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RETTER BEI VERLETZUNGEN Arnika


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LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 08.06.2022
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Bildquelle: LandApotheke, Ausgabe 3/2022

Die hübschen goldgelben Blütenköpfe sehen meist etwas zerrupft aus – was aber nicht verwunderlich ist: Die Arnika wächst bis hinauf in hochalpine Lagen und trotzt dort Stürmen, gewaltigen Temperaturschwankungen und anderen Wetterextremen. „Die Menschen haben ihr deshalb schon immer magische Kräfte zugesprochen. Ein Buschen mit Arnika im Herrgottswinkel dient oft heute noch dem Schutz von Haus und Hof vor Blitzeinschlag und verheerenden Gewittern. In die Sträuße für die Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt wird sie ebenfalls häufig eingebunden“, erklärt die österreichische Heilpflanzenexpertin Susanne Mitterer, die uns auf der Alm ihrer Familie im Pinzgau in ihr Wissen über die wilde Schwester der Ringelblume einweiht.

Wegen ihrer besonderen Stärke und Vitalität wurde Arnica montana von den Bergbauern auch als Heilpflanze hoch geachtet – lange bevor sich ihr Ruhm weit über den Alpenraum hinaus in der ...

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... Volksmedizin festigte. Das Haupteinsatzgebiet hat sich seit dem 16. Jahrhundert nicht wesentlich verändert: Ihre Unterstützung ist vor allem bei Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen und Blutergüssen gefragt. „Heute gehört die Arnika zu den Heilpflanzen, deren Wirkungen am besten erforscht sind, und die äußerliche Anwendung bei diesen so genannten stumpfen Verletzungen ist wissenschaftlich anerkannt“, ergänzt die Expertin, die ihre ersten Erfahrungen mit heimischen Heilpflanzen schon als Kind gemacht hat – als sie ihre Oma zum Kräutersammeln in die Berge begleiten durfte.

BREITES WIRKUNGSSPEKTRUM

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Arnika befinden sich in den voll erblühten Köpfen. Das sind vor allem Bitterstoffe, Flavonoide und ätherische Öle. Mit ihren entzündungshemmenden, antibakteriellen, durchblutungsfördernden, krampflösenden und wundheilenden Eigenschaften haben diese Substanzen ein breites Wirkungsspektrum, das neben den erwähnten Verletzungen bei vielen weiteren Beschwerden hilfreich sein kann. Susanne Mitterer: „Für alle, die viel Sport treiben oder anstrengende Wanderungen unternehmen, ist Arnikasalbe oder -öl ein bewährtes Hausmittel zur Schmerzlinderung und Regeneration. Einreibungen, Wickel und Umschläge mit der verdünnten Tinktur leisten ebenfalls gute Dienste und können abgekämpften Muskeln neue Kraft schenken, Schwellungen entgegenwirken, Verspannungen lösen und müde Beine wieder auf Trab bringen. Auch Gelenk- und Muskelschmerzen, die durch die sportliche Belastung oder durch eine rheumatische Erkrankung hervorgerufen werden, lassen sich mit Arnika häufig mildern.“

ACHTUNG: NATURSCHUTZ

Die Bestände von Arnica montana sind stark gefährdet. Deshalb steht sie in Deutschland unter Naturschutz. Auch in Österreich ist sie vielerorts auf der Roten Liste, in manchen Bezirken dürfen die Blüten jedoch gesammelt werden. Vor einigen Jahren ist es gelungen, Arnika im Feldanbau zu züchten, so dass man sie heute getrocknet im Kräuterladen kaufen kann (z. B. www.phytofit.de).

ARNIKA BEI HALSSCHMERZEN

Da die Heilpflanze zur Familie der Korbblütler gehört, sollte sie jedoch bei einer entsprechenden Allergie nicht oder nur vorsichtig eingesetzt werden. Das gilt gleichermaßen für ein weiteres Anwendungsgebiet – für Schleimhautentzündungen im Mundund Rachenbereich. In einem Sud zum Gurgeln helfen Arnikablüten, indem sie die Durchblutung anregen und so die Abwehrbereitschaft der Schleimhäute steigern.

Wegen dieser durchblutungsfördernden Eigenschaften hat man Arnika früher gern bei Kreislaufschwäche, Erschöpfungszuständen und Herzproblemen als Tee oder Tinktur eingenommen. Von diesem innerlichen Gebrauch wird heute jedoch strikt abgeraten, da die Pflanze Stoffe enthält, die auf den Organismus schädlich wirken können. Stattdessen empfiehlt es sich, zur Stärkung von Herz und Kreislauf einen in verdünnter Arnikatinktur getränkten Wickel auf die Handgelenke aufzulegen. Dieser Umschlag eignet sich auch bei der Bewältigung von Stress, Anspannung, Nervosität und Unruhe (siehe Seite 13).

„In solchen belastenden Situationen kann auch eine Räucherung mit Arnika eine gute Unterstützung sein“, meint die Heilkräuterexpertin und Aromatherapeutin, die das ganze Jahr hindurch interessante Kurse, Workshops und Intensivseminare anbietet– auch oben auf der Alm (Infos siehe Kontakt). „Die Arnika ist eine Kraft- und Sonnenpflanze, die in grauen Tagen Licht ins Herz bringt, unser Durchhaltevermögen stärkt und uns bei seelischen Verletzungen beisteht. Sie aktiviert die Selbstheilungskräfte, setzt Lebensenergie frei und gibt Körper, Geist und Seele das natürliche Gleichgewicht zurück.“ ●

KONTAKT

Susanne Mitterer Schulstraße 285

A-5721 Piesendorf

Tel. +43(0)6 64/6 35 88 16

Mail: kontakt@naturzauberwerke.at

Internet: www.naturzauberwerke.at

Rezepte für stumpfe Verletzungen

Klassische Arnikasalbe

bei stumpfen Verletzungen und Muskelschmerzen

ZUTATEN: 1 Handvoll Arnikablütenblätter (nur die Zungenblüten, ohne das Köpfchen), 250 ml Sonnenblumenöl (oder ein anderes hochwertiges Pflanzenöl), 10 g Bienenwachs, 5 gSheabutter

ZUBEREITUNG:

1 Für den Ölauszug die Blütenblätter locker in ein verschließbares Glas geben und das Öl dazugießen.

2 Den Ansatz 4 bis 5 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen. Immer wieder einmal umrühren und darauf achten, dass sich kein Schimmel bildet. Danach die Blüten abseihen und das Öl in eine dunkle Flasche füllen.

3 Für die Salbe 100 g Arnikaöl mit dem Bienenwachs in ein hitzebeständiges Becherglas geben und im Wasserbad erwärmen, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.

4 Das Glas aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen. Dann die Sheabutter einrühren und zum Schmelzen bringen.

5 Die flüssige Salbe in sterile Tiegel füllen und vor dem Verschließen vollständig aushärten lassen. Dunkel und kühl gelagert ist die Salbe mindestens 6 Monate haltbar.

ANWENDUNG: Bei Bedarf die Salbe mehrmals täglich auf die betroffene Partie auftragen. Sie wirkt schmerzstillend und wundheilend bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen und Blutergüssen, lindert Muskel- und Gelenkschmerzen und unterstützt bei schlecht heilenden Wunden.

Arnikatinktur

für Einreibungen und Pulswickel

ZUTATEN: 1 Handvoll Arnikablütenblätter, 250 ml Alkohol (40 %, z. B. Doppelkorn)

ZUBEREITUNG:

1 Die Blütenblätter locker in ein verschließbares Glas geben und den Alkohol dazugießen. Alle Pflanzenteile sollten gut bedeckt sein.

2 Den Ansatz an einen dunklen, warmen Ort stellen und 4 Wochen ziehen lassen, dabei das Glas ab und zu schütteln.

3 Danach die Tinktur abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Dunkel und kühl gelagert ist sie mindestens 3 bis 4 Jahre haltbar.

ANWENDUNG: Arnikatinktur hat eine betäubende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung und wird bei Prellungen, Verstauchungen und anderen stumpfen Verletzungen mehrmals täglich in die betroffene Partie eingerieben. Um eine Austrocknung der Haut zu vermeiden, sollte man sie mit etwas Arnikaöl (s. Rezept links) vermischen. Bei Stress und Kreislaufproblemen eine Mullbinde mit der Tinktur tränken und den Pulswickel auf die Handgelenke auflegen. Evtl. mit einem weiteren Tuch befestigen.

Arnikawickel

bei Blutergüssen, Muskelschmerzen und Hautverletzungen

ZUTATEN: 4 EL frische oder 2 EL getrocknete Arnikablütenblätter

ZUBEREITUNG:

1 Die Blütenblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen.

2 Den Sud etwas abkühlen lassen und ein Wickeltuch darin tränken.

ANWENDUNG: Den Wickel auf die betroffene Partie auflegen und mit einem Frotteetuch abdecken. So lange liegen lassen, wie er als angenehm empfunden wird. Der Umschlag fördert die Durchblutung, wirkt schmerzlindernd und unterstützt die Wundheilung.

Rezepte für Muskeln und Gelenke

Arnika-Massageöl

bei Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen

ZUTATEN: Arnikablüten, Lavendelblüten, Quendel, Schafgarbe, Mandelöl, Johanniskrautöl

ZUBEREITUNG:

1 Unbedingt darauf achten, dass die Pflanzen vor dem Ernten von der Sonne getrocknet wurden und nicht mehr taufeucht sind.

2 Ein Ansatzglas etwa zur Hälfte locker mit den Blüten füllen. Zu gleichen Teilen Mandelöl und Johanniskrautöl dazugießen, bis das Gefäß fast voll ist. Alle Pflanzenteile sollten gut mit Öl bedeckt sein.

3 Verschließen und das Massageöl 4 Wochen an einem warmen Ort ausziehen lassen. Immer wieder einmal umrühren und darauf achten, dass sich kein Schimmel bildet.

4 Nach der Ziehzeit das Öl abfiltern und in eine sterile, dunkle Flasche füllen. Dunkel und kühl gelagert ist es mindestens 6 Monate haltbar.

ANWENDUNG: Die Flasche kurz ins Wasserbad stellen und so das Öl leicht anwärmen, bevor es in die betroffenen Körperpartien einmassiert wird. Die Anwendung fördert die Durchblutung, löst Verspannungen und Verkrampfungen und lindert die Schmerzen.

Sportlergel

für die Regeneration nach dem Sport

ZUTATEN: 1 EL frische oder 1 TL getrocknete Arnikablütenblätter, 50 g Arnikatinktur (s. Seite 13), 1 Messerspitze Xanthan, 10 g pflanzliches Glycerin, optional 8 Tropfen ätherisches Latschenkiefernöl

ZUBEREITUNG:

1 Die Blütenblätter mit 100 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen und etwas abkühlen lassen.

2 Die Tinktur mit 50 ml Sud mischen und langsam und unter ständigem Rühren das Xanthan einrieseln lassen und gut auflösen. Zum Schluss noch das Glycerin und optional das ätherische Öl untermischen.

3 Das fertige Gel in sterile Tiegel oder Tuben füllen. Dunkel und kühl gelagert ist es mindestens 6 Monate haltbar.

ANWENDUNG: Bei Muskelkater, müden Beinen oder Verspannungen nach dem Sport das Gel auftragen. Es verbessert die Durchblutung der betroffenen Körperpartie, unterstützt die Regeneration der Muskeln und löst Verspannungen.

Gelenkbalsam

bei Gelenkschmerzen und -verletzungen

ZUTATEN: 100 g Arnikaöl (s. Rezept Salbe, Seite 13), 100 g Johanniskrautöl, 20 g Bienenwachs, -10 g Sheabutter, 15 Tropfen ätherisches Rosmarinöl

ZUBEREITUNG:

1 Arnika- und Johanniskrautöl in ein steriles Becherglas füllen. Das Bienenwachs dazugeben und alles im Wasserbad langsam erwärmen.

2 Wenn das Wachs vollständig geschmolzen ist, das Glas aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen.

3 Die Sheabutter in das flüssige Öl-Wachs-Gemisch geben und warten, bis sie geschmolzen ist. Zum Schluss das ätherische Öl eintropfen und untermischen.

4 Den flüssigen Balsam in sterile Tiegel füllen. Erst verschließen, wenn er fest und nicht mehr warm ist. Dunkel und kühl gelagert ist er mindestens 6 Monate haltbar.

ANWENDUNG: Bei Bedarf die betroffenen Gelenke damit einreiben. Der Balsam regeneriert die Gelenke nach dem Sport, stärkt sie, lindert die Schmerzen und unterstützt bei Verletzungen.

Rezepte für Körper und Seele

Räucherwerk

zur Stärkung der Selbstheilungskräfte

ZUTATEN: Arnikablüten

ANWENDUNG: Die Kräuter auf das Sieb eines Räucherstövchens streuen und die Kerze darunter anzünden. Die Flamme sollte hoch genug sein, um die nötige Hitze zu erzielen, aber das Räucherwerk nicht zu verbrennen. Arnikablüten symbolisieren die Sonne und bringen Licht, helfen seelische Wunden zu heilen, bringen die Selbstheilungskräfte in Schwung und Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht.

Roll-On

für Insektenstiche und juckende Hautpartien

ZUTATEN: 2 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl, 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl, 10 ml Arnikaöl (s. Seite 13)

ZUBEREITUNG: 1 Die ätherische Öle in ein Roll-on-Fläschchen tropfen (10 ml Füllmenge) und das Gefäß mit Arnikaöl auffüllen. Dunkel und kühl gelagert mindestens 1 Jahr haltbar.

ANWENDUNG: Bei Insektenstichen, nach Brennnesselberührung o. ä. die juckende Hautpartie mit dem Roll-on behandeln. Bei Kopfschmerzen den Roll-on über die Schläfen streichen. Die Anwendung wirkt kühlend, entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Gurgellösung

bei Halsschmerzen, Rachenentzündungen und Angina

ZUTATEN: Arnikablütenblätter, Salbei, Quendel und Schafgarbe zu gleichen Teilen

ZUBEREITUNG:

1 Die Kräuter mischen. Alternativ zur Mischung kann man auch nur Arnikablüten verwenden.

2 1 EL der Kräuter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen.

ANWENDUNG: Den Sud bei Halsschmerzen, Rachenentzündungen und Angina mehrmals täglich zum Gurgeln verwenden, aber nicht trinken. Der Tee wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und antibakteriell. Man kann auch einen Wickel in dem Sud tränken und auf den Hals auflegen. Mit einem trockenen Tuch befestigen. Den Wickel so lange liegen lassen, wie er als angenehm empfunden wird.