Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 9 Min.

REPORTAGE SOUTH COAST BALTIC RALLY : UNBEKANNTE OSTSEE


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Weiße Küsten, glanzvolle Bauten und ein bisschen Sowjetcharme: Die Flottille der SOUTH COAST BALTIC Boating Rally segelte von Danzig über Kaliningrad bis hoch ins Baltikum. Wir waren dabei und entdeckten einen Küstenabschnitt, der bunter wohl kaum sein könnte


Artikelbild für den Artikel "REPORTAGE SOUTH COAST BALTIC RALLY : UNBEKANNTE OSTSEE" aus der Ausgabe 90/2018 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segeln, Ausgabe 90/2018

Das Kurische Haff ist durch die Kurische Nehrung von der Ostsee getrennt. Da sich hier keine großen Wellen aufbauen, kann auch bei starkem Wind noch ganz bequem gesegelt werden .


Das Klima an der Küste des EU-Landes Litauen ist windig und wechselhaft. Während der Rally fiel das Thermometer innerhalb kurzer Zeit von 30 auf 16 Grad.


Hoch über der ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von segeln. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 90/2018 von SZENE MENSCHEN REVIERE EVENTS: Boris Herrmann gewinnt Atlantic Anniversary Regatta. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SZENE MENSCHEN REVIERE EVENTS: Boris Herrmann gewinnt Atlantic Anniversary Regatta
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von Abschlussbericht Travemünder Woche 2018. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Abschlussbericht Travemünder Woche 2018
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von SZENE: CARTOON: Überlingen gewinnt Finalkrimi der Youth Champions League. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SZENE: CARTOON: Überlingen gewinnt Finalkrimi der Youth Champions League
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von CHARTER & REISE NÖRDLICHE ÄGÄIS: GÖTTLICHER BERG UND TEUFLISCHER WIND. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
CHARTER & REISE NÖRDLICHE ÄGÄIS: GÖTTLICHER BERG UND TEUFLISCHER WIND
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von ICH & MEIN BOOT: »Auferstanden aus Ruinen«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ICH & MEIN BOOT: »Auferstanden aus Ruinen«
Titelbild der Ausgabe 90/2018 von REPORTAGE GOLDEN GLOBE RACE : WENIGER IST MEE(H)R!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
REPORTAGE GOLDEN GLOBE RACE : WENIGER IST MEE(H)R!
Vorheriger Artikel
KONSTRUKTEURSPORTRÄT VPLP: DIE MULTITALENTE
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel DHH AUSBILDUNGSTÖRN: Herausforderung angenommen!
aus dieser Ausgabe

... Estrella leuchtet der wolkenlose Himmel noch blassblau, am Horizont längst kräftig orangerot. Steuerbord schimmern entfernt die fast weißen Strände der Kurischen Nehrung, backbord wogen bis zum Horizont die dunklen Wellen der Ostsee. Und für einen kurzen Augenblick stehen sich an diesem Sommerabend drei Tage nach Aufbruch in Danzig sogar die untergehende Sonne und der aufsteigend Mond gegenüber. Das einzige Manko: Der Wind zeigt sich launisch, hat wieder etwas nachgelassen. Frisch ist es trotzdem. So sei das hier nun mal, bemerkt Skipper Adam Walczukiewicz. Gelassen dreht er das Ruder um ein paar Grad, zieht den Reißverschluss seiner Jacke einfach ein Stückchen höher und hält Ausschau nach anderen Booten.

Die Crew kämpft gegen die Müdigkeit, aber diesen fast perfekten Segel-Moment will sich dann doch keiner entgehen lassen. Nach und nach klettern alle an Deck und zücken ihre Smartphones. Mit dem Verschicken der Bilder müssen sie sich allerdings ein wenig gedulden. Noch sind die Geräte ins russische Netz eingeloggt. Gebannt wird gemeinsam eine Weile aufs Meer geschaut – und dann schließlich belustigt spekuliert, ob Schlafmangel besonders anfällig für romantische Szenerien wie diese mache. Mehr als 18 Stunden am Stück befindet sich das achtköpfige Team des Leitboots nämlich inzwischen auf See, ebenso wie die Crews rund 20 anderer Boote, die an der diesjährigen, bereits dritten SOUTH COAST BALTIC Boating Rally teilnehmen.

Danzig
Das mittelalterliche Krantor diente einst zum Be- und Entladen von Schiffen und war ursprünglich komplett aus Holz. Heute befinden sich Ausstellungsräume des Polnischen Schifffahrtsmuseums hinter den restaurierten Mauern .

Alle, die hier dabei sind, haben neben der Liebe zum Segeln mindestens eins gemeinsam: Sie wollen die südliche Ostseeküste mit dem eigenen Boot erkunden. Im Rahmen der Rally geht das für sie ganz bequem: Von der Route über die für die Teilnehmer kostenlosen Liegeplätze bis hin zum Landprogramm ist alles organisiert – jeder nur so viel er will, lautet dabei die Devise. Gleich drei Länder stehen für die knapp einwöchige Tour der internationalen Flottille auf dem Plan: Polen, Russland und Litauen, genau genommen die Regionen rund um Danzig, Kaliningrad und Klaipėda.

Peter Wattler ist mit zwei Freunden aus seinem Solinger Segelclub auf der Seewolf dabei und fasst zusammen, was die meisten Rally-Teilnehmer wohl sofort unterschreiben würden: „Ich brauchte nicht lange überlegen, ob ich bei der Rally mitmache, für mich hat sie nur Vorzüge: Ich muss mich um die Organisation nicht selber kümmern, lerne interessante Leute kennen und sehe nicht nur die Häfen, sondern auch eine ganze Menge von den Städten und ihrem Hinterland.“ Für ihn sei das besonders spannend, schiebt er nach, schließlich kenne er den südöstlichen Teil der Ostsee bisher noch gar nicht.

Juwel der Ostseestädte
Tag 1, 22 Uhr, Marina Gdańsk: Nachdem sich der polnische Auftaktabend samt Musik und Snacks dem Ende zugeneigt hat, kehrt langsam Ruhe im Hafen ein. Zwischen den Booten eilen allerdings noch eifrig Segler hin und her. Fragen über Fragen an das South Coast Baltic-Team, bevor die bunte Truppe am nächsten Morgen Richtung Kaliningrad aufbrechen will: Sind alle Reisepässe und Visa-Unterlagen da? Nicht mehr Alkohol an Bord als erlaubt? Und wo genau befindet sich eigentlich der russische Kontrollpunkt? Zum Abschluss des Tages gibt es an Bord der meisten Boote dann noch ein Gute-Nacht-Bier – mit direktem Blick auf das Krantor. Schon in ein paar Stunden wird es losgehen: Um vier Uhr früh öffnet die Zugbrücke in der Altstadt extra für die Rally-Boote.

Besser gelegen könnte die Marina wohl kaum sein. Direkt gegenüber des Hunderte Jahre alten Wahrzeichens von Danzig, das am Vormittag übrigens besonders schön angeleuchtet wird, und nur einen Katzensprung vom malerischen historischen Kern der knapp 500.000-Einwohner-Stadt entfernt, der zwar im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber hinterher wieder aufgebaut wurde. In nicht einmal fünf Minuten erreicht man zu Fuß die prachtvolle Langgasse, kann den Neptunbrunnen und das Rechtstädtische Rathaus bewundern. Die Marienburg (Burg Malbork), UNESCO-Weltkulturerbe, einstige Machtzentrale der Deutschen Ordensritter und größter Backsteinbau Europas, liegt etwa 50 Kilometer weiter südöstlich. Aber nicht nur, wer sich für die bewegte Geschichte der Region begeistert und sich an prachtvollen historischen Gebäuden nicht sattsehen kann, ist hier goldrichtig: Mit Sopot liegt in unmittelbarer Nachbarschaft Danzigs auch einer der beliebtesten Badeorte Polens. So viel herrlich feinen Sand wie an der südlichen Ostseeküste bekommt man wohl kaum irgendwo zu sehen.

Russisches Kontrastprogramm
Etwa acht Stunden nach Aufbruch in Danzig trudeln die ersten Yachten in Baltijsk ein. Hier liegt er also, der russische Kontrollpunkt. So kurz vor dem Einklarieren steigert sich die Aufregung. Dass Baltijsk – deutlich sichtbar – auch Hauptstützpunkt der Baltischen Flotte ist, macht es nicht unbedingt besser. Jetzt bloß nichts falsch machen.

Kaliningrad

Nach einem trüben Tagesbeginn in Danzig reißt am russischen Kontrollpunkt in Baltijsk endlich die Wolkendecke auf.


Kurz vor dem Start der WM-Vorrundenpartie Spanien -Marokko wird Kaliningrad von Fangesängen erfüllt. Einige Rally-Teilnehmer hatten Glück und konnten Karten für das Spiel ergattern


Die Marina im Museum des Weltozeans liegt hinter einer Hubbrücke, die nur nachts geöffnet wird.


SOUTH COAST BALTIC

SOUTH COAST BALTIC ist eine Initiative der Regionen Vorpommern (DE), Bornholm (DK), Zachodniopomorskie (PL), Pomorskie (PL), Kaliningrad (RU) und Klaipėda (LT) zur Vermarktung der südlichen Ostseeküste als Wassersportregion. Neben dem grenzüberschreitenden Austausch und der Qualitätsentwicklung von Häfen und Marinas ist es Ziel des EU-geförderten Projekts, den Bekanntheitsgrad der Wassersportregion zu steigern – etwa durch die sommerliche Boating Rally und einen kostenlosen Hafenführer, der zur boot 2019 in überarbeiteter Neuauflage erscheinen wird. Mehr Infos zur Initiative und dem Wassersportrevier südliche Ostseeküste unter: www.southcoastbaltic. eu.

Probleme gibt es heute aber keine. Ganz im Gegenteil: Der Empfang am Grenzkontrollanleger fällt herzlich, das Prozedere unkompliziert aus. Nicht einmal eine halbe Stunde lang werden Boot und Passagiere jeweils kontrolliert, bevor sie ihre Weiterreise durch den Seekanal antreten dürfen. Motor statt Segel heißt es nun allerdings. Egal, an Bord der Estrella wird die gemütliche Fahrt einfach für eine Stärkung genutzt – der polnische Skipper hat Żurek eingepackt, eine deftige Mehlsuppe mit Ei und Wurst. Noch circa 20 Seemeilen bis nach Kaliningrad.

Die Hauptstadt der gleichnamigen, von Polen und Litauen umgebenen Oblast ist unzweifelhaft die ungewöhnlichste Station der Rally: Unter dem Namen „Königsberg“ einst Hauptstadt Ostpreußens, nach dem Zweiten Weltkrieg dann Teil des sowjetischen Staatsgebiets und in diesem Sommer Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft. Statt historischer Schönheit so weit das Auge reicht, wie in Danzig, gibt es hier Kontraste satt. Die Metropole und ihre Umgebung, die gerade einmal 500 Kilometer Luftlinie von Berlin entfernt liegen und den westlichsten Teil Russlands bilden, quellen fast über vor lauter Gegensätze, die spannende Entdeckungsreisen versprechen. Vorbei an der Christ-Erlöser-Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln, dem gotischen Dom und modernen WM-Stadion, alten Fischersiedlungen, heruntergekommenenSowjet-Plattenbauten und endlosen Wiesen fahren die Rally-Teilnehmer auf den Landausflügen unter anderem zum weltweit einzigen Bernsteintagebau nach Jantarny, an die wilde Steilküste von Swetlogorsk und von dort wieder zurück, mitten in die vor Fußballfreude nur so sprühende Stadt. Die Kurische Nehrung, die zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt und hier an der Küste ihren südlichsten Punkt hat, passt da nicht mal mehr ins Programm.

Klaipeda

Schönster Ort ist zweifelsohne die alte Fischersiedlung Nida Hier ließ sich 1930 Schriftsteller Thomas Mann ein Sommerhaus bauen.


Traditionelle Kurenkähne können dank ihres geringen Tiefgangs auch die seichtesten Stellen des Haffs befahren.


Wilde Weite
An Tag 5 sind morgens um halb drei alle hellwach, nicht ganz freiwillig allerdings. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Litauen wartet – genauso wie die Eisenbahnbrücke im Hafengebiet von Kaliningrad, die nun schon zum zweiten Mal extra für die vielen Rally-Boote geöffnet wird. Als sie sich langsam hochschiebt, quietscht und knarrt es. Ansonsten ist es vollkommen still. Nacheinander gleiten die Boote hindurch und dann weiter kanalauswärts an großen Kränen und Hallen vorbei. Ihre Masten spiegeln sich im glatten Wasser. Richtig dunkel ist es auch jetzt nicht. Wie so oft auf dieser Reise. Die Sommersonnenwende macht sich hier deutlicher bemerkbar als an der deutschen Küste.

Klaipėda, Litauens einzige Hafenstadt, ebenfalls lange ostpreußisch und damals „Memel“ genannt, liegt am nördlichen Ende der knapp 100 Kilometer langen Kurischen Nehrung und bildet die letzte Station der Rally. Mit ihren nicht einmal 200.000 Einwohnern ist die Stadt zwar deutlich kleiner als Danzig und Kaliningrad, ihre Atmosphäre aber quirlig und weltoffen. Die kompakte Altstadt mit den vielen restaurierten Fachwerkhäusern sollte bei einem Besuch daher genauso auf dem Programm stehen wie das atemberaubende Umland mit seinen berühmten Sanddünen, den riesigen Wäldern und der einmaligen Vogelwelt. Praktisch: Segler können sowohl im Kastellhafen im Herzen der Stadt als auch gegenüber, direkt auf der Kurischen Nehrung festmachen, zum Beispiel im Smiltynė Yachtclub oder Yachthafen Nida. Für die Rally-Teilnehmer bildet Smiltynė zwar die Basis, kreuz und quer durch die Region geht es für sie zwei Tage lang aber trotzdem: Mit der Fähre hinein in Klaipėdas Zentrum, im Reisebus wieder hinaus zur ornithologischen Station nach Ventė, per Boot rüber nach Juodkrantė, zu Fuß hinauf auf die höchste Sanddüne Europas und schließlich mit dem Kurenkahn das Kurische Haff hinab. Trotz allgemeiner Erschöpfung sind sich hinterher alle einig: Das hat richtig Lust gemacht auf mehr.

Am allerletzten Rally-Tag, auf einem kleinen Abstecher nach Nida, erlebt die Crew der Estrella dann doch noch ihren komplett perfekten Segel-Moment: Kurz vor dem kleinen Küstenort zeichnet sich der Sand der Kurischen Nehrung nicht mehr nur als heller Streifen am Horizont ab, sondern türmt sich direkt neben der Estrella meterhoch auf. Vom Himmel strahlt die Nachmittagssonne hinab in die Gesichter, in den Bäuchen schwappt die warme litauische Fischsuppe vom Mittagessen leicht hin und her und hält die Kälte zumindest für eine Weile ab – und der Wind bläst mit bis zu 30 Knoten.

Der kürzlich modernisierte Smiltynė Yacht Club liegt direkt auf der Kurischen Nehrung, etwa zwei Seemeilen südlich der Memel-Mündung.


Die Route

Von der polnischen Ostseeküste aus ging es für die internationale Flottille zunächst in die russische Enklave Kaliningrad und nach zwei Tagen Aufenthalt schließlich weiter nach Litauen.

Einreise in die Region Kaliningrad – so geht’s:

• Als einziger Hafen mit Grenzkontrolle und Zollabfertigung für internationale Boote ist Baltijsk bei Reisen in die Region Kaliningrad der erste und letzte Anlaufhafen für deutsche Segler. Anzusteuern ist er von der Ostsee aus, also ausschließlich über die Danziger Bucht und nicht über das Frische oder das Kurische Haff.

• Wenn Sie russische Gewässer erreichen und sich Baltijsk nähern, sollten Sie UKW-Kanal 74 abhören. Für die Einreiseerlaubnis ist es erforderlich, einen Anruf mit dem Rufzeichen „Baltijsk Traffic“ auf UKW-Kanal 74 zu tätigen.

• Der Grenzkontrollpunkt, an dem die Grenzkontrollen und Zollabfertigungen durchgeführt werden, liegt in der Nähe des Containerterminals (Liegeplatz Nr. 81). Das Ein- und Ausklarieren dauert normalerweise nicht länger als 30 bis 60 Minuten pro Boot, sofern alle nötigen Dokumente vorhanden sind.

• Es ist nicht erlaubt, sich länger in Baltijsk aufzuhalten. Für die Weiterfahrt durch den Seekanal zu den nächstgelegenen Yachthäfen sollten mindestens drei bis vier Stunden eingeplant werden. Der Kanal kann nur unter Motor und mit einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h befahren werden. Zudem dürfen Sportboote ihn nur tagsüber (d.h. zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang) nutzen.

• Bitte beachten: Auch auf der EU-Seite müssen Sie vor bzw. nach dem Aufenthalt in Russland aus-bzw. einklarieren. Dafür müssen Sie sich vor der Aus-bzw. Einreise bei den zuständigen Stellen, z.B. in Danzig oder Klaipėda, melden. Die Hafenmeister helfen dabei gerne weiter und geben Auskünfte zum Ablauf und zu Ansprechpartnern.

Erforderliche Dokumente:

• Reisepässe mit gültigem Visum (Originale und jeweils eine Kopie der Foto- und der Visumsseite des Passes)

• Internationaler Bootsschein oder Flaggenzertifikat (Original und Kopie), z.B. über den DSV erhältlich (www.dsv.org)

• Crewlisten (mindestens fünf Exemplare für die Ein- und Ausreise)

• Für Charterboote: Chartervertrag (Original und Kopie)

Beschaffung eines russischen Visums:

• Ein Touristenvisum für Russland ist maximal vier Wochen gültig und ermöglicht bis zu zwei Einreisen nach Russland. Da sich auf Segeltörns (z.B. wetterbedingt) leicht Änderungen ergeben können, wird empfohlen, den Reisezeitraum großzügig anzugeben und die Möglichkeit einer zweimaligen Einreise auszuschöpfen.

• Für die Beantragung eines Visums sind folgende Unterlagen erforderlich: Reisepass (mindestens 6 Monate über den Visumszeitraum hinaus gültig und mit freien Seiten für das Visum), Nachweis über eine Auslandskrankenversicherung für Russland (wird durch Versicherung ausgestellt) aktuelles biometrisches Passfoto in Farbe, Einladung aus Kaliningrad bzw. Russland

• Eine solche Einladung kann nur von bestimmten Stellen (z.B. Behörden, Reiseveranstaltern etc.) und in der Regel nicht von den Marinas in Kaliningrad ausgestellt werden. Es wird deshalb empfohlen, das Visum über eine Agentur zu beziehen, die die Einladung beschaffen kann und zugleich detaillierte Auskünfte sowie umfangreiche Hilfestellungen zur Antragstellung (einschließlich des Ausfüllens des Online-Antrags beim Konsulat) gibt. Zudem müssen Sie das Konsulat mit eine Agentur nicht persönlich aufsuchen: Der gesamte Prozess kann telefonisch, online bzw. per E-Mail und postalisch erfolgen.

• Die Kosten für die Beantragung eines Visums über eine Agentur betragen ca. 100-150 Euro – je nach Dringlichkeit. Der Prozess dauert ca. vier bis fünf Wochen, mit Expresszuschlägen ist auch eine schnellere Bearbeitung innerhalb von ein bis zwei Wochen möglich.

• Einige Agenturen sind sogar auf Visa für Segler und Bootsfahrer spezialisiert, z.B.: „Passport-Hamburg“ (www.passport-hamburg. de) und „Toureast“ (www.toureast.de).


Fotos: Evelina Valaitytė | South Coast Baltic; Philine Lehmann

Fotos: Evelina Valaitytė | South Coast Baltic; Philine Lehmann

Fotos: Evelina Valaitytė | South Coast Baltic; Philine Lehmann

Fotos: Andrius Pelakaukas | South Coast Baltic, Karte: Jan Bindseil