Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 2 Min.

Report: Mobbing – schon jeder 6. Schüler ist Opfer: Seelenqual im Klassen zimmer


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 20.02.2019

An einer Berliner Schule soll ein elfjähriges Mädchen von ihren Mitschülern in den Selbstmord getrieben worden sein. Schockierend! Doch der Psychoterror in deutschen Klassenzimmern ist real. InLISA sprechen Opfer, Täter, Eltern, Lehrer – und ein Experte erklärt, was Betroffenen wirklich hilft


Artikelbild für den Artikel "Report: Mobbing – schon jeder 6. Schüler ist Opfer: Seelenqual im Klassen zimmer" aus der Ausgabe 9/2019 von Lisa. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lisa, Ausgabe 9/2019

Trauernde legten Plüschtiere, Blumen und Kerzen auf den Stufen der Grundschule ab


Im Krankenhaus erlag das Mädchen seinen selbst zugefügten Verletzungen


An der Schule der 11-Jährigen soll es massive Mobbingprobleme geben


Als die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Lisa. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Liebe Leserin: Jetzt zieht der Frühling ein. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserin: Jetzt zieht der Frühling ein
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Aktuell: LISAGRAM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Aktuell: LISAGRAM
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Aktuell: Tim Mälzer (48): Laut, aber herzlich. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Aktuell: Tim Mälzer (48): Laut, aber herzlich
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von So lebensfroh & leuchtend! Saisonstar: Korallenrot. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
So lebensfroh & leuchtend! Saisonstar: Korallenrot
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Ja, ich will!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ja, ich will!
Titelbild der Ausgabe 9/2019 von Report: Das Opfer: Benjamin Fokken (23): „Er nannte mich Hamsterfresse“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Report: Das Opfer: Benjamin Fokken (23): „Er nannte mich Hamsterfresse“
Vorheriger Artikel
Ja, ich will!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Report: Das Opfer: Benjamin Fokken (23): „Er nannte mich Ha…
aus dieser Ausgabe

... Mitschüler der 11-Jährigen von der furchtbaren Nachricht erfahren, sind der Schock und die Fassungslosigkeit unter ihnen groß. Vor der Hausotter-Grundschule in Berlin-Reinickendorf zünden sie Kerzen an, legen Blumen nieder und setzen Plüschtiere auf die Stufen vor dem Eingang. Auch ein Foto der Schülerin steht dabei. Auf den Rahmen hat jemand geschrieben: „In ewiger Liebe und Erinnerung.“ Neben der Trauer stehen viele Fragen im Raum: Was genau ist passiert? Wie konnte es so weit kommen? Und hätte diese Tragödie nicht verhindert werden können?

In den Medien ist schnell von Mobbing die Rede: Die 11-Jährige soll von ihren Mitschülern schikaniert und körperlich angegriffen worden sein. So schlimm, dass sie es irgendwann nicht mehr ausgehalten und den Selbstmord als einzigen Ausweg gesehen hat. Die Schulleiterin Daniela Walter streitet dies allerdings ab: Es seien lediglich verbale Konflikte gewesen, die die 11-Jährige mit einigen Mitschülerinnen ausgetragen hatte. Nachdem die Schulleitung mit den Eltern und Klassenkameraden gesprochen habe, sei Ruhe eingekehrt. Die Mädchen, mit denen es die Probleme gab, seien zudem nicht mehr in der Klasse.

Mobbing in allen Altersgruppen Doch von Eltern einiger Schüler der Hausotter-Grundschule werden Vorwürfe laut. „Mobbing und Gewalt gibt es an der Schule in allen Klassen, Altersgruppen und zwischen Jungen und Mädchen“, berichtet Daniel Richter, Vater eines Sechstklässlers, gegenüber der Berliner Zeitung. Manuel Wilken, dessen Sohn die zweite Klasse besucht, bestätigt dies. Er erzählt von Tritten, Boxhieben und Gewalt von älteren Schülern gegen Jüngere. Auch die Lehrer sollen mobben: Jessica Bittner, die Mutter eines Fünftklässlers, erzählt von einer Lehrerin, die ihren Sohn immer wieder erniedrige.

Suizidgedanken weit verbreitet An einer Mahnwache kurz nach dem tragischen Vorfall nahm auch der Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl (siehe Kasten S. 17) teil. Mit lauter Stimme forderte er dazu auf, endlich etwas gegen Mobbing zu tun. Im September habe er bei einer Veranstaltung in der Nähe der Grundschule gefragt, ob jemand schon mal so stark gemobbt wurde, dass er an Selbstmord dachte. Daraufhin hätten 25 der 150 Schüler die Hand gehoben.


Mädchen leiden häufiger unter Lästereien und Ausgrenzung


Möglichkeit zum Trauern In der Hausotter-Grundschule ist die Verunsicherung unter den Schülern und deren Eltern auch mehrere Tage nach der Tragödie noch groß. Um den Kindern eine Möglichkeit zu bieten, sich mit den Geschehnissen auseinanderzusetzen, hat die Schulleitung einen Trauerraum eingerichtet. Dort sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre Andenken und Trauerbekundungen zu hinterlegen, schreibt die Schulleiterin in einer Mitteilung an die Eltern. „Ich wünsche uns als Schulgemeinschaft, dass wir einen gemeinsamen Weg der Bewältigung dieses tragischen Erlebnisses finden.“


Fotos: DAVIDS, fotolia, picture alliance (2), iStock, PR, Yann le Pape