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Report: Schon jede zweite Frau setzt auf dieses Jobmodell: Teilzeitfalle oder Teilzeitglück?


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 43/2018 vom 17.10.2018

Vor allem Mütter arbeiten in Deutschland mit reduzierter Stundenzahl. Doch zeitliche Vorteile bezahlen sie oft mit langfristigen Nachteilen


Es klingt verlockend: täglich ein paar Stunden weniger arbeiten und sich dann einen schönen Resttag mit der Familie machen. Für viele Mütter sieht der Alltag jedoch anders aus. Sie reiben sich zwischen Beruf, Kind, Haushalt auf – und machen seltener Karriere als Frauen, die ihre Arbeitszeit nicht reduzieren. Zudem sinken durch das verringerte Einkommen die Rentenansprüche drastisch. Für viele Frauen ist es auch nicht einfach so möglich, von Teilzeit wieder auf ...

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... Vollzeit zu wechseln. Sie waren hier bisher auf die Kulanz des Arbeitgebers angewiesen, landen häufig in der Teilzeitfalle. Mit der Einführung der Brückenteilzeit wird sich zumindest das ab Januar 2019 ändern. Arbeitnehmer haben dann unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, von Vollzeit auf Teilzeit und wieder zurück zu wechseln.

Steffi fühlt sich oft zwischen Job und Familie zerrissen. Sie wäre gerne mehr für ihren Sohn da


Steffi Auermann (34), Krankenschwester: „Ich fühlte mich gezwungen, schnell wieder einzusteigen“

■ „Ich habe schon kurz nach der Geburt von Leonardo wieder angefangen, zu arbeiten. Nicht nur, weil wir auf mein zusätzliches Einkommen angewiesen sind. Ich hatte damals vor allem die große Befürchtung, dass meine Chancen, wieder in Vollzeit zu arbeiten, drastisch sinken, wenn ich nicht so schnell wie möglich wieder in den Job einsteige. Ich arbeite in einer kleinen Privatklinik, wo einige Kolleginnen nach längerer Elternzeit und Rückkehr in Teilzeit später, als die Kinder größer waren, nicht mehr aufstocken konnten.

Momentan habe ich eine 50-Prozent-Stelle und decke auch alle drei Schichten ab. Das ist oft ziemlich anstrengend. Aber ich wollte keine Extrawurst, sondern zeigen, dass ich motiviert bin. Mein Mann arbeitet häufig im Home-Office, daher kann er den Kleinen meist zur Krippe bringen oder abholen. Zudem wohnt meine Mutter nebenan und springt ein, wenn mal alle Stricke reißen. Denn sehr häufig muss ich spontan noch Überstunden machen. Im Klinikalltag ist das normal. Ehrlich gesagt, kann ich mir momentan noch nicht vorstellen, wieder in Vollzeit zu arbeiten. Zumindest nicht in einer Klinik. Oft bin ich nach der Schicht völlig erledigt. Mein Mann erlebt mich momentan nur noch gestresst. Ich überlege deshalb sogar, mir eine zeitlich besser geregelte Stelle in einer Arztpraxis zu suchen.“

Melanie arbeitet der Kinder wegen in Teilzeit Was danach kommt – ungewiss


Melanie Krüger (36), Erzieherin: „Von der Brückenteilzeit habe ich später gar nichts“

■ „Seit ich meine Ausbildung abgeschlossen habe, hatte ich immer nur 75-Prozent-Stellen. Noch nie ist mir irgendetwas anderes angeboten worden. Unter Erziehern ist das aber schon Normalität, fast zwei Drittel sind in Teilzeit tätig.

Nach der Geburt meiner ersten Tochter Anna-Maria habe ich schnell gemerkt, dass ich mein bisheriges Pensum nicht schaffe. Bei meiner Kita war es zum Glück kein Problem, die Stunden von 30 auf 20 pro Woche zu reduzieren. Was mich allerdings etwas wurmt: Seitdem ich aus meiner Elternzeit zurück bin, arbeite ich in meiner Kita nur noch als Springer. Vorher hatte ich eine feste Gruppe von Kindern, für die ich zuständig war. Dass ich weniger arbeite, ist für mich ansonsten völlig in Ordnung. Ich habe inzwischen zwei Kinder. Anna-Maria ist im Sommer eingeschult worden. Juliane ist nächstes Jahr an der Reihe. Mehr Zeit kann und möchte ich momentan gar nicht in den Job stecken. Dann würden die Kinder auf der Strecke bleiben. Dass mein Ehemann Stephan seine Arbeitszeiten verkürzt, kam nie infrage. Als Abteilungsleiter in einer Behörde verdient er schließlich wesentlich mehr als ich.

Sobald die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, würde ich meine Arbeitszeiten schon gerne wieder aufstocken. Denn natürlich mache ich mir Gedanken, wie es später um meine Rente steht. Ich verdiene ja ohnehin nicht gerade viel. Von der neuen Brückenteilzeit habe ich rechtlich nichts, denn meine Kita hat nur zwölf Mitarbeiter. Damit ist sie von den meisten neuen Regelungen ausgenommen. Ich hoffe aber insgeheim, dass der große Erziehermangel mir in die Hände spielt – und meine Mehrarbeit dann gebraucht wird.“

Arbeiten in Teilzeit: Nach wie vor Frauensache
Das Jobmodell wurde über die Jahrzehnte für Frauen immer wichtiger. Dass Männer in Teilzeit arbeiten, ist dagegen nach wie vor selten.


Fotos: Andrea Späth, Getty Images (2), Schwarzkopf Schwarzkopf, WSI GenderDatenPortal Hans Böckler-Stiftung