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REZENSIONEN


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drums & percussion - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 09.02.2022

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Bildquelle: drums & percussion, Ausgabe 2/2022

Deep Purple Turning To Crime (Ear Music/Edel)

»Whoosh!« war also – wie bei uns im Interview (d&p 1/2021) angekündigt – doch nicht das letzte Studioalbum von Deep Purple, denn durch die globale Pandemie hat sich alles verändert. Ohne Konzerte hatte man offenkundig nicht allzu viel zu tun. Die ›Zwischenbeschäftigung‹, »Tuning To Crime«, ist allerdings ganz anders als bisher, denn Deep Purple spielen hier ausschließlich Coverversionen und keine eigenen Songs. Darunter befinden sich »Oh Well« (Fleetwood Mac) und »White Room« (Cream), »Let the Good Times Roll« (Charles/Jones) und manch anderer (Swing/Boogie-) Klassiker, teils auch im Mash-up. Aufgenommen wurde – auch das völlig anders als in der bisherigen Deep-Purple-Geschichte – getrennt voneinander in den jeweils eigenen Heimstudios und nicht als Band gemeinsam in einem Aufnahmeraum. Das Album hat folglich einen ganz ...

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... eigenen Reiz, auch wenn das Ganze nicht immer streng nach Purple klingt, denn dafür fehlen die Bandchemie im Studio und das eigene Material dann doch. Auf der anderen Seite nehmen die Jungs die Situation und ihre ›verbrecherische‹ Mission mit einer ordentlichen Prise Humor und Selbstironie, und das ist auch gut so. Drumming jedenfalls steht auch ›in Einzelhaft‹ über den Dingen und zeigt sich von der wandlungsfähigen Seite, die sein Schlagzeugspiel im Bandkontext zwar unter der Oberfl äche prägt, aber nicht so sehr im Zentrum steht. Hier kann er seiner Leidenschaft für Swingendes und mehr genussvoll frönen. Insbesondere seine Oldschool-Shuffle-Grooves bei den Rock-’n’-Roll-und Boogie-Songs sind mehr als ein nur fl üchtiges Hinhören wert.

ib

Hattler Sundae (36music/Broken Silence)

Er geht auf die 70 zu und bedient diverse Bassmodelle, darunter der restaurierte Rickenbacker aus Kraan-Zeiten, wie ein junger Gott. Auf diesem hochlebendigen Album überzeugt Hellmut Hattler erneut mit einer vorzüglichen Spieltechnik und spritzigen Songeinfällen. Der Protagonist bekommt viel Raum zu brillieren, doch das ist natürlich längst nicht alles: Die Tieftonschmankerl werden von Verbündeten wie Fola Dada (vox), Joo Kraus (trp) und Torsten de Winkel (g) sowie Juergen Schlachter, Oli Rubow und Moritz Müller (dr) auch noch mit einem Funk-Jazz-Soul-Pop der Oberklasse umhüllt.

hake/ib

Silent Explosion Orchestra Portraits of New York City (Unit)

Das Album der 19-köpfigen Bigband aus Saarbrücken nebst zwei Sänger*innen und Streicherensemble ist eine einzige Liebeserklärung an die Jazzmetropole und wurde beim Saarländischen Rundfunk aufgenommen. Bandleader ist der Schlagzeuger Kevin Naßhan, der auch die Kompositionen geliefert hat. Inspiration sind Eindrücke aus den unzähligen Winkeln der Stadt und ihre Einfl üsse zwischen Jazz und so vielem mehr. Das Ganze mündet in eine stilistisch faszinierend reichhaltige Bigband-Jazzplatte, auf der Naßhans solides Schlagzeugspiel zwar durchaus prominent ist, aber nie Zentrum des Geschehens ist.

ib

Mohammad Reza Mortazavi Prisma (Flowfish Rec.)

Seit dem letzten Soloalbum ist einiges passiert, das in der Musik des iranischen Ausnahmepercussionisten Spuren hinterlassen hat, darunter unzählige Solokonzerte und Kollaborationen. Bei »Prisma« wollte er anders als bei den letzten Alben wieder mehrere Aufnahmespuren miteinander verbinden. Herausgekommen ist ein faszinierend dichtes Percussionalbum mit einer fesselnd hypnotischen Atmosphäre, das ohne Spektakuläres auskommt und gerade daraus den Reiz entwickelt. Neben Rahmentrommeln kommen diverse Percussioninstrumente sowie erstmalig auch Mortazavis Stimme zum Einsatz. ib

Billy Talent Crisis of Faith (Atlantic/Warner)

Ganze sechs Jahre mussten sich die Fans bis zum neuen Album der kanadischen Rocker gedulden – aber das Warten hat sich gelohnt: Die Aufnahmen zu »Crisis of Faith« fanden komplett unter der Ägide von Frontmann Ian D’Sa im bandeigenen Studio in Toronto statt. Am Schlagzeug sitzt Jordan Hastings (Alexisonfi re), der Banddrummer Aaron Solowoniuk aufgrund von dessen MS-Erkrankung vertrat. Die Livegigs wird »jemand anders« übernehmen. Das Ergebnis ist nicht nur ein kraftvolles, sondern auch abwechslungsreiches Album mit viel zwar eingängigem, aber eben durchdachtem, leidenschaftlichem Punk-Rock-Indie-Pop.

ib

Dell, Lillinger, Westergaard & Maneri Monuments (ENW)

2015 aufgenommen, wurde das Album im vergangenen Jahr erst gemastert. Christopher Dell (vibes), Jonas Westergaard (b), Mat Maneri (Bratsche) und Christian Lillinger (dr) gehen darauf der Frage nach, was ein Werk überhaupt konstituiert, und zwar in Echtzeit. Ziel ihrer kollektiven Klang-und Strukturexperimente ist es, Zwischenräume auszuloten. Das Album hat hörtechnisch zwar seine Herausforderungen, aber definitiv auch seine Reize. Welche Nuancen Lillinger aus seinem Drumset herausholt, ist mittlerweile fast schon sprichwörtlich – und Dell steht dem am Vibrafon in nichts nach.

ib

triosence Giulia (Sony)

Diese wunderbar perlende, nur scheinbar leichte, aber immer leichtfüßige Musik wie eine Sommerbrise ist das heimische Fahrwasser von triosence. Dort kennen sich Bernhard Schüler (p), Omar Rodriguez Calvo (b) und Tobias Schulte, der den Trommelhocker von Stephan Emig übernommen hat, blind aus. Auf »Guilia« bekommen die drei überdies bei drei Kompositionen Unterstützung des Trompeters Paolo Fresu – eine Zusammenkunft, wie sie harmonischer kaum sein könnte. Das Trio findet hier schon zu einer nahezu unverschämten Form, die Schulte mit einer feinster Schlagzeugarbeit garniert.

ib

Sondaschule Unbesiegbar (Solitary Man Rec./Sony)

Für die Punkrocker war die unmittelbare Vergangenheit auch ohne die Pandemie keine leichte, denn im Sommer des vergangenen Jahres verstarb ihr Gitarrist völlig unerwartet. Dennoch – oder gerade deswegen – lässt man sich nicht niederschlagen und gibt mit neuem Album Vollgas. Aufgenommen wurde mit Produzent Vincent Sorg in den Principal Studios im Münsterland, und das Punk-Ska-Pop-Album dampft aus allen Ecken. Fabian Michaelis macht am Drumset einen kraftvollen und präzisen Job. Als Bonus gibt’s mit »Unbesiegbar – Der Film« Musikvideos nebst Rahmenhandlung.

ib

Anders Koppel Mullberry Street Symphony (Unit Rec.)

Der dänische Film- und Theaterkomponist Anders Koppel hat basierend auf Fotos einer Ausstellung über Immigranten im New York City des späten 19. Jahrhunderts eine siebensätzige Sinfonie für Orchester und Jazztrio geschrieben, die Hoffnungen und Träume der dargestellten Personen zum Gegenstand hat. In diesem Jazztrio (sax, p, dr) sitzt kein Geringerer als Brian Blade am Drumset. Auf dem Doppelalbum treffen durchkomponierte klassische Werke auf Jazzimprovisationen. Blade garniert das Ganze neben Bassist Scott Colley mit feinfühligsten rhythmischen Miniaturen – und so vielem mehr. Ein Erlebnis!

ib

ASP Endlich (Gothic Novel Rock Rec.)

Mit diesem Dreieralbum (Doppelalbum plus Bonus-CD) geht der vor rund zehn Jahren begonnene »Fremder«-Zyklus der Gothicrocker um Sänger Alexander »Asp« Spreng zu Ende. Das Album wird von deutschen/ englischen Texten, kräftigen Gitarrenriffs, Synthiesounds und viel Energie geprägt. Das Ganze gibt’s auch als liebevoll gemachte, aufwendig gestaltete und limitierte 4-CD-Box mit Kalender und jeder Menge Bonusmaterial, die sich teils nur in dieser Box finden. Drummer Stefan Günther-Martens dampft nach allen Regeln der Kunst durch die Nummern und lässt nichts anbrennen.

ib

BFAD Elephant (Eigenvertrieb)

Der Drummer dieser Formation aus Stuttgart, Bastian Kilper, hat vor einigen Jahren das von uns ausgelobte Stipendium für ein Vollzeitstudium am »Drummers Institute« gewonnen. Mittlerweile arbeitet er als Drummer, Komponist und Lehrer und legt nun mit seiner Band das Debütalbum vor. Darauf finden sich sieben eigene Instrumentalkompositionen im Spannungsfeld von Jazz, Fusion, Rock und Pop. Perfekt kann man sich zu der Musik treiben lassen – und ganz still bleibt man dabei trotzdem nicht sitzen. Kilper garniert das Ganze gefühlvoll mit stimmigen musikalischen Ideen. Geschadet hat die Ausbildung also definitiv nicht.

ib

Dan Reed Network Let’s Hear It For The King (Drakkar)

DRN hat sein neues Album mit der alten Mannschaft eingespielt. Die Songs klingen immer noch leicht funky und soulig, haben aber einen harten Touch bekommen. Am Drumset sitzt Ur-Mitglied und Bandmitgründer Dan Pred, der mit seinem Groove die Truppe antreibt und zugleich fordert. Alle zwölf Songs sowie der Bonustrack (nur CD) haben eingängige Hooklines, und Reed überzeugt einmal mehr mit seiner kräftigen Stimme. »Let’s Hear It...« ist ein großartiges AOR-Album der ganz besonderen Sorte – eingespielt von einer Truppe, die für die Zukunft sicherlich noch einiges in petto hat.

hk

Eric Clapton The Lady in the Balcony (Mercury)

Im Lockdown konnte der Altmeister nicht wie gewohnt mit seiner Band auf der Bühne der Londoner Royal Albert Hall stehen. Dennoch wollte er spielen. Was blieb ihm da anderes übrig, als seine Band aufs Landhaus zu holen? Mit Nathan East (b), Chris Stainton (keys) und Steve Gadd (dr) spielte Clapton Bekanntes und weniger Geläufiges in akustischem Gewand. Dass das Ganze ein wenig zur ›Altherrenveranstaltung‹ wurde, liegt nicht ganz fern – immerhin ist Clapton weit über 70. Was Steve Gadd jedoch an subtil-zurückhaltenden und minimalistischen Grooves aus seinem abgespeckten Drumset holt, lohnt das genaue Hinhören!

ib

Steve Vai Inviolate (Mascot)

Steve Vai überzeugt nach vier Jahren einmal mehr mit seiner Fingerfertigkeit, die nicht von dieser Welt zu sein scheint: insgesamt ausgewogen, rockig und technisch auf extrem hohem Niveau. Entsprechend sind auch seine Mitstreiter. Am Drumkit teilen sich Terry Bozzio, Vinnie Colaiuta und Jeremy Colson die Arbeit, wobei alle drei vollends überzeugen. Besonders Mr. Colaiuta hat im Studio einen perfekten Tag erwischt und trommelt auf dem gleichen, hohen Niveau, das Vai an seiner »Hydra«-Spezialgitarre zutage legt. Vais Kompositionen klingen, leicht klassisch angehaucht, fast wie Sinfonien!

hk

Sendecki & Spiegel Solace (Skip)

Der Pianist und der Drummer, intime Kommunikation auf Augenhöhe. Dafür steht das Duo aus Vladyslav Sendecki und Jürgen Spiegel, den man auch als Drummer des Tingvall Trios kennt. Die melodiös fokussierten und oft klassisch angelegten Kompositionen stammen gleichberechtigt von beiden Musikern. Mal ganz feinfühlig, gerne aber auch kraftvoll gehen die beiden dabei zu Werke – und beweisen in allen Bereichen Meisterschaft. Spannend ist auch die Version von Peter Gabriels »Don’t Give Up«. Um auf dieses Level des Zusammenspiels zu kommen, braucht es einiges an Erfahrung und jede Menge Einfühlungsvermögen.

ib

BÜCHER

Georg Edlinger Polymix Percussion-Ensemble für Marimbaphon, Djembe/Congas, Cajon/Bodypercussion und Drumset

Der Österreicher Georg Edlinger ist Schlagzeuger, Percussionist, Composer, Projektleiter, Live-Artist, interkulturell agierender Kreativgeist und Buchautor sowie Dozent am Franz Schubert Konservatorium für Ethno-Percussion und am Gustav Mahler Konservatorium in Wien. Edlinger hat sich in seiner Laufbahn mit der rhythmisch melodiösen Weltsprache sowie den polymetrischen Systemen afrikanischer, brasilianischer, asiatischer und karibischer Kulturen auseinandergesetzt. Seine Faszination gilt der Vielseitigkeit und der Herausforderung traditioneller Spieltechniken genauso wie dem Experiment an eigenen kunstschaffenden Klangbildern. Auf Basis seines Erfahrungsschatzes hat er immer wieder auch Bücher und Lernhefte publiziert. Jüngst erschien die zehnseitige Broschüre »Polymix«. Hier findet man ein ausnotiertes Percussionensemblestück für Marimba, Drumset, Congas, Djembe, Cajon und Bodypercussion. Die Sache soll Spaß machen, und der Bodypercussionbereich darf gerne um »Becher und Besenstiel« erweitert werden. Auch wenn hier als Schwierigkeitsgrad die »Mittelstufe« ausgewiesen wird, haben die polyrhythmischen Phänomene und Tempomodulationen durchaus Anspruch. »Polymix« verbindet Rhythmen aus unterschiedlichen Kulturen: Westafrikanische Rhythmen treffen auf spanischen Fandango und mischen sich mit brasilianischer Samba, Balkanrhythmen und Hip-Hop-Grooves. Hinzu kommen Melodien aus dem populären/zeitgenössischen Umfeld. »Polymix« ist ein unterhaltsames Lehrwerk und liefert gleichsam die Vorlage eines Aufführungsstücks, dessen multikulturelle Dramaturgie in einen musikalisch reichhaltigen Kosmos einlädt.

Info: Zu ordern über cwm-music.at, Preis: 15 Euro.

Tom Schäfer

Ralph Christian Schneider: 360 DRUMS Basic, Advanced und Pro – Schlagzeug lernen mit Lehrplan

RC Schneider hat mit seinen drei Büchern »Basic«, »Advanced« und »Pro« nicht einfach nur ein umfassendes und didaktisch nahtlos aufeinander aufbauendes Lehrwerk für den Schlagzeugunterricht am Start, sondern mit »360 Drums« auch gleich noch einen Verlag gegründet, in dem auch noch weitere Bücher erscheinen sollen. An Tatendrang und Ideen scheint es nicht zu mangeln – das ist auch den drei Lehrbüchern mit insgesamt über 240 Seiten anzumerken: Anfänger ab zehn Jahre starten mit dem »Basic«-Buch und erlernen hier neben den ersten Noten, Grooves und Fills in Rock, Funk und Blues auch enorm viel Grundwissen zu Themen wie Setaufbau, Stimmen, Pflege und Historie der Drums. Es gibt auch Tipps zum Warm-up oder zur Ausstattung und Dämmung eines Proberaums. Ganz »Advanced« startet der zweite Band direkt mit Sextolen, Wirbelübungen (Doublestrokes und Buzzroll) sowie weiteren Rudiments, bevor die ersten Interpretationen von Lesetexten eingeflochten werden. Linear-Drumming, Paradiddles und Jazz sind weitere große Bereiche – alles immer wieder gespickt mit musikalischen Übungen und coolen Licks mit Specials wie Odd-Ruffs oder Building-Blocks. Audio-Tracks als Download verdeutlichen viele dieser Übungen, und dazu gibt es einige Bonusvideos mit Extratipps. »Pro« bedeutet, dass es im dritten Band natürlich noch spektakulärere Licks und Tricks gibt. Hier wird viel mit Zweiunddreißigsteln und speziellen Handsätzen gearbeitet. Viel wichtiger für den Profi sind aber die vielen Grooves und Stilistiken aus aller Welt, die man als Drummer einfach draufhaben sollte. Neben vielen Specials setzen vor allem die Tipps zum Improvisieren und Solieren hier tolle Akzente. Alle drei Bände sind für sehr wissbegierige Lernende oder deren Lehrer gemacht, die all die schnell aufeinander folgenden und aufbauenden Übungen durchaus gerne noch ergänzen und würzen sollten, um diesen vielen Anregungen Raum zu geben, um sich setzen zu können. Das ganze Werk ist mit seinem detailreichen Umfang sicher ein guter Leitfaden für den geneigten Schlagzeuglehrer. Für einmalig 149 Euro lässt es sich sogar als Lizenz erwerben, wobei man dann das Buch wie sein eigenes behandeln darf und Kopien für den Schüler kein Problem mehr sind. Sehr coole Idee!

Info: 360drums.de, ISBN-Nr.: 978-3-949357-00-8, ca. 80 Seiten/Buch, Preis: je 29,95 Euro. Carsten Buschmeier

Severin Stitzenberger Snare Drum Exercises

Auch in der Hochschullehre hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Diese Sammlung von Übungen für die Kleine Trommel vom Leipziger Gewandhausorchester-Schlagzeuger und Hochschuldozent Stitzenberger ist im Laufe des vergangenen Jahres für den Online-Unterricht entstanden und in englischer Sprache verfasst. Das Inhaltsverzeichnis gibt den schnellsten Überblick über die elf Themen aus fünf Bereichen (hier in Originalbenennung): Single- und Doublestrokes, Timing, Rolls, Flams and Grace-Notes, Accents, Dynamic-Changes, Paradiddles, »Focus on Differences in Sound«, »Focus on the Weak Hand«, »Focus on Speed«. Am Ende jedes Abschnittes gibt es »Conclusions and Daily Routines« – als Zusammenfassung und tägliches Warm-up. Außer dem Vorwort gibt es so gut wie keinen begleitenden Text. Das ist auch nicht nötig: Die Übungen sprechen für sich selbst. Der Fokus liegt auf der Präzision für die Arbeit im Orchester.

Info: www.editionsvitzer.com, 56 Seiten, Englisch, Preis: 25 Euro. Brigitte Volkert Edition Svitzer, ohne ISBN-Nr.,

Sebastian J. V. Simša What Are the Odds? – A Method for Rhythmic Overlapping with Special Focus on Odd Meters

Defi nitiv kein Buch für Anfänger, so viel vorweg – und man sollte ans Zählen gewöhnt sein, wenn man es durcharbeiten will. Durch das gesamte Buch wird mit allen Arten von Notengruppen gearbeitet, sei es im Form von Gruppierungen, Phrasen, N-tolen, Akzenten oder als Takte. Mithilfe von einigen wenigen Handsätzen als Orientierungshilfe und einem gut überschaubaren Konzept werden hier Gruppen über Gruppen geschichtet. So gibt es zum Beispiel Sechzehntel-Dreiergruppen in einem 4/4-Takt mit Displacements – also im Grunde einfachen Akzentverschiebungen – bis hin zu Vierergruppen in Quintolen im 7/4-Takt. Der Trick hierbei ist, mit den einfachen Dingen anzufangen – und plötzlich ist alles logisch. Auch »Reversible Pattern« (metrische Modulationen) werden angesprochen. Die metrische ›Spielerei‹ macht weder vor dem Metronom, noch vor dem Hihatfuß oder dem Ridenbecken halt. Im letzten Kapitel gibt es ein paar Noten-Sheets für Playalongs, um das Erlernte ausprobieren zu können. Die Playalongs und weitere Inhalte sind mittels QR-Codes aus dem Internet abzurufen.

Info: BoD, ISBN-Nr.: 978-3-754344910 112 Seiten, Englisch, Preis: 24 Euro.

Brigitte Volkert