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Revells Porsche Panamera II: Der heiße Vulkan


ModellFan - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 19.08.2019

„Das Coupé mit genügend Power für die ganze Familie“ – so könnte man das Original bezeichnen. Was steckt drin in Revells preisgünstiger Formenneuheit?


Porsche Panamera I Maßstab 1:24 I Bau mit Verfeinerungen

Artikelbild für den Artikel "Revells Porsche Panamera II: Der heiße Vulkan" aus der Ausgabe 9/2019 von ModellFan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ModellFan, Ausgabe 9/2019

Der Panamera paart die Form eines Sportwagens mit der Größe einer Familienlimousine, hier lackiert in „Lava Orange“ vom kleinen Bruder GT3 RS


Revell schafft es immer wieder, schöne Modelle zu offerieren, so auch den Porsche Panamera, eine Kombilimousine aus Zuffenhausen mit der internen Typenbezeichnung „971“ Volcano. Das Original ist für ein Familienauto sehr gut motorisiert, was sich in der ...
Die ...

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Revell schafft es immer wieder, schöne Modelle zu offerieren, so auch den Porsche Panamera, eine Kombilimousine aus Zuffenhausen mit der internen Typenbezeichnung „971“ Volcano. Das Original ist für ein Familienauto sehr gut motorisiert, was sich in der Karosserieform widerspiegelt. Die optische Verwandtschaft der Front zum 911er ist nur ein Beispiel.
Die Karosserie von Revell ist bis auf die zu öffnende Haube einteilig, was natürlich den Bau etwas vereinfacht (1 ). Was vor oder nach der Lackierung anzubringen ist, sind die Türgriffe und die Außenspiegel. Ich habe erstere vor der Lackierung angeklebt, da diese in derselben Farbe wie die Karosserie sein sollten. Die Außenspiegel erhielten zwar auch diesen Ton, sind jedoch einfacher zu lackieren, wenn man sie nicht anklebt.

Schnell zur Farbe
Da der Porsche auffällig und sportlich erscheinen sollte, wählte ich die Farbe vom Schwestermodell Porsche GT3 RS – „Lava Orange“ (2 ). Die Firma Gravity Colour führt diesen Ton im Programm. Vorteil dieser Farbe: Sie ist für die Verarbeitung mit dem Airbrush vorbereitet – nur kurz aufgeschüttelt, und es konnte losgehen. Vorher habe ich die Karosserie lediglich mit 1000er-Schleifvlies angeraut und nach einem Bad in Spülmittel grundiert. Dazu griff ich auf die Grundierung von ZeroPaints zurück (ZP-3032), in zwei dünnen Schichten aufgetragen.
Nach einer Trockenzeit von einem Tag konnte ich die Farbe „Lava Orange“ (GC- 1139) dann in drei Schichten auftragen (3 ). Die Lacke sind bereits nach kurzer Trocknung matt. Kleine Decals konnte ich schon nach nur einer Stunde aufbringen. Sollte man größere Decals verarbeiten, empfehle ich eine Schicht Klarlack als Zwischenschicht, um das „Silvering“ zu verhindern.

Ausstattungsvariante
Wie bei vielen Herstellen üblich, kann der Käufer sich aus schier unzähligen Materialien seinen persönlichen Innenraum zusammenstellen. So hatte auch ich das Problem, welche Farbe am besten zu dem Außenkleid passt. Ich entschied mich für ein Dunkelgrau. Mit ein paar Highlights sollte das schon edel aussehen. Andere Farben passen nach Geschmack sicher auch. Wie schon bei der Karosserie umgesetzt, grundierte ich auch die Innenraumteile mit ZeroPaints ZP-3032. Danach spritzte ich die komplette Innenausstattung mit Dunkelgrau (XF-75). Die Türgriffe und andere Schalter bemalte ich in Chromsilber, da der Innenraum sonst zu eintönig ausfiele.

Die tollen Felgen führt Aoshima im Programm. Die Türgriffe fallen in Schwarz markanter ins Auge als in Wagenfarbe


Zubehörteile verwendete ich bei diesem Modell auch. Die Gurte sind aus „Leukosilk“ hergestellt und mit einem Edding in Orange bemalt. Das Band habe ich dazu auf eine Unterlage geklebt, mit dem Farbstift drübergemalt und danach in 1,5 Millimeter breite Streifen mithilfe eines Skalpells geschnitten. Mit dem Gurt-Ätzteilset von ScaleProduction (SPE24007GB) habe ich dann die Anschnallgurte vervollständigt und diese montiert. Als Gimmick fügte ich noch einen Teddybär von Playmobil hinzu (4 ).
Die Innenraumwanne konnte ich anschließend in die Karosserie einsetzen und verkleben. Vorher brachte ich noch die Motorhaube in Position, da diese vom Armaturenbrett von innen gehalten wird.

Das Power-Aggregat
Wie schon eingangs erwähnt, verfügt der Panamera über einen sehr großen Motor, der von Revell sehr schön umgesetzt ist und viele kleine Details aufweist. Leider sieht man, bedingt durch die Abdeckung, nicht mehr viel von dem Aggregat. So beschloss ich, die Baugruppe recht einfach darzustellen (5 ). Letztlich verdeckt eine in Wagenfarbe lackierte Abdeckung das Triebwerk (6 ). Diese ist nur aufgelegt und nicht, wie es in der Bauanleitung beschrieben steht, fest verklebt. So lässt sich nach Abnahme auch noch etwas vom Motor sehen.

Hochzeit
Nach erfolgreicher Montage des Chassis mit dem Motor konnte ich schließlich die Karosserie und das Chassis miteinander verbinden. Ersteres „hing“ ich zuerst hinten ein und klickte es danach nur noch vorne ein. Mit ein bisschen Mut an den Seiten (die muss man etwas auseinanderziehen) klappt das problemlos recht gut.
Nun war die Montage der alternativen Felgen von Aoshima an der Reihe. Hier ging ich einen anderen Weg, als ihn die Bauanleitung vorschreibt. Da ich den Panamera ein wenig tiefer legen wollte, beschloss ich, die Aufnahme der Bremsen zu verändern (7 ). Das war hier meines Erachtens der einfachste Weg einer Tieferlegung von zirka zwei bis drei Millimetern. Das sollte passen.

Tiefer legen
Ich ging folgendermaßen vor: Als Erstes schliff ich die Aufnahmestifte der Bremsscheiben glatt. Die Aufnahme der Felgen in der Mitte sparte ich mir, da die neuen Räder eine andere aufweisen. Sollte man die Originalfelgen nutzen, funktioniert diese Methode aber auch. Die Bremsscheiben verklebte ich, mit den Felgen zentriert, mit Sekundenkleber (8 ). Danach konnte ich die Felgen inklusive Bremsscheiben auf die Achsaufnahme mit Sekundenkleber fixieren (9 ).
Um bei der Montage ohne Zentrierstifte eine Schräglage des Autos zu verhindern, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste wäre, das Modell mit Visitenkarten, Münzen oder Ähnlichem in der gewünschten Höhe zu fixieren (10 ) und dann die Radmontage vorzunehmen. Bei der zweiten (diese finde ich einfacher) verklebt man drei Räder genau in der gewünschten Höhe, stellt das Auto auf die Räder und verklebt das letzte Rad passend zu den dreien (11 ). So ist bei beiden Methoden eine Schräglage ausgeschlossen. Auch mein Porsche stand schließlich präzise ausgerichtet auf der Arbeitsplatte (12 ).

Das Vorbild: Porsche Panamera

Porsche Panamera 4S Diesel, Pariser Autosalon 2016


Der Name „Panamera“ ist, wie auch der für den „Carrera“, als Bezeichnung vom mexikanischen Langstreckenrennen „Carrera Panamericana“ abgeleitet. Die Typenbezeichnung Intern lautet 971. Seit 2009 bietet Porsche den Panamera in verschiedenen Konfigurationen an, Typenbezeichnung 970. Seit 2016 läuft die zweite Generation (971) in Leipzig vom Band. Im Angebot von Porsche: zwei Ottomotoren und ein Vierliter-V8-Dieselmotor. Beide Versionen kann man mit Allradantrieb bestellen. 2017 stellte Porsche den Panamera Turbo S Elektro-Hybrid vor. Mit 500 Kilowatt Leistung und einem Drehmoment von 850 Newtonmetern ist er aktuell das zweitstärkste Modell aus dem Hause Porsche.

Porsche Panamera in Zahlen:
Motor: 2,9 bis 4,0 Liter (234 bis 404 kW), Länge: 5049 bis 5199 mm, Breite: 1937 mm, Höhe: 1423 bis 1432 mm, Radstand: 2950 bis 3100 mm, Leergewicht: 1815 bis 2325 kg, Höchstgeschwindigkeit: 286 km/h, Beschleunigung von 0 auf 100: 4,4 Sekunden, Preis: ab 113000 Euro.

1 Die Karosserie erfordert nur wenig Vorbereitung, als Grundierung kommt hier ZP- 3032 von ZeroPaints zum Einsatz


2 Außer der Serie: Das bereits spritzfertig angemischte „Lava Orange“ führt die Firma Gravity Colour im reichhaltigen Angebot


3 Die gut deckende Farbe trocknet schnell matt auf, die Karosserie ist nach einer Stunde bereit für die Weiterverarbeitung


4 Der Innenraum ist lackiert und für den Einbau fertig, der Teddy (Playmobil) darf auf der Familienreise nicht fehlen


5 Der kompakte Motor ist einfach aufgebaut, gut umgesetzt und mit teils sehr feinen Details versehen


6 Leider sieht man später vom Triebwerk nichts, deshalb ist hier die in Orange lackierte Abdeckung auch abnehmbar


7 Die einfachste Art einer Tieferlegung, die Achsträger sind bereits plan geschliffen. Außerdem gibt es neue Felgen


8 Die Aufnahmestifte der Revell-Bremsscheiben sind abgeschliffen. Dadurch erleichtert sich das angestrebte Tieferlegen


9 Die Aoshima- Felgen sind hier schon mit den Revell- Bremsscheiben versehen, mit bereits verklebter Bremsscheibe


10 Ausrichten der vier Räder bei fehlenden Zentrierzapfen: Variante eins mit einer Unterlage aus Visitenkarten oder Ähnlichem


11 Variante zwei: erst drei der Räder genau ausrichten und bereits verkleben, zuletzt das vierte Rad an diese drei anpassen


12 Keine Schräglage: Hat man genau gearbeitet, steht der Panamera schließlich auf eigenen, hier alternativen Rädern


13 Die von außen einzusetzenden Scheiben komplett mit haftendem Tape abkleben und die Rahmen präzise freischneiden


14 Lackierung mittels Airbrush, das Tape ist nun entfernt. Außen umlaufend sind die silbernen Chromleisten zu bemalen


15 Nur die Seitenscheiben weisen den Chromrand auf, die dunkle Tönung gelingt durch einen Auftrag mit Tamiya „Smoke“


16 Die kolorierten Rückleuchten – farbige Permanentmarker in Rot und Schwarz plus Tamiya „Smoke“ leisten gute Dienste


17 Ein schwarzer Edding sorgt später noch für den dunklen Rand um die Lampengläser, der Motor ist komplett abgedeckt


Klare Sicht
Nun war es an der Zeit, sich um die Scheiben zu kümmern. Bei diesem Bausatz ist es simpel, diese zu montieren: Man klebt sie von außen einfach auf. Bevor ich die Scheiben einsetzte, wollte ich innen erst die Rahmen schwärzen. Hierfür klebte ich mit 3MKlebeband die Scheiben komplett ab (außen und innen) und schnitt mit einer neuen Skalpellklinge die zu lackierenden Flächen vorsichtig aus. Danach lackierte ich die Scheibenrahmen mit dem Airbrush und Schwarz von ZeroPaints (13 ). An den Seitenscheiben habe ich, nachdem alles von innen schwarz lackiert war, außen die Ränder in Silber lackiert und nach Trocknung die hinteren und die Heckscheibe von innen noch mit Tamiya „Smoke“ lackiert (14 ,15 ).
Da die Rückleuchten sehr viele kleinere rote Bereiche aufweisen, entschied ich mich für eine Bemalung mit einem roten Edding nach Originalvorlage. Den Mittelteil der Rückleuchten bemalte ich mit einem schwarzen Edding und färbte nach kurzer Trocknungszeit die Lampengläser von innen mit Tamiya „Smoke“ ein wenig nach (16 ).
Da ich den schwarzen Edding gerade in der Hand hielt, erhielten auch die Frontgläser einen schwarzen Rand (17 ). Durch die kurze Trocknungszeit des Edding konnte ich die Front- und Rückleuchten sofort einbauen – eine gute und praktikable Methode.

Endmontage
Als letzte Arbeiten hebe ich mir immer die Anbauteile auf, da man diese sonst leicht beschädigen oder abbrechen kann. So stand die Anbringung der Rückspiegel, Auspuffrohre und Scheibenwischer an. Die Türgriffe habe ich farblich wieder geändert, da mir Schwarz dann doch besser gefiel. Fertig war die Kombilimousine mit genügend Power für die ganze Familie.

Fazit
Der Porsche Panamera ist ein schöner und passgenauer Bausatz, der mit ein paar Verfeinerungen noch sportlicher erscheinen könnte. Aus der Box gebaut, verspricht er Spaß bei der Arbeit. Und das zu einem Preis, der sich sehen lassen kann.

Michael van Bernem ist Jahrgang 1973. Das Hobby Modellbau betreibt er seit 2001, Michael ist Mitglied des PMC-Dortmund e.V. Sein bevorzugtes Interessengebiet sind Pkw, Touren- und Langstreckensportwagen und Tuningwagen. Zivile sowie militärische Airliner in 1:48 oder 1:72 baut er ebenfalls gerne. Der Panamera von Revell fällt genau in sein Interessengebiet.

Das kraftvolle Erscheinungsbild kommt mit dem selbst tiefer gelegten Fahrwerk noch mehr zur Geltung


Auf einen Blick: Porsche Panamera Turbo

Bauzeit ►zirka 30 StundenSchwierigkeitsgrad ► mittel

Kit 07034Maßstab 1:24Hersteller RevellPreis zirka 25 Euro

Zusätzlich verwendete Materialien:Tamiya: „Cement“ als Kleber; Mr. Hobby: Mr. Mark Softer Weichmacher; Playmobil: Teddybär; 3M: Leukosilk; ScaleProduction: Gurt-Äzteile SPE24007GB; Aoshima: Felgen Farben:Gravity Colour: Lava Orange GC-1139; Standox: Klarlack; Tamiya: X-10, X-27, XF-1, XF-53, XF-75; Lifecolor: Schwarz, Chrom Silber, Silber Hochglanz, Alu Dunkel; Edding: Permanent Marker Rot, Schwarz, Orange; diverse Farben für Kleinteile


Fotos, sofern nicht anders angegeben: Michael van Bernem

Foto: Thesupermat, CC BY-SA 4.0