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REPORTAGE PORTUGAL: ALGARVE & CASCAIS: Sonne satt


Alpentourer - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 21.06.2019

Im eiskalten Februar dämmern die meisten Bikes in hiesigen Schuppen und Garagen. In Portugal kann man in dieser Zeit dagegen auf einem Mietmotorrad um die Kurven flitzen, ohne zu Schwitzen. Und dabei Küstenlandschaft, Küche sowie Kultur genießen .

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Fotos: Ina Penßler und Thomas Krämer

Bei der Landung in Faro ziehen am Fenster des Fliegers erst grüne Hügel vorbei, dann das Meer. Eine Woche im portugiesischen Frühling liegt vor uns. Am Flughafen wartet bereits Nuno Ramos von Soulful Bikes auf Partnerin Ina und mich und bringt uns kurz darauf in seine Garage in Faro. Hier könnten wir nun auf einem ...

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... Triumph-Roadster weiterreiten, einer Royal Enfield oder einer BMW R nineT, alles Maschinen mit viel Herz und Charme, ideal für kurze Trips oder Wochenendtouren an der Algarve.

Wir entscheiden uns jedoch für eine Street Glide aus Milwaukee, die für zwei Personen einfach mehr Platz bietet – und freuen uns, dass Nuno so nett ist und unser Gepäck ins Hotel bringt. Die Tage sind Mitte Februar noch nicht sehr lang. Doch nach einem Drink in der Bar des Praia Verde Boutique- Hotels wollen wir unbedingt noch an den Strand. Das Meer sehen, hören und riechen. Ankommen …

Ruben Faria kennt sich als Dakar-Fahrer nicht nur in der Wüste aus, sondern auch in seiner Heimat, der Algarve.


Über Stock und Stein

Am nächsten Morgen parkt ein Transporter vor dem Eingang des Hotels. „Ruben Faria Adventure Tours“ steht darauf. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein mehrfacher Rally Dakar-Teilnehmer, der 2013 immerhin den zweiten Platz belegte und mich an diesem Tag in seine Offroad-Heimat mitnehmen will. Und die ist dort, wo der Rio Guadiana dem Meer entgegenf ließt und gleichzeitig die Grenze nach Spanien bildet.

Der Legende nach war er einer der drei Flussgeister – neben dem Tejo und Douro – die einen Wettlauf veranstalten wollten, wer von Spanien aus zuerst den Atlantik erreichen würde. Guadiana wachte am Tag des Wettbewerbs früh auf und konnte sich die schönste Strecke heraussuchen.

Für unsere Strecke ist an diesem Tag Ruben verantwortlich. „Mittagessen gibt es in Alcoutim“, gibt er zumindest die Richtung vor. Der kleine Grenzort ist zwar gerade einmal 30 Kilometer entfernt. Luftlinie. Aber die entspricht nicht unserer Route – Ruben fährt mich schwindelig. Abseits des Asphalts entdeckt man eine Landschaft, die einem auf der Straße verborgen bleibt oder von der man allenfalls eine Ahnung bekommt.

Bei einer Offroad- Tour lernt man das abwechslungsreiche Hinterland kennen und bekommt Fahrtipps vom Experten.


Wir fahren über Schotterwege und staubige Sandpisten, queren Bäche, dass das Wasser bis zum Helmvisier hinauf spritzt, passieren abgelegene Höfe, wo ein paar Hühner laut gackernd Reißaus nehmen. Am Ende muss mir der Enduro- Profi aus der Patsche helfen. Als nur wenig erfahrenes Offroad-Greenhorn hatte ich mich bei der steilen Auffahrt auf einen Hügel für die falsche Spur entschieden und den Grip verloren. Der Meister meistert diese Stelle problemlos

Von der leichten Enduro geht es am nächsten Morgen erneut in den Sattel der Harley. Nuno hatte eine Route vorgeschlagen, auf der wir am Abend nach Estoi gelangen und damit unsere nächste Unterkunft erreichen sollten. Natürlich folgen wir der Idee des netten und ortskundigen Portugiesen und damit auch dem Rio Guadiano, der sich hier durch eine liebliche Landschaft schlängelt.


»Das Hinterland ist bestes Cruiserterrain auf kaum befahrenen Landstraßen.«


In Alcoutim duftet es verführerisch nach frisch gegrilltem Fisch. Wir suchen uns unsere Exemplare aus und bekommen diese wenig später auf der Terrasse des O Soeiro serviert. Glücklicherweise geht es nach dieser Mittagspause erst einmal vor allem geradeaus – bestes Cruiserterrain auf kaum befahrenen Landstraßen – bevor bei Martim Longo die ersten Kurven und hinter Cachopo die ersten Kehren deutlich mehr Konzentration erfordern, um die Harley auf dem herrlich zu fahrenden Teerbandzu hadfhndl, AADLKNadldaLKDHN alten.

Ungewohnt, aber ungemein spaßig: Mit einer Mash über kleine Straßen rund um Estoi kurven (oben). Übernachtet wird stilvoll im Pousada Palácio Estói (rechte Seite).


Im Pousada Palacio de Estoi werden wir die Nacht verbringen. Zuvor jedoch gibt es für mich eine Premiere. „Wollt ihr mal eine Runde mit dem Beiwagen drehen?“, hatte uns der ganz in der Nähe wohnende Nuno am Anfang der Reise gefragt. Nun steht sie vor uns, eine grüne Mash Family Side 400. 27 Pferde treiben den Motor der in China für das französische Unternehmen SAS gefertigten Maschine an. Den ganzen Tag hatte Ina versucht, auf dem aus unerfindlichen Gründen nach hinten geneigten Sozius der Harley Halt zu finden. Nun grinst sie neben mir aus dem bequemen Beiwagen heraus, als wir über das Hügelland rund um Estoi rollen.

Ganz gemächlich, was nicht unbedingt den wenigen PS, sondern vor allem dem ungewohnten Fahrgefühl zuzuschreiben ist. Ein erster Stopp in Fonte Ferrea, einer kleinen Parkanlage, in deren Zentrum stark eisenhaltige Quellen den Eukalyptusbäumen kostbares Wasser spenden. Unser ungewohntes Gefährt weckt Aufmerksamkeit – vor allem bei einer jungen Familie. Klar, der Nachwuchs darf einmal Platz nehmen. Im Beiwagen und natürlich auf der Sitzbank, Mama und den begeisterten Papa immer hinter sich wissend. Wir winken ihnen zum Abschied, nehmen auf kleinen Straßen Kurs auf den Cerro de S. Miguel.


»Unser ungewohntes Gefährt weckt Aufmerksamkeit bei einer jungen Familie.«


Den hatte uns Nuno für den Sonnenuntergang empfohlen und einen herrlichen Blick über die Algarve versprochen. Kurvig geht es auf schmaler Straße auf den 400 Meter hohen Gipfel mit 360-Grad-Panorama. Am Horizont verschmilzt das Meer mit dem Himmel, davor werden die wie hingewürfelt in der Landschaft verteilten Häuschen von der Abendsonne in ein goldenes Licht getaucht. Ein Moment zum Verharren, bis der Magen knurrt. Also Rückwärtsgang der Mash einlegen, ausparken und zurück zu unserem Hotel fahren.

Das ist ein Pousada, ein zu einer Unterkunft umgebautes historisches Gebäude. In diesem Fall ein im 19. Jahrhundert im Rokoko-Stil erbauter Palast. Die Zimmer: modern, das Restaurant: herrschaftlich, das Essen: lecker! So richtig bekommen wir die Schönheit des – durchaus bezahlbaren – Palastes jedoch erst am nächsten Morgen zu sehen, als die Mor-gensonne auf die rot-weiße Fassade und die Figuren im Park scheint. Hier könnte man bleiben, mal in den Pool springen oder auf einer Liege chillen. Wenn man die Zeit hätte …

Kleine Straßen schlängeln sich durch die Berge rund um Monchique.


Mit dem Reisedampfer an die Algarve

Wir jedoch sind gut eingetaktet, tauschen nun die Soulful-Bikes gegen einen Reisedampfer von Hertz ein, der in der Filiale in Faro in der Nähe des Flughafens für uns bereitsteht. Platz genug für zwei Personen plus Gepäck, denn unser Ziel am Abend ist die westliche Algarve. Für Sonnenanbeter mag die Küste zwischen Faro und Lagos mit ihren Stränden ihren Reiz haben. Auf dem Motorrad ist die Fahrt an den vielen Hotels vorbei jedoch wenig attraktiv. Das Städtchen Carvoeiro mit einem schönen, von Klippen umgebenen Sandstrand und gemütlichen Gassen ist eine der Ausnahmen, die von uns daher gerne für die Mittagspause genutzt wird.

Erst hinter Lagos kommt wieder Fahrspaß auf. Immer karger wird die Landschaft entlang der N 268, die Büsche wachsen nur noch kniehoch auf dem kargen Boden. Es ist nicht das Ende der Welt, das sich uns bald präsentiert – aber das südwestlichste Ende des europäischen Kontinents, an dessen Spitze sich der Leuchtturm Sao Vi-cente meistens wie durch ein Milchglas präsentiert. Knapp 60 Kilometer reicht sein Licht hinaus auf den Atlantik, was ihn zum hellsten Leuchtturm Europas macht. 70 Meter senkrecht unter uns klatschen die Atlantikwellen mit voller Wucht gegen die steile Felsküste; es weht eine salzige Gischt über das Land.

Der Leuchtturm am Cabo São Vicente hüllt sich in den Dunst des Meeres.


Eine gute Stunde später sitzen wir auf der Terrasse unserer Unterkunft, einem Gästehaus, im Vales Cruzeiros ein paar Kilometer östlich von Silves. Entspannung bei einem Bier und dem Blick auf die grünen Hügel, die sich um uns herum auf bauen. Schon im Morgengrauen zwitschern am nächsten Tag die Vögel, wecken uns sanft und leiten mit ihrem Konzert zum ersten Kaffee über. Rund 300 Kilometer liegen heute vor uns – die Fahrt entlang der Westküste nach Colares, einem Ort westlich von Lissabon. Auf der Autobahn wäre das in dreieinhalb Stunden erledigt. Wir haben uns jedoch eine andere Route ausgesucht.

Früh am Morgen rollen wir durch das Tal zum nahen Arade-Stausee. Ein Waldbrand hat hier seine Spuren hinterlassen, das Gras ergrünt gerade wieder zwischen den Steinen, die vom Feuer angekohlten wenigen Bäume treiben ihre Blätter aus. Für das schöne Städtchen Silves bleibt uns nur ein kurzer Blick, bevor uns die N 266 an Storchennestern vorbei hinauf in die Berge von Monchique führt. Links, rechts, rauf, runter, die Kurven mal eng, mal weit gezogen. So macht fahren Spaß!


»An Storchennestern vorbei führt uns die N266 hinauf in die Berge von Monchique.«


„Lass uns mal nach etwas zu Essen schauen“, sagt Ina nach einer Weile. Tatsächlich, völlig im Flow hatte ich die Zeit vergessen. Wir einigen uns auf einen Abstecher ans Meer nach Milfontes und finden ein gemütliches Restaurant direkt am Rio Mira, bevor dieser in den Atlantik f ließt. Das leckere Mittagsbuffet überrascht und überfordert angesichts der Auswahl – Pizza direkt aus dem Ofen, Salate, frischer Fisch oder doch Fleisch? Passt dann noch Nachtisch rein? Länger als geplant sitzen wir auf der Terrasse in der Sonne und stellen dann fest, dass noch nicht einmal die Hälfte der Strecke nach Colares geschafft ist. noch gut, hinaus nach Sintra bisweilen jedoch nur im Schritttempo.

Nach einem Waldbrand ergrünt die Landschaft im Vale Fuzeiros wieder.


Störche haben sich Orangenbäume bei Monchique als Platz ausgesucht, um ihren Nachwuchs aufzuziehen.


In Vasco de Gamas Geburtsort

Doch jetzt geht es zügiger voran, das Land ist f lach, die Straße oft gerade. Ein kurzer Stopp in Sines, dem Geburtsort des Seefahrers Vasco da Gama, dann weiter nach Norden, nur gebremst durch Unebenheiten, weil die Kiefern ihre Wurzeln bisweilen unter das Asphaltband geschoben haben. Die Fähre hinüber über den Rios Sado nach Setubal verpassen wir knapp, müssen eine Dreiviertelstunde auf das nächste Schiff warten. Cruisen dann an der fantastischen Costa Azul entlang und erreichen Lissabon mitten im freitäglichen Berufsverkehr. Hinein in die Stadt geht es

Die Klippen von Azenhos do Mar bei Colares sind bei Anglern beliebt.


Unsere Unterkunft, das Arribas Sintra Hotel, erreichen wir, als die Sonne schon längst untergegangen ist und die Straßenbeleuchtung eingeschaltet wurde. Wir beziehen unser Zimmer, öffnen die Balkontür – und werden vom Rauschen des Meeres empfangen. In der Dunkelheit rollen die Atlantikwellen an den Strand, brechen krachend an den Untiefen. Ein Anblick, der uns jeden Morgen, jeden Abend begeistern wird.


»Cabo da Roca – hier … wo die Erde endet und das Meer beginnt …«


Tagsüber sind wir natürlich unterwegs, bleiben jedoch weit unter der 100 Kilometer-Marke. Da sind die tollen, von Klippen umkränzten Strände. Zum Baden ist es freilich zu kühl, sind die Wellen zu hoch. Aber gucken, das geht. Bestens sogar. Am Praia da Adraga zum Beispiel, wo die Wellen ein Felsportal in den scharfkantigen Felsen gefräst haben und tosend an den Klippen zerbersten. Dazwischen taucht ein Speerfischer auf, der seinen Fang in einen Korb füllt und dann im Dunst verschwindet. Von hier sind es nur wenige Minuten mit dem Motorrad zum Cabo da Roca, dem von einem Leuchtturm geschmückten westlichsten Punkt des europäischen Festlands.

„Hier… wo die Erde endet und das Meer beginnt…“, so beschrieb der portugiesische National-dichter Luís de Camões diesen fantastischen Ort, an dem sich die Klippen 140 Meter hoch erheben und von der etwas später im Jahr gelb blühenden, aus Südafrika stammenden und deshalb hier unbeliebten Mittagsblume bedeckt werden.

An schönen Tagen scheint es kaum jemand in der Hauptstadt zu halten

Als die Luft erbebt, weil eine Harley-Gruppe den Parkplatz entert, cruisen wir weiter entlang der Küste nach Cascais, suchen uns in dem hübschen Städtchen ein kleines Restaurant und betrachten bei Meeresfrüchten und einem kühlen Drink das lebhafte Treiben in den Gassen. An schönen Tagen wie diesen scheint es kaum jemand in der nahen Hauptstadt zu halten. Da muss man raus, Sommerfrische genießen, am Strand Volleyball spielen oder – wie die besonders Mutigen – vielleicht sogar ein kurzes erstes Bad nehmen.

Da muss man sich ein wenig losreißen, um noch den „Höllenmund“ zu erleben, die Boca do Inferno genannte, am Ortsrand gelegene Schlucht, in der bei großen Wellen das Wasser senkrecht nach obenschießt. Und dann noch die Praia da Arriba, einen viele Kilometer langen Strandabschnitt in Sichtweite des Roca-Leuchtturms, der uns förmlich zu einer langen Pause zwingt. Wellen gucken, Möwen schauen, in einer Kuhle liegen, die Augen schließen und das Meer hören und riechen.

Wilder Küstenabschnitt bei Cascais. Im Hintergrund liegt der Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlands.


Das auf einem grünen Hügel gelegene Sintra ist eigentlich ein beliebter Ort für Urlauber, die der Sommerhitze entfliehen wollen. Die Katze sucht jedoch die Wärme der Frühjahrssonne (unten).


Den letzten Tag der einwöchigen Reise durch das südliche Portugal haben wir uns für Sintra aufgehoben. Schon vor Jahrhunderten haben sich gekrönte Häupter und der Geldadel in den Ort zurückgezogen. Der Wald brachte den von Sommerhitze geplagten Menschen Abkühlung, die exponierte Lage an einem Hügel immer wieder einen Hauch frischer Luft. Angenehm kühl ist es auch im Palácio Nacional de Sintra.

Ein Besuch enthüllt, was es mit den markanten Schornsteinen auf sich hat

Ein ganzes Jahrtausend ist er alt, ursprünglich von den Mauren gebaut, wurde er ab dem 14. Jahrhundert zur königlichen Sommerresistenz. Ein Besuch führt durch das spannende Gebäude und enthüllt am Ende, was es mit den zwei markanten Schornsteinen auf sich hat, die aus dem Dach ragen: Sie haben den Rauch und die Düfte aus der riesigen Küche ins Freie entlassen …

Ein letztes Mal sehen wir am Abend von unserer Terrasse die Sonne im Meer versinken, schmausen noch im rustikalen Restaurant O Croa und schlafen zum Klang der Wellen ein. Morgen sollte die letzte Etappe vor uns liegen, die Fahrt zur Hertz-Vertretung in Lissabon und dann zum Flughafen. Nach diesem Frühlingstrip würden zuhause noch ein paar Wochen Winter auf uns warten.

ALPENTOURER: INFORMATIONEN

Infos bei der Reiseplanung gibt es im Internet untervisitportugal.com und auf regionalen Seiten wievisitalgarve.pt odervisitcascais.com .

MIETMOTORRÄDER

Drei Flugstunden trennen Deutschland von Portugal und damit einem idealen Herbst- und Frühjahrsziel für Motorradtouren. Sowohl in Lissabon als auch an der Algarve können Motorräder gemietet werden. Vermieter sind Soulful Bikes (soulfulbikes. com ) und Hertz Ride (hertzride.com ).

CHARAKTERISTIK

Motorradfahrer finden an der Algarve sowohl an der Küste als auch im Hinterland tolle Strecken, die auch für Anfänger geeignet sind. Die Straßen – auch die Nebenstrecken – sind überwiegend in sehr gutem Zustand. Will man vorankommen, sollte man die Tourismuszentren am Meer meiden. Steht der Sinn dagegen nach einem Ausflug mit dem Bike zu Strand, gibt es hier viele Möglichkeiten. Cascais bietet schon allein wegen seiner Größe kaum Möglichkeiten für ausgiebige Ausritte. Dafür gibt es tolle Strecken wie die N247 entlang der Küste oder die aus Sintra hinausführende Estrada da Pena (Einbahnregelung). Die Gegend selbst ist aufgrund ihrer kulturellen Schätze (UNESCO-Erbe) auf jeden Fall einen Besuch wert!

Den Hochsommer (Juli und August) sollte man als Motorradfahrer aufgrund der Temperaturen meiden und das Winterhalbjahr nutzen. Zwischen Oktober und Februar muss man jedoch auch einmal mit Regen rechnen.

ESSEN & TRINKEN

Schmackhafte portugiesische Gerichte werden im RestaurantTertúlia Algarvia in Faro serviert.

tertulia-algarvia.pt

Gute und günstige Speisen ohne Schnickschnack kommen imCrôa am Praia Grande auf den Teller.

Eine unbedingte Empfehlung auf der Fahrt von der

Algarve nach Cascais ist dasHS Milfontes Beach direkt am Rio Mira.

hsmilfontesbeach.com

UNTERKUNFT

Strandzugang und modernes Ambiente sowie ein hervorragendes Restaurant zeichnen die weitläufige Anlage desPraia Verde Boutique Hotel an der östlichen Algarve aus.

praiaverderesort.com

In historischem Ambiente übernachtet man imPousada Palácio de Estoi . Die Zimmer sind im Gegensatz zum Gebäude modern und eher nüchtern gehalten. Sehr gute Küche, fantastische Gartenanlage, Pool.

pousadas.pt

Einfach, aber persönlicher ist die Atmosphäre imZITUR – Vale Cruzeiros Nature Guesthouse bei Silves. Toller Blick auf die umliegenden Hügel. Serviert wird gute Hausmannskost.

zitur.pt

Direkt am Meer liegt dasArribas Sintra Hotel . Fantastisch der Blick von der Zimmerterrasse auf den Sonnenuntergang über den Atlantikwellen. Guter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Sintra, Cascais oder Lissabon, um abends wieder dem Trubel zu entfliehen. Hervorragende Küche.

arribashotel.com

ATTRAKTIONEN

Tolle Offroad-Touren in das abwechslungsreiche Hinterland der Algarve bietet der Dakar-AbsolventRuben Faria an. Abseits der Straße lernt man das Land von einer ganz anderen Seite kennen.

rubenfariaadventuretours.com

Leuchttürme wie der an Europas Westzipfel liegende Cabo da Roca (GPS 38.78063, -9.49769 ) oder Sao Vicente (GPS 37.0234, -8.99532 ) sind Landmarken, die eine ganz eigene Faszination ausüben und einen Besuch wert sind.

Sintra gehört nicht ohne Grund zum Weltkulturerbe. Die Stadt begeistert mit kleinen Gassen und prunkvollen Gebäuden, allen voran dem Nationalpalast.

visitlisboa.com

Cascais mit seiner langen Uferpromenade gehört unbedingt auf das Besuchsprogramm, gerade wenn man sommerliche Atmosphäre spüren will, auch wenn noch kein kein Sommer ist.

visitcascais.com