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Rettung in letzter Minute


Segler-Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 120/2019 vom 20.11.2019

Die Besatzung eines Frachtschiffes hat bei sieben Windstärken und zweieinhalb Meter hohen Wellen eine havarierte 38 Fuß Segelyacht gesichert. Sie drohte nördlich von Zingst in den Windpark zu treiben.


Das mag man sich nicht vorstellen. Bei sieben Windstärken erleidet das Rigg einen schweren Schaden, der Motor fällt aus, und eine Meile in Lee liegt der Offshore Windpark „Baltic 1“. Zwei Brüder haben dieses Szenario erlebt. Bei der Überführung von Ueckermünde nach Flensburg war das Vorstag am 25. Oktober 2019 gebrochen. Sie konnten den Mast nur notdürftig sichern und trieben mit ihrer 38 Fuß Yacht manövrierunfähig auf das sieben Quadratkilometer große Gebiet mit den 21 Rotoren zu. In ihrer Not riefen sie kurz vor 10 Uhr per Telefon bei Verwandten an, und die alarmierten die Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).
Die Yacht befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa sieben Seemeilen nördlich von Darßer Ort und nur etwa eine Seemeile entfernt von „Baltic 1“. Der Seenotrettungskreuzer “Theo Fischer” setzte sich sofort in Bewegung. Allerdings liegt er aufgrund von Baggerarbeiten im Nothafen Darßer Ort zurzeit in Barhöft. Er benötigte deshalb für die Anfahrt zum Havaristen in dem kritischen Seegebiet rund eine Stunde mehr als üblich. Der Seenotkreuzer wäre wohl zu spät gekommen. Aber der 82 Meter lange unter deutscher Flagge fahrende Frachter „Maike“ befand sich in der Nähe. Der Besatzung von Kapitän Henrik Sokolowski (32) gelang es in letzter Minute, bei zwei bis zweieinhalb Metern Seegang kurz vor dem Abdriften des Havaristen in den Windpark eine Leinenverbindung herzustellen. Außerdem konnte die Frachterbesatzung den Seglern ein Handfunkgerät übergeben. Nur so war überhaupt eine direkte Kommunikation für die folgenden Manöver möglich.
Der Seenotrettungskreuzer “Theo Fischer” traf kurz nach 11 Uhr vor Ort ein und nahm die Yacht in Schlepp, nachdem die Schleppverbindung zur „Maike“ gelöst worden war. Um das Risiko einer langen Schlepp-Reise bei harten Seegangsbedingungen zu reduzieren, brachten die Seenotretter die Yacht in den Nothafen Darßer Ort – nach Absprache mit dem dort arbeitenden Bagger-Führer.
Die Seenotretter lobten die außerordentliche Leistung der Frachterbesatzung. Trotz schwieriger Bedingungen war es ihr gelungen, die Segelyacht vor größerem Schaden zu bewahren. Kapitän Sokolowski sagt bei Radio Ankerherz: “Wir waren einfach im richtigen Moment am richtigen Ort”. Das hilfreiche Handfunkgerät wird jetzt von den Seenotrettern per Postweg an die Reederei der „Maike“ in Husum zurückgeschickt.

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Die „Theo Fischer“ der DGzRS nahm später den Havaristen in Schlepp.


Foto: DGzRS / Friedhold Ulonska

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