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Ressourcen überwachen auf dem Raspberry Pi: Optimaler Überblick


Raspberry Pi Geek - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 05.12.2019

Je weniger Ressourcen vorhanden sind, desto wichtiger ist ein wachsames Auge darauf. Auf dem Raspberry Pi hilft dabei RPi-Monitor. Ferdinand Thommes

README

Das Werkzeug RPi-Monitor, das beim Überwachen der Ressourcen auf eingebetteten Geräten hilft, entstand aus dem Umfeld des RasPi. Es bietet eine Anzeige in Echtzeit sowie das Protokollieren verschiedener Werte. Das Tool bietet viele Optionen und erlaubt das Einbinden weiterer Geräte.

Gotop

Das einfache Monitoring-Tool Gotop wurde ursprünglich in der Sprache Go verfasst, der Entwickler schreibt es allerdings gerade in Rust um. Im Vergleich zu RPi- Monitor ...

Artikelbild für den Artikel "Ressourcen überwachen auf dem Raspberry Pi: Optimaler Überblick" aus der Ausgabe 2/2020 von Raspberry Pi Geek. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Raspberry Pi Geek, Ausgabe 2/2020

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... ist es einfacher aufgebaut und bietet wenig Möglichkeiten zur Konfiguration. Genügt Ihnen eine Standardansicht und scheuen Sie aufwendige Einrichtungsarbeiten, erweist sich Gotop als geeigneter Kandidat zum Überwachen der Ressourcen 1. Im Gegensatz zu RPi-Monitor bietet es eine Prozessliste mit der jeweiligen Auslastung von CPU und RAM. Allerdings funktioniert bereits seit Längerem die Temperaturanzeige nicht.

1 Gotop verfügt nicht über die Gestaltungsmöglichkeiten von RPi-Monitor, bietet aber trotzdem eine gefällige Ansicht der wichtigsten Parameter.


2 Nach dem ersten Start zeigt das Programm einen Status. Sie dürfen im Verlauf der Konfiguration das Aussehen weitgehend an Ihre Wünsche anpassen.


Konfiguration

RPi-Monitor erlaubt es, die Software in weiten Teilen anzupassen. Auf diese Weise modifizieren Sie sowohl das komplette Aussehen als auch die zu erhebenden Werte. Die Dokumentation  beschreibt unter anderem, wie Sie die rund 30 Vorlagen an Ihre Vorstellungen anpassen.

RPi-Monitor präsentiert erst einmal eine Seite mit dem Status des jeweilgen Hosts, die am oberen Rand einige Reiter dert zum Update auf, was Sie mit sudo /etc/ init.d/rpimonitor update schnell erledigen. Das aktualisiert die Informationen in diesem Block zu Version, Kernel und Firmware. Der zweite Befehl sorgt dafür, dass diese Info künftig automatisch aktualisiert wird. Sie zeigt unter anderem, wenn neue Pakete für RPi-Monitor vorliegen.

3 Bei den Statistikwerten, wie hier der CPU-Last, die für ein Jahr in der Datenbank verbleiben, bevor sie sukzessive herausfallen, wählen Sie die Intervalle zum Auslesen über ein Ausklappmenü.


Werfen Sie einen Blick auf die Konfigurationsdateien, die unter /etc/rpimonitor/ liegen. Dort finden Sie die standardmäßig aktiven Dateien daemon.conf und data.conf sowie rund 30 Dateien mit dem Zusatz template. Dabei handelt es sich um Vorlagen für die Konfigurationen. Alle Dateien sind gut kommentiert, sodass die Konfiguration zunächst aufwendig erscheint, nach kurzer Zeit aber einfach von der Hand geht.

Netzwerk einbinden

Das Tool erhebt ab Werk keine Netzwerkdaten; hier müssen Sie selbst Hand anlegen. Dazu ermitteln Sie zunächst mit dem Befehl ifconfig die Bezeichnung der Netzwerkschnittstelle. Bei Raspbian heißt sie eth0. Dann rufen Sie im Editor Ihrer Wahl die Datei /etc/rpimonitor/ template/network.conf auf und editieren Sie, wie in Abbildung 2 zu sehen. Nach dem Speichern starten Sie RPi-Monitor mittels sudo /etc/init.d/ rpimonitor restart neu, so wie nach allen Änderungen 5.

Falls Sie auf dem RasPi WLAN nutzen, bearbeiten Sie die Datei /etc/rpimonitor/ template/wlan.conf entsprechend. Sie ist standardmäßig nicht aktiviert, Sie müssen am Ende der Datei /etc/rpimo‑ nitor/data.conf bei der entsprechenden Include-Zeile das Kommentarzeichen entfernen. Das gilt für alle anderen von Ihnen bearbeiteten Dateien, die dort auskommentiert sind.

RPi-Monitor unter Debian installieren

Zunächst laden Sie den Schlüssel für das Repository herunter (Listing 2, Zeile 1 und 2). Danach binden Sie das Repository in die Quellen ein (Zeile 3). Die Installation erfolgt dann Debian- typisch (Zeile 4). Möchten Sie das Repository nicht fest einbinden, führt der Weg über Github: Zunächst laden Sie das DEB-Paket herunter (Listing 3, Zeile 1). Die benötigten Abhängigkeiten besorgt der Befehl aus Zeile 2. Zum Abschluss geben Sie die Befehle aus Zeile 3 und Zeile 4 ein, um die Software zu installieren und starten.

Umgestalten

4 Die rot markierten Zeilen weisen nach dem ersten Start auf Stellen in der Konfiguration hin, wie etwa eine neue Version der Software.


5 Das Protokollieren der Netzwerkdaten bedarf der manuellen Konfiguration, bei der Sie die zu überwachende Schnittstelle des Systems festlegen. Nach demselben Schema binden Sie ein vorhandenes WLAN ein.


Sie dürfen die Farben der Oberfläche und sämtliche Bezeichnungen nach Ihren Wünschen anpassen. So definieren Sie bei der Temperatur die Grenzwerte, die einen Alarm auslösen. Sie bestimmen zudem, ob RPi-Monitor in diesem Fall eine Mail oder SMS versendet. Alle Daten stehen über den integrierten Webserver

im JSON-Format bereit 6. Weitere Geräte wie etwa externe Festplatten, Drucker oder gar eine Pebble- Smartwatch  binden Sie bei Bedarf ebenfalls ein. Seit der aktuellen Version 2.12 konfigurieren Sie unter Friends in /data.conf weitere Geräte, auf denen RPi-Monitor läuft. Um weitere Geräte einzubinden und deren Parameter zu bestimmen, verfügt RPi-Monitor über einen Helfer, den Sie über den Befehl rpimonitord ‑i aufrufen und der Sie schrittweise zu einer gültigen Konfigurationsdatei führt  7.

6 Arbeitet der PC mit hoher Last, legen Sie Schwellwerte für die Temperatur fest, bei denen ein Alarm Sie vor dem Überhitzen warnt.


Addons

Das Programm RPi-Manager bietet eine Schnittstelle, über die Sie Addons wie die kompakten Webserver Shellinabox  oder Hawkeye  integrieren. Shellinabox kann beliebige Werkzeuge für die Befehlszeile in einen webbasierten Terminalemulator exportieren. Bei Hawkeye handelt es sich um einen ressourcenschonenden Streamingdienst für USBWebcams. RPi-Monitor findet Verwendung bei Tor-Info , wo es die Anzeige des Bandbreitenverbrauchs von Tor-Knoten visualisiert.

Fazit

RPi-Monitor erscheint zunächst mit der Anzeige von Status und Statistiken von Werten wie Temperatur, CPU-Last, Speicher und Netzwerkdurchsatz für den Raspberry Pi, einige weitere Kleinstrechner und eingebettete Geräte relativ simpel. Die Macht des kleinen Tools zeigt sich allerdings beim Blick in die Konfiguration: Wenn nötig, passen Sie Aussehen und Funktion weitestgehend an Ihre individuellen Anforderungen an.

Zudem lässt sich die Software über Addons erweitern, die Sie mit wenig Aufwand bei Bedarf selbst erstellen. Dabei hilft die recht ausführliche Dokumentation. So erstellen Sie mit wenigen Handgriffen ein Monitoring, über die Sie per Webbrowser von einem anderen PC im LAN die wichtigen Ressourcen kinderleicht überwachen. (agr)

Nach rund einer Stunde Konfiguration sah unser RPi-Monitor schon besser aus. Wir banden Ethernet und WLAN ein, legten Temperaturschwellwerte fest und fügten ein Notebook hinzu. Die Oberfläche ließe sich bei Bedarf auch vollständig eindeutschen und als Krönung mit einem eigenen Logo versehen.