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Reportage: Kein Zurück für Site C


PROTRADER - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 27.03.2018

Die kanadische Provinz British Columbia baut ein neues Mega-Kraftwerk. Das Projekt, vor über dreißig Jahren geprüft und als unwirtschaftlich abgelehnt, wurde unter Verweis auf die im Kyoto-Protokoll eingegangenen Verpflichtungen von der letzten Regionalregierung durchgeboxt und ist in der Bevölkerung höchst umstritten


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Bildquelle: PROTRADER, Ausgabe 4/2018

Das Gelände zu Beginn der Bauarbeiten. Der Nordhang zeigt sich noch unberührt, während am Südufer bereits Zufahrtswege und die Lage der Baugrube für das Fundament der Maschinenhalle zu erkennen sind


Branche
Kraftwerksbau

Reportage
Site C British Columbia

Wir haben als Regierung von British ...

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Wir haben als Regierung von British Columbia Site C nun eingehend geprüft“, konnte John Horgan, der kurz zuvor gewählte Regierungschef der kanadischen Provinz, Ende letzten Jahres vor der Presse das Einlösen eines zentralen Wahlversprechens seiner Partei verkünden, „und uns letztlich doch für den Weiterbau entschieden. Es ist klar, dass Site C nie hätte begonnen werden dürfen. Aber wir können die Vergangenheit nicht ändern. Wir können nur dafür sorgen, dass das Projekt nicht in einem totalen Desaster endet.“ Der ungeliebte Bau wird somit, und diesem Umstand verdankt sich auch seine einstweilen gefundene Projektbezeichnung, der nunmehr dritte Staudamm, der am Peace River im Nordosten der kanadischen Provinz entstehen soll. Auf dem Weg der sich letztlich Richtung Nordpolarmeer bewegenden Fluten des Peace River stellen sich also schon jetzt zwei Barrieren in den Weg. Zunächst stürzen sie am bereits 1968 in Betrieb genommenen W. A. C. Bennett Dam 186 Meter in die Tiefe, um die dort installierten Turbinen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 2916 Megawatt in Rotation zu versetzen. Dann folgt nach einer Flussstrecke von nur 23 Kilometern der Peace Canyon Dam von 1980 mit einer Fallhöhe von 50 Metern und 700 Megawatt Leistung. In wenigen Jahren wird der Strom nun keine 100 Kilometer weiter in der Nähe von Fort St. John eine dritte Staustufe überwinden müssen.
Auf einen Niveauunterschied von 60 Metern wird der geplante, über einen Kilometer lange Schüttdamm des regionalen Energieversorgers BC Hydro hier die Wassermassen steigen lassen, um mit Hilfe von 6 Turbinen eine elektrische Spitzenleistung von 1100 Megawatt ins Netz zu liefern. In der Folge wird Site C den Peace River zu einem 83 Kilomater langen See aufstauen, der bis zum Peace Canyon Dam zurückreicht und den Flusslauf in etwa auf das Dreifache verbreitern wird. Mit dem Moberly River und dem Halfway River werden zudem zwei weitere, kurz vor dem Damm in den Strom mündende Seitenflüsse von diesem Rückstau betroffen sein, die auf einer Länge von 10 bzw. 14 Kilometern deutlich in die Breite gehen werden.

Schaffung vollendeter Tatsachen

Unvermeidbar ist demnach, dass zahlreichen Betrieben der landwirtschaftlich intensiv genutzten Region Anbaufläche verloren geht. Mehr noch: Auch mehrere Kultstätten der First Nations, der indianischen Urbevölkerung Kanadas, werden in den Fluten versinken. Getragen von diesen beiden Gruppen formierte sich im Nordosten von British Columbia daher seit der Genehmigung von Site C im Oktober 2014 erheblicher Widerstand gegen das Projekt, der sich nicht nur an den mit ihm verbundenen Landverlusten, sondern auch an der unzureichenden Information und Abstimmung sowie Zweifeln an seiner Wirtschaftlichkeit entzündete.
Das von der vorigen liberalen Regierung befürwortete Megaprojekt Site C sei nicht nur miserabel gemanagt, sondern auch mit Macht bis zu einem Point of no Return gepeitscht worden, hatte Horgan im letzten Dezember beklagt. Diese von dem vormaligen Regierungschef selbst gebrauchte Formulierung umschreibt letztlich nichts anderes, als dass ein Stopp der laufenden Bauarbeiten ein Loch von umgerechnet 2,5 Mrd. Euro in den Haushalt reißen würde, ohne dass die Menschen dafür auch nur die geringste Gegenleistung bekämen. Zu den bereits ausgegebenen 1,3 Mrd. Euro kämen nämlich selbst im Falle einer Aufgabe des Projekts weitere 1,2 Mrd. Euro, die man in Renaturierungsmaßnahmen stecken müsste.

Der Hang am Nordufer des Peace River muss wegen seiner Instabilität weitestgehend abgetragen werden


Denn auch wenn vom eigentlichen Staudamm, dem Kraftwerk und zugehörigen Bauten noch nichts zu sehen ist, gleicht das Areal rings um das geplante Bauwerk längst einer Mondlandschaft. Die mit der Schaffung von Zufahrtswegen und Unterkünften im Sommer 2015 begonnenen Bauarbeiten haben ein immenses Ausmaß angenommen. Weit mehr als 2000 Menschen arbeiten mittlerweile hier und haben Landschaftsbild und Topografie massiv verändert. Abgesehen von solchen Erd- und Gesteinsbewegungen, die das Bauwerk selbst diktierte, wurden, bedingt durch das extrem schwierige Gelände, weitere enorme Eingriffe nötig.

Gewaltige Erdbewegungen

Umfangreiche geotechnische Untersuchungen förderten etwa eine unzureichende Stabilität des steilen Hangs am Nordufer zutage und stellten damit eine ausreichend stabile Auflage der geplanten Dammschüttung infrage. Die Schlussfolgerung der Ingenieure lautete daher, den Hang so weit zu schleifen, bis man auf festen Untergrund stoßen würde. Allein diese auf eine Dauer von mehreren Jahren angelegte Maßnahme erfordert den Abtrag und den Transport von ungefähr 9 Millionen Kubikmetern Boden und Geröll.
Einen Teil des Materials konnte man unmittelbar weiterverwenden, um den nördlichen Seitenarm des Stroms zuzuschütten, den der Peace River beim Umfließen einer auf Höhe der Baustelle in seinem Bett gelegenen Insel bildet. Die derart entstehende Landzunge schafft so einen Engpass im Strom und bildet zugleich die entscheidende Basis für die auf ihrem Grund im Schlitzwandverfahren erfolgende Betonierung des nördlichen Kofferdamms. Dessen Aufgabe ist die Verfestigung dieser in das Flussbett ragenden Landmasse und ihre Abdichtung gegenüber dem unmittelbar vor ihr vorbeifließenden Peace River. Nach Fertigstellung des Kofferdamms beginnt hier nämlich deutlich unterhalb des Wasserspiegels der Bau zweier Umleitungstunnel, welche die Wassermassen des Stroms zu einem späteren Punkt der Bauarbeiten auf einer Strecke von rund 750 Metern um die Basis des künftigen Dammbauwerks herum leiten sollen.

Blick von oben auf die Baustelle: 1. Arbeitersiedlung; 2. begonnener Abtrag des Nordhangs; 3. Umleitungstunnel; 4. u. 5. Kofferdämme; 6. Wasserzulauf; 7. Maschinenhaus


Um das zu erreichen, muss freilich der Hauptstromkanal des Peace River vollständig verschlossen werden. Dieser anspruchsvollste Bauabschnitt des Staudammprojekts verlangt einen Beginn bei möglichst niedriger Wasserführung und ist daher nur einmal im Jahr im Spätsommer möglich. Anfang Oktober letzten Jahres musste der Chef des Energieversorgers BC Hydro, Chris O‘Riley, allerdings einräumen, dass man dieses Zeitfenster für einen der entscheidendsten Schritte der Bauarbeiten im September 2019 verpassen würde. Demgegenüber sei der Stand der Bauarbeiten am Südufer des Stroms noch im Zeitplan. Hier soll entlang der Achse einer natürlichen Bruchkante des Geländes ungefähr in Ostwest-Orientierung parallel zum Flussbett das Maschinenhaus des Kraftwerks mit den sechs Francis-Turbinen und den 183-Megawatt-Generatoren sowie die sich darüber rund 60 Meter hoch auftürmende, rechtwinklig zum eigentlichen Damm angeordnete Staumauer entstehen. Um einen Ablauf der Wassermassen in ihr angestammtes Bett zu ermöglichen, muss überdies der Zulaufkanal mehrere hundert Meter hinter die ursprüngliche Uferlinie verlegt werden.

Schematisierter Ablauf der Umleitung des Peace River: Zunächst entstehen die beiden Kofferdämme


Wobei der nördliche Damm im Wesentlichen auf der im Fluss liegenden Insel entsteht. Dann werden zwei Umleitungstunnel erstellt


Bei Niedrigwasser wird schließlich der mittlere Abschnitt verschlossen, um eine Basis für die Dammschüttung zu erhalten


Beginn des Anlagenbaus

Das, sowie die nötige tiefe Ausschachtung des Fundaments erforderte auch auf der Südseite einen enorm breiten Abtrag des Geländes. Dort, wo inzwischen das rund 800 Meter lange Fundament des Kraftwerks betoniert wird, reichte die entstandene Baugrube bis in den Felsuntergrund unter den Erdschichten hinab. Derweil hat auch Voith Hydro, bereits mit der (erfolgreich abgeschlossenen) Ausstattung diverser anderer Kraftwerke in Kanada betraut und eben auch hier verantwortlich für die Lieferung und die Installierung von Turbinen, Gehäusen und Generatoren, die für die Montage der Anlagen auf dem Gelände errichtete Werkshalle bezogen. Hier soll der Stahlbau, etwa der Turbinengehäuse und der Statoren, sowie die Montage gelieferter Baugruppen erfolgen.

Stadien der Bauarbeiten am Südufer. Hier wird in der tiefen Senke das Maschinenhaus mit den Turbinen entstehen, auf dem mittleren Plateau entsteht der Zulauf


Turbinen, Antriebswellen und andere Bauteile, die nur in Spezialwerkstätten mit Maschinenpark in entsprechendem Maßstab gefertigt werden können, werden bei Voith Hydro in Brasilien gebaut dann nach Texas verschifft und von dort aus per Lkw angeliefert. Bis zu 150 Spezialisten werden hier tätig sein, bis 2022 die letzte Generatoreinheit eingebaut ist.
Bis es allerdings so weit ist, dass Druckleitungen, Turbinen- und Lagergehäuse montiert werden können, hat die Bauleitung von Site C zunächst andere Sorgen. So gilt es etwa für die Phase der Arbeiten am mittleren Abschnitt des Schüttdamms Vorkehrungen zu treffen, die der Gefahr des Verstopfens eines der Umleitungstunnel entgegenwirken. So wird in der Eintrittszone der Tunnelöffnung ein Spezialkran installiert, der in der Lage ist, größeres Treibgut zu bergen. Ein Doppelachsensonar des Spezialisten Kongsberg dient dabei als Frühwarnsystem, um getauchtes Treibgut, insbesondere Bäume, ausfindig zu machen.
Bäume, Sträucher und die gesamte übrige Vegetation gilt es ferner auch hinsichtlich des Ziels eines möglichst geringen ökologischen Fußabdrucks des Projekts im Blick zu behalten. Würde man diese sich selbst überlassen, entstünden bei der nach ihrer Überflutung beginnenden Zersetzung große Mengen des klimaschädlichen Methans und des hochgradig giftigen Methylquecksilbers. So hat der Bauherr regelrechte Kampagnen zur Entnahme von Nutzholz in den betreffenden Bereichen ausgelobt, die ab diesem Frühjahr beginnen sollen.

Galoppierende Kosten

Das eigentliche Problem von BC Hydro ist unterdessen ein ganz anderes: Das neue Kraftwerk wird nämlich extrem teuer. Allein die durch das Verfehlen des Zeitfensters für die Umleitung des Peace River verursachte einjährige Verzögerung des Baufortschritts kostet das Unternehmen stolze 380 Millionen Euro. Insgesamt beziffert BC Hydro das für die Fertigstellung nötige Budget inzwischen auf sage und schreibe 6,7 Mrd. Euro. Die zu erwartenden immensen Kosten und die insofern fragwürdige Wirtschaftlichkeit des keineswegs neuen Projekts hatten schon zwischen 1981 und 1983 in den entsprechenden Anhörungen der British Columbia Utilities Commission zu seiner Ablehnung geführt. Außerdem hatte die Kommission die undurchsichtigen Prognosen des Unternehmens im Hinblick auf den künftigen Strombedarf moniert. BC Hydro hatte daraufhin beschlossen, Strom von unabhängigen Stromproduzenten aus den USA zu kaufen.
Zu einer gänzlich neuen Situation war es allerdings durch den im April 2010 von der damaligen kanadischen Regierung verabschiedeten Clean Energy Act gekommen. Über Nacht war Site C von der Notwendigkeit einer Überprüfung durch die Kommission für Versorgungsunternehmen befreit. Unmittelbar danach hatte die vorige Regierung der Provinz bekanntgegeben, dass sie nunmehr die Pläne zur Realisierung von Site C mit Nachdruck verfolgen wolle. Billiger war das Projekt knapp dreißig Jahre später allerdings nicht geworden.

Eine 2011 zu Beginn der Vorstudien zu Site C veröffentlichte Aktualisierung der ersten Gesamtrechnung bezifferte die Kosten für den Bau auf 4,9 Mrd. Euro. Als Site C im Oktober 2014 nach einer dreijährigen Umweltprüfung genehmigt wurde, sollte die Anlage dann 5,2 Mrd. Euro plus weitere 463 Millionen Euro für die Verlegung einer neuen Stromtrasse kosten. Einige Experten halten es sogar für möglich, dass das Gesamtbudget die Höhe von 6,8 bis 7,5 Mrd. Euro erreicht. Die hohen Baukosten können sich für Site C allerdings als dauerhafter Ballast erweisen. 2016 stellte der frühere Wirtschaftsminister von British Columbia, Harry Swain, die durch einen Verkauf des von Site C produzierten Stroms auf dem US Spot Market erzielbaren Einnahmen von gerade einmal 1,12 Mrd. Euro den Baukosten gegenüber und stellte die Frage, ob der Fehlbetrag von 4,36 Mrd. Euro wie üblich dem Steuerzahler überlassen würde. Darüber hinaus sei festzustellen, dass der Stromverbrauch seit den frühen Achtzigern bei Weitem nicht mit dem seither zu verzeichnenden Bevölkerungswachstum korreliere.

Rechenspiele

BC Hydro hält dagegen, Site C sei gekennzeichnet durch eine außerordentlich hohe Effektivität. Ausgestattet mit einem Reservoir, dessen Größe bei nur 5 Prozent der Größe des vom Bennett Dam aufgestauten Williston Reservoirs liege, käme Site C unterdessen auf eine Stromausbeute, die bei 35 Prozent jener des Bennett Dam liege. Auch bei einer Inbezugsetzung von Baukosten und durchschnittlicher Leistung belege Site C im Vergleich mit anderen hauseigenen Anlagen eher einen mittleren Platz. So könne der Ruskin Dam gegenüber 82,6 Megawatt pro einer Mrd. Euro Baukosten von Site C zwar mit 88,8 Megawatt pro einer Mrd. Euro Baukosten punkten, der John Hart Dam erreiche aber nur einen Wert 74,9. (Die Werte von Kanadischen Dollar jeweils auf Euro umgerechnet) Derlei Zahlenspiele entlarven sich als solche aber umgehend, wenn man die Inbetriebnahme dieser zum Vergleich herangezogenen Bauten zurate zieht: Der Ruskin Dam produziert seit 1930 elektrischen Strom, der John Hart Dam seit 1947. Welchen Sinn darf man also darin sehen, die Baukosten von vor mehr als 70 Jahren mit heutigen Kosten in Bezug zu setzen?

Die Fundamentierungsarbeiten für die Maschinenhalle und die Kraftwerksanlagen haben begonnen. Man sieht hier, wie tief unter das Niveau des in etwa in Bildmitte vorbeifließenden Peace River das Fundament hinabreicht Erdbewegungsarbeiten laufen auch bei frostigen Temperaturen auf Hochtouren


In der europäischen Stromwirtschaft hat sich statt der oben genannten, wenig aussagefähigen Angaben das Konstrukt der Gestehungskosten etabliert. Ein Wert, der nach einer komplizierten Formel (die etwa für Kohlekraftwerke auch die Kosten für den Ausstoß von CO2 miteinbezieht) die Kosten für die Stromproduktion üblicherweise in Eurocent pro Kilowattstunde beziffert. Das macht allein schon insofern Sinn, als etwa bei Site C der installierten elektrischen Leistung von 1100 Megawatt übers Jahr gerechnet nur eine durchschnittlich erzielbare Leistung von 680 Megawatt gegenübersteht. Hier schneidet Site C einstweilen nicht so schlecht ab: Der von BC Hydro angegebene (und auf €/kWh umgerechnete) Wert liegt bei knapp über 5 Cent pro Kilowattstunde und damit im Mittelfeld einer Bandbreite, die sich nach Zahlen des Interessenverbands VGB PowerTech von 2015 zwischen 2,2 und 10,8 Cent pro Kilowattstunde bewegt.
Doch auch dieser Wert könnte sich als Phantasienummer herausstellen. Einen zuverlässigen Wert erhält man selbstverständlich erst dann, wenn die Schlussrechnung vorliegt.


Fotos | Site C Project, Google