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RESTAURIERUNG DATSUN 240Z: Meine liebste Fairlady


Auto Classic - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 02.12.2019

Wer sich einen seltenen Oldtimer in den Kopf setzt, muss oft Abstriche machen – gute Exemplare zum guten Preis sind schwer zu inden. Am besten, man legt selber Hand an


Artikelbild für den Artikel "RESTAURIERUNG DATSUN 240Z: Meine liebste Fairlady" aus der Ausgabe 1/2020 von Auto Classic. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fertig restauriert, sieht man dem „Z“ seine Leiden nicht mehr an


Fotos: Petra Grünendahl und Daniel De Falco

Als Daniel De Falco nach einem Oldtimer suchte, hatte er sich zunächst ein Coupé in den Kopf gesetzt. Und natürlich sollte es ein Modell sein, das nicht jeder hat. Alfa GTJunior, Opel GT oder Volvo P1800? Hmmm, nein …ein Datsun 240Z musste her.

Das Design des hübschen Coupés erinnert an britische Sportwagen vom Stil eines Jaguar ...

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... E-Type: lange Haube, kurzes Heck. Nissan baute es ab 1969 primär für den US-Markt. Hierzulande waren die ersten Baujahre nicht zu haben, erst 1972 kam das Modell nach Europa. Und ist heute selten, denn schon 1974 folgte der Nachfolger 260Z. Als „Datsun“ vermarktete Nissan die Baureihe auf Exportmärkten, in Japan trug die ZBaureihe den Namen des Vorgängers: Fairlady.

De Falco fand die begehrte Dame 2013 im Internet: Ein 1972er mit brauner Grundierung und stark restaurierungsbedürftig. Drei Besitzer waren im Kfz-Brief eingetragen. Der vierte Besitzer und Verkäufer hatte es restaurieren wollen, war aber nicht dazu gekommen. So meldete er den Wagen in den 1990ern ab, bewegte ihn noch ab und an mit rotem Kennzeichen und entschied sich dann doch zum Verkauf.

Ungeahnte Ausmaße

Ein neues Fahrwerk und neuer Motor, Karosseriearbeiten und Lack wären vonnöten, mutmaßte Daniel damals und schlug zu. „Das wahre Ausmaß des Restaurierungsbedarfs habe ich nicht einschätzen können“, erzählt der Autofan, der neben einem Volvo C30 als Alltagsfahrzeug noch ein rares BMW Z3 M Coupé sein Eigen nennt. Laut Vorbesitzer sollte es sich um ein deutsches Fahrzeug handeln, die Fahrgestellnummer sprach allerdings eher für den amerikanischen Markt. Von dort beschaffte Daniel zunächst einige Ersatzteile, zum Reparieren fehlte ihm die Zeit. Nach einem Jahr in der Garage gab er den Wagen zu Sauber Kfz-Technik in Düsseldorf, die ihm Fahrwerk und Bremsanlage instand setzten.

Obwohl es einiges an Rost zu beseitigen gab, ließ sich die Arbeit gut an. Viele Teile konnten aufbereitet werden, einige wurden angefertigt. Es folgten die Pulverbeschichtung von Fahrwerks-und Achsteilen sowie das Hochglanzverdichten – Trowalisieren – der Felgen.


Nicht einmal derTank-deckelwar original


Größtes Problem war der Tank, der korrodiert, löchrig und bereits einmal schlecht geflickt worden war. „Kein Lieferant wollte den defekten Tank als Pfand nehmen, um einen überarbeiteten nach Deutschland zu schicken. Also mussten wir ihn selber reparieren.“ Der Tank wurde gestrahlt, ein neuer Boden eingeschweißt und von innen mit POR15 versiegelt. Außen trug man eine Owatrol-Lackierung zur dauerhaften Abdichtung auf.

Ein neuer Motor reichte nicht

Nächster großer Schritt war der Austausch des Motors, denn Daniels Modell war mit dem L26 des Nachfolgers ausgerüstet. Über eBay-Klein -anzeigen bestellte er einen originalen, aufgearbeiteten L24-Motor. Der Verkäufer, die „Datsunschmiede“, stellte sich zugleich als Restaurierungsbetrieb heraus und so trat Daniels 240Z auf einem Hänger die Fahrt in die Eifel an.

Dort angekommen, fielen den Profis einige Un gereimtheiten auf: Die Blinker waren falsch geformt und platziert; Außenspiegel, Embleme, Sitze und das Radio passten nicht zum 240Z und es fehlte die typische schwarze Blende um die Rückleuchten-Einheiten. „Sogar der Tankdeckel war nicht original. Das ist mir alles nicht aufgefallen, weil ich noch nicht so viel Ahnung von dem Modell hatte“, sagt Daniel rückblickend.

Bestandsaufnahme im Restaurierungsbetrieb

Der Datsun mit brauner Grundierung: hinten erkennt man zwei parallel geschwungene Karosserielinien, die nicht original sind, wo also erkennbar an der Karosserie gespachtelt wurde


Unter der Motorhaube war das Aggregat eines 260Z (L26) mit passendem Vergaser verbaut


Den aufgearbeiteten L24-Original-Motor hatte Daniel schon früh bei der Datsunschmiede bestellt


Der 240Z mit einer 280Z-Front


Fehlende schwarze Heckblende


Der Tank: korrodiert, löchrig und schlecht „instand“ gesetzt


Zunächst sollte nur das Fahrwerk gemacht werden …


…doch dann wurde der Wagen komplett auseinandergenommen


In der Silhouette der Karosserie fielen zudem Linien auf, die nicht dem originalen Design entsprachen: Sie deuteten auf wenig fachmännisch durchgeführte Spachtelarbeiten hin, die für einen originalgetreuen Wiederaufbau abgeschliffen und vollständig entfernt werden mussten. Die Liste der To-dos wurde immer länger und man schaute dann doch noch etwas genauer hin – der geplante Motoraustausch stellte sich dagegen als die kleinere Baustelle heraus.

Karosseriearbeiten und Lackierung

Links: Erste Grun dierung und Versiegelung der Schweiß nähte mit Karosseriedichtmasse


Unten: Schleifen, auf -arbeiten mit Glasfaser, Epoxy und Füller, wieder abschleifen – bis die Linien passen


Ab zum Lackierer, wo nochmals Füller und Grundierung aufgebracht warden


Und der Lack – außen wird in Bronze Metallic, innen in Braun lackiert


Individuelle Akzente und dezentes Tuning

Einbau von Motor und Dreifach-Weber-Doppelvergaser – die originalen SU-Vergaser waren nicht verfügbar


Die braune Lackierung betont die schwarzen Fahrwerksteile und die lackierten Bremstrommeln


Farbtupfer: Die Bremssättel sind in Gold lackiert


Kann sich sehen lassen: der fertige Motorraum


Der Tank war nur ein Vorgeschmack auf das, was sich hinter den äußeren Karosserieblechen verbarg – eine Rostwüste mit schlecht geschweißten Reparaturen und verspachtelten Karosserieblechen. „Da war nicht nur ein bisschen mehr zu machen“, sagt Daniel.

Aufgeben kam nicht infrage

Die Karosserie wurde komplett mit Quarzsand gestrahlt und abgeschliffen. Was nicht zu retten war, musste entweder als Ersatzteil aus den USA bestellt oder selbst angefertigt werden. Bodenbleche für die Reparatur gab es zu kaufen, die Schweller wurden neu gemacht und mit umfang -reichen Schweißarbeiten eingesetzt. Im Dach war von einem Vorbesitzer nachträglich ein Hebefenster eingebaut worden, an dessen Falzen eben falls der Rost nagte. Es wurde genauso wie ein Kotflügel ersetzt durch Blech aus einem Teilespender. „Aufgeben kam nicht infrage, dann wären viel Geld und das Fahrzeug weg gewesen“, meint Daniel heute noch und bereut seine Entscheidung zu keiner Zeit.

Daniel De Falco in seinem fix und fertig restaurierten Datsun


Der Motor war zwar von der Steuerkette bis zu den Lagern überholt worden, doch es fehlten die passenden Vergaser. „Die originalen SU-Exemplare waren gerade nicht auf Lager, die aufbereiteten Weber-Vergaser schon“, begründete Daniel den Einbau des zeitgenössischen Teils. „Auch Original-Auspuffanlagen gab es nicht mehr. Deswegen musste ich mich um einen Alternativhersteller bemühen – und der wurde ohne Beanstandungen vom TÜV abgenommen.“

Die Karosserie wurde nach dem Verschweißen der Bleche mit Glasfaser-matten, Epoxy und Füller aufgebaut, abgeschliffen und modelliert, bis die Formen perfekt waren. So musste zum Beispiel an der Front die 280ZNase wieder auf die des 240Z zu -rückgerüstet werden: Blinker, Grill und unterer Frontgrill wurden entsprechend angepasst. Außerdem wurden die Hohlräume versiegelt, damit sich nirgends mehr Rost einnisten kann.

Lackiert wurde der ehemals wohl rote 240Z zunächst von innen und am Unterboden in Braun. Für die äußere Lackierung im Original-Farbton „114“ Bronze Metallic sorgte die Autolackiererei Zens in Wittlich. Daniel besorgte derweil Edelstahl-Stoßstangen und ein Holzimitat-Lenkrad. Der stolze Besitzer der Fairlady legte Wert auf den extravaganten Schmuck der Dame: Bremssättel und -trommeln sowie die Halterungen für die Domstreben wurden in Gold lackiert.

Individuelle Akzente auch im Gepäckraum


Individuelle Akzente

Die Sitze wurden mit schwarzem Leder neu bezogen, inklusive den eingearbeiteten, originalen vier „Salzstreuern“ als Lüftungsloch-Imitat. Einen Akzent setzen braune Nähte auf den Bezügen. Dazu passend schwarz sind der Dachhimmel und die Teppiche. Die Türverkleidungen wurden instand gesetzt und für ein originales Radio musste ein Aufnahmeblech gefertigt werden.

Daniel hat die Wiederherstellung des Originals mit individuellen Akzenten sowie dezentem, zeitgenössischen Tuning gepaart: Außer dem Weber-Doppelvergaser sind die Domstreben vorne und hinten nicht original, verbessern aber die Straßenlage. Für die Zulassung war im Sommer 2017 eine Vollabnahme für Oldtimer nötig, die der Datsun trotz kleiner Veränderungen ohne Beanstandungen überstand. Und seitdem sind Daniel und seine Fairlady ein Dream-Team – die lange Restaurierung hat beide im wahrsten Sinne zusammengeschweißt.