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RETRA »FLASH PRO«: Der »Neue« im Praxis- Check


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 11.08.2020

Ab ins Wasser! Nach unserer theoretischen Vorstellung in Ausgabe 6/2020 geht es jetzt um die praktischen Details des neuen kompakten Retra Flash Pro-Blitzgeräts.


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Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 9/2020

Sieben Tauchgänge hat der neue Retra Flash Pro nun schon hinter sich. Sieben Abstiege in flaches Wasser mit viel Grün und Tauchgänge in dunkle Tiefen unterhalb der 35-Meter-Marke. Was man ganz klar nach den ersten Tauchgängen sagen muss: Die Farbspiele der LED-Anzeige sind so mannigfaltig wie verwirrend. Vor allem dann, wenn man sich vorab nicht mit den Bedeutungen der einzelnen Farben beschäftigt hat. Daher vorab der Universal- Tipp: Das Lesen ...

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... der Anleitung, auch wenn es sie derzeit nur auf Englisch gibt, ist ein unbedingtes Muss. Aber der Reihe nach. Nachdem wir im Heft 6/2020 den Blitz mit all seinen Spezifikationen und theoretischen Machbarkeiten vorgestellt haben, soll in dieser Ausgabe der Einsatz in der Praxis detaillierter beschrieben werden.

Erste Schritte

Bevor man sich mit der Hardware auseinandersetzt, gilt es sich mit Software zu bewaffnen. Will heißen: App runterladen. Über den App Store (oder Google Play für Android) findet man die App unter der Eingabe von »retra uwt«. Aktuell wurde der App auch gleich ein Link zu Google Translate zugefügt, mit dem sich jedes Kapitel in die gewünschte Sprache übersetzen lässt. Was leider auch nötig ist, da der App- Grundtext in Englisch verfasst ist. Dass sich dann bei der Übersetzung ein paar Wortwunder einschleichen, sei an der Stelle verziehen. Der Sinn und die wichtigsten Fakten sind herauslesbar. Im nächsten Schritt geht es an das »Scharfmachen« des Blitzes. Vom Hersteller werden Batterien der Marke »eneloop« empfohlen, die von Panasonic stammen. Nur mit diesen Batterien kann der Blitz so kommunizieren, dass er dem User sagen kann, in welchem Ladezustand sich die Akkus gerade befinden: Grün (75 bis 100 Prozent), Gelb (50 bis 75 Prozent), Rot (50 bis 25 Prozent) und blinkendes Rot (unter 25 Prozent). Das Einsetzen der vier Batterien geht problemlos vonstatten. Wie herum sie eingesetzt werden müssen, ist innerhalb des Batteriefachs dargestellt. Seit Mitte Juni bietet Retra übrigens eine Batteriefach- Erweiterung an. So können acht statt vier Akkus eingesetzt werden. Diese »Extension« verkürzt die Ladezeit zwischen den Blitzen um die Hälfte. Und selbstredend wird auch die maximale Blitzanzahl nahezu verdoppelt. In der Praxis ist die Hardware-Erweiterung dann allerdings auch leicht im Weg, will man das Modusrad oder die Blitzlast einstellen. Am Ende ist zwar auch das nur eine Sache der Gewöhnung, aber dennoch eine Anmerkung wert. Modus-Rad auf ON: An dieser Stelle wäre der Blitz jetzt ohne weiteres voll einsatzbereit. Hierfür wird nach dem Batterie-Test der Bedienknopf auf ON gestellt. Die LED wechselt auf Weiß, bis der Blitz mit Volllast schussbereit ist, was er durch eine pinkfarbene LED mitteilt. Noch während der Blitz lädt, die LED weiß ist, kann er bereits ausgelöst werden. Allerdings steht dann nicht die volle Blitzleistung zur Verfügung.

Ab in die App

Als erste Unterwasser-Blitze überhaupt sind die neuen Retra-Modelle per Smartphoneoder Tablet-App ansteuerbar. Per App werden die beiden User-Modi »U1 « und »U2« mit Funktionen belegt.


Die App ist nicht nur zum Auslesen und Einstellen gedacht. Sie ist vor allem nötig, da es keine deutsche Bedienungsanleitung für die Blitze gibt. Ohne die englische Anleitung, per Google Translate übersetzbar, kommt man zwar klar, hat aber größere Schwierigkeiten, sämtliche Blitzfunktionen korrekt nutzen zu können.


Die neuen Retra-Modelle gehören zur Bluetooth-Generation. Das heißt, sie können mit Smartphones und Tablets, auf denen die Retra UW-App geladen ist, kommunizieren. Die App dient in diesem Fall nicht nur als Bedienungsanleitung, sondern auch als Steuerzentrale des Blitzes. Mit ihr lassen sich nicht nur die Blitzdaten (Blitzzähler, Seriennummer, Ladezustand der Batterien) auslesen, sondern auch die beiden Modi »U1« und »U2« belegen. Die Verbindung zwischen App und Smart Device ist schnell hergestellt: App starten, den Blitz auf BATT/TEST stellen, und den Knopf für das Pilotlicht direkt an der LED drücken, bis diese blau leuchtet. In der App geht man dann auf »add new device« und wählt das verfügbare Gerät aus. Oberhalb der Daten- Anzeige befindet sich das Einstellrad-Symbol für die Settings. Dort kann man dann Einstellungen für »U1« und »U2« vornehmen. Zur Auswahl stehen hier:

SMART SL - Diese Einstellung ist nötig, wenn Sie eine Kamera besitzen, die im TTL-Modus mit Vorblitzen arbeitet, Sie aber den Retra-Blitz im manuellen Modus bedienen wollen. So können Sie trotz der TTL-Arbeitsweise dennoch den Blitz manuell einstellen, da er die Vorblitze einfach ignoriert. Ohne diesen Modus würde der Blitz bereits auf die Vorblitze Ihrer Kamera reagieren, und Sie könnten keine individuelle Blitzintensität einstellen.

HSS - In diesem Modus sendet der Blitz sehr viele kurze Blitze hinterander weg. So werden Blitzsynchronzeiten von bis 1/1000 Sekunde erreicht. So können Sie Objekte am Tag fotografieren und es am Ende auf dem Bild wie eine Nachtaufnahme aussehen lassen. Oder aber gegen die Sonne zur Wasseroberfläche hin fotografieren, mit geschlossener Blende und kurzer Belichtungszeit und dennoch beleuchtetem Vordergrundmotiv.

Pilot adjust - Hier kann man die Intensität des zweistufigen Pilotlichts für die jeweilige Stufe einstellen.

Low power SL - In diesem Modus wird die Blitzleistung auf allen 13 Stufen um etwa eine Blende verringert.

Mit der Kamera verbinden

Die neuen Retra-Modelle arbeiten alle via Lichtleiterkabel. Ab Werk wird der Blitz mit einem Aufsatz ausgeliefert, an den INONStecker oder ähnliche Fabrikate passen. Wer mit Blitzsynchronkabel-Anschlüssen an seinem Gehäuse ausgestattet ist, der kann sich einen passenden Adapter zulegen. Den gibt es direkt auch von Retra für 99 Euro (»EOpto- Converter). Somit lassen sich SS5-, N5-, S6- und i5-Kabelanschlüsse auf Leitleiterbasis adaptieren beziehungsweise umrüsten. Allerdings muss man dann auf die TTLFunktion verzichten. Für die starre Verbindung mit dem Gehäuse am Blitzarm steht ein im Lieferumfang enthaltener 1-Zoll-Kugelkopf bereit.

Ab ins Wasser

Weiße LED-Anzeige im »ON-Modus« (manuelles Blitzen): Der Blitz lädt. Die Ladezeit zwischen zwei Blitzen wird mit drei Sekunden bei Blitzen auf der Volllaststufe (100 %) angegeben.


Weiße LED-Anzeige im »ON-Modus« (manuelles Blitzen): Der Blitz ist bereit. Die Blitzintensität kann in 13 Stufen manuell eingestellt werden.


Blinkend gelbe Anzeige im »U2«-Modus: Je nach Einstellung via App ist die festgelegte Funktion jetzt ausführbar.


Blaue Anzeige im TTL-Modus: Der Blitz ist bereit.


Grüne LED-Anzeige im »U1«-Modus: Je nach Einstellung via App ist die Funktion jetzt ausführbar (HSS, Low-SL, usw.). Unten: Der Retra Flash Pro (links) im direkten Vergleich mit dem Inon Z240.


Was soll man zur Wasserlage eines Blitzes sagen, wenn er am Blitzarm hängt? Er hat minimalen, aber spürbaren Abtrieb. Nur soviel: Dank seiner kompakten Abemessungen ist er griffig und schnell in die gewünschte Richtung gebracht. Um zu wissen, welche Richtung das ist, bietet sich natürlich das Pilotlicht an. So weiß man, wohin der Blitz schießt. Hier stehen zwei Leistungsstufen zur Verfügung, deren Intensität sich per App einstellen lässt. Vor dem Motiv angekommen, stellen wir zunächst auf den manuellen Betrieb, um zu testen, wie sinnvoll die Abstufung der Blitzintensität mit insgesamt 13 (!) Stufen ist. Unser persönliches Fazit: Die Hälfte hätte auch gereicht. Betrachtet man diese allerdings im Hinblick auf den Highspeed-Sync-Modus, so kann diese Variabilität dann doch recht hilfreich sein - wenn es gilt, die optimal gewünschte Ausleuchtung in Kombination mit der Blende, ultrakurzer Belichtungszeit und einer rauscharmen ISO auf einen Nenner zu bringen. Das von der kreisrunden Blitzröhre ausgestrahlte Licht ist ohne Diffusor recht »hart«. Daher ist es definitiv nicht verkehrt, sich mit einem solchen auszustatten (47 Euro in Weitwinkel-, Weiß- und Pelagic-Version). In unserem Test haben wir ihn eingesetzt - mit vollster Zufriedenheit. Ebenso zufrieden kann man mit der TTL-Funktion sein. Gleiches gilt für Ausgewogenheit des erzeugten Lichtkegels mit und ohne Diffusor. Was den HSS-Modus angeht, sollten Sie sich vorab informieren, ob Ihre Kamera überhaupt in die maximal möglichen Bereiche von 1/1000 Sekunde vordringen kann. Bei uns steht der Test dieser Funktion noch aus. Allein dass es möglich ist, ist jedoch ein weiteres Kaufargument.

Was schön wäre

Diffusoren gehören zum optionalen Zubehör und sollten gekauft werden. Die Fangschlaufe hätte etwas länger ausfallen können, um sie beispielsweise am Kugelgelenk fixieren zu können, wenn man den Diffusor nicht braucht.


Nur wenn Batterien von »eneloop« genutzt werden, kann der Blitz den Ladezustand selbiger bestimmen und per LED-Farbe anzeigen.


Für den optimalen Abstrahlwinkel und eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgen der Ringblitz und das speziell geformte Glas samt Reflektor-Einheit.


Vorsicht ist geboten, wenn der Blitz abgestellt wird. Man sollte vermeiden, ihn auf dem Frontglas abzustellen, um Kratzern vorzubeugen.


Weitwinkel-, Pelagic- und Weißdiffusoren gibt es für knapp 50 Euro.


Sea&Sea- und Inon-Stecker passen am Lichtleiter-Anschluss des Blitzgehäuses.


Das Batteriefach ist mit einem doppelten O-Ring abgedichtet. Zusätzlich wurde ein Leckwarner verbaut.