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Resident Evil


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Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 07.09.2022

ACHTUNG SPOILER!

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Bildquelle: Play5, Ausgabe 10/2022

Auf den Hund gekommen: Der ikonische Zombie-Dobermann darf natürlich auch in der neuen Serie nicht fehlen. Leider dauert der Auftritt nur zehn Minuten, bevor zwei Teenager die Töle killen. (Bild: Courtesy of Netflix)

Was ist gruseliger als aus der nahegelegenen Irrenanstalt entlaufene Psychokiller, außerirdische Schleimmonster, die euer Haustier vor euren Augen zerreißen, und ein Besuch der Schwiegermutter zusammengenommen? Eine weitere Film- oder Serienverwurstung von Resident Evil natürlich! Das nur leider nie, weil die Machwerke es schaffen, den durch Survival-Horror bedingten Nervenkitzel der Spielevorlage einzufangen, sondern weil sie so erbarmungslos schlecht und dumm sind, dass die Gehirnzellen der den Schund Anschauenden panisch ihre Koffer packen, um schleunigst aus Oberstübchenhausen zu verschwinden, bevor sie noch ganz absterben.

Wenig überraschend schlägt auch die am 14. Juli veröffentlichte Netflix-Serie zum Capcom-Franchise genau in diese Kerbe. Ich habe mich durch alle acht Folgen gequält und während sechs davon wollte ich am liebsten ins Kissen weinen. In den letzten zwei ...

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... Episoden kamen dann auch die Tränen, allerdings vor Lachen. Hat sich das Durchstehen also gelohnt? Nein. Aber immerhin kann ich euch so ausführlich davor warnen, eure Zeit mit diesem Serie gewordenen Stück Zombieschleim zu vergeuden.

Im Folgenden lasse ich euch an meinem Erlebnis Netflix-Resident-Evil teilhaben. Dabei halte ich mich allerdings nicht mit den dümmlichen Dialogen oder Aussagen zu den Billo-Effekten auf. Am besten offenbare ich, wie unfassbar dämlich diese Serie ist, indem ich einfach die wichtigsten Plot-Punkte nacherzähle. Dazwischen herrscht ohnehin Belanglosigkeit. Solltet ihr die Serie trotz meiner bisherigen Warnungen noch schauen wollen, lest besser nicht weiter, denn es folgen massive Story-Spoiler.

Shit-Show statt Hit-Show

Erst Ende letzten Jahres erschien mit Resident Evil: Welcome to Raccoon City ein neuer Film zur renommierten Horror-Reihe, der uns mit seiner minderwertigen Qualität das Fürchten lehrte. Vor dem Ansehen dachte ich noch, dass es ja eigentlich nicht schlimmer sein kann als der Murks, den uns Paul W.S. Anderson und Milla „Acting“ Jovovich jahrelang servierten, aber – hui! – wie falsch ich nur lag.

Ein Skript, so schlüssig und raffiniert, dass es aus der Feder von Hobby-Autor Ingo aus „Schwiegertochter gesucht“ stammen könnte, traf auf offensichtlich von Til Schweiger und Tommy Wiseau gecoachte Schauspieler, Effekte direkt aus der PSX-Renderfilm-Hölle und einen Regisseur, der entweder auf derselben Stufe der verblendet-und-inkompetent-Skala rangiert wie Müll-Movie-Meister Neil Breen oder sich einfach dachte: „Mal sehen, ob ich mit dem Mist durchkomme.“

Dem Film gelang das Kunststück, die Geschichte der ersten beiden Spiele in 107 Minuten zu pressen und trotzdem stinklangweilig zu sein. Immerhin zeigte Welcome to Raccoon City, dass ein Resi-Film nicht automatisch gut wird, nur, weil er sich nahe (oder zumindest viel näher als die Anderson-Streifen) an der Geschichte und den Szenen der Spiele entlanghangelt.

Dieser „Film“ wirkte jedenfalls noch nach bei mir, sodass ich von der Netflix-Serie nicht allzu viel erwartete und eher aus morbider Neugier einschaltete. Schon in der ersten Folge wurde mir klar, dass Netflix wohl wirklich so funktioniert, wie es mal in South Park dargestellt wurde. Qualitätskontrolle oder gute Producer kann es hier jedenfalls nicht gegeben haben, wenn ich an die quiekende, in einen Farbtopf gefallene Riesenmade denke, vor der unsere Protagonistin Jade wegrennt. In dieser Szene handelt es sich jedoch um Zukunfts-Jade, die in einer durch Umbrella zerstörten Welt die Evolution der Zombies erforscht.

Die andere Zeitlinie beschäftigt sich mit der jungen Jade im Jahr 2022. Gemeinsam mit Papa und Schwester zieht sie nach New Raccoon City in Südafrika, weil Vati bei Umbrella arbeitet. Doch Mo- ment mal, er arbeitet nicht einfach nur bei Umbrella, er ist ein angesehener Wissenschaftler, ein ganz großes Tier, er ist … Albert Wesker! Das hätte man jetzt nicht sofort gedacht, schließlich kennen wir Wesker weder als Genie noch als Vorstadt-Papi. Gespielt wird er vom großartigen Lance Reddick, der der einzige Lichtblick in diesem Debakel ist. Souverän spielt er sich selbst durch die lächerlichsten Szenen, und davon gibt es einige. Doch dazu später mehr.

Die Billie, die Billie und die Jade, Jade, Jade, Jade

Im Fokus stehen eh erst mal die Wesker-Geschwister Jade und Billie, die auf eine neue Schule kommen, wo sich ganz dolles Teenie-Drama entspinnt. Und ist es nicht das, was Resident Evil schon immer ausmachte? Unterstrichen wird das dann durch Musik von Billie Eilish oder Halsey, was bei mir dann doch zumindest etwas Survival-Horror-Gefühle auslöste.

Jade entscheidet sich rumzuzicken, findet aber Freunde. Unter anderem den sweeten Skaterboy Simon. Billie hingegen ist Veganerin und wird deshalb random von einem anderen Mädchen gemobbt, das dann heimlich von Jade umgehauen wird, aber Billie bekommt Ärger, bis Papa Wesker auftaucht und den Vater von der fiesen Veganer-Mobberin einschüchtert, aber Billie findet ihren Paps trotzdem nicht so dufte, weil sie glaubt, dass Umbrella Tierversuche macht.

Also bricht sie mit Jade dort ein und weil die Drehbuchautoren eine Lösung dafür brauchten, wie zwei Teenager in einen Umbrella- Komplex einbrechen können, gibt es dort keine Wachen, weil Umbrella löst alles mit Kameras und Sensoren und Gedöns, das die Schweskern, ähm, Schwestern, natürlich umgehen können.

Billie wird dort aber von einem Zombiehund gebissen und könnte sich vielleicht in einen Zombie verwandeln. Das Element wird von der Serie dann immer wieder aufgegriffen und wieder fallen gelassen, je nachdem, ob es gerade gebraucht wird. Überhaupt wird andauernd etwas angefangen, das dann ins Leere läuft oder irgendwie später wieder aufgegriffen, um einen erzwungenen Twist in die Story zu bringen, der einen dann kopfschüttelnd zurücklässt. Ich gehe hier jetzt mal nicht ausführlich auf Jades Romanze mit Simon ein, der (PLOT TWIST!!!) der Sohn der furchtbar bösen Umbrella-Chefin ist, die ihre Lebensgefährtin unter Drogen setzt, oder auf die Story, dass der Familienhund Billie zunächst nicht mehr mag, nachdem sie gebissen wurde, sie später aber wieder voll okay findet.

Im Grunde passiert nur langweiliger Mist und die Hauptfiguren wechseln mehrmals ohne Erklärung ihre Charakterzüge, weil das Drehbuch eben vorsieht, dass die Protagonisten irgendwas sagen oder tun, um weiteren Nonsens zu triggern. Die letzten zwei Episoden sind dann nur noch reinste Comedy, doch dazu später mehr. Widmen wir uns vorerst wieder Zukunfts-Jade, denn deren Geschichte ist sogar noch öder und dümmer. Yay!

Köpfchen muss man haben

Zukunfts-Jade wird vor der bösen Made von grimmig aussehenden Typen gerettet und die bringen unsere ohnmächtige Heldin in ihre Basis. Doch (PLOT TWI-ST!!!!!!) die Typen sehen nicht nur grimmig aus, sie sind auch echte Stinkstiefel, denn sie haben Jade an Umbrella verraten!

Sofort tauchen dann auch Umbrella-Söldner unter der Leitung eines overactenden Neckbeards auf, der offenbar ziemlich schlecht gelaunt ist, weil er seinen Frust in der Post-Apokalypse nicht mehr auf 4Chan ablassen kann.

Aber (PLOT TWIST!!!!!!!) die Umbrellas sind natürlich so böse, dass sie auch die anderen Menschen niedermetzeln und Jade entkommt durch eine Horde Zombies, wird dann aber von einer anderen Gruppe Bösewichter gefangengenommen und landet in einer Zelle mit Captain Neckbeard, der sie gesucht hat. Die Bösen haben in ihrem Keller auch Zombies rumlaufen und sogar – vollkommen passend! – den Sackmann mit der Kettensäge aus Resident Evil 4, der Gefangene zersägt. Nun, jeder braucht ein Hobby.

Bevor Sackboy jedoch Jade und dem reuigen Umbrella-Captain zu nah kommt, fliehen sie, erschießen Wachen, die Zombies sind los und alles geht drunter und drüber, ergibt aber zu keinem Zeitpunkt Sinn. Jade entdeckt jetzt aber, dass ein Zombie ein Oberzombie ist und die Unterzombies befehligt, also bringt sie sich selbst in Gefahr, um den Oberzombiekopf abzusägen und mitzunehmen. Ihre Flucht gelingt, die von Captain Neckbeard nicht und auf dem Weg zum Schiff, auf dem sie lebt und arbeitet, trifft Jade auf ihre Schwester, die zwar für Umbrella arbeitet und Jade gefangen nimmt, sie aber dann wieder freilässt und erklärt, sie habe ihr Schwesterchen nur noch mal sehen wollen, denn sie sei krank und werde bald den Löffel abgeben. Also gelangt Jade doch noch mit dem Kopf auf das Schiff, wo sie forscht und ihre kleine Tochter wiedersieht, die sich über ihre Mami ungefähr so sehr freut, als habe sie Socken zu Weihnachten bekommen.

Leder-Mobber und Klone mit Bart

Kommen wir nun so langsam zum Finale. Solltet ihr bisher schon gedacht haben, dass sich die Plot-Zusammenfassung wie der Fiebertraum eines Wahnsinnigen liest, dann macht euch auf was gefasst. Die Schweskern im Jahr 2022 haben mittlerweile herausgefunden, dass ihr Papi Geheimnisse hatte, denn mit der Hilfe von Simon, der rein zufällig ein krasser Hacker ist, gelangen sie in das versteckte Labor von Vater Wesker.

Dort finden sie Hinweise auf das 1998 zerstörte Raccoon City und auf einem Video ist ihr Vati ziemlich gemein zu anderen. Währenddessen wird ihr Herr Papa wegen einiger dummer Zwischenfälle von der bösen Umbrella-Chefin weggesperrt. Wesker trifft in seinem Gefängnis (PLOT TWIST!!!!!) auf einen Klon-Wesker mit Bart.

In einer Rückblende sieht man, wie ein cooler Leder-Wesker, der übrigens auch der Original-Wesker ist, drei uncoole Nerd-Weskers mobbt, die für ihn arbeiten, bis Umbrella das Labor stürmt. Leder-Wesker erschießt, bevor er verschwindet, noch schnell einen Nerd-Wesker, weil die Serie für ihren Plot nur zwei Klone benötigt, drei Klone in der Szene aber besser aussahen.

Wieder im Jahr 2022: Papa Wesker erzählt Bart-Wesker von seinem Leben und seinen Töchtern, wird dann aber abgeführt. Daraufhin rasiert sich Bart-Wesker und bricht aus. Nun-glattrasiert-Wesker holt Billie und Jade von der Schule ab, die Schweskern merken jedoch, dass etwas nicht stimmt, melden sich bei Simon, der seiner Mutter alles verrät und schon werden Ex-Bart-Wesker und die Schweskern von Umbrella eingesackt. Im Umbrella-Hauptquartier zeigt die Umbrella-Chefin dann, dass Papa Wesker sich das Blut der Schweskern als Heilung spritzt. Billie und Jade finden das überhaupt nicht toll, dürfen dann unter Begleitung nach Hause und versuchen zu fliehen, aber die Umbrella-Schergen haben was dagegen. Plötzlich scheint Billie sich doch wieder zu verwandeln und greift den Hauptschergen an. Sie wird dann aber doch kein Zombie und stattdessen gefangengenommen, während Jade flüchtet.

Das Finale ist dann ein wirres Hin und her, bei dem Simon und Jade mal wieder in die Umbrella-Zentrale einbrechen (zum Glück gibt es da echt keine Wachen, wäre sonst voll das Problem), die Umbrella-Chefin ihren Sohn erschießt, alles explodiert und ein Wesker sich opfert.

Trash-Ikonen vom Schlage eines David Prior hätten es sich nicht blöder ausdenken können. Netflix-Resident-Evil kann aber noch einen draufsetzen, denn in der Zukunft steppt dann so richtig der Bär. Und wir sprechen hier von einem sehr, sehr dummen Bären, dessen Bärenmutter damals die Schaukel zu nah an der Hauswand aufgestellt hatte.

Wenn einfach alles egal ist

Jade forscht weiter an dem abgesägten Kopf herum, sorgt dafür, dass ihre beste Freundin stirbt und findet tatsächlich heraus, dass dieser Oberzombie die Unterzombies kontrolliert. Jetzt taucht aber wieder Billie auf, denn (PLOT TWIST!!!!) sie will ihr Schwesterlein doch nicht gehen lassen, denn Jades Blut kann ihre Krankheit heilen. Billie verhandelt erst mit dem Schiffskapitän, dass er Jade herausrückt, doch diese stellt sich selbst. Allerdings nicht, bevor sie ihrer Tochter sagt, sie müsse unbedingt verschwinden, auch wenn ihr Vater nicht mitwolle.

Jade und Billie stehen sich jetzt gegenüber und Billie zeigt ihrer Schwester, dass sie mittlerweile die Umbrella-Chefin per Tablet fernsteuert und bietet sogar an, sie einen Backflip ausführen zu lassen. Jade will trotz dieses fantastischen Unterhaltungsprogramms nicht bleiben und offenbart ihren Plan: Sie wirft ein Fläschchen mit Oberzombiekopfgeforschtem auf den Boden, woraufhin sämtliche Unterzombies aus der Gegend angelaufen kommen und Chaos ausbricht.

In der Zwischenzeit bekommen auch die Leute auf dem Schiff Panik und entfesseln ihre Geheimwaffe: ein riesiges Zombiekrokodil! Jade entkommt auf das Schiff, das sofort ablegt, aber nach einigen Kilometern fällt Jade und ihrem Mann auf, dass ihre Tochter fehlt (die Weskers sind offenbar um ein paar Ecken mit den McCallisters verwandt), weil die den Rat ihrer Mutter beherzigt hat. Die Eltern drehen also wieder um und wenig überraschend stehen sich bald wieder Billie und Jade gegenüber. Jade wird angeschossen und Billie entkommt mit deren Tochter. Was für ein Cliffhanger für Staffel 2!

Nicht anschauen!

Wow. Die letzten Folgen der ersten Staffel haben wirklich mehrmals für harte Lachflashs gesorgt, denn dieser ganze Schmodder wird ohne jegliche Selbstironie bierernst erzählt. Lediglich Lance Reddick scheint gewusst haben, was für ein Schwachsinn das alles ist und dreht als Klon später ein bisschen frei. Das ist aber anscheinend niemandem aufgefallen. Überhaupt scheinen Netflix sowie die Macher der Serie komplett schmerzbefreit unterwegs zu sein. Das ganze Teenie-Drama ist hochnotpeinlich, die Musikauswahl in vielen Szenen absolut unpassend, alles sieht billig aus, die Figuren sind trotz unerklärlicher Charakterzugwechsel flach und die Story ist so unfassbar doof, dass es beim Zuschauen teilweise echt wehtut.

Besonders ärgerlich: Alles ist unglaublich dumm, aber leider auch stinklangweilig. Auch Trash-Freunde werden also eher genervt von dieser Serie sein. Vor allem aber frage ich mich, was hat das alles mit Resident Evil zu tun? Klar, geiles Name-Dropping ist an Bord: Wesker, Umbrella, T-Virus, Raccoon City, Blablubb. Aber sonst? Ich habe echt nichts gegen freie Neuinterpretationen eines Stoffes, im Falle von Resident Evil halte ich das sogar für absolut notwendig, aber das hier? Puh.

Es könnte auch irgendeine Hauptfigur in irgendeiner Zombie-Apokalypse sein, mit der irgendein böser Konzern etwas zu tun hat. Dann würde diese Serie aber ganz schnell von den Fans als Müll abgestempelt, nicht fertig geschaut und vergessen.

Der Name Resident Evil garantiert Zuschauer und vor allem das Fertiggucken, schließlich hofft man als Fan ja darauf, dass es besser wird und viele Fanboys werden es sich wegen des Namens vermutlich sogar schönreden. Netflix hat also kalkuliert Mist abgeliefert. Der Name reicht ja. Das ist durchaus schade, schließlich zeigt der Streaming-Gigant ja auch immer wieder mal, dass mit ordentlichem Budget und dem Engagement von guten Leuten mehr möglich ist.

Auch Resident Evil hätte das Potenzial, viel besser zu sein. Es wäre die Chance gewesen, den Fans der Spiele endlich mal eine gute Umsetzung zu geben. Diese Serie ist aber qualitativ so schlecht, dass sie nicht mal im üblichen Netflix-Einheitsbrei versinkt, sondern irgendwo auf dem Streaming-Kompost neben anderen Gammelprodukten wie Hubie Halloween oder The Wrong Missy rumstinkt. 

CHRISTIAN DÖRRE