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REPORTAGE GOLDEN GLOBE RACE : WENIGER IST MEE(H)R!


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Warum das Golden Globe Race genau die Regatta ist, auf die Zehntausende Fahrten- und Blauwassersegler auf der ganzen Welt gewartet haben


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Bildquelle: segeln, Ausgabe 90/2018

Der Start in eine nostalgische Weltumseglung: Das Golden Globe Race steht für einfaches und pures Segeln sowie die Sympathie für die Gescheiterten.



»Das Spartanische und Einfache, dieses Zurück-zuden-Wurzeln – es wird magisch!«


Abilash Tomi, Indien, auf Suhaili-Replik (Siegerboot 1968/69)

Einen Tag vor dem Start zum Golden Globe Race 2018 gab es eine Szene, die bezeichnend für diese Einhand-Regatta rund um die Welt ist. Da ging der 86-jährige Alex Carrozzo auf dem ...

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... Überseesteg im Hafen von Les Sables-d’Olonnes von Boot zu Boot und überreichte einigen der gerade anwesenden Seglern einen Umschlag mit den pathetischen Worten: „Dies ist gegen die Einsamkeit. Es wird dich vor dem Koller bewahren. Hüte diesen Umschlag wie einen Schatz und öffne ihn erst an Weihnachten!“ Die Reaktion der Empfänger des großformatigen Briefes war fast überall gleich: Gestandene Salzbuckel, die so schnell nichts erschüttern würde, hatten plötzlich Tränen in den Augen, andere versteckten ihre Rührung hinter nervösem Dauerlachen, Dritte wollten sich gar nicht mehr aus einer Umarmung mit dem betagten Italiener lösen.

Alle wirkten vertraut miteinander, regelrecht familiär, als teilten sie ein Geheimnis, das die Außenwelt nichts anginge. Ein Geheimnis, das man nur als Langfahrt-oder Blauwassersegler erahnen und begreifen kann.

Kurz vor dem Start kamen zahlreiche Besucher, um die Segler angemessen zu verabschieden – und um die Boote zu bestaunen


Nun muss man wissen, dass Alex Carrozzo für das Golden Globe Race einen ganz besonderen Wert hat: Er ist einer der beiden letzten noch lebenden Teilnehmer des Original-Rennens vor 50 Jahren. Neben der Legende Robin Knox-Johnston, damals einziger Finisher der Regatta und bis heute im internationalen Hochsee-Regattazirkus aktiv, ist Carrozzo so etwas wie der Repräsentant all derjenigen, die es damals zwar zu einer Teilnahme geschafft hatten, letztendlich aber aus den unterschiedlichsten Gründen aufgeben mussten. Und genau das machte ihn im Vorfeld dieser Regatta so wichtig.

Denn beim Sunday Times Golden Globe Race anno 1968 handelt es sich zwar um ein Rennen, das wie kein anderes das internationales Hochseesegeln prägte. Als „Mutter aller Einhand-Regatten“ wird es bis heute bezeichnet, weil es erstmals einem Menschen gelang, auf einem Boot in 312 Tagen nonstop alleine um die Welt zu segeln. Bis heute schafften das etwa 200 Segler weltweit. Zum Vergleich: Auf den Mount Everest kletterten über 7.000 Menschen.

Was jedoch, im Nachhinein betrachtet, das Golden Globe Race so spannend und mythisch für mehrere Generationen Hochsee- und Langfahrt-Segler machte, war keineswegs nur der Sieg des bald schon zur Legende hochstilisierten Robin Knox-Johnston, sondern auch die Geschichten und Erlebnisse rund um all diejenigen, die es nicht bis zum Ziel geschafft haben. Die in Havarien scheiterten, nicht zum letztmöglichen Starttermin fertig wurden, die mit der Einsamkeit nur schwer zurechtkamen oder im Gegenteil dieselbe dem Rummel bei Zielankunft vorzogen und einfach wieder hinaus in die Weite der Ozeane segelten.

Vom Lügensegler Donald Crowhurst ganz zu schweigen, der sich nach einer monatelangen Irrfahrt mit falschen Positionsmeldungen im Atlantik wieder den tatsächlichen Weltumseglern anschließen wollte, um daheim in England die Prämie für die schnellste Überfahrt zu kassieren. Sein schlechtes Gewissen und der Wahnsinn trieben ihn in den Selbstmord auf See. Sein Schicksal wurde im Golden-Globe-Jubiläumsjahr gleich zwei Mal verfilmt. Es ist wie so oft im Leben: Die Gescheiterten bleiben länger und intensiver in Erinnerung als die Erfolgreichen.

Mit den Gescheiterten sympathisieren
Womit wir wieder bei Alex Carrozzo wären. Auch er segelte vor 50 Jahren zur Einhand-Nonstop-Weltumseglung los, um gleich darauf in der nächsten Bucht vor An-ker zu gehen. Weil sein Boot für den großen Törn noch nicht bereit war – was nach den Statuten der Regatta durchaus erlaubt war, vorausgesetzt man nahm keine fremde Hilfe in Anspruch und betrat kein Land. Wochen später musste Carruzzo schließlich das Rennen bereits vor Portugal aufgeben, weil er Blut urinierte und man später bei ihm ein Karzinom feststellte.


»Als Profi-Segler konnte mich zuletzt nichts mehr erschüttern. Mal sehen, wie es alleine da draußen wird«


Istvan Kopar, USA, Tradewind-35-Kutter

Golden Globe Race 2018

Was? Regatta einhand nonstop um die Welt

Wie? Zum 50-jährigen Jubiläum des Sunday Times Golden Globe Race wird im Modus von damals gesegelt: Auf Langkielern (Riss vor 1987, Nachbauten erlaubt), Navigation mit Sextant und Karte, Sicherheitskommunikation einmal wöchentlich mit der Regattaleitung, kein Kontakt mit der Außenwelt

Wieso? Das Original Golden Globe Race gilt als die „Mutter aller Einhand-Nonstop-Weltumrundungs-Regatten“ und ist ein Mythos: Damals starteten neun mehr oder weniger erfahrene Hochseesegler zu einer Nonstop-Einhand-Weltumseglung. Doch nur einer kam ins Ziel: Robin Knox-Johnston. Sein Mitstreiter Bernard Moitessier floh nach der Rundung des Kap Hoorns vor dem Rummel, der ihn im Ziel erwartete und nahm Kurs auf die polynesische Südsee. Lügensegler Donald Crowhurst nahm sich nach monatelangen Falschmeldungen bezüglich seiner Position das Leben. Alle anderen wurden entweder disqualifiziert, havarierten und mussten aufgeben, brachen wegen Krankheit ab oder verloren ihr Schiff, wurden aber gerettet.

17 Boote am Star t (1.Juli 2018, vor Les Sables d’Olonnes/Frankreich) • Theoretische Streckenlänge:30.000 Seemeilen

Zum Jubiläum: Gesegelt wird auf Langkielern, zur Navigation dürfen nur Sextant und Karte benutzt werden.


»Ich bin sechs Mal um die Welt gesegelt, halte den Solo-Rekord gegen die Windrichtung, war schon Zweiter bei der Vendée Globe – das Golden Globe Race hat mir noch gefehlt!«


Jean Luc van den Heede (73), Frankreich, auf einer modifizierten Rustler 36

Dass nun dieser Carruzzo mit seinen geheimnisvoll anmutenden Glückwünschen bei den Seglern des aktuellen Golden Globe Races so beliebt war, mag zum einen an seinen rüstigen und emotional geschwängerten Auftritten vor TV-Kameras, aber auch in der Bar um die Ecke, liegen. Doch viel wichtiger scheint, dass Carruzzo ein Vertreter derjenigen ist, die es damals gewagt hatten, aber abbrechen mussten und dennoch ein „gutes Leben danach“ hatten, wie der Italiener immer wieder betont.

So kam es, dass seine Anekdoten von damals meist mehr Aufmerksamkeit bei den Medien und Besuchern bekamen als etwa die Geschichten eines Robin Knox-Johnston, der ebenfalls die Vorbereitungen in Les Sables-d’Olonnes verfolgte und sein Original-Golden-Globe-Race-Sieger-Boot „Suhaili“ sogar noch eigenhändig von Portsmouth nach les Sables segelte. Anders ausgedrückt: Die Tausenden Blauwasser- und Fahrten-segler, die sich in der Woche vor dem Start unter die Zehntausenden Besucher mischten oder im Internet das Vor-Start-Geschehen schon seit Wochen verfolgten, konnten und wollten sich eher mit Typen wie Carruzzo identifizieren, die gewagt, aber nun mal nicht gewonnen haben, als mit Helden wie Knox-Johnston, der damals schier Übermenschliches vollbrachte.

Erste Regel: Segle alleine nonstop rundum
Selbstverständlich liegt es in der Natur einer Jubiläumsveranstaltung wie dem „Golden Globe Race“, dass sich nahezu alles um den „Blick zurück“ dreht. Nostalgie bis hin zur Rührseligkeit, aber auch das meist wehmütige Augenmerk auf die vermeintlich „gute alte Zeit“ spielen somit bei dieser Regatta eine primäre Rolle.

Was sich naturgemäß in den Regeln niederschlägt – alles soll dem original Golden Globe Race vor 50 Jahren so sehr wie nur möglich ähneln. Regel Nummer eins: segle alleine, nonstop um die Welt. Regel Nummer zwei: nutze keine elektronischen Navigationshilfen wie GPS oder Plotter, sondern navigiere mit Sextant und Seekarte. Regel Nummer drei: segle auf einem Boot, dessen Riss aus der Zeit vor 1988 stammt. Regel Nummer vier: Nimm keine Hilfe von außen in Anspruch. Regel Nummer fünf: Es gibt keinen Kontakt zur Außenwelt, außer einem Sicherheitstelefonat ein Mal wöchentlich.


»Ich bin in Rekordzeit über den Atlantik gerudert. In den Flautentagen kann ich mein Boot problemlos neun bis zehn Stunden mit Muskelkraft voranbringen!«


Mark Slats, Niederlande, auf einer Rustler 36

Vorteil durch Fitness: Bei Flaute bringt Mark Slats seine Maverick mit Hilfe eines Ruderblattes voran.


Die Joshua von Bernard Moitessier segelt die Startlinie entlang. Das Schiff nahm bereits am ersten Golden Globe Race teil .


Bei einem Gespräch mit dem Australier Don McIntyre, Organisator des Rennens, wenige Tage vor dem Start wurde deutlich, dass vor allem das Alter der Boote und ihre Ausrüstung eine essenzielle Rolle bei der sich rasend schnell ausbreitenden Begeisterung für dieses Rennen spielt. Denn mit Booten, die allesamt Langkieler sind, ausschließlich mit einer mechanischen Selbststeuerungsanlage ausgerüstet sein dürfen und auf denen etwa Solar-Panels zur Energieversorgung genauso tabu sind wie Brennstoffzellen, können „normale“ Blauwassersegler einfach mehr „anfangen“.

Zumindest mehr als mit den hochgezüchteten Renngeschossen aus Carbon im Stile von 65 Fuß langen IMOCA, wie sie etwa bei der Vendée Globe, der aktuell spektakulärsten Einhand-Weltumseglungs-Regatta der Welt, eingesetzt werden.

Auch dann nicht, wenn man sich vor Augen hält, dass diese Regatta mit ihren Rennboliden und Kampagnen, die nicht selten acht Millionen Euro pro Boot überschreiten, eigentlich nur existiert, weil vor 50 Jahren ein gewisser Robin Knox-Johnston erstmals einhand um die Welt segelte und dabei eine Prämie im Gegenwert von heutigen 60.000 Euro gewann – die er den Hinterbliebenen des auf See gebliebenen Donald Crowhurst schenkte.

Altersdurchschnitt:47 Jahre • Mittlere Bootslänge:34 Fuß • Teilnehmende Nationen:12


»Ich habe mich jahrelang auf der Laser-Jolle abgeplagt, habe Yachten in der nördlichsten Nordsee rund um Island geskippert – da müsste das bisschen Weltumseglung doch eigentlich auch klappen!«


Susie Goodall (28), Großbritannien, auf einer Rustler 36

„Die Boote führen in ihrer relativen Einfachheit letztendlich dazu, dass sich normale Fahrtensegler wieder mit einer Einhand-Nonstop-Weltumseglung voll und ganz identifizieren können“, bestätigt Don McIntyre in einer Pressekonferenz. „Und die Ereignisse, die auf einem Elf-Meter-Langkieler ohne Übertakelung mit herkömmlicher Mechanik passieren können, sind für fast jeden, der schon mal in Richtung Horizont segelte, nachvollziehbar.“

So bestätigt dann auch der Italiener Carruzzo mit seinem sympathisch-charmanten Lächeln auf den Lippen, dass hier etwas ganz anderes als bei den modernen Hochseerennen mit hochgezüchteten Rennboliden passiert. Selbstverständlich sei es wundervoll, die 65-Fuß-IMOCA bei ihren Foil-Flugversuchen im Southern Ocean aus der Drohnen-Perspektive zu beobachten. Doch eine Art Zugehörigkeit, eine Nähe zu den Protagonisten, wird man so niemals erreichen können.

Susie Goodall auf der DHL Starlight. Mit 28 Jahren ist sie die jüngste Skipperin, die am Golden Globe Race teilnimmt .


Ganz anders beim Golden Globe Race. Dort müssen die Teilnehmer zwar auch unter erschwerten Bedingungen segeln – die Navigation mit dem Sextanten ist heutzutage ja so was von „out“ – und dennoch handelt es sich hier um Probleme, an die man sich als Normal-Langfahrt-Segler zumindest theoretisch herantrauen würde. Kein Vergleich zu der Frage, ob bei vier Meter hohen Wellen und einer Bootsgeschwindigkeit von 30 Knoten die Foils wirklich noch Vorteile bringen.

Und über das omnipräsente Thema „Einsamkeit“ wurde öffentlich und privat wohl noch nie so viel gesprochen, wie vor dem Golden Globe Race. Was angesichts einer angenommenen Weltumrundungszeit von 250 Tagen ohne kommunikativen Kontakt zur Außenwelt durchaus verständlich erscheint.

Rennen der Emotionen
Es läuft eben alles auf Emotionen hinaus und auf ein „Dabeisein“ im klassischen Sinne. So war und ist zu erwarten, dass die Teilnehmer des Golden Globe Races, nachdem sie am 1. Juli bei extrem leichten Winden vor Les Sables-d’Olonnes starteten, genau die Dinge erleben werden, von denen jeder Langfahrtsegler seit dem Golden Globe Race 1968/69 zumindest träumte. Unter den 30.000 Fans, die ihnen zum Abschied zujubelten, war zumindest gefühlt ein überproportional hoher Anteil aktiver Segler, die sich irgendwie der großen Familie zugehörig fühlten. Kein Kunststück, denn von Anfang an boten die Teilnehmer ihren Fans genau das, was sie sehen, hören und fühlen wollten: Emotionen satt!

Da wurde beim Abschied an nahezu jedem Boot geweint, manche Segler umarmten eine halbe Stunde lang wildfremde Menschen am Steg, nur um für die nächsten 250 Tage menschliche Kontakte zu speichern. Beim Start ärgerten sich die ersten Teilnehmer über eine viel zu große Begleit-Armada, darunter auch Superyachten, die mit ihren riesigen Segelflächen Windschatten spendeten und den Betroffenen fünf Minuten Rückstand bescherten.

Nach einer Woche gab der erste Teilnehmer auf – er habe zu sehr unter der Trennung von seiner Familie gelitten. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungszeit fiel ihm ein, dass man in diesem Rennen tatsächlich auf sich alleine gestellt ist.

Unter dem Jubel zahlreicher Fans und bei leichten Winden starteten die Teilnehmer am 1. Juli vor Les Sables-d‘Olonnes.


»Ich habe 200.000 Seemeilen mit den Größten auf meinem Buckel: Tabarly, Mac Arthur, Gauthier, le Cleac’h, Desjoyeaux… war aber noch nie solo unterwegs. Das wird spaßig, ich konnte schon immer am besten über meine Witze lachen!«


Philippe Péché, Frankreich, auf einer Rustler 36

Die ersten drei Boote lieferten sich heiße Kopf-an-Kopf-Rennen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fünf Knoten. Einer der Favoriten, Mark Slats, hatte sein Boot zu diesem Zeitpunkt schon durch mehrere kleinere Flauten gerudert.

Und der führende Franzose Philippe Péché verfehlte die Anfahrt auf das erste Navigations-Gate vor den kanarischen Inseln, weil er bei tagelang bedecktem Himmel zuvor „kein anständiges Besteck nehmen konnte“. Mal ehrlich, wann hat man das zuletzt bei einer Regatta vernommen?

Ein zweiter Teilnehmer warf nach zwei Wochen das Handtuch, „weil er sich nicht mehr wohl in seiner Haut fühlte“. Es gab technische Probleme mit den Windpiloten, die bei dem einen oder anderen Segler nicht so funktionierten wie erhofft. Einer musste sogar die Reise für einen Reparatur-Stopp unterbrechen, weil er Ersatzteile von Land brauchte. Was zur Disqualifikation von der Golden-Globe-Race-Regatta führte. Aber nur von dieser – denn für solche Fälle hatte man vorgesorgt und den sogenannten Chichester-Modus erfunden. Weil seinerzeit Sir Francis Chichester einhand mit nur einem Stopp um die Welt segelte, gibt es nun diese Chance auch für Golden-Globe-Race-Teilnehmer. Dabeisein ist eben alles!

Ältester Skipper: Jean-Luc van den Heede,72 Jahre • Jüngste Skipperin: Susie Goodall,28 Jahre


Fotos: Michael Kunst

Fotos: Michael Kunst

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