weiß, dass das auch für ihre Töchter die beste Lösung wäre. Und jedes Mal, wenn sie das Leuchten in den Augen der Mädchen sieht, sobald Papa an der Tür steht, weiß Jutta, dass sie bisher alles richtig gemacht hat. „Meine Gefühle sind in dem Moment einfach zweitrangig“, gesteht sie. „Mara und Ida lieben ihren Papa und trotz unserer Probleme weiß ich, dass Ralf ein guter Vater ist und alles für sie tun würde.“

Nina und ihr Erstgeborener spielen zusammen im Schnee. Weihnachten ist für die Kinder wie ein Kurzurlaub


Die Zwillinge Nico und Marc mit ihrem Halbbruder Ben


„In unserer Patchwork-Familie ist Weihnachten doppelt schön“


Bei uns sind die Feiertage immer ganz schön chaotisch“, gesteht Nina D. (41). „Die Zwillinge, ich und mein neuer Partner, mein Ex und seine Frau und deren Sohn. Und dann kommen auch die Großeltern oft noch vorbei.“ Schon allein alle unter ein Dach zu bringen, ist stressig. Nina und der ganze Tross mieten jedes Jahr das Ferienhaus eines Kumpels, das Geld dafür schmeißen alle zusammen. „In unserer Wohnung wäre gar nicht genug Platz“, sagt Nina. „Und so fühlt es sich immer wie ein kleiner Urlaub an. Auch wenn es nicht immer wirklich entspannt ist.“

Freunde trotz Trennung Dass sie heute gemeinsam Weihnachten feiern können, hätten Nina und ihr Ex Christian (44) vor fünf Jahren, als sie sich scheiden ließen, nicht gedacht. „Wir hatten uns auseinandergelebt, ständig gestritten. Erst als wir wieder Abstand zueinander hatten, konnten wir uns daran erinnern, dass wir mal Freunde waren, bevor aus uns ein Paar wurde“, so Nina. „An Heiligabend setzen wir auf Teamwork: Ein Paar bespaßt die Kinder und dekoriert, die anderen kümmern sich ums Essen. Trotzdem sind wir alle heidenfroh, wenn die Kurzen später im Bett sind.“

Die Kinder sind es wert Ganz ohne Stress geht es natürlich nie. „Vorletztes Jahr haben Christian und seine Frau den Zwillingen ein Keyboard und eine Kindergitarre geschenkt. Da lagen die Nerven blank nach nur einem Abend. Mein Freund und ich waren kurz davor, die Sachen zu packen. Aber am Ende haben wir uns alle wieder beruhigt. Heute lachen wir drüber. Ich denke, wenn die Kinder später mal erwachsen sind, werden sie froh sein, dass sie so eine große, laute und manchmal peinliche Familie haben“, sagt Nina. „Darum geht es doch bei Weihnachten: Zeit mit den Menschen verbringen, die einem wichtig sind. Für die Kids ist es das einfach wert.“

Infos und Fakten:Patchwork ist eine Herausforderung

Schätzungen zufolge ist etwa jede zehnte Familie in Deutschland bunt zusammengewürfelt. Dieser Lebensstil verlangt allen Beteiligten viel ab …

*Bunter Haufen Jede Familie ist anders – und das gilt auch für Patchwork-Clans. Sie haben verschiedene Zusammensetzungen – mal bringt der neue Partner Kinder mit, mal kommt der Nachwuchs am Wochenende zu Besuch – auch die Entstehungsgeschichten sind verschieden. Daher gibt es kein Patentrezept, wie so eine Konstellation funktionieren kann.

*Die Schuldfrage An erster Stelle sollte das Wohl der Kinder stehen – sie sind die schuldlosen Dritten, wenn eine Kernfamilie zerbricht. Dennoch suchen viele Kinder den Grund für die Trennung der Eltern bei sich selbst. Hier sollten die Erwachsenen eingreifen und den Kindern vermitteln, dass sie keine Verantwortung für die Situation tragen.

*Neue Geschwister Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren haben in der Regel die größten Probleme damit, neue Partner zu akzeptieren. Sie geraten in einen Loyalitätskonflikt – den Stiefvater zu mögen, erscheint ihnen wie Verrat am „richtigen Papa“. Wichtig ist, dass der neue Partner nicht versucht, Mutter oder Vater zu ersetzen. Erfolgversprechender ist es, zunächst eine Freundschaft zum Stiefkind aufzubauen. Neue Geschwister können von den Kindern als Konkurrenz betrachtet werden. Hier gilt es, fair zu bleiben und das leibliche Kind nicht automatisch vorzuziehen.

Für Kinder ist die neue Situation oft sehr schwierig zu bewältigen


Fotos: iStock (2), Shutterstock (2)