Lesezeit ca. 13 Min.

REPORTAGE: Smart Factory: Smarter Industriestandort; Der neue „Wilo-Campus 2020“ in Dortmund – ein Zukunftsprojekt, das eine Blaupause sein könnte


IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 6/2018 vom 16.03.2018

Smart Factory, Industrie 4.0. – das sind die Themen, mit denen sich das produzierende Gewerbe in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen wird bzw. muss, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Leistungsfähige und digitale Prozesse, intelligente Produktionsabläufe, vernetzte Warenströme und eine in Gänze nahezu selbststeuernde Produktion, die gezielt auf die Anforderungen des Managements bis hin zum Kunden eingeht, werden den Produktionsstandard von gestern ablösen.


Artikelbild für den Artikel "REPORTAGE: Smart Factory: Smarter Industriestandort; Der neue „Wilo-Campus 2020“ in Dortmund – ein Zukunftsprojekt, das eine Blaupause sein könnte" aus der Ausgabe 6/2018 von IKZ Haustechnik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 6/2018

Das Dortmunder Technologieunternehmen Wilo möchte ein Beispiel dafür liefern, wie neben den Entwicklungen des Produktionsstandards auch ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 7,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von IKZ Haustechnik. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Viel Rauch um nichts?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Viel Rauch um nichts?
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von News-Ticker. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
News-Ticker
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von 2,5 Mrd. Euro Investitionen ausgelöst. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
2,5 Mrd. Euro Investitionen ausgelöst
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von BRANCHE AKTUELL: Nachrichten: Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit Erdgasantrieb steigt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BRANCHE AKTUELL: Nachrichten: Zahl der Pkw-Neuzulassungen mit Erdgasantrieb steigt
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von IFH/Intherm 2018: Trends, Produkte, Lösungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IFH/Intherm 2018: Trends, Produkte, Lösungen
Titelbild der Ausgabe 6/2018 von Zentralverband – www.zvshk.de: Wärmewende jetzt!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Zentralverband – www.zvshk.de: Wärmewende jetzt!
Vorheriger Artikel
LÜFTUNG: Luftreinigung: Saubere Luft, saubere Leistung: Eins…
aus dieser Ausgabe

... die Energieversorgung und -verteilung smarter umgesetzt werden kann. An dem fast 150 Jahre alten Standort in Dortmund wird der Stammsitz auf über 190 000 m² komplett neu strukturiert und aufgebaut.


Bild: AGN Niederberghaus & Partner GmbH

Um diesem zukunft sweisenden Industrialisierungsstandard bereits heute umfänglich gerecht zu werden, ist es erforderlich, neben dem eigentlichen Produktionsablauf und den digital organisierten Warenströmen auch die Energieströme auf Produktions- und Standortebene smarter zu machen. Konkret bedeutet das: Energiemanagementsysteme, die Energieströme und Abwärmepotenziale aus der Produktion verwalten, aufb ereiten und vernetzen, werden unverzichtbar.

Ansätze, Gewerbegebiete zu schaff en, die durch gemeinsame Energiekonzepte Energieverbräuche der einzelnen Unternehmen zum Beispiel durch Nutzung von Abwärme senken, gibt es bereits. Durch eine unternehmensübergreifende Vernetzung und Kooperation innerhalb eines Gewerbe- oder Industriegebiets können Synergien erreicht und die Ressourcenef-zienz gesteigert werden.

Vernetzung und Synergien als Prinzip

Das Dortmunder Technologieunternehmen Wilo möchte ein Beispiel dafür liefern, wie neben den Entwicklungen des Produktionsstandards auch die Energieversorgung und -verteilung smarter umgesetzt werden kann. An dem fast 150 Jahre alten Standort in Dortmund wird der Stammsitz auf über 190 000 m² komplett neu strukturiert und aufgebaut. Ziel ist unter anderem die efziente Zusammenführung sämtlicher Verwaltungs- und Produktionsbereiche, die bislang an unterschiedlichen Standorten verstreut waren. Am Standort Nortkirchenstraße in Dortmund-Hörde wird dabei auf einer Fläche von rund 50 000 m² eine komplett neue „Smart Factory“ entstehen, die wiederum in den „Wilo-Campus 2020“, mit Gebäuden für die Verwaltung sowie Bereichen für Forschung und Entwicklung, eingebettet ist.

Auf der Basis digitalisierter Prozesse wird die „Smart Factory“ den Rahmen für efzientere Abläufe in der Lieferkette, Produktion und Logistik liefern. Ziel ist jedoch nicht nur, den Fertigungsbereich zu optimieren und zukunft sfähig aufzustellen. Die „Factory“ ist Teil einer ganzheitlichen Planung, die sämtliche Liegenschaft en des neuen Standorts in ein übergeordnetes, gemeinsames Energiemanagement einbezieht, um einen efzienteren Energie- und Ressourcenverbrauch auf dem gesamten Areal zu erreichen.

Von der Smart Factory zum Smart Campus

Dem „Campus 2020“ liegt eine Planung zugrunde, die penibel die Energieüsse und -verbräuche der einzelnen Liegenschaften sowie Nutzungs- und Produktionsbereiche identiziert und die daraus re- sultierenden Synergieeffekte in ein ganzheitliches Energiekonzept übertragen hat. Neben der Hauptaufgabe, die Produktionsabläufe und Logistik von morgen in ein flexibles und richtungsweisendes Gebäude zu integrieren, bestand die Aufgabe darin, dem Industrialisierungsgrad 4.0 aus Sicht der technischen Versorgung gerecht zu werden. Dabei standen bei der Planung des Wilo-Campus eine Vielzahl von Fragen im Raum:
• Wie lässt sich eine ausfallsichere und gleichfalls flexible Energieversorgung für die Factory herstellen?
• Welche Innovationen sind am Standort und unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Produktion umsetzbar?
• Inwieweit lassen sich die einzelnen Gebäude auf dem zukünftigen Wilo-Campus 2020 miteinander vernetzten?
• Welche Synergien zwischen Produktion und Verwaltungsbereichen sind vorhanden und können sinnvoll genutzt werden?

Nachgefragt

Stephan Fussbach, Wilo SE Group Director Building Services & Energy Management.


Bild: Wilo

IKZ-FACHPLANER: Die effiziente Zusammenführung sämtlicher Verwaltungsund Produktionsbereiche an einen Standort ist schon ein gewaltiges Unterfangen. Dass nun auch Energieströme und Produktionsoptimierungen mit in das Konzept einfließen, erscheint geradezu als Mammutaufgabe. Wie groß ist der Planerstab für das Projekt? Und wie die Vorgehensweise?
Stephan Fussbach: Mit agn beschäftigt Wilo einen Generalplaner, der im eigenen Hause über die notwendigen Ressourcen verfügt. Die Kompetenzen sind dort vorhanden und werden dem Planungsaufwand angepasst eingesetzt. Auf diese Weise ist es möglich, im Planungsprozess flexibel und gewerkübergreifend zu planen und zu abgeschlossenen Lösungen zu gelangen. Die Konzipierung der Energieverteilung auf dem Campus hat ca. ein Jahr in Anspruch genommen und ist zwischen den Beteilig ten in mehreren Abstimmungsrunden und jeweils separaten Simulationen präzisiert worden. Zwischenzeitlich waren bis zu 25 Personen an der Bearbeitung der verschiedenen Konzeptionsphasen beschäftigt.

IKZ-FACHPLANER: Welchen Stellenwert spielt BIM bei komplexen Projekten dieser Art?
Stephan Fussbach: Wir setzen BIM für die Planung des neuen Office-Gebäudes ein. Für die Factory verzichten wir auf den Einsatz von BIM, da sich hier eine geringere Komplexität der Planung des Gebäudes in Verbindung mit der Produktion darstellt. Auf der planerischen Ebene bietet die BIM-Methode Vorteile bei der Schnittstellenkoordinierung der einzelnen Fachplaner. Kollisionsprüfungen können anhand von überlagerten 3D-Modellen – Architektur, TGA, Tragwerk – automatisch und schneller durchgeführt werden. Gleichzeitig werden durch das Arbeiten in einem gemeinsamen Modell Datenkonvertierungsprozesse reduziert und die Kommunikation dadurch auf die wesentlichen Abstimmungsinhalte fokussiert. Darüber hinaus können durch die dreidimensionale Darstellungsform Missverständnisse zwischen Bauherren und Planer frühzeitig vermieden werden, weil über die räumliche Darstellungsform anschaulicher ein gemeinsames Verständnis über die definierten Planungsziele erzielt werden kann. Der Nutzer kann anhand einer digitalen Simulation des Gebäudes sehen, was ihm später tatsächlich übergeben wird.

IKZ-FACHPLANER: Sind damit langfristig nicht auch Erleichterungen und Effizienzsteigerungen beim Betrieb des späteren Gebäudes zu realisieren?
Stephan Fussbach: Durchaus. Durch Berechnungssimulationen können Anlagen optimiert und unterschiedliche Nutzungsszenarien überprüft und verifiziert werden. Zusätzlich können durch BIM im Zuge des generellen, fortschreitenden Digitalisierungsprozesses in der Gesellschaft zahlreiche Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten in Aussicht gestellt werden. Zu nennen sind hier Verknüpfung mit Smart-Home-Anwendungen, 3D-Brillen etc.

IKZ-FACHPLANER: Die Ausfallsicherheit von Anlagen und Anlagenteilen spielt gerade im Produktionsbereich eine große Rolle. Die Vernetzung und Verschiebung von Energieströmen birgt zwar Effizienzpotenziale, aber immer auch Abhängigkeiten und somit Risiken. Wie minimieren Sie diese? Oder werden die Gebäude an sich auch weiterhin autark zu betreiben sein?
Stephan Fussbach: Die Autarkie einzelner Gebäude ist der Effizienz und der Vernetzung geopfert worden. Das Gebäude der Fabrik verfügt über mehrere Kesselanlagen und ein BHKW zur Deckung der erforderlichen Heizlasten. Weiterhin sind in den Lüftungsanlagen und der Druckluftversorgung Wärmerückgewinnungseinrichtungen vorgesehen, sodass eine ausreichende Redundanz der Wärmeversorgung gegeben ist. Ähnlich stellt sich die Kälteversorgung dar. Hier korrespondieren die direkt verdampfenden Kältemaschinen mit dem über das BHKW beheizten Absorber. Die übergeordnete GLT und das, bereits in der Konzeption geplante, Instandhaltungsmanagement stellen darüber hinaus einen störungsunanfälligen Betrieb sicher.

IKZ-FACHPLANER: Es ist keine neue Erkenntnis, dass zwischen Planung und Fertigstellung bei derartigen Projekten einige Jahre ins Land gehen. Angesichts der rasanten Entwicklung in der Digitalisierung dürften die daraus resultierenden Veränderungen großen Einfluss auf die Effizienz im späteren Produktionsprozess haben. Wie gehen Sie diese Herausforderung heute an – auch ein stückweit mit Unterstützung von BIM? Oder gibt es andere Instrumente dafür? Früher gab es dazu den Begriff „baubegleitende Planung“.
Stephan Fussbach: Die Planung basierte auf einem abgestimmten Nutzerbedarfsprogramm, welches mit den verschiedenen Produktionsabteilungen erstellt wurde. Parallel zu den Planungen der neuen Produktionsstätte wurden im Jahr 2015 Leichtbauhallen in Betrieb genommen, um neue Fertigungsprozesse zu testen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Planung der neuen Fabrik einfließen zu lassen. Die neuen Hallenbauten werden seitens der Haustechnik derart ausgestattet, dass eine Umnutzung der Flächen möglich ist. Die von Wilo genutzten Produktionsmittel sind nicht mit dem Gebäude verbunden. Damit ergibt sich die Möglichkeit, sich unter einem definierten Installationshorizont frei zu bewegen. Dieses Vorgehen machte den Einsatz von BIM für eine kombinierte Produktions- und Gebäudeplanung nicht notwendig.

Die Wärme- und Kälteversorgung des „Wilo-Campus 2020“ ist eng vernetzt. Dabei nimmt ein Energiemanagement, das eng mit Gebäudeleittechnik der unterschiedlichen Gebäude verzahnt ist, eine der Hauptaufgaben wahr und definiert in digitaler Zusammenarbeit mit der zentralen Energieversorgung die Anforderungen an die Wärme- und Kältebereitstellung auf dem Campus.


Bild: AGN Niederberghaus & Partner GmbH

Um die Umsetzbarkeit einer energetischen Optimierung zu prüfen, wurde die Erstellung eines Energiekonzeptes notwendig. Dieses Konzept ist im Rahmen der Vorplanung an die sich verschiebenden Parameter aus der Produktions- und Gebäudeplanung immer wieder angepasst worden. Dies war notwendig, um eine klare Vorstellung der nutzbaren Wärmeströme zu bekommen. Daher wurden folgende Schritte in den frühen Leistungsphasen durchlaufen:
1. In einem ersten Schritt wurden die Ener gieverbräuche der bestehenden Liegenschaften ermittelt – wann wird wo welche Energie benötigt?
2. Diese Erkenntnisse wurden dann in Phase zwei in Form einer gebäudeübergreifenden Gebäude- und Anlagensimulation auf den geplanten Campus übertragen, um so neben dem tatsächlichen Bedarf die möglichen Synergieeffekte zu eruieren.
3. Auf dieser Basis entstanden in einem dritten Schritt unterschiedliche Energiekonzepte für den „Wilo-Campus 2020“, die entsprechend ihrer Umsetzungsfähigkeiten bewertet werden konnten.
4. Schlussendlich wurde anhand ökologischer und ökonomischer Betrachtungen das optimale Energiekonzept verabschiedet.

Das Energiekonzept greift die Ansprüche des Unternehmens auf und vernetzt diese konzeptionell anhand standortbezogener Versorgungsstrukturen. Dabei konnten mögliche Innovationen am Standort mit der gleichzeitigen Nutzung ohnehin erforderlicher Anlagentechniken verknüpft werden, sodass sich Synergien bereits in der Planungsphase berücksichtigen ließen. Unter anderem konnten nachstehende innovative Ansätze in die Planung sinnvoll integriert werden:
• Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung,
• Photovoltaikanlagen (u.a. zur Nutzung der E-Mobility),
• Vernetzte Wärme- und Kälteversorgung auf dem gesamten Campus,
• Freie Kühlung über Hybridkühler,
• Adiabate Abluftbefeuchtung zur Reduzierung klassischer Kälteerzeugung,
• Nutzung eines Sprinklertanks (1200 m³) als Kältepuffer,
• Wärmerückgewinnung Produktionsund technischer Anlagen (zum Beispiel Druckluftanlagen),
• Regenwassernutzung zur WC-Spülung und Gartenbewässerung,
• Gründach als Rückstaumöglichkeit von Regenwasser zur Entlastung der öffentlichen Kanalisation.


Die Autarkie einzelner Gebäude ist der Effizienz und der Vernetzung geopfert worden.


Maximaler Effekt durch generalplanerischen Ansatz

Der Grundgedanke der generalplanerischen Projektabwicklung sorgte dafür, dass alle Bedürfnisse und Anforderungen in puncto Energie- und Ressourcenverbrauch berücksichtig werden konnten. Energieflüsse über einzelne Gebäude hinaus wurden analysiert und in die Konzeptfindung und für einen wirtschaftlichen Betrieb herangezogen. Durch diese ganzheitliche Betrachtung konnte das maximale Energiesparpotenzial herausgearbeitet werden. Wichtig wird sein, diese Vorarbeit nach Inbetriebnahme der Liegenschaften durch ein Monitoring zu überprüfen und – wo notwendig – zu optimieren, um die prognostizierten Werte zu erreichen, oder gar zu unterschreiten. Autoren: Andreas Heuer, technischer
Projektleiter AGN, Stephan Fussbach; Wilo SE Group Director Building Services & Energy Management
www.wilo.de

SCHAUFENSTER: Johnson Controls Systems & Service GmbH: Flüssigkeitskühler mit magnetgelagertem Turboverdichter

Bild: Johnson Controls

Johnson Controls stellt den „YORK YZ“ vor: einen wassergekühlten Flüssigkeitskühler mit magnetgelagertem Turboverdichter. Der Kaltwassersatz wird mit R-1233zd(E) betrieben. Das nicht brennbare Kältemittel wurde wegen seiner Eigenschaften hinsichtlich Effizienz und Sicherheit ausgewählt. Weitere Pluspunkte sind laut Hersteller seine sichere Verfügbarkeit bei den Kältemittelherstellern, seine niedrigen Umweltauswirkungen und Kosten sowie sein niedriger GWP-Wert von 1.

Der „YORK YZ“-Kaltwassersatz arbeitet mit einem integrierten drehzahlveränderbaren Antrieb und mit Magnetlagertechnologie – das heißt mit einer einzigen, in einem Magnetfeld aufgehängten beweglichen Baugruppe, die nicht geschmiert werden muss. Mit dieser Technologie sind laut Unternehmen 80 % weniger bewegliche Teile erforderlich als bei herkömmlichen mit Öl und Kühlmittel geschmierten Antriebssystemen. Das Ergebnis für Johnson Controls: „höhere Zuverlässigkeit, weniger Wartung und verbesserte Effizienz.“ Der Kaltwassersatz arbeitet mit einer Kühlwasser-Eintrittstemperatur von 4,5 °C und soll so eine verbesserte Leistung unter allen Betriebsbedingungen gewährleisten. Er kann auch mit Kühlwassertemperaturen betrieben werden, die niedriger sind als die Verdampfertemperaturen, was einen wasserseitigen Economiser überflüssig macht. Dadurch vereinfacht sich laut Johnson Controls das System: „Nicht nur wird weniger Platz für den Maschinenraum benötigt, auch werden Einsparungen ermöglicht bei den Komponenten, Leitungen, Steuerungen und bei der Wartung.“
Johnson Controls Systems & Service GmbH, Westendhof 8, 45143 Essen,
Tel.: 0201 2400 -400, Fax: -4919, hvacr-vertrieb@jci.com, www.johnsoncontrols.de

Condair GmbH: Dampfluftbefeuchter werden zu Direktraumbefeuchter

Um die Dampfluftbefeuchter „Condair EL“ und „Condair RS“ nicht nur zur Luftbefeuchtung in zentralen Lüftungsgeräten, sondern auch zur direkten Raumluftbefeuchtung einsetzen zu können, hat der Hersteller Condair die ergänzenden Ventilationsgeräte „BlowerPack“ entwickelt. Die Kombination von Dampfluftbefeuchter und „BlowerPack“ ermöglicht laut Unternehmen eine ausreichende und hygienisch einwandfreie Luftbefeuchtung auch in Gebäuden und Räumen, in denen keine raumlufttechnische Anlage eingebaut ist. Zum Betrieb als Direktraumluftbefeuchter können die Module entweder oben auf den Luftbefeuchtern „Condair RS“ und „EL“ platziert oder aber separat, sogar in anderen Räumen, installiert werden.

In das „BlowerPack“ wird kontinuierlich Raumluft angesaugt, befeuchtet und als Zuluft in den Raum ausgeblasen. In Verbindung mit einem Raumluftfeuchtefühler und einem Sicherheitshygrostat kann die gewünschte Raumluftfeuchte eingestellt und überwacht werden. Typische Anwendungsbereiche sind Einsätze im Gewerbe und in der Industrie, z. B. in Laboren, Fertigungsstätten, Montagehallen, Lagerräumen und Archiven. Die Geräte stehen in verschiedenen Baugrößen mit Dampfleistungen von 5 bis 180 kg/h zur Verfügung.
Condair GmbH, Parkring 3, 85748 Garching,
Tel.: 089 207008 -0, Fax: -140, www.condair.de

Bild: Condair

Honeywell GmbH (Haustechnik): Armaturen für den Trinkwasserschutz

Von der Pharma-über die Lebensmittelindustrie bis zum Maschinenbau: Wo in Produktionsprozessen Wasser zum Einsatz kommt, spielen Wasserqualität und Trinkwasserschutz eine Rolle. Zur Erfüllung dieser Anforderungen bietet Honeywell ein breites Spektrum an Armaturen zum Absichern, Filtern und Regeln, speziell auch für Industrieanwendungen.

Der Systemtrenner „BA 300“ beispielsweise verhindert ein Rückdrücken, Rückfließen oder Rücksaugen in die Trinkwasseranlagen und eignet sich für Flüssigkeiten bis einschließlich Kategorie 4. Für den speziellen Einsatz gibt es eine komplett in Edelstahl ausgeführte Variante. Die vollautomatischen Sicherheitstrennstationen der Baureihe „CBU“ verfügen zudem über einen freien Auslauf Typ AB und trennen Trinkwasser von Flüssigkeiten der Kategorie 5.

Um eine einwandfreie Qualität des Trinkwassers sicherzustellen, die insbesondere auch in der Lebensmittelindustrie wichtig ist, verhindern die Filter von Honeywell mit Rückspülsystem das Einspülen von unerwünschten Schmutzpartikeln wie Rostteilchen oder Sandkörnern. Das schützt nachgeschaltete Anlagen vor Funktionsstörungen und Korrosionsschäden. Für Anlagen mit großem Wasserverbrauch ist der Flanschfilter „F78TS“ bestimmt. „Das Impellersystem des Feinfilters ermöglicht eine schnelle und gründliche Reinigung und verfügt über einen leicht austauschbaren Filter einsatz“, so der Hersteller. Zur Vermeidung von Schäden, die durch zu hohen Wasserdruck an Rohren, Ventilen und Geräten entstehen können, hat das Unternehmen für jedes Einsatzgebiet passende Druckminderer und Druckregler im Sortiment. Bei stark schwankenden Vor drücken in großen Anlagen bietet sich der Druckminderer „D15S“ an. Er zeichnet sich laut Hersteller zudem durch ein instandhaltungsoptimiertes Kartuschenkonzept aus.
Honeywell GmbH (Haustechnik),
Hardhofweg, 74821 Mosbach,
Tel.: 06261 81 -0, Fax: -309,
info.haustechnik@honeywell.com,
www.honeywell-haustechnik.de

Systemtrenner „BA 300“.


Feinfilter „F78TS“.


Druckminderer „D15S“.


Bilder: Honeywell

Neues Mini-VRF-System im Programm

Das „Mini-VRF“-Programm der Serie „ECOi“ von Panasonic mit nur einem Ventilator kann „trotz äußerst kompakter Bauweise“ bis zu zwölf Inneneinheiten versorgen. Mit den Geräten lassen sich VRF-2-Leiter-Systeme mit einer Gesamtleitungslänge von 180 m realisieren. In Sachen Effizienz möchte die „Mini-ECOi“ mit EER-Werten bis 4,50 und COP-Werten bis 5,19 bei Nennbedingungen punkten. Möglich wurde die Effizienzsteigerung laut Hersteller u. a. durch den neuen Doppelrollkolbenverdichter. Auf Basis der Invertersteuerung in 0,1-Hz-Schritten und eines Regelungsbereichs von 18 bis 100 % sorge dieser vor allem im Teillastbereich für Effizienz. Unterstützt werde dies zudem durch eine variable Verdampfungstemperatur, die ebenfalls in Abhängigkeit von der jeweiligen Laststufe gesteuert werde.

Die Systeme sind für eine Leitungslänge von bis zu 50 m mit Kältemittel vorgefüllt. Für den Betrieb in geräuschsensibler Umgebung sind die „LE2“-Geräte mit einem vierstufigen Flüstermodus ausgerüstet, der den Schallpegel um bis zu 7 dB(A) reduziert. Unabhängig vom Flüsterbetrieb gibt es die Möglichkeit, einen „High-COP-Hocheffizienzmodus“ zu wählen. Dieser wird über die Service-Fernbedienung eingestellt und erlaubt laut Hersteller eine Effizienzsteigerung von bis zu 5 %.

Die neuen „Mini-ECOi“ mit einem Ventilator sind in den Leistungsgrößen von 12, 14 und 15,5 kW lieferbar.
Panasonic Marketing Europe GmbH (Heiz- und Kühlsysteme), Hagenauer Str. 43, 65203 Wiesbaden,
Tel.: 0800 2002223, www.aircon.panasonic.de

Panasonic Marketing Europe GmbH (Heiz- und Kühlsysteme)


Bild: Panasonic

Helios Ventilatoren GmbH + Co KG: Brandgas-Axial-Niederdruckventilatoren weiterentwickelt

Bild: Helios

Der Ventilatorenhersteller Helios hat sein Programm um die Modelle „F300“- und „F400“-Brandgas-Axial-Niederdruckventilatoren „B AVD“ überarbeitet. Insgesamt 144 Typen stehen in den Baugrößen 500 bis 1250 mm für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche zur Verfügung. Durch die pro-lierten Aluminiumschaufeln mit stufenlos einstellbarem Flügelwinkel kann laut Hersteller nahezu jeder Betriebspunkt im Bereich von 1000 bis ca. 160 000 m³/h erreicht werden. Eingesetzt werden die Brandgasventilatoren beispielsweise für die Entrauchung von Parkgaragen oder in maschinellen Rauchabzugsanlagen von Sonderbauten.

Die „B AVD“-Baureihe kennzeichnet sich durch die strömungstechnisch optimierte Motorhalterung. Die Tragarme der Halterung, die die Funktion eines Nachleitrads übernehmen, sind neu im Bereich der Brandgas-Niederdruckventilatoren. Ein optimaler Betrieb soll dadurch selbst ohne kostspielige Zubehörkomponenten gewährleistet sein. Kostenersparnisse ergeben sich laut Hersteller zusätzlich durch die Steigerung des Wirkungsgrads und der Druckziff er. „Der daraus resultierende Einsatz von wesentlich kleineren Ventilatoren mit geringeren Antriebsleistungen lässt die Investitions- und Betriebskosten auf ein Minimum sinken“, so der Hersteller. Zudem kann die Baureihe nicht nur für den Entrauchungsbetrieb, sondern darüber hinaus auch für die Lüft ung von Gebäuden genutzt werden. Speziell für den Entlüft ungsbetrieb verfügt jeder Ventilator über Kaltleiter als Motorschutz, die im Brandfall zu überbrücken sind.
Helios Ventilatoren GmbH + Co KG, Lupfenstr. 8,
78056 Villingen-Schwenningen, Tel.: 07720 606 -0,
Fax: -166, info@heliosventilatoren.de,
www.heliosventilatoren.de

Victaulic: Neue Verbindungstechnik für HDPE-Rohre

Victaulic, Hersteller von mechanischen Rohrverbindungen, gibt die Europaprämiere für seine „Refuse-to-Fuse“-Lösung bekannt. Das neuartige Verfahren ermöglicht die Verbindung von Rohren aus HDPE, ohne dass ein Schweißen notwendig ist. HDPE-Rohre sind aufgrund ihrer Flexibilität, Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit im Rohrleitungsbau laut Unternehmen sehr beliebt: „Vor allem in der Gas-, Wasser- und Abwasserindustrie werden sie häug eingesetzt.“ Standardmäßig werden sie mit dem Elektromuff enoder Spiegelschweißverfahren verbunden. Das neue „ Refuse-to-Fuse“-Verfahren von Victaulic macht diese Arbeitsweise überüssig. Die Montage erfolgt mit einem Steckschlüssel oder Schlagschrauber – und ist laut Herstellerangaben bis zu 10-mal schneller als mit dem Standard-Schweißverfahren. „Es sind keine Abkühl- und Wartezeiten mehr notwendig, nach dem Verschrauben sind die Rohre vollkommen fest und dicht miteinander verbunden“, sagt Frank Börstler, Vertriebsingenieur bei Victaulic.

Bei Außendurchmessern von 63 bis 225 mm wird die Kupplung auf das glattendige HDPE-Rohr aufgeschoben. Umlaufende, doppelte Reihen von Edelstahlzähnen greifen um das Rohr, wenn die Muttern festgezogen werden. Um die Kupplung in Position zu halten und eine dichte, zugfeste Verbindung zu gewährleisten, werden die Gehäusehälft en lediglich festgezogen. Bei größeren Außendurchmessern von mehr als 225 mm greifen die Kupplungsfedern in das vorab doppelt genutete HDPE-Rohr ein. Auch dabei werden die Gehäusehälft en festgezogen.
Victaulic, Prijkelstraat 36, 9810 Nazareth (Belgien), Tel.: 06151 9573 -0,
viceuro@victaulic.com, de.victaulic.com

Bilder: Victaulic

Deutsche Energiesysteme GmbH: Elektrische Flächen heizungen als Nischenlösung

Bild: Deutsche Energiesysteme

Für die Wohnungswirtschaft hat die in Berlin ansässige Deutsche Energiesysteme GmbH ein System entwickelt, das sie unter dem Namen „aelectra“ vertreibt. Die perforierte Heizmembran aus Kunststoff und Carbon kann in Fußboden, Wand oder Decke installiert werden. Die Heizmembran ist eine dünne und faserverstärkte PET-Membran mit inkorporierten Kupferkontakten, zwischen denen eine elektrische Spannung von 24 oder 36 V angelegt wird. Für den Einbau kann die bereits vorhandene elektrische Infrastruktur genutzt werden. Der Installateur nimmt lediglich die nötigen Anschlüsse vor. Als Inbetriebnahmezeit gibt das Unternehmen „eine sehr kurze Installationszeit“ von ca. 2 Tagen an. Steckdosen und Bohrungen beeinträchtigen die Heizleistung nicht und können auch nachträglich ausgeführt werden. „Durch die homogene und dichte Netzstruktur der leitfähigen Fasern wird eine gleichförmige Erwärmung sowie eine Unempfindlichkeit des Materials gegen Beschädigungen erreicht“, so der Hersteller. Deutsche Energiesysteme GmbH, Torgauer Str. 12 -15, 10829 Berlin, Tel.: 030 34649246 -0, info@aelectra.de, www.aelectra.de

MTA Deutschland GmbH: Überarbeitete Serie von Kaltwassersätzen

Die überarbeitete „Aries Tech“-Serie aus dem Hause MTA, die seit Oktober 2017 bestellbar ist, erfüllt laut Hersteller bereits schon jetzt die saisonalen Effizienzmaßstäbe der Eco-Design ErP-Verordnung, die in 2021 in Kraft tritt. Die Geräte sind mit vier Scroll-Verdichtern in Tandemkonfiguration ausgestattet. Sie arbeiten in zwei getrennten Kältekreisen mit R 410A als Kältemittel. Verbaut wurden zudem Plattenverdampfer aus mit Kupfer gelötetem Edelstahl. Die Verflüssigungsseite wird mit zwei Registern realisiert, die lufttechnisch völlig unabhängig voneinander jeweils mit einem der beiden Kältekreise verbunden sind. Axialventilatoren mit sichelförmigen Flügeln aus Aluminimumdruckguss sollen für effiziente und geräuscharme Abführung der Wärmelast sorgen.

Die Steuerung der Kaltwassererzeuger erfolgt über die Benutzeroberfläche des „xDrive“-Reglers, der über das Modbus-Protokoll RS485, per Ethernet-Schnittstelle oder dem von MTA eigens entwickelten „xConnect“ zur Fernüberwachung und Parametrierung verbunden werden kann. Optional können die Geräte der Baureihe ausgestattet werden mit: Rohrbündelverdampfern, Einzel- oder Doppelwasserpumpen, internen Speichertanks, elektronischen Expansionsventilen, Kompressor-Absperrventilen, Sanftanläufern zur Begrenzung des Anlaufstroms und einer Frostschutzheizungen und Kits zur Fernbedienung. Als Ausführungen sind Kaltwassersätze mit reversibler Wärmepumpe („H-Aries Tech“), Versionen mit bis zu 100 % Wärmerückgewinnung, High Efficiency-Lösungen (HE und SHE, Energieeffizienzklasse A nach Eurovent) und geräuschoptimierte Versionen mit Kompressoren in schallgedämmten Gehäusen (SN, SSN) erhältlich.
MTA Deutschland GmbH, Auf der Kurt 1, 41334 Nettetal,
Tel.: 02157 12402 - 0, Fax: -40,
vertrieb@mta.de, www.mta.de

Bild: MTA Deutschland