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REPORTAGE: Besuch in der berbel Akademie: Ganz nah dran


inwohnen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 30.11.2018

Der letzte Pausengong ist längst verhallt. Doch jetzt geht es zurück auf die Schulbank. Und das sogar freiwillig. Auf dem Stundenplan stehen Produktion, Technik und Design von Dunstabzugshauben „Made in Germany“. Ein Besuch in der berbel Akademie in Rheine.


Artikelbild für den Artikel "REPORTAGE: Besuch in der berbel Akademie: Ganz nah dran" aus der Ausgabe 1/2019 von inwohnen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: inwohnen, Ausgabe 1/2019

Akademie-Leiter Daniel Bischoff (Foto 2. von rechts) erläutert einigen Schulungsteilnehmern den Qualitätsanspruch von berbel am Beispiel einer „Skyline round“. Bis zu fünf Stunden ist der Mitarbeiter mit der Montage dieses Modells beschäftigt. Verbaut werden bis zu 620 Einzelteile.


Ein Blick in die Preisliste und der Fall scheint klar: berbel Hauben ...

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... sind keine Schnäppchen. Die meisten Modelle liegen preislich zwischen zwei- und dreieinhalbtausend Euro. Drunter geht auch was, doch das Gros des Sortiments blickt bevorzugt in ambitionierte Regionen des Marktes. Die erfolgreiche Deckenlifthaube „Skyline“ zum Beispiel beginnt bei 5.000 Euro. Kürzlich stellte das Unternehmen eine ganz besondere Variante des Designerdunstabzugs vor: die „Skyline Sound“ mit edler Audio-Ausstattung aus dem Haus T+A in Herford. Rund 10.000 Euro kostet dieses Luxusmodell. Zu viel für eine Haube? Für viele Kunden sicher. Doch finanzkräftige und musikaffine Kunden lieben die Idee: Innerhalb weniger Monate waren die ersten 200 Bestellungen eingegangen. Beispiele wie diese zeigen: berbel Hauben sind in der Breite und Spitze sicher nicht dass, was landläufig als Schnäppchen gilt.

Der Blick hinter die Kulissen offenbart jedoch auch: Die Manufakturqualität „Made in Germany“ ist ihren Preis wert. Dieser beginnt übrigens bei aller Qualitätsorientierung je nach Modell schon weit vor der 5.000-Euro-Marke.

Die berbel Akademie vermittelt grundlegende Infos zu Unternehmen und Produkt.


Reise durch die berbel-Welt

Informationen wie diese erhalten auch die Besucher der berbel Akademie. Transparenz zählt zu den Stärken dieses Schulungsangebots. Umgesetzt wird diese von Akademieleiter Daniel Bischoff. Der 29-Jährige ist in seiner beruflichen Rolle das, was in Musikerkreisen gern wertschätzend als eine „Rampensau“ bezeichnet wird: selten um eine Antwort verlegen und ausgestattet mit einem breiten Fundus an bewährten Kalauern. Er ist ein Kommunikationstalent, der es versteht, das Unternehmen berbel und dessen Produkte facettenreich zum Leben zu erwecken, seine Vorträge und Praxisdemonstrationen haben bei allem Informationsgehalt auch Unterhaltungswert. Daniel Bischoff lebt die Marke. Das kommt bei den Gästen gut an. Und er ist glaubwürdig. Denn bei aller Begeisterung für das eigene Produkt, rutscht er nie in eine platte Verunglimpfung des Wettbewerbs ab. Stattdessen bleibt er ehrlich und spricht auch über Grenzen einzelner Systeme in konkreten Anwendungsfällen.

Im Mittelpunkt der eintägigen Schulungen (verteilt auf einen Nachmittag und einen Morgen) stehen viele praktische Details rund um die Haube und die Haubenplanung. Jede Woche nimmt Daniel Bischoff bis zu zehn interessierte Küchenplaner (und ausnahmsweise auch einen inwohnen -Reporter) mit auf die Reise durch die berbel-Welt, erläutert Technik, Funktionsprinzip, Designmerkmale und Montagebesonderheiten, geht auf Nutzen argumente ein und führt durch die Produktion. Die Teilnehmer kommen nach Rhein, um das Unternehmen in Gänze besser kennenzulernen. Sprich: Was macht berbel aus? Was ist das Besondere an den Hauben? Und überhaupt: Wie funktioniert eigentlich eine Manufaktur für Dunstabzugshauben?

Im Labor: Diese Menge Fett wurde innerhalb von nur 15 Minuten aus den Kochwrasen eines Testdurchgangs abgeschieden.


Nur beste Materialien

Ein besonderes Highlight ist der rund zweistündige Rundgang durch die Produktion. Wer sich vorab gefragt hat, was eine Haube ausmachen muss, um 5.000 Euro und mehr zu kosten, bekommt auf dem Weg vom Wareneingang bis zum Versand die Antworten präsentiert. Eine lautet: viel Handarbeit. Eine andere: berbel verbaut nur bestes Material. Das beginnt mit dem verwendeten Edelstahl (18/10) in Materialstärken von 0,8 bis 1,2 mm, reicht über leise, leistungsstarke und stromsparende EC-Lüfter (von ebm-Papst) bis hin zu energiesparenden LEDs renommierter Lieferanten. „Billige China-Ware kommt bei uns nicht in die Hauben“, sagt Daniel Bischoff an dieser Stelle des Rundgangs. Diesmal ganz ohne Witz.

Ein Mann, eine Haube

Die berbel-Produktion ist ein Manufaktur-Betrieb, der moderne Technik mit fachlich versierter Handarbeit kombiniert. Besonders deutlich wird dies bei der Montage einer „Skyline“-Decken - lift haube, die aus rund 620 Einzelteilen besteht. „Ein Mann, eine Haube“ lautet das griffig formulierte Montageprinzip. Während eine Standard-Wandhaube innerhalb von etwa 45 Minuten versandfertig montiert ist, sind es bei einer „Skyline“ bis zu fünf Stunden.

Immer wieder anders

Während gängige Haubenmodelle in nachgefragten Breiten auf Lager produziert werden und damit in der Regel kurzfristig abrufbar sind, erfolgt die Fertigung einer „Skyline“ stets auftragsbezogen. Das liegt auch daran, dass kaum eine „Skyline“-Bestellung der anderen gleicht. Es gibt verschiedene Modelle („Skyline“, „Skyline Edge“, „Skyline Edge Light“, „Skyline Sound“, „Skyline Individual“, „Skyline Frame“ und „Skyline Round“) und verschiedene Breiten und Ausstattungsoptionen. Wobei die Urmutter aller Haubenfragen „Umluft oder Abluft?“ für berbel längst keine mehr ist. „Wir empfehlen ‚EcoSwitch’“, pariert Daniel Bischoff die entsprechende Anmerkung trocken.

Bei der „EcoSwitch“-Funktion“ lässt sich der Betrieb auf Tastendruck zwischen Um- und Abluft wechseln. Sommer- Winter-Schaltung wird dazu auch gesagt. Weitere berbel-typische und modellübergreifende Ausstattungsoptionen sind Technologien wie der „Permalyt“-Umluftfilter (wartungsfreies katalytisches Prinzip mit einer Geruchsbindung von 97 % laut Hersteller) und „JetStream“ (ermöglicht im Zusammenhang mit „EcoSwitch“ den Abluftbetrieb bei einer Deckenlifthaube) sowie das „AutoRun“- Modul (nimmt die Haube automatisch in Betrieb, wenn das Kochfeld eingeschaltet wird) und das „KNX-RF-Modul“ (ermöglicht die Einbindung von „Skyline“-Modellen in die Hausautomatisation). Hinzu kommt die patentierte Sekundärbelüftung „Back- Flow“ (für Wandhauben) bzw. „CenterFlow“ (für Inselhauben). Dabei werden etwa 7 % der gereinigten Luft an der Rück- bzw. Unterseite der Haube zurückgeführt und über die Glasfront geleitet. Das verhindert die Kondensat- und Tropfenbildung an der Glasfläche.

Kochwrasen, die am Rand des Kochfeldes entstehen, ziehen gern seitlich an der Haube vorbei. Bei der Wandhaube „Glassline“ werden die Wrasen in die Mitte › des Abzugs gezogen, wie dieses Foto dokumentiert.


Das hat Gewicht: Hier testet Schulungsteilnehmer Markus Schlottmann (Geschäftsführer Küchenlounge Wagenfeld, Foto links) eine der robusten Komponenten einer berbel-Haube.


Abscheiden statt filtern

Prägnanteste berbel-Technologie ist aber weiterhin die patentierte Zentrifugalabscheidung. Konzipiert wurde diese in ihrer ursprünglichen Form Anfang der 2000er-Jahre von den berbel- Gründern Matthias Weibel und Udo Berling. Inzwischen wurde die Technik um weitere Patente ergänzt. Kernaspekt der Technologie ist der fettfilterfreie Dunstabzug. Statt die Kochwrasen durch einen mehrlagigen Edelstahlfilter zu leiten, wird die Abluft im Innern der Haube zweimal bogenförmig umgelenkt. Dabei entstehen Fliehkräfte (Zentrifugalkraft), durch die Fette und Öle aus der Luft herausgeschleudert werden. Gesammelt werden die Reste in einem speziellen Behälter, der anschließend mit einem Tuch gereinigt werden kann. „Aufklappen, auswischen, fertig“, lautet der dazugehörige Slogan.

Der Verzicht auf den Fettfilter habe mehrere Vorteile, erläutert der Hersteller: volle Saugkraft, weniger Strömungsgeräusche und verminderte Brandgefahr gehören dazu. „Schließlich entstehen 95 % aller Küchenbrände an der Dunstabzugshaube“, erinnert Daniel Bischoff. Der Auffangbehälter selbst ist leicht zu öffnen und zu entnehmen und kann je nach Baugröße auch in der Spülmaschine gereinigt werden.

Die Fettabscheidung per Zentrifugalkraft kombiniert berbel mit dem sogenannten „Capillar Trap“. Dabei handelt es sich um ein zweiwandiges Lochblech, das zusätzlich feinere Fettpartikel entfernt. Das funktioniert mit natürlichem Unterdruck. In der Summe gibt das Unternehmen den Fettabscheidegrad seiner Hauben mit „bis zu 97 %“ an. Davon gehen „3 bis 7 %“ auf das Konto des „Capillar Trap“.

„Made in Germany“: Rund 38.000 Hauben fertigte berbel im Jahr 2016. Besonders erfolgreich sind die Deckenlifthaube „Skyline“ und die „Ergoline“-Modelle.


Die Geruchsbindung im Umluftbetrieb liegt ebenfalls bei 97 % (gemessen nach DIN EN 61591). Zum Einsatz kommt hier – neben dem optionalen „Permalyt“-Filter – der berbel Umluftfilter mit 4 Kilo Aktivkohle. Je nach Kochintensität halten die Filter zwei bis drei Jahre. Ist der Aktivkohlefilter gesättigt, bietet das Unternehmen Nachfüllpacks an. Dabei wird nur das Kohlegranulat gewechselt, der Filter selbst kann weiter verwendet werden. Das ist umweltfreundlich und im Vergleich zum kompletten Filtertausch sehr viel günstiger. Ein Schnäppchen eben.

Daniel Bischoff leitet die berbel Akademie. Wenn er nicht gerade Schulungen im Haus durchführt, ist er mit dem „berbel Truck“ bei Händlern vor Ort oder präsentiert das Unternehmen und dessen Produkte auf Messen.