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REZENSIONEN VON A BIS Z


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Multimania - epaper ⋅ Ausgabe 88/2022 vom 13.10.2022

ASSASSIN’S CREED – DYNASTY (Tokyopop) Assassin’s Creed – einst ein Computerspiel, mittlerweile eine Computerspiel-Serie auf unterschiedlichen Plattformen, Film-, Roman- und Comicreihe. Der Comic „Assassin’s Creed – Dynasty“ ist insofern etwas Besonderes, als dass es sich um einen chinesischen Manga handelt, der anders als viele Geschichten der Reihe zudem ganz ohne den fantastischen Unterbau auskommt. In „Dynasty“ muss niemand mittels eines Computers die genetischen Erinnerungen seiner Vorfahren durchlaufen. Dieser Manga spielt im 14. Jahr der Tianbao-Ära (755) im Bürgerkrieg. Dort kämpft Assassine Li E für den Frieden und das einfache Volk. Kann er einem übermächtigen Gegner Einhalt gebieten? Der Band von Illustrator Xiao Zhang und Autor Xianzhe Xu besticht durch hohe geschichtliche Sättigung und einen wunderbaren Zeichenstil, der durch geschickte Schraffur Dynamik und Atmosphäre erzeugt und ...

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Bildquelle: Multimania, Ausgabe 88/2022

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... einfach Spaß macht. Für Menschen, die vielleicht bisher noch nichts mit „Assassin’s Creed“ zu tun hatten, sich aber für chinesische Geschichte interessieren, ist dieses Buch ebenso geeignet wie für Fans, die einfach mal etwas anderes erleben wollen. Für die Geschichtsinteressierten gibt es am Ende auch noch Informationen zu den historischen Hintergründen. Wie authentisch das ist, ist schwer zu beurteilen, aber es wirkt wahr – und darauf kommt es bei „Assassin’s Creed“ ja schließlich an: auf die perfekte Illusion! Aber Vorsicht! Manche Panels sind recht brutal, weswegen „Dynasty“ für junge Leser nur eingeschränkt zu empfehlen ist. (BjH) Bewertung: ★★★★★BATMAN – CHILD OF DREAMS (Panini) Batman als Manga? Warum nicht! Kia Asamiya hat gezeigt, dass das durchaus funktionieren kann. Oder sollte man sagen: „hätte funktionieren können, wenn ...“? – Passend zur Adaption von Batman in die japanische Manga-Kultur handelt auch die Geschichte von Fandom und den Auswirkungen. Batman bekommt es hier gleich mit mehreren bekannten Gegnern zu tun: Two Face, Pinguin, Riddler, Joker ... Doch dann stellt sich heraus – das sind gar nicht die echten Schurken, sondern Nachahmer, die ihren Vorbildern auf unheimliche Weise nacheifern. So weit, so gut. Und apropos gut: Asamiya, der schon für etliche bekannte Mangas verantwortlich zeichnet, hat hier künstlerisch hervorragende Arbeit geleistet. In traditionellem Schwarz-Weiß schafft er eine ganz besondere Stimmung und ikonische Momente, die den dunklen Ritter und sowohl Gotham als auch Tokio hervorragend zur Geltung bringen. Mäßig gelungen ist allerdings die Story. Während die selbstironische Meta-Ebene über Nachahmer, die die Qualität des Originals nicht erreichen, noch gefällt, sind die Figuren leider weniger gelungen. Das gilt vor allem für die etwas dümmliche und dadurch sehr nervige Reporterin Yuko Yagi, die nach Gotham City fliegt, um Batman zu interviewen und durch deren Augen wir die Geschichte größtenteils erleben. Aber auch der Oberschurke ist in seiner Motivation widersprüchlich und daher nicht besonders interessant. Hätte Asamiya auch bei den Figuren die Qualität seiner Zeichnungen erreicht, wäre „Batman – Child Of Dreams“ hervorragend. So bleibt ein zwiespältiger Eindruck. (BjH) Bewertung: ★★★★★CINEMA PURGATORIO(Dantes) Alan Moore („Watchman“, „From Hell“) und Kevin O’Neill („Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“) laden verheißungsvoll ins „Cinema Purgatorio“ ein. Eine namenlose Protagonistin fühlt sich immer wieder einem alten Kino hingezogen und weiß selbst nicht, wieso. Was zunächst wie ein runtergekommenes Filmspielhaus wirkt, zeigt von Film zu Film zunehmend sein wahres Gesicht. Denn in den Projektor des Kinos kommen nur ganz besondere Filme, die einem speziellen Publikum vorbehalten sind. So sitzt nun unsere Protagonistin Film für Film auf dem ihr vorgesehenen Platz, und wir erleben, durch ihre Augen die Filme des „Cinema Purgatorio“, während Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen. Alan Moore zeigt sein altes Genie und schafft es in kleinen Kurzgeschichten, sowohl erneut kritisch als auch originell hinter die Kulissen Hollywoods zu blicken. Teils düster und teils humoristisch deckt er Schandflecken auf der alles anderen als weißen Weste Hollywoods schamlos auf. Jeder Film wird als ein Abschnitt im Comic dargestellt, und am Ende jedes Comics hat Übersetzer Jens R. Nielsen fleißig Ergänzungen zu den jeweiligen Panels zusammengetragen. Diese können einfache Worterklärungen sein oder Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Personen der einzelnen Abschnitte. Mit „Cinema Purgatorio“ ist Alan Moore nach langer Zeit sehr eindrucksvoll in den Comicbereich zurückgekehrt, und sowohl Moore-Fans als auch Kinoliebhaber sollten zugreifen, denn der Comic ist ein kleines Meisterwerk. (PB) Bewertung: ★★★★★DER FILMRISS – MEINE FLUCHT VOR DER REALITÄT (Carlsen) Kabi Nagata wacht eines Tages mit Magenschmerzen auf. Erst denkt die Manga-Zeichnerin noch, dass die Schmerzen nichts Ernstes bedeuten und schnell wieder verschwinden. Tun sie aber nicht. Im Krankenhaus erhält sie eine niederschmetternde Diagnose: Pankreatitis. Nun liegt die junge Frau in der Klinik und denkt über ihr Leben nach ... In ihrem autobiografischen Manga “Dialoge mit mir selbst 1: Kabi Nagatas autobiografischer Manga über Depressionen und ihre Auswirkungen” erzählte die Mangaka Kabi Nagata sehr offen über ihr Leben und ihre schwerwiegende Depression. Im zweiten Band “Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit: Mentale Gesundheit und das Coming-Out” ging es nicht minder schwer zur Sache, aber mit einem eher positiven Ausgang. Es schien sich alles zum Besseren zu wenden. Doch im Leben kommt es oftmals anders, als man denkt. Auch diesmal erzählt Kabi Nagata sehr ehrlich über ihr Leben, ihr Alleinsein und vor allem über ihre Alkoholsucht, die schließlich eine schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse zur Folge hatte. Im Gegensatz zu Nagatas ersten beiden Manga-Autobiografien kommt dieser ein wenig langatmiger daher, ein wenig mehr Straffung (gerade zum Ende hin) hätte dem Buch sichtlich gutgetan. Gelungen ist “Der Filmriss - meine Flucht vor der Realität” aber dennoch, denn die Mangaka kann hervorragend erzählen und präsentiert hier eine Geschichte, die gleichermaßen berührend wie unterhaltsam ist. (FT) Bewertung: ★★★★★FUKUSHIMA: DIE CHRONOK EINER KATASTROPHE (Cross Cult) Vor zehn Jahren ereignete sich eine große Katastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima. Masao Yoshida, damaliger Werksleiter, hat seine Erlebnisse beim vergeblichen Versuch, gemeinsam mit einigen Mitarbeitern die Kühlung der Reaktoren nach einem Erdbeben weiter zu gewährleisten, in einem Bericht wiedergegeben. Auf diesem basiert der Comic „Fukushima: Die Chronik einer Katastrophe“. Als Leser begleitet man Yoshida mittels seiner gesamten Erinnerungen durch jenen Tag. Die überwiegenden kühlen Blautöne vermitteln dabei großes Unbehagen. Nur Feuer und Explosionen sind in kräftigem Rotorange. Konstanter Stress und Panik kann allen Charakteren an der Mimik abgelesen werden. Yoshidas Stress wird sogar noch zusätzlich von Unmengen an Zigaretten verdeutlicht. Positive Emotionen sieht man aufgrund der Thematik nicht, diese würden allerdings auch unangebracht wirken. Auf den letzten Seiten des Comics finden sich zusätzlich Hintergrundinformationen zu der Tragödie. Darunter Berichte, Fotos, Grafiken, Lagepläne und Karten. Der aktuelle Stand in Sachen Wirtschaft, Atomenergie und Unklarheiten im Ablauf des Unfalls werden dabei genauso beleuchtet wie die damaligen und bis heute anhaltenden Folgen für Betroffene. Der Comic stellt also nicht nur ungeschönt und emotional ergreifend die Sicht von Yoshida dar, sondern erläutert auch die Fakten genauer, auf denen der Comic basiert. (ABK) Bewertung: ★★★★★GEIGER 1(Cross Cult) Ein atomarer Krieg hat die Welt getroffen. Im verseuchten Gebiet laufen Monster herum, Organhändler und eine wortwörtlich strahlende Gestalt, vor der sich jeder fürchtet: Geiger. Er ist oder war ein Mensch, jedoch wurde er Opfer einer Atombombe, als er seine Familie schützte. Seitdem ist er eine Art Gerechtigkeitskrieger: gegen böse Menschen, wie den König vom auf Mittelalter getrimmten Las Vegas, und für die Guten, wie Kinder, die in die verstrahlte Steppe flüchten. Geiger kann seine Kraft hochfahren und strahlt radioaktiv, was im Comic durch giftiges Neongrün dargestellt wird. Seine Energie zerfetzt alles – wie eine Atombombe. Sein Äußeres ähnelt dann „Ghost Rider“, nur strahlend statt brennend. Der gebundene Dystopie-Comic zeigt die brutale Realität eines Atomkriegs und die Grausamkeit von Menschen gepaart mit Fantasy. Der erste Band dreht sich hauptsächlich um den verrückten König, der einem Relikt nachjagt – ohne Rücksicht auf jegliche Verluste. Geiger versucht zeitgleich, Kinder zu schützen, die in die Schussbahn geraten sind. Die grandiose, spannende Story lässt allerdings noch viele Fragen offen. Ist Geiger unsterblich? Hat er seine Familie jemals wiedergesehen? Ist die Welt verloren, und was hat es mit dem Relikt auf sich? Das wird hoffentlich genauso spannend in den Folgebänden geklärt. Geigers Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt. (ABK) Bewertung: ★★★★★HE-MAN UND DIE MASTERS OF THE MULTIVERSE (Panini Comics) „Bei der macht von Grayskull…“ Wer bei diesen Worten Gänsehaut bekommt, kann sich das Buch direkt zulegen. He-Man und die Masters Of The Universe erlebten ihren Urknall anno 1982 und haben sie sich seitdem zu einer festen Ikone der Popkultur gemausert. Drei Jahre später betrat ein neuer Bösewicht die Bühne: Anti-He-Man. Ausgestattet mit He-Mans Kräften, aber mit den bösen Absichten Skeletors, war er eine neue, mächtige Reinkarnation des Bösen, die es zu besiegen galt. Und genau hier setzt der Comic an, indem er Anti-He-Man auf die Reise durch das komplette (!) Masters Multiversum schickt, um alle He-Mans jeder Dimension zu töten und sich deren Schwerter an zu eigenen, mit dem ganz großen Ziel: unermessliche Macht aus der ursprünglichen Quelle Castle Grayskulls! Herausgekommen ist dabei ein wilder Ritt durch das gigantische Multiversum, der es in sich hat. Eine packende Geschichte, Wiedersehen mit allen Bekannten aus seiner Kindheit und der vielfältige Zeichenstil, der alle (!) Masters Dimensionen umfasst. In den 6 Kapiteln wird eine wahre Nostalgie-Kaskade entfesselt, die der Kultreihe mehr als gerecht wird. Man spürt mit jeder Seite, dass hier Fans für Fans gearbeitet haben. Besonders die Entwicklung von Keldor/Skeletor ist derart gut gelungen, dass man diese Figuren auch in alten Bänden nun mit anderen Augen sehen wird. Egal, ob langjährige Veteranen oder Neulinge in der Masters-Welt, dieser Comic bietet einen derart vielfältigen Querschnitt durch das Multiversum, dass es in jedem Bücherregal seinen Platz finden muss. (SRG)Bewertung: ★★★★★HÖR AUF, AN DER SCHEIBE ZU LECKEN! (Lappan) Johanna Braun, auch bekannt als „Schlogger“ in den sozialen Medien und selbst zweifache Mutter, hat ein liebliches Geschenkbuch gestaltet. „Hör auf, an der Scheibe zu lecken!“ spiegelt den Alltag von Eltern mit ihren Kleinkindern wider. Darin zu finden sind Sprüche, die Eltern kennen, selbst schon gesagt haben oder durchaus sagen könnten. Diese Probleme oder einfach nur kuriosen Vorkommnisse im Alltag mit Kindern sind brutal ehrlich und dennoch sehr niedlich und liebevoll illustriert. Die abgebildeten Eltern und Kinder gehören dabei den verschiedensten Kulturen an, haben dunkle Haut, helle Haut, lockiges Haar, glattes Haar, Kopftuch und mehr. Außerdem wird recht geschlechtsunspezifisch gezeichnet. Schlägt man das Büchlein auf, hat man immer auf einer Seite den lustigen Spruch und auf der anderen eine niedliche und akkurat passende Illustration dazu. Die dabei genutzten Pastellfarben vermitteln eine Art Wohlfühl-Atmosphäre. Die Texte sind außerdem recht groß, gut lesbar und leicht verständlich. Manche Sprüche verlangen aber auch mal Zwischen-den-Zeilen-Lesen für den gewissen Kniff im Humor. Ganz vorn auf der ersten Seite gibt es übrigens auch Platz für eine kleine Widmung. Auf den letzten Seiten hingegen wird auch den Kindern eine Stimme gegeben und Comic-Panels zu Sätzen, die nur Kleinkinder sagen, gezeigt. Das kleine quadratische Büchlein liest sich schnell von der Hand weg, sorgt für manche Überraschung und viele Lacher. (ABK) Bewertung: ★★★★★ICH BIN ANNE FRANK(Egmont Bäng) Der Comic „Ich bin Anne Frank“ gehört zur „Jede*r kann die Welt verändern“-Reihe. Diese erzählt Lebensgeschichten von erstaunlichen Menschen. Die ersten Seiten des Comics sind hellgefärbt und stellen fröhlich Annes Leben und ihre Hobbys vor. Schnell kommt der Comic aber auf das Judentum zu sprechen, und Anne Franks Leben in einer versteckten Wohnung beginnt. Die Buchseiten sind jetzt schwarz statt wie vorher weiß, denn das Versteck ist immer vor Blicken von außen abgedichtet. Generell sind die Illustrationen recht vereinfacht und ansprechend. Anne hat dabei wie alle Kinder einen großen runden Kopf und spricht oft aus der Seite raus direkt den Leser an. Vieles ist ihr tatsächlicher Wortlaut aus dem Tagebuch. Allerdings wird nicht die ganze Geschichte von der süßen Comic-Anne erzählt. Viele unterschiedliche Menschen haben sich auf den letzten Seiten vor dem Anne-Frank-Haus versammelt und erzählen die Geschichte Deutschlands zu Zeiten des Holocausts zu Ende. Dabei wird auch etwas recht Neues erzählt: Annes Kastanienbaum wurde 2010 von einem Sturm zerstört, seine Früchte aber in der ganzen Welt gepflanzt. Ganz hinten im Buch werden noch weitere Informationen ohne Comic-Stil, dafür mit echten Fotografien und Zeitstrahl bereitgestellt. Das Buch schafft es insgesamt, kindgerecht über die düsteren Zeiten aufzuklären, und vermittelt dabei sogar noch, Träume zu haben, an das Gute zu glauben und Hoffnung zu bewahren – wie Anne Frank. (ABK) Bewertung: ★★★★★IDEFIX UND DIE UNBEUG-SAMEN 02 – INS FRESS-NÄPFCHEN GETRETEN (Egmont Bäng) Ob Westernheld Lucky Luke oder der verschlagene Großwesir Isnogud – René Goscinny schuf zeit seines Lebens zahlreiche legendäre Figuren. Besonders berühmt ist natürlich das Duo, das Goscinny 1959 gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Albert Uderzo aus der Taufe hob: Asterix und Obelix. Ihr besonderer Liebling war jedoch weder der listige gallische Krieger noch der liebenswerte Hinkelsteinlieferant, sondern ihr treuer Begleiter Idefix, dem zu Ehren sie sogar ihr erstes Zeichentrickstudio Studio Idéfix nannten. Nun, stolze 73 Jahre, nachdem das erste Asterix-Abenteuer das Licht der Comicwelt erblickte, bekommt Idefix endlich seine eigene Serie.Die Reihe setzt zwei Jahre vor dem ersten Band ein und erzählt, wie Obelix‘ Liebling eine tierische Bande namens die Unbeugsamen in den Straßen Lutetias im Kampf gegen die Römer anführt. Wobei auch hier nicht die römischen Soldaten eine Rolle spielen, sondern deren tierische Begleiter um Mona Lisa, der Katze des Zenturios. In drei rund 20-seitigen Geschichten schlagen die Unbeugsamen Mona Lisa und ihrer Heerschar römischer Hunde so manches Schnippchen. Im Gegensatz zum Original richtet sich die Idefix-Serie an ein deutlich jüngeres Publikum, weshalb man hier keine ausgefeilten Gesellschaftsanspielungen erwarten darf und in puncto Logik auch ab und an ein Auge zudrücken sollte. Wer dazu bereit ist, bekommt ein niedliches Tierabenteuer geboten, das einem die leider noch sehr lange Wartezeit bis zur nächsten Asterix-Ausgabe wunderbar vertreibt. (FT) Bewertung: ★★★★★IN 80 TAGEN UM DIE WELT (Knesebeck) Jeder kennt Jules Vernes’ Geschichte über den britischen Exzentriker Phileas Fogg und seine Wette. Unzählige Adaptionen hat der Roman erlebt, natürlich auch in Comic-Form. Aber kann es gelingen, diese 80-Tage-Reise in weniger als 80 Seiten zu erzählen? Jean-Michel Coblence (Adaption) und Younn Locard (Zeichnungen) haben es versucht – und dabei sind bereits zehn ihrer 64 Seiten verflogen, bevor Fogg und Passepartout überhaupt das erste Schiff besteigen. Locards Zeichnungen sind gekennzeichnet von schnellem Strich und reduzierter Farbigkeit mit vielen dunklen Schraffuren. Damit fängt er das Gewusel der Basare oder der ostasiatischen Hafenstädte wunderbar ein. Doch narrativ verhebt sich der Comic: Durch die immense Reduzierung der Erzählung müssen die Dialoge viel Expositionsarbeit leisten. Lange Überfahrten werden zudem auf drei bis vier Panels verkürzt, wichtige Plotpoints fast bis zur Unkenntlichkeit eingedampft. Ein echter Spannungsbogen kann so gar nicht erst entstehen; auch den Charakteren bleibt kaum Raum, sich zu entfalten. Vernes’ „In 80 Tagen um die Welt“ hätte zumindest eine dreistellige Seitenzahl verdient gehabt, um – gerade in seiner Rastlosigkeit – adäquat erzählt zu werden. (FK) Bewertung: ★★★★★MITTELERDE – AUF DEN SPUREN EINES MYTHOS (Splitter) Mit „Mittelerde – auf den Spuren eines Mythos“ wird das Repertoire des amerikanischen Illustrators Donato Giancola vorgestellt, welches bildgewaltig und beeindruckend daherkommt. Das wunderbare Buch ist weniger ein Comic als ein herausragendes Artbook eines Künstlers, der den meisten am ehesten dafür bekannt sein dürfte, dass er die Illustrationen des Kartenspiels „Magic“ verantwortete. Giancolas Œuvre ist fantastisch und zeigt die Meisterschaft und Kenntnis der schönen Künste allgemein, aber auch die Kenntnis von historischem Kostüm, welches für die Auseinandersetzung mit den Erzählungen Tolkiens unerlässlich ist. Ob es die Arbeit mit Pastellkreide oder Öl auf Leinwand betrifft – überall wird die tiefe Auseinandersetzung sowohl mit dem literarischen Werk Tolkiens als auch der Kunst im großen Stil belegt. Alle in diesem Artbook versammelten Arbeiten und Gemälde entstanden zwischen 1999 (also noch vor den Filmen) und 2014. Darin zeigt sich die ganz eigene, individuelle Bearbeitung des Materials, sowohl im Umgang mit den Figuren oder den geschilderten Szenen, die Tolkien überaus präzise beschrieb. „Mittelerde – auf den Spuren eines Mythos“ ist ein fantastisches Werk, welches die herausragenden künstlerischen Fähigkeiten eines Illustrators zeigt. (IS) Bewertung: ★★★★★ POST AMERICANA (Cross Cult) Die Welt, wie wir sie kennen, kann gar nicht oft genug untergehen. Das macht so viel Spaß! Zumindest in Film, Buch und Comic. Wenn es dann in echt passiert, ist es natürlich weniger schön. Es ist schwer zu sagen, ob Steve Skroces (Autor) und Dave Stewarts (Kolorist) apokalyptischer Pulp-Traum von der derzeitigen Krisenlage profitiert und deswegen besonders reinhaut – oder ob er einfach wirklich richtig, richtig gut ist. Der Comic handelt von der Zeit nach dem Weltuntergang – nur dass sich nicht die Exekutive in die, auch als „Die Blase“ bekannte Cheyenne-Mountain-Anlage gerettet hat, sondern die amerikanische Bürgerelite, aus deren Mitte 80 Jahre später ein neuer, fieser Präsidenten die Überlebenden des Ödlands gewaltsam unterdrückt. Doch noch ist das letzte Spiel nicht gespielt, denn eine Frau… – Aber hier soll nicht zu viel verraten werden. Doch was Skroces da den Lesern präsentiert, ist wirklich wild, grindig und einigermaßen krass. Vor allem auch deswegen, weil man vor 20 oder 30 Jahre das Ganze noch als durchgeknallte Fantasie abgetan hätte. Heute, angesichts dessen, was man auf der Welt gerade erlebt, könnte man denken: Na ja, wer weiß …? Auch wenn in diesem Buch das Genre nicht neu erfunden wird, sondern „nur“ bekannte Versatzstücke geschickt gemischt werden, ist „Post Americana“ eine dringende Empfehlung für alle Fans von Dystopien, die ihre Stoffe actionreich und blutig erzählen. POST AMERICANA macht richtig Spaß! (BjH)Bewertung: ★★★★★SEA SHEPHERD – I. MILAGRO (Egmont) In den idyllischen Gewässern der Cortés-See, dem Golf von Kalifornien, machen Fischerwilderer Jagd auf vom Aussterben bedrohte Tierarten. Allerdings werden ihre Machenschaften immer wieder von den Schiffen der Sea-Shepherd-Flotte sabotiert, die die Fische aus Fangnetzen befreien und so die illegalen Jagdgründe äußerst unprofitabel machen. Eines Nachts wird eine Sea-Shepherd-Crew jedoch von bewaffneten Fischern entdeckt, und es kommt zur Eskalation. Die 1977 von Paul Watson gegründete Meeresschutzorganisation Sea Shepard hat sich mittlerweile zu einem der beharrlichsten, aber auch militantesten Verteidiger der Weltmeere entwickelt. Zehn Walfänger wurden seit damals versenkt, und der Zuspruch für die unabhängige Non-Profit-Organisation ist ungebrochen. Neben dem gelungenen Selbstvermarktungskonzept sind dafür vor allem die vielen Freiwilligen verantwortlich, die temporär auf den Schiffen von Sea Shepherd arbeiten und von ihren Einsätzen berichten. Dies tat auch der französische Comic-Autor und -Zeichner Guillaume Mazurage, der seine ganz eigene Sea-Shepherd-Geschichte in diesem bildgewaltigen Comic verewigt hat. Er erzählt aber nicht nur äußerst spannend, sondern klärt gleichzeitig über die Bedrohung der maritimen Tierwelt auf, ebenso wie über die Motivation von Sea Shepherd und die organisierte Kriminalität der illegalen Fischerei. So ist dieser erste Band nicht nur ein spannendes Abenteuer, das auf wahren Ereignissen beruht, sondern gleichzeitig auch ein mahnendes Stück Zeitgeschichte, das sehr nachdenklich stimmt. (VR) Bewertung: ★★★★★ SPAWNS UNIVERSUM (DELUXE EDITION) (Panini) Todd McFarlane, der Schöpfer des Universums rund um Spawn, ist zurück und betitelt seinen neuen und zukunftsweisenden Band ganz schlicht „Spawns Universum“. Nachdem Omega Spawn besiegt wurde, beginnen die Aufräumarbeiten auf der Erde. Für den angeschlagenen Protagonisten Al Simmons, besser bekannt als Hellspawn, geht der Albtraum allerdings weiter, denn unter den Menschen gibt es noch viele Restdämonen. Doch im Hintergrund braut sich Böses zusammen, und der verrückte Cogliostro bittet nicht zweimal, Chaos zu säen. Nicht nur Hellspawn, sondern auch She-Spawn, Gunslinger Spawn und Medieval Spawn müssen nun in den Kampf ziehen, damit die Erde weiter existieren kann. Mit „Spawns Universum“ beginnt eine neue Zeit für die „Spawn“-Comics, und der Band leitet eine Geschichte ein, welche von Seite eins an völlig fesselnd ist. Dazu kommt, dass McFarlane nun ein neues Zeichnerteam an seiner Seite hat. Dieses leistet auf ganzer Linie großartige Arbeit. Jedes Panel ist großartig gezeichnet und vermittelt das Gefühl, als hätte das Team nie eine andere Comic-Reihe gezeichnet. Actionszenen wirken druckvoll und dynamisch, während kurze emotionale Szenen ihre Zeit zum Wirken erhalten. Insgesamt beinhaltet „Spawns Universum“ den Einstieg der Geschichte und jeweils ein Kapitel zu She-Spawn, Gunslinger Spawn und Medieval Spawn. Für Fans der Reihe ist der Band ein Pflichtkauf und für Interessierte der perfekte Einstieg zur neuen Zeitrechnung im „Spawn“-Universum. (PB) Bewertung: ★★★★★TELEPORTATION INC. (Splitter) Lubia ist die beste Agentin der GPC, einer Organisation, die das Teleportieren im Universum ermöglicht. Die unendlichen Möglichkeiten dadurch sind jedoch nicht ungefährlich, und einige Reisende nutzen es auch für böse Machenschaften. Sobald jemand die Regeln nicht einhält, macht sich Lubia auf den Weg, um denjenigen aufzuspüren – selten ohne Waffen oder Sprengsätze zu nutzen. Innerhalb der ersten zehn Comic-Seiten wird man in die konkrete Mission eingeführt. Gleich fünf Reisende sind verschwunden. Die schnelle Einleitung ist aber nicht hinderlich für das Verständnis der Welt und Terminologie. Denn alles Nötige zu Universum, Teleportation und Charakteren wird kurz, knapp und gut erklärt. Die Suche nach den Reisenden bringt Lubia in brenzlige Situationen, in Lebensgefahr und auf die verschiedensten Planeten. Der Comic hat eine tolle Dynamik, ist ausdrucksstark gezeichnet, und die Mimik ist unmissverständlich. „Teleportation Inc.“ ist ein spannender Trip durch eine technologisch fortgeschrittene Welt mit durchdachten Plänen, Hinterhalten und Explosionen. Mit Nacktheit hat der Comic übrigens keine Probleme, und auch nicht damit, Charaktere darauf reagieren zu lassen. Besonders Lubias Brüste dienen einige Male als komödiantischer Aufhänger. Aber auch die Trotteligkeit und das Eigenleben des Schwanzes ihres Begleiters halten das Überraschungspotenzial und den Schmunzelfaktor angemessen hoch. (ABK) Bewertung: ★★★★★ ★★★★★ Es werden 1-5 Sterne vergeben. 5 = Top! 1 = Flop!

ASSASSIN’S CREED – DYNASTY

(Tokyopop)

Assassin’s Creed – einst ein Computerspiel, mittlerweile eine Computerspiel-Serie auf unterschiedlichen Plattformen, Film-, Roman- und Comicreihe. Der Comic „Assassin’s Creed – Dynasty“ ist insofern etwas Besonderes, als dass es sich um einen chinesischen Manga handelt, der anders als viele Geschichten der Reihe zudem ganz ohne den fantastischen Unterbau auskommt. In „Dynasty“ muss niemand mittels eines Computers die genetischen Erinnerungen seiner Vorfahren durchlaufen. Dieser Manga spielt im 14. Jahr der Tianbao-Ära (755) im Bürgerkrieg. Dort kämpft Assassine Li E für den Frieden und das einfache Volk. Kann er einem übermächtigen Gegner Einhalt gebieten? Der Band von Illustrator Xiao Zhang und Autor Xianzhe Xu besticht durch hohe geschichtliche Sättigung und einen wunderbaren Zeichenstil, der durch geschickte Schraffur Dynamik und Atmosphäre erzeugt und einfach Spaß macht. Für Menschen, die vielleicht bisher noch nichts mit „Assassin’s Creed“ zu tun hatten, sich aber für chinesische Geschichte interessieren, ist dieses Buch ebenso geeignet wie für Fans, die einfach mal etwas anderes erleben wollen. Für die Geschichtsinteressierten gibt es am Ende auch noch Informationen zu den historischen Hintergründen. Wie authentisch das ist, ist schwer zu beurteilen, aber es wirkt wahr – und darauf kommt es bei „Assassin’s Creed“ ja schließlich an: auf die perfekte Illusion! Aber Vorsicht! Manche Panels sind recht brutal, weswegen „Dynasty“ für junge Leser nur eingeschränkt zu empfehlen ist.

(BjH)

Bewertung: ★★★★★

BATMAN – CHILD OF DREAMS

(Panini)

Batman als Manga? Warum nicht! Kia Asamiya hat gezeigt, dass das durchaus funktionieren kann. Oder sollte man sagen: „hätte funktionieren können, wenn ...“? – Passend zur Adaption von Batman in die japanische Manga-Kultur handelt auch die Geschichte von Fandom und den Auswirkungen. Batman bekommt es hier gleich mit mehreren bekannten Gegnern zu tun: Two Face, Pinguin, Riddler, Joker ... Doch dann stellt sich heraus – das sind gar nicht die echten Schurken, sondern Nachahmer, die ihren Vorbildern auf unheimliche Weise nacheifern. So weit, so gut. Und apropos gut: Asamiya, der schon für etliche bekannte Mangas verantwortlich zeichnet, hat hier künstlerisch hervorragende Arbeit geleistet. In traditionellem Schwarz-Weiß schafft er eine ganz besondere Stimmung und ikonische Momente, die den dunklen Ritter und sowohl Gotham als auch Tokio hervorragend zur Geltung bringen. Mäßig gelungen ist allerdings die Story. Während die selbstironische Meta-Ebene über Nachahmer, die die Qualität des Originals nicht erreichen, noch gefällt, sind die Figuren leider weniger gelungen. Das gilt vor allem für die etwas dümmliche und dadurch sehr nervige Reporterin Yuko Yagi, die nach Gotham City fliegt, um Batman zu interviewen und durch deren Augen wir die Geschichte größtenteils erleben. Aber auch der Oberschurke ist in seiner Motivation widersprüchlich und daher nicht besonders interessant. Hätte Asamiya auch bei den Figuren die Qualität seiner Zeichnungen erreicht, wäre „Batman – Child Of Dreams“ hervorragend. So bleibt ein zwiespältiger Eindruck.

(BjH)

Bewertung: ★★★★★

CINEMA PURGATORIO

(Dantes)

Alan Moore („Watchman“, „From Hell“) und Kevin O’Neill („Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“) laden verheißungsvoll ins „Cinema Purgatorio“ ein. Eine namenlose Protagonistin fühlt sich immer wieder einem alten Kino hingezogen und weiß selbst nicht, wieso. Was zunächst wie ein runtergekommenes Filmspielhaus wirkt, zeigt von Film zu Film zunehmend sein wahres Gesicht. Denn in den Projektor des Kinos kommen nur ganz besondere Filme, die einem speziellen Publikum vorbehalten sind. So sitzt nun unsere Protagonistin Film für Film auf dem ihr vorgesehenen Platz, und wir erleben, durch ihre Augen die Filme des „Cinema Purgatorio“, während Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen. Alan Moore zeigt sein altes Genie und schafft es in kleinen Kurzgeschichten, sowohl erneut kritisch als auch originell hinter die Kulissen Hollywoods zu blicken. Teils düster und teils humoristisch deckt er Schandflecken auf der alles anderen als weißen Weste Hollywoods schamlos auf. Jeder Film wird als ein Abschnitt im Comic dargestellt, und am Ende jedes Comics hat Übersetzer Jens R. Nielsen fleißig Ergänzungen zu den jeweiligen Panels zusammengetragen. Diese können einfache Worterklärungen sein oder Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Personen der einzelnen Abschnitte. Mit „Cinema Purgatorio“ ist Alan Moore nach langer Zeit sehr eindrucksvoll in den Comicbereich zurückgekehrt, und sowohl Moore-Fans als auch Kinoliebhaber sollten zugreifen, denn der Comic ist ein kleines Meisterwerk.

(PB)

Bewertung: ★★★★★

DER FILMRISS – MEINE FLUCHT VOR DER REALITÄT

(Carlsen)

Kabi Nagata wacht eines Tages mit Magenschmerzen auf. Erst denkt die Manga-Zeichnerin noch, dass die Schmerzen nichts Ernstes bedeuten und schnell wieder verschwinden. Tun sie aber nicht. Im Krankenhaus erhält sie eine niederschmetternde Diagnose: Pankreatitis. Nun liegt die junge Frau in der Klinik und denkt über ihr Leben nach ... In ihrem autobiografischen Manga “Dialoge mit mir selbst 1: Kabi Nagatas autobiografischer Manga über Depressionen und ihre Auswirkungen” erzählte die Mangaka Kabi Nagata sehr offen über ihr Leben und ihre schwerwiegende Depression. Im zweiten Band “Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit: Mentale Gesundheit und das Coming-Out” ging es nicht minder schwer zur Sache, aber mit einem eher positiven Ausgang. Es schien sich alles zum Besseren zu wenden. Doch im Leben kommt es oftmals anders, als man denkt. Auch diesmal erzählt Kabi Nagata sehr ehrlich über ihr Leben, ihr Alleinsein und vor allem über ihre Alkoholsucht, die schließlich eine schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse zur Folge hatte. Im Gegensatz zu Nagatas ersten beiden Manga-Autobiografien kommt dieser ein wenig langatmiger daher, ein wenig mehr Straffung (gerade zum Ende hin) hätte dem Buch sichtlich gutgetan. Gelungen ist “Der Filmriss - meine Flucht vor der Realität” aber dennoch, denn die Mangaka kann hervorragend erzählen und präsentiert hier eine Geschichte, die gleichermaßen berührend wie unterhaltsam ist.

(FT)

Bewertung: ★★★★★

FUKUSHIMA: DIE CHRONOK EINER KATASTROPHE

(Cross Cult)

Vor zehn Jahren ereignete sich eine große Katastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima. Masao Yoshida, damaliger Werksleiter, hat seine Erlebnisse beim vergeblichen Versuch, gemeinsam mit einigen Mitarbeitern die Kühlung der Reaktoren nach einem Erdbeben weiter zu gewährleisten, in einem Bericht wiedergegeben. Auf diesem basiert der Comic „Fukushima: Die Chronik einer Katastrophe“. Als Leser begleitet man Yoshida mittels seiner gesamten Erinnerungen durch jenen Tag. Die überwiegenden kühlen Blautöne vermitteln dabei großes Unbehagen. Nur Feuer und Explosionen sind in kräftigem Rotorange. Konstanter Stress und Panik kann allen Charakteren an der Mimik abgelesen werden. Yoshidas Stress wird sogar noch zusätzlich von Unmengen an Zigaretten verdeutlicht. Positive Emotionen sieht man aufgrund der Thematik nicht, diese würden allerdings auch unangebracht wirken. Auf den letzten Seiten des Comics finden sich zusätzlich Hintergrundinformationen zu der Tragödie. Darunter Berichte, Fotos, Grafiken, Lagepläne und Karten. Der aktuelle Stand in Sachen Wirtschaft, Atomenergie und Unklarheiten im Ablauf des Unfalls werden dabei genauso beleuchtet wie die damaligen und bis heute anhaltenden Folgen für Betroffene. Der Comic stellt also nicht nur ungeschönt und emotional ergreifend die Sicht von Yoshida dar, sondern erläutert auch die Fakten genauer, auf denen der Comic basiert.

(ABK)

Bewertung: ★★★★★

GEIGER 1

(Cross Cult)

Ein atomarer Krieg hat die Welt getroffen. Im verseuchten Gebiet laufen Monster herum, Organhändler und eine wortwörtlich strahlende Gestalt, vor der sich jeder fürchtet: Geiger. Er ist oder war ein Mensch, jedoch wurde er Opfer einer Atombombe, als er seine Familie schützte. Seitdem ist er eine Art Gerechtigkeitskrieger: gegen böse Menschen, wie den König vom auf Mittelalter getrimmten Las Vegas, und für die Guten, wie Kinder, die in die verstrahlte Steppe flüchten. Geiger kann seine Kraft hochfahren und strahlt radioaktiv, was im Comic durch giftiges Neongrün dargestellt wird. Seine Energie zerfetzt alles – wie eine Atombombe. Sein Äußeres ähnelt dann „Ghost Rider“, nur strahlend statt brennend. Der gebundene Dystopie-Comic zeigt die brutale Realität eines Atomkriegs und die Grausamkeit von Menschen gepaart mit Fantasy. Der erste Band dreht sich hauptsächlich um den verrückten König, der einem Relikt nachjagt – ohne Rücksicht auf jegliche Verluste. Geiger versucht zeitgleich, Kinder zu schützen, die in die Schussbahn geraten sind. Die grandiose, spannende Story lässt allerdings noch viele Fragen offen. Ist Geiger unsterblich? Hat er seine Familie jemals wiedergesehen? Ist die Welt verloren, und was hat es mit dem Relikt auf sich? Das wird hoffentlich genauso spannend in den Folgebänden geklärt. Geigers Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

(ABK)

Bewertung: ★★★★★

HE-MAN UND DIE MASTERS OF THE MULTIVERSE

(Panini Comics)

„Bei der macht von Grayskull…“ Wer bei diesen Worten Gänsehaut bekommt, kann sich das Buch direkt zulegen. He-Man und die Masters Of The Universe erlebten ihren Urknall anno 1982 und haben sie sich seitdem zu einer festen Ikone der Popkultur gemausert. Drei Jahre später betrat ein neuer Bösewicht die Bühne: Anti-He-Man. Ausgestattet mit He-Mans Kräften, aber mit den bösen Absichten Skeletors, war er eine neue, mächtige Reinkarnation des Bösen, die es zu besiegen galt. Und genau hier setzt der Comic an, indem er Anti-He-Man auf die Reise durch das komplette (!) Masters Multiversum schickt, um alle He-Mans jeder Dimension zu töten und sich deren Schwerter an zu eigenen, mit dem ganz großen Ziel: unermessliche Macht aus der ursprünglichen Quelle Castle Grayskulls! Herausgekommen ist dabei ein wilder Ritt durch das gigantische Multiversum, der es in sich hat. Eine packende Geschichte, Wiedersehen mit allen Bekannten aus seiner Kindheit und der vielfältige Zeichenstil, der alle (!) Masters Dimensionen umfasst. In den 6 Kapiteln wird eine wahre Nostalgie-Kaskade entfesselt, die der Kultreihe mehr als gerecht wird. Man spürt mit jeder Seite, dass hier Fans für Fans gearbeitet haben. Besonders die Entwicklung von Keldor/Skeletor ist derart gut gelungen, dass man diese Figuren auch in alten Bänden nun mit anderen Augen sehen wird. Egal, ob langjährige Veteranen oder Neulinge in der Masters-Welt, dieser Comic bietet einen derart vielfältigen Querschnitt durch das Multiversum, dass es in jedem Bücherregal seinen Platz finden muss.

(SRG)

Bewertung: ★★★★★

HÖR AUF, AN DER SCHEIBE ZU LECKEN!

(Lappan)

Johanna Braun, auch bekannt als „Schlogger“ in den sozialen Medien und selbst zweifache Mutter, hat ein liebliches Geschenkbuch gestaltet. „Hör auf, an der Scheibe zu lecken!“ spiegelt den Alltag von Eltern mit ihren Kleinkindern wider. Darin zu finden sind Sprüche, die Eltern kennen, selbst schon gesagt haben oder durchaus sagen könnten. Diese Probleme oder einfach nur kuriosen Vorkommnisse im Alltag mit Kindern sind brutal ehrlich und dennoch sehr niedlich und liebevoll illustriert. Die abgebildeten Eltern und Kinder gehören dabei den verschiedensten Kulturen an, haben dunkle Haut, helle Haut, lockiges Haar, glattes Haar, Kopftuch und mehr. Außerdem wird recht geschlechtsunspezifisch gezeichnet. Schlägt man das Büchlein auf, hat man immer auf einer Seite den lustigen Spruch und auf der anderen eine niedliche und akkurat passende Illustration dazu. Die dabei genutzten Pastellfarben vermitteln eine Art Wohlfühl-Atmosphäre. Die Texte sind außerdem recht groß, gut lesbar und leicht verständlich. Manche Sprüche verlangen aber auch mal Zwischen-den-Zeilen-Lesen für den gewissen Kniff im Humor. Ganz vorn auf der ersten Seite gibt es übrigens auch Platz für eine kleine Widmung. Auf den letzten Seiten hingegen wird auch den Kindern eine Stimme gegeben und Comic-Panels zu Sätzen, die nur Kleinkinder sagen, gezeigt. Das kleine quadratische Büchlein liest sich schnell von der Hand weg, sorgt für manche Überraschung und viele Lacher.

(ABK)

Bewertung: ★★★★★

ICH BIN ANNE FRANK

(Egmont Bäng)

Der Comic „Ich bin Anne Frank“ gehört zur „Jede*r kann die Welt verändern“-Reihe. Diese erzählt Lebensgeschichten von erstaunlichen Menschen. Die ersten Seiten des Comics sind hellgefärbt und stellen fröhlich Annes Leben und ihre Hobbys vor. Schnell kommt der Comic aber auf das Judentum zu sprechen, und Anne Franks Leben in einer versteckten Wohnung beginnt. Die Buchseiten sind jetzt schwarz statt wie vorher weiß, denn das Versteck ist immer vor Blicken von außen abgedichtet. Generell sind die Illustrationen recht vereinfacht und ansprechend. Anne hat dabei wie alle Kinder einen großen runden Kopf und spricht oft aus der Seite raus direkt den Leser an. Vieles ist ihr tatsächlicher Wortlaut aus dem Tagebuch. Allerdings wird nicht die ganze Geschichte von der süßen Comic-Anne erzählt. Viele unterschiedliche Menschen haben sich auf den letzten Seiten vor dem Anne-Frank-Haus versammelt und erzählen die Geschichte Deutschlands zu Zeiten des Holocausts zu Ende. Dabei wird auch etwas recht Neues erzählt: Annes Kastanienbaum wurde 2010 von einem Sturm zerstört, seine Früchte aber in der ganzen Welt gepflanzt. Ganz hinten im Buch werden noch weitere Informationen ohne Comic-Stil, dafür mit echten Fotografien und Zeitstrahl bereitgestellt. Das Buch schafft es insgesamt, kindgerecht über die düsteren Zeiten aufzuklären, und vermittelt dabei sogar noch, Träume zu haben, an das Gute zu glauben und Hoffnung zu bewahren – wie Anne Frank.

(ABK)

Bewertung: ★★★★★

IDEFIX UND DIE UNBEUG-SAMEN 02 – INS FRESS-NÄPFCHEN GETRETEN

(Egmont Bäng)

Ob Westernheld Lucky Luke oder der verschlagene Großwesir Isnogud – René Goscinny schuf zeit seines Lebens zahlreiche legendäre Figuren. Besonders berühmt ist natürlich das Duo, das Goscinny 1959 gemeinsam mit seinem kongenialen Partner Albert Uderzo aus der Taufe hob: Asterix und Obelix. Ihr besonderer Liebling war jedoch weder der listige gallische Krieger noch der liebenswerte Hinkelsteinlieferant, sondern ihr treuer Begleiter Idefix, dem zu Ehren sie sogar ihr erstes Zeichentrickstudio Studio Idéfix nannten. Nun, stolze 73 Jahre, nachdem das erste Asterix-Abenteuer das Licht der Comicwelt erblickte, bekommt Idefix endlich seine eigene Serie.Die Reihe setzt zwei Jahre vor dem ersten Band ein und erzählt, wie Obelix‘ Liebling eine tierische Bande namens die Unbeugsamen in den Straßen Lutetias im Kampf gegen die Römer anführt. Wobei auch hier nicht die römischen Soldaten eine Rolle spielen, sondern deren tierische Begleiter um Mona Lisa, der Katze des Zenturios. In drei rund 20-seitigen Geschichten schlagen die Unbeugsamen Mona Lisa und ihrer Heerschar römischer Hunde so manches Schnippchen. Im Gegensatz zum Original richtet sich die Idefix-Serie an ein deutlich jüngeres Publikum, weshalb man hier keine ausgefeilten Gesellschaftsanspielungen erwarten darf und in puncto Logik auch ab und an ein Auge zudrücken sollte. Wer dazu bereit ist, bekommt ein niedliches Tierabenteuer geboten, das einem die leider noch sehr lange Wartezeit bis zur nächsten Asterix-Ausgabe wunderbar vertreibt.

(FT)

Bewertung: ★★★★★

IN 80 TAGEN UM DIE WELT

(Knesebeck)

Jeder kennt Jules Vernes’ Geschichte über den britischen Exzentriker Phileas Fogg und seine Wette. Unzählige Adaptionen hat der Roman erlebt, natürlich auch in Comic-Form. Aber kann es gelingen, diese 80-Tage-Reise in weniger als 80 Seiten zu erzählen? Jean-Michel Coblence (Adaption) und Younn Locard (Zeichnungen) haben es versucht – und dabei sind bereits zehn ihrer 64 Seiten verflogen, bevor Fogg und Passepartout überhaupt das erste Schiff besteigen. Locards Zeichnungen sind gekennzeichnet von schnellem Strich und reduzierter Farbigkeit mit vielen dunklen Schraffuren. Damit fängt er das Gewusel der Basare oder der ostasiatischen Hafenstädte wunderbar ein. Doch narrativ verhebt sich der Comic: Durch die immense Reduzierung der Erzählung müssen die Dialoge viel Expositionsarbeit leisten. Lange Überfahrten werden zudem auf drei bis vier Panels verkürzt, wichtige Plotpoints fast bis zur Unkenntlichkeit eingedampft. Ein echter Spannungsbogen kann so gar nicht erst entstehen; auch den Charakteren bleibt kaum Raum, sich zu entfalten. Vernes’ „In 80 Tagen um die Welt“ hätte zumindest eine dreistellige Seitenzahl verdient gehabt, um – gerade in seiner Rastlosigkeit – adäquat erzählt zu werden.

(FK)

Bewertung: ★★★★★

MITTELERDE – AUF DEN SPUREN EINES MYTHOS

(Splitter)

Mit „Mittelerde – auf den Spuren eines Mythos“ wird das Repertoire des amerikanischen Illustrators Donato Giancola vorgestellt, welches bildgewaltig und beeindruckend daherkommt. Das wunderbare Buch ist weniger ein Comic als ein herausragendes Artbook eines Künstlers, der den meisten am ehesten dafür bekannt sein dürfte, dass er die Illustrationen des Kartenspiels „Magic“ verantwortete. Giancolas Œuvre ist fantastisch und zeigt die Meisterschaft und Kenntnis der schönen Künste allgemein, aber auch die Kenntnis von historischem Kostüm, welches für die Auseinandersetzung mit den Erzählungen Tolkiens unerlässlich ist. Ob es die Arbeit mit Pastellkreide oder Öl auf Leinwand betrifft – überall wird die tiefe Auseinandersetzung sowohl mit dem literarischen Werk Tolkiens als auch der Kunst im großen Stil belegt. Alle in diesem Artbook versammelten Arbeiten und Gemälde entstanden zwischen 1999 (also noch vor den Filmen) und 2014. Darin zeigt sich die ganz eigene, individuelle Bearbeitung des Materials, sowohl im Umgang mit den Figuren oder den geschilderten Szenen, die Tolkien überaus präzise beschrieb. „Mittelerde – auf den Spuren eines Mythos“ ist ein fantastisches Werk, welches die herausragenden künstlerischen Fähigkeiten eines Illustrators zeigt.

(IS)

Bewertung: ★★★★★

POST AMERICANA

(Cross Cult)

Die Welt, wie wir sie kennen, kann gar nicht oft genug untergehen. Das macht so viel Spaß! Zumindest in Film, Buch und Comic. Wenn es dann in echt passiert, ist es natürlich weniger schön. Es ist schwer zu sagen, ob Steve Skroces (Autor) und Dave Stewarts (Kolorist) apokalyptischer Pulp-Traum von der derzeitigen Krisenlage profitiert und deswegen besonders reinhaut – oder ob er einfach wirklich richtig, richtig gut ist. Der Comic handelt von der Zeit nach dem Weltuntergang – nur dass sich nicht die Exekutive in die, auch als „Die Blase“ bekannte Cheyenne-Mountain-Anlage gerettet hat, sondern die amerikanische Bürgerelite, aus deren Mitte 80 Jahre später ein neuer, fieser Präsidenten die Überlebenden des Ödlands gewaltsam unterdrückt. Doch noch ist das letzte Spiel nicht gespielt, denn eine Frau… – Aber hier soll nicht zu viel verraten werden. Doch was Skroces da den Lesern präsentiert, ist wirklich wild, grindig und einigermaßen krass. Vor allem auch deswegen, weil man vor 20 oder 30 Jahre das Ganze noch als durchgeknallte Fantasie abgetan hätte. Heute, angesichts dessen, was man auf der Welt gerade erlebt, könnte man denken: Na ja, wer weiß …? Auch wenn in diesem Buch das Genre nicht neu erfunden wird, sondern „nur“ bekannte Versatzstücke geschickt gemischt werden, ist „Post Americana“ eine dringende Empfehlung für alle Fans von Dystopien, die ihre Stoffe actionreich und blutig erzählen. POST AMERICANA macht richtig Spaß!

(BjH)

Bewertung: ★★★★★

SEA SHEPHERD – I. MILAGRO

(Egmont)

In den idyllischen Gewässern der Cortés-See, dem Golf von Kalifornien, machen Fischerwilderer Jagd auf vom Aussterben bedrohte Tierarten. Allerdings werden ihre Machenschaften immer wieder von den Schiffen der Sea-Shepherd-Flotte sabotiert, die die Fische aus Fangnetzen befreien und so die illegalen Jagdgründe äußerst unprofitabel machen. Eines Nachts wird eine Sea-Shepherd-Crew jedoch von bewaffneten Fischern entdeckt, und es kommt zur Eskalation. Die 1977 von Paul Watson gegründete Meeresschutzorganisation Sea Shepard hat sich mittlerweile zu einem der beharrlichsten, aber auch militantesten Verteidiger der Weltmeere entwickelt. Zehn Walfänger wurden seit damals versenkt, und der Zuspruch für die unabhängige Non-Profit-Organisation ist ungebrochen. Neben dem gelungenen Selbstvermarktungskonzept sind dafür vor allem die vielen Freiwilligen verantwortlich, die temporär auf den Schiffen von Sea Shepherd arbeiten und von ihren Einsätzen berichten. Dies tat auch der französische Comic-Autor und -Zeichner Guillaume Mazurage, der seine ganz eigene Sea-Shepherd-Geschichte in diesem bildgewaltigen Comic verewigt hat. Er erzählt aber nicht nur äußerst spannend, sondern klärt gleichzeitig über die Bedrohung der maritimen Tierwelt auf, ebenso wie über die Motivation von Sea Shepherd und die organisierte Kriminalität der illegalen Fischerei. So ist dieser erste Band nicht nur ein spannendes Abenteuer, das auf wahren Ereignissen beruht, sondern gleichzeitig auch ein mahnendes Stück Zeitgeschichte, das sehr nachdenklich stimmt.

(VR)

Bewertung: ★★★★★

SPAWNS UNIVERSUM (DELUXE EDITION)

(Panini)

Todd McFarlane, der Schöpfer des Universums rund um Spawn, ist zurück und betitelt seinen neuen und zukunftsweisenden Band ganz schlicht „Spawns Universum“. Nachdem Omega Spawn besiegt wurde, beginnen die Aufräumarbeiten auf der Erde. Für den angeschlagenen Protagonisten Al Simmons, besser bekannt als Hellspawn, geht der Albtraum allerdings weiter, denn unter den Menschen gibt es noch viele Restdämonen. Doch im Hintergrund braut sich Böses zusammen, und der verrückte Cogliostro bittet nicht zweimal, Chaos zu säen. Nicht nur Hellspawn, sondern auch She-Spawn, Gunslinger Spawn und Medieval Spawn müssen nun in den Kampf ziehen, damit die Erde weiter existieren kann. Mit „Spawns Universum“ beginnt eine neue Zeit für die „Spawn“-Comics, und der Band leitet eine Geschichte ein, welche von Seite eins an völlig fesselnd ist. Dazu kommt, dass McFarlane nun ein neues Zeichnerteam an seiner Seite hat. Dieses leistet auf ganzer Linie großartige Arbeit. Jedes Panel ist großartig gezeichnet und vermittelt das Gefühl, als hätte das Team nie eine andere Comic-Reihe gezeichnet. Actionszenen wirken druckvoll und dynamisch, während kurze emotionale Szenen ihre Zeit zum Wirken erhalten. Insgesamt beinhaltet „Spawns Universum“ den Einstieg der Geschichte und jeweils ein Kapitel zu She-Spawn, Gunslinger Spawn und Medieval Spawn. Für Fans der Reihe ist der Band ein Pflichtkauf und für Interessierte der perfekte Einstieg zur neuen Zeitrechnung im „Spawn“-Universum.

(PB)

Bewertung: ★★★★★

TELEPORTATION INC.

(Splitter)

Lubia ist die beste Agentin der GPC, einer Organisation, die das Teleportieren im Universum ermöglicht. Die unendlichen Möglichkeiten dadurch sind jedoch nicht ungefährlich, und einige Reisende nutzen es auch für böse Machenschaften. Sobald jemand die Regeln nicht einhält, macht sich Lubia auf den Weg, um denjenigen aufzuspüren – selten ohne Waffen oder Sprengsätze zu nutzen. Innerhalb der ersten zehn Comic-Seiten wird man in die konkrete Mission eingeführt. Gleich fünf Reisende sind verschwunden. Die schnelle Einleitung ist aber nicht hinderlich für das Verständnis der Welt und Terminologie. Denn alles Nötige zu Universum, Teleportation und Charakteren wird kurz, knapp und gut erklärt. Die Suche nach den Reisenden bringt Lubia in brenzlige Situationen, in Lebensgefahr und auf die verschiedensten Planeten. Der Comic hat eine tolle Dynamik, ist ausdrucksstark gezeichnet, und die Mimik ist unmissverständlich. „Teleportation Inc.“ ist ein spannender Trip durch eine technologisch fortgeschrittene Welt mit durchdachten Plänen, Hinterhalten und Explosionen. Mit Nacktheit hat der Comic übrigens keine Probleme, und auch nicht damit, Charaktere darauf reagieren zu lassen. Besonders Lubias Brüste dienen einige Male als komödiantischer Aufhänger. Aber auch die Trotteligkeit und das Eigenleben des Schwanzes ihres Begleiters halten das Überraschungspotenzial und den Schmunzelfaktor angemessen hoch.

(ABK)

Bewertung: ★★★★★

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