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Reportage: Die wichtigsten Steuer-Fragen für 2019


Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 04.01.2019

Viele Rentner müssen in diesem Jahr erstmals Abgaben zahlen. Wie sie und alle anderen Bürger beim Finanzamt punkten


Artikelbild für den Artikel "Reportage: Die wichtigsten Steuer-Fragen für 2019" aus der Ausgabe 2/2019 von Funk Uhr. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 2/2019

HANDWERKER Arbeitskosten im und am Haus kann man als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ geltend machen


LOHN DER MÜHE Im Durchschnitt bekommt jeder Bürger 837 Euro Steuern zurück – bei Rentnern ist es allerdings meist weniger


UNSER EXPERTE
HANS DAUMOSER
Steuerberater bei der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. www.lohi.de


Die Nachricht schreckte viele Senioren auf: Rund 48.000 Rentner werden in diesem Jahr erstmals steuerpflichtig sein. Durch das voraussichtliche Rentenplus von 3,2 Prozent bzw. 3,9 ...

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... Prozent in Ostdeutschland überschreiten sie das steuerfreie Existenzminimum. Insgesamt zahlen dann rund fünf Millionen Ruheständler Abgaben. Und viele fragen sich: Wie soll man reagieren? Kann man die Steuerpflicht umgehen? Steuerberater Hans Daumoser von der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. hat die Antworten – plus einige gute Nachrichten auch für Bürger, die noch nicht in Rente sind:

FORMULAR Steuerpflichtige Rentner müssen auch die Anlage R mit ausfüllen. Das geht online über elster.de oder mithilfe eines Steuerhilfevereins


Werden Steuerzahler 2019 nur be-, oder auch entlastet?

Anpassung „Auch entlastet!“, sagt Daumoser. „Der Grundfreibetrag, also das steuerfreie Existenzminimum, steigt um 168 auf 9.168 Euro.“ Derselbe Freibetrag gilt auch beim Unterhalt für Angehörige – etwa wenn die pflegebedürftige Mutter bei ihrem Sohn zu Hause wohnt.
Familien Aufgestockt wird außerdem der Kinderfreibetrag: um 96 Euro auf 2490 Euro. Und ab 1. Juli zahlt der Staat monatlich zehn Euro mehr Kindergeld: Fürs erste und zweite Kind gibt’s dann jeweils 204 Euro, furs dritte 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235 Euro.

Und welche Steuerlast kommt nun auf die Rentner zu?

Besteuerung „Das hängt von der Rentenart ab“, weiß Daumoser: So müssen alle, die 2019 in Rente gehen, ihre gesetzlichen Bezüge zu 78 Prozent versteuern – 2018 lag der Wert für Neurentner noch bei 76 Prozent. „Der Rentenfreibetrag sinkt also, er bleibt je nach Renten-Eintrittsjahr aber lebenslang gleich“, erklärt der Experte.

Wer hilft bei der Steuererklärung?

Günstig Rentner und Arbeitnehmer ohne weitere Einnahmen über 13.000 €/ bei Verheirateten 26.000 € (z. B. Mieteinnahmen) können sich an einen Lohnsteuerhilfe-Verein wenden, etwa lohi.de oder vlh.de.
Frist Steuererklärungen darf man jetzt später abgeben, die für 2018 bis spätestens 31. Juli 2019. Wer sich beraten lässt, hat sogar bis 28. Februar des übernächsten Jahres Zeit.

Gibt’s fürs Ehrenamt Steuernachlass?

Nebenjob Wenn Sie zum Beispiel an Volkshochschulen Kurse geben, sich als Chorleiter oder Vormund engagieren oder Trainer in einem Sportverein sind, können Sie einen Freibetrag bis 2400 Euro pro Jahr geltend machen.
Ehrenamt Außerdem sind für ehrenamtliche Tätigkeiten bis zu 720 Euro Aufwandsentschädigung steuerfrei, etwa für die Tätigkeit als Vereinsvorstand, Hausmeister, Schiedsrichter oder Platzwart.

Riester & Co. Voll zu versteuern sind Riester-Renten. Und bei Bezügen aus einer privaten Rentenversicherung ist der Ertragsanteil steuerpflichtig. „Bei Betriebsrenten wiederum kommt’s aufs Jahr des Versorgungsbeginns an“, sagt der Fachmann. „Startete man 2018 mit vollendetem 63. Lebensjahr, liegt der Versorgungsfreibetrag bei 19,2 Prozent, höchstens aber bei 1.440 Euro. Dazu kommt ein Zuschlag von 432 Euro sowie die Werbungskostenpauschale von 102 Euro.“ Klingt kompliziert? Was das für die Versteuerung Ihres Einkommens heißen kann, zeigt unsere Berechnung rechts (s. Kasten).

Welchen Einfluss haben die Ausgaben für die Gesundheit?

Grenzen Hier gibt’s keine Höchstbeträge für Rückerstattungen, aber Einschränkungen, sagt der Steuerberater: „Abziehbar sind selbst getragene Aufwendungen, abzüglich der Kassenleistung.“ Damit der Fiskus die Aufwendungen akzeptiert, müssen sie „zwangsläufig“ sein. Bei alternativen Heilmethoden heißt das: Ein Amtsarzt muss ihre Notwendigkeit attestieren – das geschieht eher selten. Und es gibt noch eine Einschränkung: Steuerlich bringen die Aufwendungen erst bei Überschreitung der zumutbaren Belastung etwas. Die liegt bei vier Prozent für Einkommen bis 15.340 (Verheiratete ohne Kinder), und steigt bis zu sechs Prozent bei Gesamteinkünften über 51.130 Euro.

Nachweis „Ansonsten sollte man alle Belege für Gesundheitskosten einreichen, von ärztlich verordneten Heilmitteln bis zu Zahnersatz. Auch medizinisch notwendige Brillen oder der Eigenanteil für verordnete Medikamente sind steuerlich relevant“, sagt der Berater. Lassen Sie zudem die Notwendigkeit von Kuren attestieren, etwa vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung.

Wie können auch Behinderte steuerlich profitieren?

Ausweis Einen Sonderstatus bringt eine Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent. Je nach Grad gewährt der Fiskus Pauschalbeträge von 310 bis 3.700 Euro jährlich. Er erkennt auch mehr Krankheitskosten an, wenn man mindestens zu 80 Prozent behindert ist. Mit Merkzeichen G (erhebliche Gehbehinderung) genügen 70 Prozent.

Kann man außerdem die Pflegekosten geltend machen?

Abzüge Wer eine Haushaltshilfe per Minijob einstellt, bekommt 20 Prozent des Gehalts, höchstens aber 510 Euro jährlich, über die Steuererklärung rückerstattet. Außerdem werden „haushaltsnahe Dienstleistungen“ anerkannt: „Das können z. B. Putz-, Koch- oder Pflegehilfen sein“, sagt Daumoser. „20 Prozent ihrer Arbeits- und Anfahrtskosten von bis zu 6.000 Euro sind absetzbar: maximal also 1.200 Euro“, rechnet Daumoser vor. „Wichtig: den Betrag überweisen! Barzahlung erkennt der Finanzbeamte nicht an.“
Heim Der Fiskus beteiligt sich außerdem an Kosten fürs Pflegeheim: Wer dort untergebracht ist, kann das als „außergewöhnliche Belastung“ geltend machen.
Anfahrt Und auch Fahrten zum Arzt sind steuerlich relevant. Wer sie mit dem eigenen Auto zurücklegt, kann 30 Cent pro Kilometer in der Steuererklärung angeben, höchstens aber die Kosten, die für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel anfallen.

Was ist bei Spenden steuerlich zu beachten?

Sozial Wer für Kultur und Bildung, Jugend und Sport, Denkmalschutz, Katastrophenhilfe, Parteien oder soziale Organisationen etwas gibt, wird vom Staat mit Steuernachlass belohnt (über „Sonderausgaben“). Die Spenden-Empfänger müssen aber gemeinnützig sein.
Nachweis Für Zuwendungen bis 200 Euro genügt dem Fiskus ein Überweisungs-Beleg für den Spendenempfänger, bei Beträgen darüber sollte man eine Spendenbescheinigung (Zuwendungsbestätigung) verlangen.

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Fotos: AdobeStock (2), iStock, Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., Verbraucherzentrale