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Reportage: CORONA-KRISE: Das müssen Sie jetzt für Ihren Urlaub wissen


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 13/2020 vom 19.03.2020

Die Osterferien stehen an und das Corona-Virus breitet sich weiter aus. Viele Reisende sind verunsichert. Der große Überblick: WAS EXPERTEN JETZT EMPFEHLEN


SOLL ICH STORNIEREN?

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Artikelbild für den Artikel "Reportage: CORONA-KRISE: Das müssen Sie jetzt für Ihren Urlaub wissen" aus der Ausgabe 13/2020 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 13/2020

TRÜBE AUSSICHTEN AM FLUGHAFEN Viele Ziele werden nicht mehr angeflogen. Allein die Lufthansa will bis zu 50 Prozent aller Flüge streichen


Das Leben in Italien steht still. EUBürger dürfen nicht mehr in die USA einreisen. Österreich, Frankreich, Dänemark und weitere Länder schotten sich ab. Und täglich gibt es neue Nachrichten zu den Folgen des Coronavirus. Was bedeutet das aber für Urlauber? Wir ...

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Bei Pauschalreisen gelten bestimmte Regelungen
Immer mehr Menschen in Deutschland wollen bevorstehende Reisen aus Angst um ihre Gesundheit nicht antreten. Doch eine kostenfreie Stornierung ist oft schwierig. „Entscheidend ist die Situation vor Ort“, sagt Reiserechtsexpertin Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Eine solche Einschätzung erfolgt durch das Auswärtige Amt, das bei Bedarf eine Reisewarnung ausspricht. Die gibt es wegen des Coronavirus bislang nur für die chinesische Provinz Hubei, denn nur dort droht nach Ansicht des Auswärtigen Amts eine konkrete Gefahr für Leib und Leben. Dass ein Land Risikogebiet ist, wie Italien, reicht nicht. Damit ein Ereignis wie das Coronavirus ein Rücktrittsgrund ist, muss es die Pauschalreise erheblich erschweren, gefährden oder beeinträchtigen. Nur dann kann sie storniert werden und Reisende erhalten ihr Geld zurück. „Das kann aber auch dann gelten, wenn bei einer Städtereise Museen und Sehenswürdigkeiten geschlossen sind und das öffentliche Leben fast vollständig zum Erliegen kommt“, so Julia Rehberg. Um zu verhindern, dass man viel Geld verliert, rät sie, eine Reise so spät wie möglich zu stornieren. Denn die Chancen stehen gut, dass der Veranstalter selbst bis kurz vor Reisebeginn eine Stornierung oder Umbuchung anbietet. Die Expertin empfiehlt außerem, mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufzuneh- men, denn die meisten regeln Stornos und Umbuchungen vorübergehend großzügiger. Für Reisen nach Italien bietet etwa FTI Touristik kostenfreie Umbuchung oder Stornierung, derzeit bei Anreise bis 31. März 2020.

AUSNAHMEZUSTAND Ganz Italien gilt inzwischen als Risikogebiet. Die Einwohner sollen möglichst zu Hause bleiben. Der Tourismus kam fast vollständig zum Erliegen


QUARANTÄNE Auf Kreuzfahrtschiffen besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu einer Quarantäne kommt. Reisende müssen dann so lange abwarten, bis die Sperre aufgehoben wird


Bei vielen Fluggesellschaften kann man derzeit kostenlos umbuchen
Auch viele Fluggesellschaften, etwa Lufthansa, Condor oder Eurowings, verzichten vorübergehend auf Umbuchungsgebühren oder bieten einmalige Umbuchung an - fragen Sie nach. Unklar ist noch, ob es für gestrichene Flüge zusätzlich zur Erstattung des Flugpreises eine Entschädigung gibt. „Einen Anspruch sollte man aber auf jeden Fall geltend machen“, empfiehlt Julia Rehberg. Blockt die Airline Ihre Forderungen ab, können Sie sich an einen Schlichter wenden (z. B. www.soep-online.de). Kreuzfahrten bei Costa, die im Rahmen der Aktion „Balkonkabinen-Special“ zwischen 5. März und 30. April gebucht und angetreten werden, können bis einen Tag vor der Abreise storniert werden. Und wer bei TUI Cruise den „Wohlfühlpreis“ gebucht hat, darf den Termin bis zu 50 Tage vor Reisebeginn einmalig ändern.

Die Bahn zeigt sich bei Erstattungen sehr kulant
Die Deutsche Bahn erstattet Reisenden ihre Fahrkarten für den Fernverkehr kostenfrei, sofern deren Reiseanlass aufgrund des Coronavirus abgesagt wurde. Kunden müssen ihr Geld aber aktiv zurückfordern (Infos unter: www.bahn.de/corona). Übrigens: „Eine Reiserücktrittversicherung zahlt nicht, wenn der Kunde nur aus Angst vor der Krankheit eine Reise nicht antreten will und nicht selbst erkrankt ist“, so Julia Rehberg. Eine Auslandskrankenversicherung (ab 9 Euro/Jahr, z. B. über check24.de) dagegen ist für alle Reisenden zu empfehlen.

In Quarantäne am Ferienort? Offiziell bestätigen lassen!
Wenn Urlauber auf einem Schiff oder in einem Hotel festsitzen, das unter Quarantäne gestellt wurde, muss der Veranstalter die Kosten für drei Nächte tragen. Für den Zeitraum danach ist die Lage noch nicht eindeutig geklärt. „Kommt der Veranstalter mit einer Nachforderung auf den Reisenden zu, sollte dieser nicht vorschnell zahlen, sondern auf die anordnende Behörde verweisen. Am Ende sollte diese die Mehrkosten tragen“, sagt Julia Rehberg.

Neubuchungen gibt’s mit Gratis-Storno-Option
Wer jetzt einen Urlaub buchen würde, aber noch zögert: Es gibt einige Möglichkeiten zur „sicheren Reiseplanung“. Für alle Neubuchungen bietet z. B. FTI kostenfreie Stornierung an. Die Regelung gilt bis 30. April 2020 und setzt noch mindestens 14 Tage bis zum Abreisetag voraus. Generell ist der Reisezeitraum dabei großzügig angesetzt und erstreckt sich bis 31. Oktober 2020. Auch Alltours, Bucher Reisen, DER Touristik und viele andere räumen ein, bei aktuellen Angeboten bis 14 Tage vor Abreise kostenfrei umzubuchen oder sogar kostenfrei zu stornieren. In vielen EU-Mitgliedsstaaten legen Hotelbetreiber selbst fest, ob der komplette Betrag bezahlt werden muss, Stornogebühren fällig werden oder das Zimmer kostenlos storniert werden darf. In Spanien ist es per Gesetz möglich, ein Hotelzimmer aufgrund höherer Gewalt kostenfrei zu stornieren. Für künftige Buchungen sollten Sie auf Hotelportalen im Internet eine Unterkunft mit kurzfristiger Storno-Option wählen (z. B. bei Booking. com, Hrs.de, Trivago). Das Zimmer kostet dann zwar oft etwas mehr, darf aber noch am Anreisetag kostenfrei storniert werden. Bei Ferienhäusern oder -wohnungen immer vorab klären und schriftlich bestätigen lassen, ob kostenfrei storniert werden kann, auch kurzfristig. Eine ständig aktualisierte Corona-Weltkarte finden Sie unter t1p.de/ corona-karte. Mehr Infos bieten die Sicher-Reisen-App des Auswärtigen Amtes sowie das Robert-Koch-Institut (rki.de).

VERANSTALTUNG ABGESAGT!

Wohin Sie sich jetzt wenden müssen

ABGESAGT Das Geld bekommen Sie in jedem Fall erstattet. Wenden Sie sich für alle Infos zur Rückabwicklung an Veranstalter oder Vorverkaufsstellen.

VERSCHOBEN Wenn Sie an dem Ersatztermin nicht können oder wollen, können Sie das Ticket zurückgeben. Sie erhalten Eintrittspreis, Vorverkaufs- und Versandgebühren zurück.

DAUERKARTEN FÜR FUSSBALLSPIELE Den anteiligen Preis für ein Spiel, das ohne Publikum stattfinden muss, dürfen Sie zurückfordern, selbst wenn es in den AGBs anders steht.

Unsere Experten-Telefon-Aktion

Hotline: 08 00/7 08 84 40 10

KOSTE NLOS

Am 24. März 2020
zwischen 10 und 11.30 Uhr

Julia Rehberg, Verbraucherzentrale Hamburg
Die Abteilungsleiterin ist Expertin für Verbraucherrecht. Am Telefon beantwortet sie Fragen zum Reiserecht und wie Verbraucher bei abgesagten Veranstaltungen und stornierten Flügen am besten ihr Geld erstattet bekommen.

Am 31. März 2020
zwischen 10 und 11 Uhr

Dr. Susanne Huggett, Asklepios Klinik Altona, Hamburg
Die Chefärztin arbeitet am Institut für Labormedizin, Mikrobiologie, Krankenhaushygiene (MEDILYS). Sie beantwortet medizinische Fragen zum Corona-Virus, z. B. zu Symptomen, Übertragung und Vorsorgemaßnahmen.

Anrufen und schlau machen!

Die Informationen auf dieser Seite entsprechen dem Stand bei Redaktionsschluss am 13. März. Rahmenbedingungen und Einreisebestimmungen können sich inzwischen geändert haben. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Fotos: AdobeStock, Asklepios, Getty Images (2), Karin Gerdes, picture alliance (2)