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REVIERREPORT: FÄNGE IM TRINKWASSER


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2019 vom 06.09.2019

In der glasklaren Listertalsperre fühlt sich eine große Bandbreite unterschiedlicher Raub- und Friedfische wohl.Dieter Schröder war für Sie vor Ort und gibt einige hilfreiche Tipps.


Artikelbild für den Artikel "REVIERREPORT: FÄNGE IM TRINKWASSER" aus der Ausgabe 100/2019 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 100/2019

Blick über die Listertalsperre: Hier finden sowohl Raub- als auch Friedfischangler ein reiches Betätigungsfeld.


Barsche sind in der Lister allgegenwärtig. Dieser Fisch gehört schon zu den größeren.


Spinnangler sind vom Ufer aus vor allem im Frühjahr und Herbst erfolgreich. Die Hechtsaison beginnt am 1. Mai.


Die Listertalsperre teilt sich anglerisch gesehen in zwei Teile: Für den unteren Seeteil gibt es nur eine limitierte ...

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... Anzahl von Jahreskarten, weil die Talsperre der Trinkwassergewinnung dient. Für die obere Hälfte des Sees bekommen Gastangler aber problemlos Tageskarten.

Mit Abstand am stärksten vertreten ist der Barsch. Er lässt sich ganzjährig sowohl vom Ufer als auch vom Boot erbeuten. Die besten Chancen auf größere Barsche bestehen im Mai und zwischen September und November. Im Frühjahr bis zum Mai lohnt sich das Angeln im Bereich der Kalberschnacker Brücke sowie zwischen Gut Kalberschnacke und dem Campingplatz. Im Herbst ziehen die Barsche dann in die tieferen Regionen. Nun sollten Sie Ihre Köder zum Beispiel im Bereich von Windebruch anbieten. Als Köder dienen beim Angeln vom Ufer Spinner in der Größe zwei bis vier, kleinere Wobbler, Gummifische und der altbewährte Tauwurm. Bootsangler setzen überwiegend Gummifische und Twister ein, die sie vertikal anbieten. Auch die Dropshot-Methode bringt hier Erfolge.

Statt eines Gummifisches können Sie auch einen kleinen Barsch oder ein Minirotauge auf den Haken stecken. Im Schnitt liegen die Größen der gestreiften Räuber zwischen 18 und 25 Zentimetern. Es werden aber auch regelmäßig Barsche um die 35 Zentimeter gefangen, Ausnahmefische knacken sogar die 50er-Marke.

SCHEUE ZANDER

Wesentlich schwerer als Barsche sind Zander an den Haken zu bekommen. Dies liegt am sehr klaren Wasser der Listertalsperre. Wer Zander fangen will, muss sehr fein angeln! Gute Chancen hat man direkt nach der Laichzeit im Juni. Jetzt lohnt sich ein Versuch im Bereich der Kalberschnacker Brücke oder unterhalb des Campingplatzes Kalberschnacke. Da zu dieser Zeit das Nachtangeln erlaubt ist, sollten Sie Ihren Ansitz vom Ufer in die ersten Stunden der Dunkelheit verlegen. Dann sind die Räuber mit den Glasaugen besonders aktiv und rauben auch in Ufernähe. Gefangen werden Zander vor allem auf kleinere Rotaugen und Minibrasssen. Bootsangler fangen früh morgens und am Abend recht gut im Bereich der Kalberschnacker Brücke beim Vertikalangeln mit bis zu 12 Zentimeter langen Gummifischen. Nachtangeln ist vom Boot aus nicht erlaubt. Zum Herbst und Winter ziehen auch die Zander ins Tiefe. Wer nun seinen Köder zwischen Windebruch und der Bojenkette, welche die Fischereigrenze markiert, anbietet, darf auf gute Fänge hoffen. Auf der gegenüberliegenden Seeseite lohnt sich der Ansitz zwischen dem Campingplatz Kalberschnacke und der Kette.

HECHTE BIS 30 PFUND

Der Bestand von Hechten ist in der Listertalsperre sehr gut. Es gibt viele Räuber in Längen zwischen 50 und 70 Zentimetern, Meterfische sind immer möglich und die schwersten bringen bis zu 30 Pfund auf die Waage. Nach der Laichzeit stehen die Räuber zu Saisonbeginn im Mai und Juni in den oberen, flachen Seebereichen bei Hunswinkel und Herpel sowie in den Buchten bei Kalberschnacke. Achten Sie aber darauf, dass Teile der oberen Seebereiche bei Hunswinkel und Herpel als Laichschongebiete ausgewiesen sind und zu dieser Jahreszeit nicht beangelt werden dürfen! Im Sommer verteilen sich die Hechte dann über den gesamten See.

Die Listertalsperre bei Kalberschnacke: Im Frühjahr sind hier und um die Brücke im Hintergrund gute Fänge möglich.


„DER BESTAND ANHECHTEN IST IN DER TALSPERRE AUSSERGEWÖHNLICH GUT!“


Besonders zu Saisonbeginn lohnt sich vom Ufer das Angeln mit toten Köderfischen. Wer lieber Kunstköder einsetzt, sollte auf Wobbler im Barsch- oder Rotaugendekor zurückgreifen. Auch Silber-Blau oder Silber-Schwarz fangen – diese Farben sehen Felchen ähnlich. Knallige Töne bringen im klaren Wasser meist nicht den gewünschten Erfolg, das gilt für das ganze Jahr. Im Sommer und Herbst sind auch Löffelblinker nicht zu verachten. Diese Köder lassen sich weit werfen und man kann mit ihnen große Gebiete nach den Räubern absuchen. Auch als Schleppköder sind Löffelblinker immer eine gute Wahl. Die einheimischen Angler schleppen jedoch meist mit größeren Wobblern oder toten Köderfischen am System.

FLACHE AALE

Als vierter Räuber kommt der Aal vor, er lässt sich im gesamten See fangen. Wenn sich Mitte März das Wasser auch im hochgelegenen Sauerland durch die Frühjahrssonne erwärmt, werden die Aale aktiv. Zu fangen sind sie dann in flachen Bereichen, oft ufernah – so zum Beispiel bei Hunswinkel und Herpel. In der Zeit zwischen Juni und September lohnt sich in erster Linie der Ansitz bei Nacht. Gefangen werden die Aale überwiegend mit Tauwürmern, kleinen Fischchen oder Fetzen. Im Sommer bringen oftmals auch drei bis fünf Bienenmaden fette Aale an den Haken.

TALSPERREN-SILBER

Die Königin des Sees ist ohne Frage die Seeforelle. Ihr Bestand ist hier zwar nicht so groß wie in der benachbarten Biggetalsperre, aber der eine oder andere Silberbarren wird auch hier auf die Schuppen gelegt. Uferangler haben die besten Chancen auf einen solchen Fisch direkt nach Ende der Schonzeit, von Mitte März bis in den Mai hinein. Dann stehen die Fische noch im flachen Uferwasser im oberen Seebereich. Schlanke Blinker, Wobbler und Spinner in den Größen zwischen drei und fünf sind die besten Kunstköder. An sonnigen Tagen sollten Sie auf gedeckte Farben setzen, zum Beispiel Kupfer. Aber auch Würmer, im Mittelwasser an der Posenrute angeboten, reizen die Seeforellen zum Biss. Ab Juni verschwinden die Salmoniden dann im tiefen Wasser und werden meist beim Schleppen in Tiefen von mehr als zehn Metern erbeutet. Vereinzelt kommen auch Bachforellen vor. Wenn Sie mal eine fangen, achten Sie auf das Mindestmaß von 50 Zentimetern!

Dieser Hecht von 108 Zentimetern wurde im Ende Mai 2017 aus der Listertalsperre gefangen. Meterhechte sind hier keine Seltenheit.


Wo es viele Räuber gibt, dürfen die Futterfische nicht fehlen. Dieses große Rotauge hatte eine Länge von 41 Zentimetern.


Was viele nicht wissen: Auch große Renken sind in der Talsperre heimisch.


Die meisten Raubfischangler schleppen ihre Köder vom Ruderboot aus.


STREUNENDE FELCHEN

Heute hier, morgen da – so lässt sich das Angeln auf Felchen beschreiben. Diese Fettflosser ziehen in Schwärmen durch den See und müssen gesucht werden. Gefangen werden sie fast ausschließlich vom Boot aus mit der Hegene. Achten Sie einfach darauf, wo mehrere Boote dicht zusammen liegen – dort wird sicherlich ein Schwarm dieser leckeren Speisefische sein. Meist werden sie in Wassertiefen von mehr als acht Metern erbeutet.

DICKE KARPFEN

Häufigster Friedfisch ist das Rotauge. Es lässt sich mit allen gängigen Methoden überall am See an den Haken locken. Zum Teil erreichen Rotaugen hier Größen zwischen 30 und 40 Zentimetern. Wer gezielt größere Exemplare fangen will, sollte Mais oder einen Rotwurm auf den Haken ziehen. Brassen erreichen in der Listertalsperre Gewichte bis zu acht Pfund. Gute Fangplätze liegen in den Buchten, dort wo sich Kraut bildet, und im oberen Seeteil bei Herpel und Hunswinkel. Nach dem 1. August dürfen hier bis zum Jahresende die beiden Laichschongebiete beangelt werden. Auf große Brassen lohnt sich dort von August bis Oktober immer ein Versuch.

Größter Friedfisch in der Lister ist der Karpfen, der bis 30 Pfund abwächst. Fangplätze liegen bis August zwischen der Kalberschnacker Brücke und Hunswinkel beziehungsweise Herpel. Ab August können Sie die Rüssler dann auch freigegebenen Schongebieten fangen. Hier erwischt man übrigens auch immer wieder prächtige Schleien.


FOTOS: D. SCHRÖDER, C. STEHL, S. WEIGELT