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REPORTAGE: Selbstausbau: SCHNÄPPCHEN CAMPER: IN 5 SCHRITTEN


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 21.02.2020

Mit viel Eigenleistung und handwerklichem Geschick: der Camper für 30.000 Euro


TIPPS für SCHRAUBER SPEZIAL

Artikelbild für den Artikel "REPORTAGE: Selbstausbau: SCHNÄPPCHEN CAMPER: IN 5 SCHRITTEN" aus der Ausgabe 2/2020 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 2/2020

VORHER

Einen nackten Bus ohne Fenster und Sitze im Laderaum gibt es je nach Motorisierung schon ab rund 20.000 Euro - allerdings meist als Re-Import mit Tageszulassung.

Für die Zulassung eines direkt im benachbarten Ausland gekauften Transporters benötigt man die COC-Papiere und den Kaufvertrag als Eigentumsnachweis. Teilweise wird auch kontrolliert, ob die Fahrgestellnummer der Papiere mit denen des Fahrzeugs übereinstimmen. Danach kann die Aufrüstung zum Campervan beginnen.

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... den VW T-Modellen sind immer teuer! Ein Satz, den man fast immer so stehen lassen kann. 60, 70, 80 oder 100 tausend Euro sind keine Seltenheit - und das, wo es doch kompakte Kastenwagen anderer Hersteller mit Nasszelle oft schon um rund die Hälfte gibt. Selbst ein spärlich ausgestatteter California Beach kostet in der günstigsten Version knapp 50.000 Euro. Kleine Ausbauer schaffen es für rund 40.000 Euro, einen Basic-Camper mit Schlafsitzbank, Aufstelldach und Küchenblock auf die Räder zu stellen.

Günstiger ist nur, selbst auszubauen - wenn man seine Arbeitszeit nicht rechnet und der notwendige Maschinenpark schon vorhanden ist. Zusätzlich hat der Selbstausbau den Vorteil, dass die ansonsten gerne vernachlässigten Punkte wie Rostschutz, Korrosionsvorsorge, Schall- und Wärmedämmung selbst in die Hand nehmen kann und somit ein gutes Gefühl beim Blick in die Zukunft und die Haltbarkeit des Fahrzeugs hat. Wie man relativ preiswert zu einem Basis-Campervan kommt, der mindestens die Grundbedürfnisse befriedigt, hat der unter Bulli-Fans nicht ganz unbekannte Zubehör- und Ersatzteil-Lieferant Bus-ok aufgezeigt.

1FENSTER

Damit der Lack nicht durch den Einsatz von Werkzeug oder herumfliegenden Sägespänen beschädigt wird: abkleben.


An der Innenseite wird der Fensterausschnitt mit einem wasserfesten Stift angezeichnet. Auch an einem geschlossenen Kasten ist die Position gut zu finden.


Um einfacher arbeiten zu können, wird der Ausschnitt zuerst nur grob herausgeschnitten.


Die Späne sind heiß und die Kanten scharf. Es empfiehlt sich, lange Ärmel, Handschuhe und natürlich eine Schutzbrille zu tragen.


Als Feinarbeit wird die endgültige Kontur aus dem Blech gesäbelt. Mit dem geringen Überstand ist das einfacher, als wenn das komplette Blech mitschwingt.


Nachdem die Kanten entgratet wurden, sollte man alle Späne entfernen und die Kanten mit Rostschutz versiegeln. Sorgfältiges Arbeiten zahlt sich später aus.


Über die Blechkanten wird ein Kederband für den Fenstereinbau gezogen und festgeklopft. Auch hier sollte man sorgfältig arbeiten, da man das Band je nach Wandaufbau später von innen sieht.


Um die Kederleiste wird ein Glas Body Primer aufgetragen, der für eine bessere Haftung des Scheibenklebers sorgt - wer auf Nummer sicher gehen will, trägt dabei Schutz-Handschuhe und -Brille.


Auf den Primer kommt eine dicke Schicht Scheibenkleber. Die Wurst muss so dick sein, dass sie über das Kederband ragt und die Scheibe satt im Kleberbett aufliegt.


Vor der Montage wird die Scheibe mit Alkohol gereinigt und im Klebebereich ebenfalls mit Primer eingestrichen.


Bis der Scheibenkleber angezogen hat, kann man sein Werk noch ausrichten. Sitzen die Scheiben am richtigen Fleck, mit Klebestreifen fixieren und warten, bis der Kleber trocken ist.


Rostschutz, Korrosionsvorsorge, Schall- und Wärmedämmung selbst in die Hand nehmen kann und somit ein gutes Gefühl beim Blick in die Zukunft und die Haltbarkeit des Fahrzeugs hat. Wie man relativ preiswert zu einem Basis-Campervan kommt, der mindestens die Grundbedürfnisse befriedigt, hat der unter Bulli-Fans nicht ganz unbekannte Zubehör- und Ersatzteil-Lieferant Bus-ok aufgezeigt.

Für rund 30.000 Euro - plus ein paar Euros für Show und Luxus - haben die Willicher einen fertigen Campervan gebaut, und dabei eine Dokumentation für Nachahmer erstellt, die wir euch einfach zeigen müssen. Interessant ist dabei: Die Basis ist kein ausgelutschter Baustellenbulli, sondern ein EU-Neufahrzeug mit Euro 6d-TEMP und Werksgarantie. Ohne viele Extras, außer einer Klimaanlage. Die gut 24.000 Euro für den 112 PS T6 sind absolut realistisch, für 25.000 Euro gibt es schon den 150 PS mit 6-Gang-Getriebe mit null Kilometern, Tageszulassung und bereits in Deutschland beim Händler. Der erste Schritt zum schicken Campervan ist der Einbau von schicken Fenstern. Schick bedeutet hier, keine vorgehängten Rahmenfenster, sondern Echtglasfenster, teils festverglast, teils zum Öffnen. Dafür mussten insgesamt sechs Löcher in die jungfräuliche Blechhaut gesäbelt werden, was verglichen mit dem nächsten Schritt, nämlich dem kompletten Dachausschnitt für das Aufstelldach, gar nicht so wild ist. Auch hier hat man als Selfmadebusbastler den Vorteil, dass man alles selbst in der Hand hat. Wie schön ich entgrate, wie viel Zeit und Mühe ich in den Rostschutz der Schnittkanten setze, liegt an mir selbst. Die Kosten für Fenster plus Einbaumaterial liegen bei knapp 920 Euro.

Der nächste Schritt erfordert ordentliche Vorarbeit und ein bisschen Mut vor dem ersten Schnitt: Natürlich muss man zuvor den kompletten Himmel und alle Leitungen im Dachbereich entfernen, dann geht es aber nach oben auf den Bus und man beginnt anhand einer Schablone den späteren Dachausschnitt anzuzeichnen. Wenn man sich nun ganz sicher ist, kommt das Werkzeug seiner Wahl zum Einsatz, meist die Stichsäge, dann wird der T6 um gut 1,5 Quadratmeter Blech erleichtert. Auch hier muss man wieder sorgfältig nacharbeiten, bevor der Hilfsrahmen und das Dach endgültig montiert werden können, aber der Aufwand zahlt sich auf jeden Fall aus. Kosten für das Aufstelldach mit Panorama-Zeltstoff, Hilfsrahmen und Montagematerial rund 3.800 Euro. Nach dem Dach mit Stehhöhe und Aussicht fehlt noch eine entsprechende Schlafsitzbank zum Camperglück. Wie man weiß, hat hierbei der TÜV ganz genaue Vorstellungen, wie diese auszusehen hat, was die Kosten in die Höhe treibt. Auch hier hat Bus-ok eine gute Wahl getroffen, zumal man mit handwerklichem Geschick bei der Auflage ein paar Euro sparen kann - oder man lässt sich seinen Wunschschaum für besonderen Schlafkomfort konfigurieren. Die Schlafsitzbank mit Montagekit und einem Matratzenset mit Kunstlederbezug kostet komplett rund 2.500 Euro. Jetzt noch einen Gaskartuschenkocher in einer Box verstaut, und schon kann man zum ersten Campingausflug starten - oder fängt erst richtig mit dem Ausbau an. Immer schön Schritt für Schritt, wie es gerade kommt.


Ab Werk kosten bereits die beiden Schiebefenster im Fahrgastraum fast 1.200 Aufpreis. Auf dem Markt gibt es mehr geschlossene Kasten als Busse mit Fenstern.


Für die nötige Stehhöhe geht‘s weiter mit dem Aufstelldach.

2DACH

Bevor das Dach runter kommt, müssen zuerst der Dachhimmel und alle Leitungen der Innenbeleuchtung abmontiert werden.


Währenddessen wird der Open-Sky-Panorama-Zeltstoff am Skyline-Aufstelldach montiert. In knalligem Orange - es gibt ihn aber auch noch in 28 weiteren Farben.


Beim Dachausschnitt lieber zweimal kontrollieren, bevor man die Flex oder Stichsäge ansetzt. Abdecken nicht vergessen.


Ruckzuck ist das Dach ab und wandert direkt in den Schrottcontainer. Vor der Montage des Hilfsrahmens wird auch hier entgratet und mit Rostschutz behandelt.


Damit der Bus ohne Dach zusammenhält, muss ein TÜV-geprüfter Einbaurahmen montiert werden.


Der Rahmen wird verklebt und verschraubt. An den Stellen, wo später Leitungen ins Dach sollen, wird das Blech zusätzlich mit einem Kantenschutz versehen.


Wenn die Scharniere montiert sind, kommt es zur Hochzeit: Das Aufstelldach wird aufgesetzt.


Bevor alle Schrauben angezogen und die Streben montiert werden, wird das Dach noch genau ausgerichtet.


Ist die Dachschale ausgerichtet und befestigt, wird der Zeltstoff so montiert, dass er im geöffnetem Zustand leicht unter Spannung ist.


Bei der Montage werden die Schraubenlöcher als Rostschutz und zum Abdichten mit Kleber aufgefüllt.


Mit PU-Kleber wird der Zeltstoff zur Dachhaut hin abgedichtet. Anschließend wird noch ein Windabweiser oberhalb der Frontscheibe festgeklebt.


Wenn der Zeltstoff straff und faltenfrei liegt, wird er mit einer Leiste und Zwölf-Millimeter-Schrauben am Dach befestigt.


Ist das Dach montiert, bekommt der Bus eine Klappsitzbank.

3SITZBANK

Die günstigste, bestimmt nicht die einfachste Art, eine TÜV-zugelassene Schlafsitzbank zu erwerben, bietet das Gestell zum Selbstbeziehen für rund 1.500 Euro.


Der dazugehörige Montagekit aus Blech mit Befestigungen für die Bank wird von unten am Fahrzeugboden mit der Bank verschraubt.


Die Rock-‘n-Roll-Schlafsitzbank ist 109 Zentimeter breit und geklappt knapp 1,90 Meter lang. Dank eines Gasdruckdämpfers fährt sie automatisch auf Knopfdruck in die Liegeposition.


Wer sich nicht auf seine Fähigkeiten als Polsterer verlassen möchte, kann auch das komplett zugeschnittene Matratzenset für rund 350 Euro kaufen.


4STANDHEIZUNG

Eine große Garage mit Hebebühne ist natürlich Gold wert, wenn man sich eine Standheizung gönnen möchte - es geht aber auch ohne.


Die 2-KWLuftstandheizung kommt als fertiger Einbausatz und kostet komplett mit Ausströmern und GSMFernsteuerung 888 Euro.


Der Ansaugschlauch für die Standheizung wird von oben in den Dieseltank eingeführt. Zwischen Tank und Heizung wird noch die Dieselpumpe installiert.


Für die bessere Warmluftverteilung wird ein zusätzlicher Ausströmer in der B-Säule angebracht.


Ein weiterer Ausströmer kommt in die Trittstufe der Schiebetür. Somit sollte der Bereich um die Sitzbank schön warm werden. Im Bett sind Ausströmer eher unangenehm.


Am Bedienteil können Startzeiten und die Temperatur eingestellt werden. Zusätzlich kann die Standheizung noch über das Handy ein- und ausgeschaltet werden.


Noch mehr Anleitung zum Standheizungseinbau und zum Fahrwerk.

5FAHRWERK

Damit die Dieselpumpe richtig arbeitet, kann es nötig sein, sie vor dem ersten Start manuell mit einer Spritze mit Kraftstoff zu füllen.


Beim Komplettset sind alle nötigen Anbauteile mit dabei. Bei der Einbauposition bleibt nicht so viel Auswahl.


Damit am heißen Auspuff nichts „anbrennt“ , wird das Leichtmetallrohr gedämmt, bevor es in den Schalldämpfer und dann ins Freie geht.


Wer sauber arbeitet, darf sich auch freuen, wenn alles passt - besonders, wenn wie hier, die Ausströmer in die später sichtbare Verkleidung eingepasst werden.


Nach der Pflicht kommt die Kür: Weil es schön aussieht und unter Umständen auch mal aus der feuchten Wiese hilft, bekommt der Bus eine Höherlegung und grobes Profil.


Die originalen VW-Fahrwerksfedern werden gegen Eibach-Federn getauscht. Ein Federspanner ist hierbei ganz hilfreich.


Da das Fahrzeug hinterher rund 35 Millimeter höher ist, wird empfohlen, die Spur und den Sturz zu kontrollieren und einstellen zu lassen.


Die Bilstein B6 Komfort Stoßdämpfer passen von der Abstimmung ganz gut zum höhergelegten T6 und sind qualitativ hochwertig.


Als Krönung bekommt der Bus noch einen Satz BF Goodrich AT in 225/65R17 auf die originalen VWStahlfelgen.


Mit Fahrwerk und Reifen ist der T6 um fünf Zentimeter gewachsen. Die gut 2.850 Euro sind bei den bisherigen Sparmaßnahmen gut angelegt.


Fotos: Stephan Krudewig