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Reportage: GOLIATH GROUPER: Kampf mit den Knochenbrechern


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 74/2018 vom 07.12.2018

Sie suchen das ultimative Drill-Erlebnis? Dann sollten Sie sich einmal mit dem Goliath Grouper anlegen. Dieser gewaltige Barsch lauert vor der Küste Floridas. Nicht selten hält das Gerät den Belastungen nicht stand und manchmal erleiden sogar Angler Knochenbrüche.


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Geschafft! Gregor mit einem etwa 80 Kilo schweren Goliath Grouper. Catch & Release ist Pflicht, die Fische dürfen auch nicht aus dem Wasser gehoben werden.


FOTOS: G. BRADLER

Ich sehe, wie sich die dicke Monofilschnur strafft, unser Guide Michel ruft: „Ja, er ist dran, Bremse komplett schließen und kurbeln.” Ich bewege den Hebel der Schiebebremse ...

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... bis zum Anschlag nach vorn, drehe an der Kurbel der großen Multirolle, bringe die zwei (!) Millimeter dicke Monofilschnur auf die Spule und hebe die Rute an, als ich den Fisch in der Rute spüre. Der Circle Hook hat gegriffen. Was jetzt passiert, habe ich noch nicht erlebt. Es fühlt sich an, als hätte ich ein U-Boot gehakt. Die 130-lbs-Rute ist krumm bis ins Handteil und ich mache einen Satz nach vorn. Michel springt mir bei, umklammert mich von hinten und ruft: „Power, Power, Rute runter, kurbeln, Rute hoch, schnell, schnell, schnell!” Ich kämpfe wie ein Löwe um jeden Meter Schnur, am anderen Ende der Leine tobt ein Gegner, der definitiv viel stärker ist als ich. Michel hält mich weiterhin fest und blockiert mit der Hand zusätzlich die Spule. Nach nur einer Minute Drill bin ich vollkommen erschöpft, der Fisch muss sich jetzt nicht mehr weit vom Boot entfernt befinden. Plötzlich ist die Spannung weg, ich kurbele die lockere Schnur ein. Der Haken ist aufgebogen – ein 13/0er Circle Hook! Ich muss mich erst einmal hinsetzen und einen Schluck Wasser trinken. Michel ist genauso erschöpft wie ich und sagt: „Zwischen 100 und 200 Kilo hatte der bestimmt …” Mit „der” meint er den Goliath Grouper, der den großen Circle Hook aufgebogen hatte wie einen kleinen, dünndrahtigen Stipphaken. Hier vor der Küste Floridas kommt diese Fischart vor, die auch unter dem Namen Riesenzackenbarsch bekannt ist. Die Fische erreichen Gewichte bis über 400 Kilo und werden etwa 2,50 Meter lang. Und sie verfügen über Bärenkräfte, die mit keinem anderen Fisch vergleichbar sind, den ich bisher gefangen habe. Goliath Grouper halten sich an Steinformationen und in Schiffswracks auf. Kommt etwas Fressbares in die Nähe ihres Unterstandes, schießen sie hervor, saugen es ein und kehren dann in ihr Versteck zurück. Aus diesem Grund darf man einem gehakten Fisch möglichst keinen Meter Schnur geben, sonst flüchtet der Zackenbarsch zwischen die Steine oder ins Wrack – und dann ist die Schnur durchtrennt. Früher wurde diese Fischart aufgrund ihres schmackhaften Fleisches stark befischt und war fast ausgerottet. Dann setzte die Regierung ein komplettes Entnahmeverbot durch. Angler dürfen auf den Goliath Grouper fischen, aber Catch & Release ist Pflicht. Mittlerweile sind die Bestände wieder sehr gut und wer die richtigen Stellen kennt, hat gute Chancen, einen oder mehrere Goliath Grouper an den Haken zu bekommen. Aber wie schon beschrieben:

Schweres Gerät: Die monofile Hauptschnur hat einen Durchmesser von zwei Millimetern!


Einfache Montage: Der Köderfisch wird an einem großen Circle Hook angeboten. Eine Blei-Olive bringt den Köder zum Grund. Es wird relativ flach geangelt.


Beim Drill eines Goliath kommen Mensch und Gerät an ihre Grenzen. Gut, dass der Guide zur Stelle ist und den Angler festhält.


Ein Fisch jenseits der 100 Kilo hat den 13/0er Circle Hook im Drill aufgebogen.


Den Fisch zu haken, ist das eine, ihn auch ans Boot zu bekommen, das andere. In den nächsten Tagen bekommen mein Mitangler Christian und ich noch viele Bisse und können Goliath Grouper zwischen 20 und etwa 90 Kilo bezwingen. Die Fische dürfen übrigens nicht aus dem Wasser gehoben werden, ein Erinnerungsfoto muss man „über die Bordwand“ schießen. Jeder Drill ist Schwerstarbeit und manchmal haben wir schon ein bisschen Angst, wenn sich beim Biss die Schnur strafft. Ob da wieder ein U-Boot am Haken hängt, das mit uns kurzen Prozess macht? Am Ende der Woche berichtet uns Michel, dass er nach jeder Angeltour glücklich sei, wenn sich kein Gast verletzt habe. Er hat beim Grouper-Angeln schon alles erlebt: Von Quetschungen über Risswunden bis hin zu Knochenbrüchen. Als wir wieder im Flugzeug sitzen, schmerzen mir die Arme und der Rücken. Aber ich habe schon wieder Lust auf eine Runde Schwergewichtskampf mit den Knochenbrechern von Florida.

INFO

Entlang der Küste Floridas hat man an vielen Stellen gute Fangchancen auf Grouper. Die Hotspots (Steinfelder, Wracks, Brückenpfeiler) liegen meist nicht weit von der Küste entfernt. Wer auf Grouper angeln möchte, sollte körperlich in guter Verfassung sein, denn die Drills sind zwar meist kurz, aber dafür extrem anstrengend. Viele Guiding-Unternehmen bieten Ausfahrten zum “Goliath Grouper”-Angeln an. Hier eine kleine Auswahl:Chew on this Fishing Trips www.chewonthis.tvGoliath Fishing www.goliathfishing.comAnother Keeper Charters www.anotherkeeper.comTail Chaser Charter Services www.tailchasercharters.com

Das ist mal ein Beifang! Christian mit einem über zwei Meter langen Zitronenhai.