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REPORT: Kleine Maus ganz GROSS


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 46/2018 vom 09.11.2018

Micky wird 90! Und mit ihm der Disney-Konzern. Kann er sich in Zukunft gegen Konkurrenz wie Netflix behaupten?


DAS DISNEY-IMPERIUM

Artikelbild für den Artikel "REPORT: Kleine Maus ganz GROSS" aus der Ausgabe 46/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 46/2018

DIE MAUS
Micky war eigentlich eine Notlösung. Walt Disney hatte die Rechte an der Figur Oswald verloren, einem Hasen


Am Ende muss Micky Kartoffeln schälen, doch zuvor nervt er an Bord eines Dampfers mit ohrenbetäubender Musik und rotzfrecher Renitenz. Der achtminütige Film „Steamboat Willie“ kam am 18. November 1928 in die Kinos und veränderte die Unterhaltungsbranche für immer. Es folgten viele Zeichentrickklassiker wie „Bambi“ (1942) oder „Das Dschungelbuch“ (1967) und die ...

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... berühmten Disney-Parks. Motto des bekennend konservativen Gründers Walt Disney: „Ich hoffe, wir vergessen nie, dass alles mit einer Maus begann.“

Doch 2005 half der ewige Blick zurück nicht mehr weiter. Filme wie „Der Schatzplanet“ (2002) enttäuschten künstlerisch wie finanziell, Disney galt als altbacken und lag unter den großen Filmverleihern nur noch auf Platz fünf – weit entfernt von der Frische und Frechheit des Jahres 1928. Mit dem neuen Konzernchef Bob Iger, einst Wetterfrosch beim Radio, begann jedoch eine neue Zeit: Der Mann aus Oceanside, New York, ging für Disney auf Einkaufstour: Für sieben Milliarden Dollar erwarb er 2006 die Animationsschmiede Pixar („Toy Story“), die mit originellen, visionären Filmen viel Geld verdient. Für vier Milliarden Dollar kaufte Iger 2009 Marvel, das zuletzt mit „Avengers: Infinity War“ Erfolge feierte. Weitere vier Milliarden machte er 2012 für Lucasfilm locker, dessen „Star Wars“-Neuauflagen gigantisch verdienen.

Ergebnis: Disney ist heute die unangefochtene Nummer eins der Kinoverleiher. Zeit für Muße gibt es nicht. Denn der weltgrößte Medienkonzern hat neue, starke Gegner bekommen: Streamingdienste wie Netflix (125 Millionen Abonnenten) oder Amazon Prime (100 Millionen) sowie Internetriesen wie Facebook, die jetzt selbst Inhalte entwickeln, sind die neue Gefahr.

Während die Konkurrenz eher vorsichtig taktiert, will Disney jetzt für die gewaltige Summe von 71 Milliarden US-Dollar die Fox Studios kaufen. Wenn auch die EUKommission dem Deal am 11. November zustimmt, soll ab 2019 Disneys Angebot für Kinofans noch attraktiver werden: Fox hält die Rechte an Franchises wie „Terminator“ oder „Avatar“. Zudem könnten jetzt die Marvel-Helden von Fox mit jenen von Disney vereint werden. Fans hoffen, dass Wolverine und Deadpool die Avengers aufmischen. Gespannt erwartet die Branche vor allem den Start des Streamingdiensts, der unter dem Namen Disney Play für 2019 angekündigt wird – Netflix und Co. werden damit frontal angegriffen. „Wir geben den Menschen jetzt die Möglichkeit zur Auswahl“, kommentierte Bob Iger seine Strategie gegenüber dem „Time Magazine“. Laut Gerüchten wird Disneys Streamingdienst mit sechs Dollar preiswerter sein als der von Netflix. Und das Angebot ist riesig: Sämtliche Kinofilme von Disney werden ausschließlich dort zu sehen sein, ebenso extra für den Dienst gedrehte Filme wie Remakes von „Lilo & Stitch“. Dazu Sport über die App ESPN+ und Dokus über National Geographic. Obendrein wird es die eigene „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ geben, die zeitlich zwischen Episode 6 und 7 angelegt ist. Auch einzelne Avenger-Helden wie Loki sollen eine Serie erhalten.

DER START Der erste Disney-Film „Steamboat Willie“ lief 1928. Die Maus übernahm das Steuer in der Kinobranche


DER MACHER
Walt Disney (1901 – 1966) mit seiner bekanntesten Trickfilmfigur


90 JAHRE MICKY MAUS

Disney will dabei einen Fehler vermeiden: die inflationäre Ausdehnung von Geschichten auf zu viele Staffeln. „Wir setzen nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Von, The Mandalorian‘ wird es nur eine Staffel mit acht Episoden geben“, erklärt Bob Iger. Größe ist nicht alles. Deshalb befolgt Iger bei seiner Expansion eine weitere Maxime: „Content is king“, der Inhalt ist König. Der 67-Jährige setzt auf die künstlerische Freiheit der Mitarbeiter, lässt auch Misserfolge zu.

Iger und seine Risikofreude bleiben Disney bis 2021 erhalten, danach könnte er für die Demokraten ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen. Vom Wetterfrosch zum Präsidenten – das wäre ein wahres Märchen à la Disney.


FOTOS: DISNEY (5), GUTMAN/ABC, LEGO/DISNEY, DISNEYLAND PARIS