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RHEINHESSEN: Genussreise Rheinhessen: Weck, Worscht – und viel Woi


Slow Food Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 24.09.2019

Rheinhessen hat sich neu aufgestellt. Das größte deutsche Weinanbaugebiet ist seit einigen Jahren eines der kreativsten in Deutschland. Auch die Gastronomie hält mit und zeigt sich mit innovativen Ideen – reiches Entdeckerpotenzial im Dreieck Mainz-Bingen-Worms. Auf Genussreisende ist die rheinhessische Toskana bestens eingestellt, kannBarbara Goerlich bestätigen.


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Bildquelle: Slow Food Magazin, Ausgabe 5/2019

Nicht nur Worscht ,auch Flammkuchen schmeckt zu jeder Jahreszeit .


Rheinhessen, das ist eine sanfte Hügellandschaft links des Rheins, mit meist südlich ausgerichteten, sanften Hanglagen. »Ei Gude, wie?«, die Begrüßung hier, steht für ...

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... »Herzlich Willkommen«. Tausend Hügel – »Hiwwel« – soll es geben, sanft geschwungen und keiner höher als 320 Meter. Von 136 Gemeinden haben nur drei (!) keinen Weinbau, und etwa 16 Prozent der gut 26 000 Hektar Rebfläche sind mit Riesling bestockt. Er bildet die Vielfalt der unterschiedlichen Bodentypen ab wie kein anderer. Steillagen sind selten. Wäre da nicht der legendäre Rote Hang, wie der östliche Steilabfall des rheinhessischen Plateaus zum Rhein genannt wird. Zwischen Nierstein und Nackenheim erreichen die Steillagen bis zu 70 Prozent Hangneigung.

Die steilste ist Pettenthal, wo drei gestandene Winzerinnen eine winzige Parzelle gepachtet haben und ihrer »Tante Petti« erstklassige Rieslinge abtrotzen. Christine Huff, Mirjam Schneider und Eva Vollmer scheuen weder den kargen Boden noch die Kletterpartie. Da jede Winzerin ihr Pettenthal bei sich zu Hause ausbaut, kommt es zu staunenswerten Ergebnissen, ist der Einfluss von Winzerin und Kelleraura offenbar stärker als vermutet, denn »Tante Petti ist für Überraschungen gut«, freuen sich die drei. Wer’s testen will, kauft die drei Weine als »Pettenthal Trilogie«.

Verewigt schon in Goethes Ur-Faust steht auf dem rötlichen Schieferboden des Roten Hang traditionell Riesling. Daher kam es einem Tabubruch gleich, als Felix Peters vom Niersteiner Weingut Sankt Antony im Roten Hang erstmals Blaufränkisch anpflanzte. Bestimmte Ecken waren durch die Klimaveränderung zu heiß für Riesling geworden. 2011 brachte er den ersten Roten vom Roten Hang ein. Das Ergebnis war überzeugend, seither wird der Rote Hang röter. Immer im Juni laden die Rote Hang-Winzer zur Verkostung in der Lage ein, Panoramablick inklusive.

Toplage und steil wie keine andere in Rheinhessen ist der Rote Hang (o.li.) ,den schon Carl Zuckmayer schätzte: Sein Stück »Der Fröhliche Weinberg « wird in Nackenheim openair gespielt .Schön restaurierte Häuser stehen nicht nur in Guntersblum (o.re,u.li) .Zum Wein schmeckt Spundekäs mit Brezelchen (u.re.) .

Bio und Scheu

Innovativ war man in Rheinhessen immer. Das in Guntersblum ansässige Weingut Geheimrat Schnell war 1985 Gründungsstätte des Ecovin-Verbands. Und auch die Scheurebe hat ihr Mauerblümchen-Dasein eigentlich nicht verdient. Sie gilt als idealer Sommerwein und ist zudem eine rheinhessische Züchtung des Alzeyer Weinbauoberinspektors Georg Scheu von 1916. Ein Faible für traditionelle Rebsorten wie Scheurebe, Silvaner und Rieslaner haben auch Winzer- Champion Klaus Peter Keller und seine Frau Julia aus Flörsheim-Dalsheim. Die frischgekürten Winzer des Jahres (verliehen vom Magazin »Der Feinschmecker «) lieben neben Riesling auch die Burgundersorten.

Der Ort hat es in sich. Flörsheim-Dalsheim schaffte es als »meistprämierter Weinbauort Deutschlands« sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. Wen wundert’s, zumal auch die Sektmanufaktur Raumland mit ihrem herausragenden Sortiment am Ort ansässig ist. Und wenn man schon mal dort ist, sollte man eine Zeitreise entlang der mittelalterlichen Dalsheimer Fleckenmauer mit ihren sieben Türmen unternehmen, der einzig erhaltenen mittelalterlichen Ortsbefestigung der Gegend.

Brauchtum ist nicht Dirndl

»Seit 20 Jahren kommt Schwung rein«, hat Petra Buhl, Leiterin von Slow Food Rheinhessen, festgestellt. Die jungen Winzer sind mit Erfahrungen und Ideen aus aller Welt zurückgekommen. Statt Fassverkauf setzen sie auf individuellen Ausbau, regionale Typik und Terroir. Sie bespielen Social Media Kanäle, gehen auf Messen und in Wettbewerbe, organisieren Hoffeste, laden zu Theater-Aufführungen und zum ›Chillen im Weinberg‹ und beweisen: Brauchtum ist nicht Dirndl.

Den Eingang zum Weingut Bischel in Appenheim ziert ein Spruch, der sich daher auf alle Keller der Gegend anwenden lässt: Trinkst du Wein aus Bischels Keller / werden trübe Tage heller.« Mit der Qualität ging es bei Bischels rasant aufwärts, seit die Brüder Matthias und Christian Bischel 2006 das Kommando übernahmen. Sie pflanzten Riesling und Burgunder, bauten ihre Weine trocken und fast immer im Holzfass aus und bewirtschaften heute 23 Hektar mit Riesling, Burgundersorten und zu einem Drittel mit Silvaner, Scheurebe und Sauvignon Blanc.

Durch die Appenheimer Weine der bekannten Lage Hundertgulden kann man sich in Eva Eppards Restaurant »Hundertguldenmühle « probieren. Das historische Anwesen hat ein modernes Innenleben, einen wunderschönen Garten und ist Stempelstation des Jakobswegs. Daher kehren neben Feinschmeckern auch Pilger ein und genießen geschmorte Kalbsbäckchen, Wildschweinbratwurst oder Schellfisch mit Mandel-Kerbel-Pesto.

Weinbergtouren

Wer in Rheinhessen WWW bestellt, bekommt keineswegs das World Wide Web auf den Teller. Serviert wird Weck, Worscht, Woi, das kulinarische Rheinhessen-Trio, bestehend aus Brötchen, Wurst und Wein. WWW ist die traditionelle Zwischenmahlzeit bei der Arbeit im Weinberg, weiß Petra Buhl. Die gelernte Hotelfachfrau hat ins Niersteiner Weingut Buhl geheiratet, gibt Kochkurse, macht Ernährungsberatung und lässt nach eigenen Rezepten Senf, Pesto und Weinsorten-Salze herstellen. Per »Hiwweltour« geht es mit ihr und anderen Kultur- und Weinbotschaftern durch Weinfelder und -berge, nie ohne Weinprobe und »Munkelscher« (lokale Tapas). Dafür packt Buhl »Rheinhessen-Tüten« mit Weck, Senf, Spundekäs und Mini-Fleischworscht vom Landmetzger Dobroschke in Dromersheim.

Brot kauft sie in der Hahnheimer Holzofenbäckerei von Oliver Förster. Der betreibt traditionelles Handwerk, statt Nachtschichten zu schieben, bäckt er morgens und verkauft nachmittags (16 – 19 Uhr) im urig altmodischen Laden Dinkel-, Kartoffel- oder Krustenbrot. Sein mit Weißwein verfeinertes »1816 Rheinhessenbrot« erinnert an die Zugehörigkeit des Landstrichs zum Großherzogtum Hessen. 1946 war’s damit vorbei: Das linksrheinische Rheinhessen wurde der amerikanischen Zone zugeschlagen. Seither gilt: Hessen rechts, Rheinhessen links und seine Einwohner sind Rheinland-Pfälzer.

Kreuzgewölbe und Kuhkapellen

Wie die Winzer haben auch Hotellerie und Gastronomie aufgerüstet. Straußwirtschaften sind ein gutes Nebengeschäft, um den eigenen Wein zu verkaufen. Steht die Chefin hinterm Herd, brät sie immer wieder das inoffizielle Nationalgericht der Rheinhessen: Rumpsteaks. Nicht wegzudenken ist auch Spundekäs (Frischkäse mit süßem Paprikapulver) zum Dippen mit Brezelchen. Der geht selbst in der Freilicht-Theaterpause vom »Fröhlichen Weinberg « in Nackenheim weg wie »geschnitten Brot«.

Immer wieder montags kommen im Weingut Beiser in Vendersheim zehnerlei Sorten Flammkuchen frisch aus dem Ofen, von klassisch elsässisch bis zu Spargel und Schinken. Nicht zu vergessen »Kroppeschnitzel «, die in der Gutsschänke Horn in Nieder-Olm perfektioniert wurden: Ein paniertes Schweineschnitzel wird gebraten und mit Pilzen, Zwiebeln und Schinken im Bratentopf, dem »Kroppe«, zusätzlich geschmort. Die schöne Lage im Weinberg mit Blick bis zum Taunus kommt als Zuckerl obendrauf.

Die Lokale sind urig und gemütlich, unter historischen Kreuzgewölben, in früheren Kuhkapellen, Scheunen oder mitten im Weinberg. Viele der Jahrhunderte alten Anwesen wurden restauriert und eventtauglich hergerichtet. Im Weingut Domhof in Guntersblum ist für Teambuildings gar ein Escape-Room entstanden, und im ehemaligen Kelterhaus wartet ein Dutzend Hotelzimmer mit koketten Namen wie »Seitensprung« auf, benannt »nach unserem gleichnamigen Secco«, lacht Winzer- Hotelier Alexander Baumann. »Jordan’ s Untermühle« in Köngernheim hat ausgebaut und setzt als Rheinhessens erstes Wellnesshotel auf die Wirkstoffe aus Wein, Traube und Rebstock.

Westhofen ist bekannt für hervorragende Weine von Groebe, Wittmann, Wechsler und einigen mehr. Nach der mit 144 Hektar größten rheinhessischen Toplage ist das »Gut Leben am Morstein« benannt, eine historische Winzer-Villa wurde zum stilvollen Hotel-Restaurant mit Seminarhaus ausgebaut. Anfangs gab’s nur pflanzenbasierte Küche, was aber in der fleischverliebten Gegend nicht durchzusetzen war. Jetzt gibt’s Fleisch und Fisch und immer noch ein köstliches pflanzenbasiertes Menü, darunter Gerichte wie die mit Hagebuttenmark gefüllte Kartoffelroulade, Herbsttrompeten und karamellisierter Lakritze, oder sauer eingelegte Birne zum Shitake-gefüllten Kürbis-Raviolo.

Wie weiße Zipfelmützen stehen die Trulli in den Reben ,von italienischen Wanderarbeitern erbaute Schutzhütten (o.li.) .Schöne Gewölbe für gute Belüftung ,früher für Kühe ,heute für Genießer (u.li.) .


Trulli wie in Italien

Von der Rumpsteak-Fraktion lässt sich Nadeschda »Nana« Schmitt nicht schrecken. Auf dem La Roche, einer der besten Weinbergslagen von Flonheim, hat sie das erste vegane Winzerhotel Deutschlands eröffnet und bekannte Rezepte zu raffiniertem Pilz-Gyros, Dornfelder Chili und einigem mehr »veganisiert«. Vor ihrer Terrasse ragt der weiße Flonheimer Trullo wie eine Zipfelmütze aus dem Rebenmeer. Die gut 30 rheinhessischen Trulli sind einmalig in Deutschland und wurden im 18. Jahrhundert als Schutzhütten von apulischen Wanderarbeitern erbaut.

Mit ihrem »Mundart« haben Beatrix und Markus Hebestreit ein 300 Jahre altes Dorfhaus in Saulheim belebt. Desserts sind dort Pflicht, denn Patron Hebestreit war Chefpatissier im Hotel Bareiss und hat nicht nur luftige Quarkknödel im Repertoire. Im »Stellwerk« am Bahnhof Saulheim trifft Industrieschick auf 19. Jahrhundert. Christian Schütz und Küchenchef Sandro Zappala setzen auf gehoben Regionales wie »Rhoihessische Handkäs« als Tatar und Suppe, aber auch Winzerburger vom Milchkalb mit Sauerkraut-Mayo und Leber Berliner Art von der Ente.

Mit gehobener Küche im »Alten Weinkeller« begann vor 20 Jahren die Gastro-Karriere der Schwabenheimer Winzerfamilie Immerheiser. Später bauten sie noch das älteste Haus des Dorfs zum »Landgasthaus Engel« aus. Im Gewölbekeller mit schickem Innenleben meistert »Das Nack« in Gau-Bischofsheim den Küchenspagat zwischen bodenständig und gehoben mit röscher Bauernente und Rotkohlstrudel, Sauerbraten vom Hirsch und Zander mit Blutwurst.

Die Kuhkapelle ausgeräumt und Mauerwerk im Kreuzgewölbe freigelegt haben Julius und Christine Spieß in Osthofen. Ihr »Vis-à-vis« setzt auf historisch und »chillig«, dazu kreative Küche, feine Weine und ein Oleander geschmückter Hof. Am Ort hat mit der Sektmanufaktur Strauch die einzige biozertifizierte Deutschlands ihren Sitz. Isabel Strauch- Weißbach und Ehemann Tim Weißbach kreieren hochwertige Manufaktursekte nach traditioneller Flaschengärung aus eigenen ökologischen Grundweinen, die zudem vegan verarbeitet werden. Neben Wein und Sekt gehören auch süffige alkoholfreie Sekte und aparte Weinbrände aus eigenen Weinen zum Sortiment.

Beste Zutaten vor der Haustür

Als Top-Adresse gilt »Kaupers Kapellenhof« in Selzen. Sebastian Kauper hat von Bauingenieur auf Koch umgesattelt und kocht im 300 Jahre alten Fruchtspeicher des Weinguts Kapellenhof für maximal ein Dutzend Gäste pro Abend. Partnerin Nora Breyer ist als Schreinerin und Köchin nicht minder vielseitig und kennt als Gastgeberin Rheinhessens Weine wie kaum jemand in der Region. Alle Zutaten haben die Kaupers »vor der Haustür« organisiert, Fisch aus dem Rhein, Wild von der örtlichen Jagd und alte Gemüsesorten aus dem eigenen Garten.

Hinter den Toren vieler Hofreiten liegen verwunschene Gärten und Parks. »18 000 Quadratmeter Glück« beackern etwa Mark Ehrbrecht und Markus Gaißl in Wallertheim. Was die beiden Gärtner aus Leidenschaft dort aus einer zugewachsenen Pflanzung von Weihnachtsbäumen geschaffen haben, ist ein grünes Wunder aus Streuobstwiese, Sonnen- und Schattenbeeten, Waldstauden, Gemüse und Federvieh, das eine Besichtigung unter Führung der stolzen Besitzer lohnt. Sie pflanzen nach der Erkenntnis »right place, right plant« der britischen Garten-Päpstin Beth Chatto.

Bei den Geyers hingegen wächst nur eines: Rosen, dafür in unzähligen Variationen. Von Mai bis in den Herbst hinein herrscht in Albig emsige Betriebsamkeit, wenn Berge frisch geschnittener Freilandrosen verkauft werden. Wie sich die Freude an Rosen verlängern lässt, ist einfach: »Täglich das Wasser wechseln«, verrät Rosenmann Udo Geyer, »Sie duschen doch auch jeden Tag«. Eine Idylle ganz anderer Art ist die Bio-Schweinothek der Familie Bornheimer-Schwalbach in Gau-Bickelheim, die sich »Schwein und Wein« verschrieben hat. Auf ihrem Hof tummeln sich über 100 Bunte Bentheimer; alle zwei Wochen wird geschlachtet, verwurstet und im Hofladen vermarktet.

Paradiese: der Wallertheimer Garten von Markus Gaißl und Mark Ehrbrecht (o.li.) ,der Rosenhof der Geyers in Albig (u.re.) und unvergängliche gebaute Schönheit: die Katharinenkirche in Oppenheim (o.re.) mit ihren kunstvoll-bunten Fenstern (u.li.) .

Grusliges Rheinhessen

Von den farbigen Kirchenfenstern der Oppenheimer Katharinenkirche hat schon Goethe geschwärmt, sie gehören zu einem der auffälligsten Kirchenbauten der Gotik zwischen Köln und Straßburg. Mit dem Beinhaus findet sich hier der wohl gruseligste Ort Rheinhessens: Aus Platzmangel wurden dort im Mittelalter Schädel und Gebeine von 20 000 Oppenheimern gestapelt. Sehenswert ist auch das Tunnelsystem aus 650 Kellern im Steilhang des Weinortes, durch das Kellerexperte und Sektmacher Volker Gillot führt und bei einer Sektprobe in seinem Hugenottenhof ausklingen lässt. Ein paar Häuser weiter treffen im »Restaurant Völker« Römerzeit und moderne Architektur stilvoll zusammen. Auf Fundamenten mittelalterlicher Wohntürme errichtet, kann man hier in einem einmaligen Spiegelgewölbe den Bund der Ehe schließen und im Lokal mit dem idyllischen Lavendelgarten von Ute Völker mit leichter Hand bekochen lassen.

Kein Massentourismus – aber massig viel zu sehen und genießen gibt es im Land von »Ei Gude, wie?« und WWW.

ADRESSEN
Empfehlungen des Conviviums Rheinhessen sind mit einem Sternchen * markiert, Slow Food Unterstützer mit (SFU).

ESSEN & TRINKEN

1 Kaupers Kapellenhof Kapellenstr. 18a, 55278 Selzen, Tel 06737. 83 25, geöffnet Fr bis Di ab 19 Uhr;www.kaupers-kapellenhof.de
2 Mundart Weedengasse 8, 55291 Saulheim, Tel 06732. 932 29 66, geöffnet Fr bis Di ab 17.30, So auch ab 11.30 Uhr;www.mundart-restaurant.de
3 Gut Leben am Morstein Mainzer Str. 10, 67593 Westhofen, Tel 06244. 918 67 72, geöffnet Mi bis So ab 17.30, So auch 11-15 Uhr;www.am-morstein.de
4 Weinbar und Restaurant Vis-à-Vis im Weingut Spieß Friedrich-Ebert-Str. 53, 67574 Osthofen, Tel 06242. 501 29 73, geöffnet Mi bis So, So ab 17 Uhr;www.visavis-osthofen.de
5 Eppard in der 100 Guldenmühle * Mühle 2 (Navi: Ingelheimer Str.), 55437 Appenheim, Tel 06725. 999 02 10, geöffnet Mi bis Sa ab 16, So ab 11.30 Uhr;www.100Guldenmuehle.de
6 Landgasthof Engel Markt 8, 55270 Schwabenheim, Tel 06130. 92 93 94, geöffnet Mo bis Sa 12-14 u. 17-22 Uhr, So durchgehend;www.immerheiser-wein.de
7 Restaurant Stellwerk Bahnhofstr. 37, 55291 Nieder-Saulheim, Tel 06732. 962 86 15, geöffnet Di 18-21.30, Mi bis So 12-14.30 und 18-21.30 Uhr;www.restaurant-stellwerk.de
8 Das Nack * Pfarrstr. 13, 55296 Gau-Bischofsheim, Tel 06135. 30 43, * geöffnet Mi bis Sa ab 17, So 11-15 und ab 17 Uhr;www.restaurant-nack.de
9 Ottos Vinothek im Weingut Beiser Außerhalb 1, 55578 Vendersheim, Tel 06732. 87 32, geöffnet Mo bis So 13-19 Uhr, Mo nur Flammkuchen.www.weingut-beiser.de
10 Gutsschänke Horn Außerhalb 9, 55268 Nieder-Olm, Tel 0179. 470 64 17, geöfffnet Fr ab 17, Sa/So ab 11 Uhr – Kroppeschnitzel.www.horn-franzen-weingut.de
11 Restaurant Wein- und Sekthaus Völker Krämerstr. 7, 55276 Oppenheim, Tel 06133. 22 69, geöffnet Mi bis Fr ab 18, Sa und So ab 12 Uhr;www.restaurant-voelker.de
12 Hugenottenhof * Untergrundführungen von Volker Gillot auf Voranmeldung (15 Euro/ab 20 Personen). Dalbergerstr. 1, 55276 Oppenheim, Tel 06133. 20 44, geöffnet Fr ab 18 Uhr;www.gillot.de/hugenottenhof-2

EINKAUFEN WEIN

13 Strauch Sektmanufaktur Biozertifizierte Sektmanufaktur. Dalbergstr. 14-18, 67574 Osthofen, Tel 06242. 91 30 00,www.strauchsektmanufaktur.de
14 Weingut Eva Vollmer * Nieder-Olmer-Str. 65, 55129 Mainz-Ebersheim, Tel 06136. 464 72,www.evavollmer-wein.de
15 Weingut und Gutausschank Buhl (SFU) * mit Catering und Ernährungsberatung Petra Buhl. Tempelhof 7, 55283 Nierstein, Tel 06133. 595 77, 0170. 354 80 45,www.weingut-buhl.de ,www.petrabuhl.de
16 Weingut Lisa Bunn * Mainzer Str. 86, 55283 Nierstein, Tel 06133. 592 90,www.weingut-bunn.de
17 Weingut Mirjam Schneider Klein-Winternheimer-Weg 6, 55129 Mainz-Hechtsheim, Tel 06131. 596 78,www.schneider-weingut.com
18 Weingut Pauser (SFU) * Im Baumfeld 40, 55237 Flonheim, Tel 06734. 87 64,www.weingut-pauser.de
19 Weingut Bischel Sonnenhof, Außerhalb 15, 55437 Appenheim, Tel 06725. 26 83,www.weingut-bischel.de
20 Weingut Riffel Biodynamisches, vielfach ausgezeichnetes Weingut. Mühlweg 14a, 55411 Bingen, Tel 06721. 99 46 90,www.weingut-riffel.de

DEFTIGES & FEINES

21 Holzofenbäckerei Förster * Klassische Handwerksbäckerei von Oliver Förster in urigem, altmodischem Ambiente. Bahnhofstr. 81, 55278 Hahnheim, Tel 06737. 71 14 23,www.holzofenbaeckerei-foerster.business.site
22 Hofladen Eichhof * Erhard und Monika Kunz bieten Rapsöl, Leindotteröl, Freilandeier und vieles mehr an; »Ei to go!«-Verkaufshäuschen. 55232 Alzey, Tel 06731. 73 79,www.ei-eichhof.de
23 ZitronenTraum * Likör, Marmelade, Sirup, Maronencreme und mehr, Süßes und Pikantes von Armgard Müller-Kicherer. Birkenweg 20, 55268 Nieder-Olm, Tel 0172. 266 31 33,www.zitronentraum.de
24 Amorella Kirsch-Manufaktur * Kirschspezialitäten. Chausseehaus 1, 55127 Mainz-Marienborn, Tel 06131. 627 99 23,www.chausseehaus.de
25 Eicher Landwutz * Fleisch und Wurst vom Sonnenhof. Eigene Tierhaltung, Schlachtung und Metzgerei von Jens Burghardt und Lisa Witzel. Außerhalb 6, 67575 Eich, Tel 06246. 390,www.eicher-landwutz.de
26 Landmetzgerei Dobroschke * Rheinhessenstr. 50, 55411 Bingen-Dromersheim, Tel. 06725/96 38 31, Mo-Fr 7-18.30, Sa 7-13 Uhr;www.landmetzgerei-dobroschke.de
27 Rosengärtnerei Irma und Udo Geyer Bermersheimer Str. 14-2, 55234 Albig, Tel 06731. 24 42, Verkauf Mai-Okt, Mi-Mo 17-19, Sa 10-13 Uhr.

ÜBERNACHTEN

28 Jordan's Untermühle * Hotel, Restaurant, Spa. Außerhalb 1, 55278 Köngernheim, Tel. 06737/710 00,www.jordans-untermuehle.de
29 Espenhof (SFU) * Weingut, Essgut, Schlafgut. Schönstes Gebäude in Uffhofen. Hauptstr. 76, 55237 Flonheim-Uffhofen, Tel 06734. 96 27 30,www.espenhof.de
30 Winzerhotel La Roche & veganes Restaurant von Nadeschda Schmitt. Außerhalb 12 (Navi: Hohlstr. 8), 55237 Flonheim, Tel 06734. 261 06 19, Restaurant: Mi-Fr ab 18, Sa 15-22, So 13-21.30 Uhr;www.winzerhotel-la-roche.de
31 Landhotel Restaurant Weingold Komfortable Zimmer bei Stefanie und Dirk Löb. Hauptstr. 33, 67583 Guntersblum, Tel 06249. 79 65,www.weingold-guntersblum.de
32 Weingut und Hotel Domhof * Alexander Baumann, Bleichstr. 12-14, 67583 Guntersblum, Tel 06249. 80 57 67,www.weingut-domhof.de
33 [Herbe]rge Wintersheim * Hofreite mit zwei schnuckeligen Zimmern, Kräuterführungen von Tina Kaiser. Kirchstr. 7, 67587 Wintersheim, Tel 06733. 94 89 21,www.herberge-rheinhessen.de

ÜBERNACHTEN AUF WINZERHÖFEN:

www.gastlandschaften,de/urlaubsregionen/rheinhessen/weingueter-vinotheken/uebernachten-auf-dem-winzerhof/

ERLEBEN & SEHEN

34 Paradiesgarten Ehrbrecht- Gaißl * Beete, Waldstauden, Gemüse – auch ohne Regen! Mainzer Straße (Ortsausgang Richtung Sulzheim, neben dem Friedhof), 55578 Wallertheim, Tel 0176. 253 667 79 (Ehrbrecht), 0179. 113 86 48 (Gaißl),markehrbrecht@gmx.net .

Nibelungen Festspiele Worms * Jedes Jahr Inszenierung um die Nibelungensaga vor der Kulisse des Doms: Vorher, in der Pause und danach gibt es Weine und Sekte aus Rheinhessen im Heylshofpark.www.nibelungenfestspiele.de

Oppenheim Tourismus GmbH Stadtführungen, Kellerlabyrinth, Beinhaus. Merianstr. 2a, 55276 Oppenheim, Tel. 06133. 4909-19 oder -14,www.oppenheim-tourismus-gmbh.de

Hiwweltouren * geführte Wanderungen über Rheinhessens Hügel,www.rheinhessen.de/hiwweltouren

Herrgottsgarten * Weinerlebnisse, Vollmondweinproben, Planwagenfahrt durch die Weinberge, Wein&Wandern,www.herrgottsgarten.de

SCHLAFEN,


GENIEßEN,


ERHOLEN


[HERBE]RGE RHEINHESSEN Kirchstraße 7, 67587 Wintersheim Telefon 06733 - 948 921WWW.HERBERGE-RHEINHESSEN.DE

WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH!

NATURFÜHRUNGEN


Fotos: Rheinhessenwein E.v. Robert Dieth, Dieth&Schröder

Fotos: Rheinhessenwein E.v. Christian Halbig, Achim Meurer, Barbara Goerlich

Fotos: Rheinhessenwein E.v. Alexandra Wollessen, Robert Diehm, Barbara Goerlich, stellwerk

Fotos: Rheinhessenwein E.v. Robert Diehm, Barbara Goerlich