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Rezension


journal für schulentwicklung - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 22.10.2019
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Bildquelle: journal für schulentwicklung, Ausgabe 3/2019

Peter Daschner & Rolf Hanisch (2019). Lehrkräftefortbildung in Deutschland. Bestandsaufnahme und Orientierung. Ein Projekt des Deutschen Vereins zur Förderung der Lehrerinnenund Lehrerfortbildung e.V. (DVLfB). Weinheim-Basel: BeltzJuventa, ISBN 978-3-7799-5395-1, E-Book (pdf), 230 S., € 22,99

Die Qualität von Unterricht und damit der Schulen ist wesentlich mit der Fortbildung der Lehrpersonen verbunden. Trotzdem steht sie „meist im Schatten der Lehrerausbildung an den Universitäten“, wie die Autoren feststellen. So hat kürzlich eine von Bund und Ländern initiierte und mit 500 Millionen Euro dotierte ...

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... „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ ausschließlich die Ausbildung an den Hochschulen adressiert. Der DVLfB hat nun mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung und der Max-Traeger-Stiftung eine erstmalige empirisch basierte Bestandsaufnahme über die föderalen Bildungsstrukturen hinweg ermöglicht. Im Rahmen des Projekts wurde auch ein Musterorientierungsrahmen erarbeitet. Beides ist auch für die Schweiz, Österreich oder Südtirol relevant.

Bereits die Recherchen geben eindrückliche Hinweise auf eine in den meisten Bundesländern dramatisch schlechte Datenlage und Rechenschaftslegung–- dies trotz fortschreitender Outputsteuerung seit 20 Jahren. Fragebögen wurden von Ministerien auch nach intensiven Bemühungen nicht beantwortet. Die Gründe: „zu hoher Arbeitsaufwand (weil vieles, nachdem gefragt wird, auch in den Ministerien und Instituten nicht bekannt ist), zu brisante Fragen (insbesondere zu den Kosten) und angeblich zu wenig Erkenntniswert für die Länder“. Die Daten wurden dann notwendigerweise über öffentlich zugängliche Daten wissenschaftliche Studien, parlamentarische Anfragen, Geschäftsberichte u.a. sowie über Experteninterviews erhoben.

Fortbildung ist zwar in Ländern gesetzlich verpflichtend, aber nur in drei Ländern wird die Verpflichtung quantifiziert und kontrolliert. Viele Veranstaltungen sind nach traditionellem Muster gestrickt: „zeitlich eng begrenzt, meist einzeln, selten sequenziell“. Erprobungen und Reflexion fehlen meist. Erst in den Anfängen steht die Unterstützung für schulinterne Entwicklungen und das Lernen voneinander innerhalb der Schulen und auch zwischen Schulen und Ländern über Hospitationen, Netzwerke und andere Formate. Dazu fehlen weitgehend auch die Daten. Nur die Hälfte der Länder kennen die Fortbildungspläne ihrer Schulen. Trotzdem geben die meisten Gremien Programmschwerpunkte vor. Die Schulen haben somit trotz hohen Innovationserfordernissen aufgrund begrenzter Ressourcen wenig Spielraum für eigene Akzentsetzungen.

Besonders groß ist die Intransparenz und Unzuverlässigkeit bei den Daten über die Finanzen zur Fortbildung der über 800.000 Lehrpersonen in Deutschland. Erkennbar sind große Unterschiede zwischen den Ländern und insgesamt eine Tendenz zur Reduktion der Ausgaben für die Fortbildung. Unternehmen in Deutschland geben für die Weiterqualifizierung ihres Personals das Dreifache aus. Für die Fortbildung ihrer Lehrpersonen geben die Schweiz, Südtirol und die Niederlande deutlich mehr aus.

Das Fazit der Autoren ist klar: Fortbildungen mit positiven Effekten müssten nach heutigen Erkenntnissen folgenden Kriterien genügen: Fokussierung auf Unterrichtsforschung, relativ enger Fachbezug, Coaching und Feedback, Erleben von Selbstwirksamkeit u.a. durch Videos, intensive Zusammenarbeit, Erprobung und Reflexion. Nötig sind weiter Bedarfsanalysen, Personal mit hoher Expertise für die anspruchsvollen Formate, ausreichend Zeit, mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.

Die Bestandsaufnahme im ersten Teil des Buches umfasst u.a. Auftrag, Angebote, Formate, Bedarfserhebungen, Ausgaben und Monitoring in den Ländern. Der Anhang dazu ist eindrücklich dokumentiert, zum Teil mit originalen Schriftstücken. Am Schluss wird im Sinne von Qualitätsstandards für alle beteiligten Akteure ein umfassender Musterorientierungsrahmen vorgestellt, der für eine systematisch verstandene Schulentwicklung sehr hilfreich ist.