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RICHTIG HEISS, DIESE SÜVCHEN!


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 10.03.2022

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Buntes Treiben unter Brüdern: frisch gelifteter T-Roc R in Lapiz Blue (1310 Euro) gegen SQ2 in Apfelgrün (ab 650 Euro)

VW T-Roc R 4Motion DSG 300 PS ab 48 445 Euro

Audi SQ2 quattro S tronic 300 PS ab 48 200 Euro

ES GIBT 1000 GUTE GRÜNDE, einem kaum mehr als 4,20 Meter langen Mini-SUV nicht 300 PS unter die Haube zu packen. Aber auch mindestens einen, warum genau das den Nerv vieler Benzinblüter trifft: Es macht einfach tierischen Spaß. Und ganz ehrlich: Das Leben ist nun wahrlich schon ernst genug. Also schnappen wir uns den frisch gelifteten VW T-Roc R und seinen Technikbruder Audi SQ2 und geben einfach ungeniert Gas. Wollen wir doch mal sehen, ob wir nicht noch ein paar weitere Argumente pro 300-PS-SÜVchen finden können. Schließlich stehen beide auf dem grundvernünftigen Konzernbaukasten MQB (Modularer Querbaukasten). Der 2016 gestartete Q2 nutzt noch die erste Generation (ab 2012, Golf 7), der 2017 gelaunchte T-Roc die in die Größen A0, A1 und A2 gesplittete zweite Auflage (ab 2015, Tiguan 2 auf A2) in ...

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... der Ausführung A1 (Seat Ateca 2016/Skoda Karoq 2017).

Genug der Theorie, schauen wir zunächst einmal auf das Facelift am T-Roc. Wie Sie sehen, sehen Sie … nicht viel. Außen bleibt der kleine VW-SUV sich sehr treu. Im Kühlergrill gibt es jetzt einen durchgehenden LED-Streifen, darunter verstärkt eine schwarze Zierleiste den flotter und freundlicher wirkenden Gesichtsausdruck. Schwarz lackierte Blenden zieren auch das Heck, die LED-Signatur der Rücklichter erinnert stärker an den Golf.

! Maxi-Spaß: Allrad und 300 PS im Mini-SUV

Audi SQ2

 Der SQ2 zeigt sich seit dem Facelift im Oktober 2020 unverändert. Und das ist keinesfalls schlecht so. Großer Grill, schwarze Einsätze, dynamischer Blick – übersehen lässt sich der kleinste Audi-SUV im Rückspiegel nicht, aggressiv oder optisch nötigend kommt er aber auch im S-Kleid nicht daher. Ein stimmiges Design. Das der Q2 auch bis zum Lebensende auftragen wird – einen Nachfolger soll es nach offizieller Audi-Ansage nicht mehr geben.

Innen präsentiert der Audi dann zwar die bessere Materialqualität, wirkt aber weniger modern als der VW, der schon die dritte Generation des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB 3) nutzt. Apple CarPlay und Android Auto ermöglicht er (anders als der SQ2) auch ohne Kabel. Die Navi-Karte lässt sich bei beiden im Vollformat in den digitalen Instrumenten einspielen, die Sprachbedienung des Audi versteht frei gesprochene Anweisungen aber schlechter als die im T-Roc, eine Sprachaktivierung fehlt dem SQ2 ganz. Und lässt sich (anders als aktuelles Kartenmaterial) auch nicht „over the air“ nachrüsten. Der T-Roc beherrscht diese modernen Spielarten, über „Hallo Volkswagen“ können Navi und Radio bedient werden, die Klimasteuerung muss allerdings über wenig funktionale Touchslider erfolgen.

Die sind im VW auch für laut/ leise zuständig, während der Audi nicht nur dort auf echte Knöpfe und Tasten setzt. Der eher kleine Monitor im SQ2 reagiert aufs Antouchen allenfalls mit fettigen Fingerprints, die Steuerung des Multimediasystems übernimmt ein Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole im Stile des iDrive von BMW. Wie bei den Münchnern dürften die Tage dieses Bedienkonzepts aber gezählt sein – obwohl es für eine ablenkungsarme Steuerung der zahlreichen Funktionen während der Fahrt nichts Besseres gibt. Mit dem Facelift breiten sich die ziemlich sensiblen Touchelemente im VW auch auf dem Lenkrad aus, ein blaues R kennzeichnet den Fahrmodus-Knopf.

Wer ihn berührt, kann seinen T-Roc eher komfortabel oder lie- ber sportlich abstimmen. Dank adaptiver Dämpfer lässt sich so auch der Abrollkomfort absoften – gegenüber dem stets mit Sportfahrwerk und ohne Dämpferverstellung antretenden SQ2 ein klarer Vorteil. Nicht dass es eine Strafe wäre, im Audi zu reisen, auf richtig fiesen Schlaglochpisten federt er dann aber doch eine Spur grantiger an. Zudem bietet der T-Roc auf allen Plätzen sowie im Kofferraum mehr Platz, unterstützen seine Vordersitze uns besser, fühlen die Oberschenkel überall ein paar Zentimeter mehr Auflage – auf Langstrecke kauft der Wolfsburger seinem Ingolstädter Pendant klar den Schneid ab.

Was die reinen Fahrleistungen angeht, gibt es ein klares Remis. Kein Wunder, bei beiden liefert der bekannte Zweiliter-TSI 300 PS über einen Doppelkuppler mit sieben Stufen an alle vier Räder. So liegt der T-Roc R bis 100 km/h eine Zehntel vorn, bis Tempo 200 schnappt der SQ2 sich 0,7 Sekunden Vorsprung, beiden gebieten die Hersteller erst bei 250 km/h Einhalt. Kein Unterschied auch beim Direktschaltgetriebe, das hüben wie drüben unauffällig und schnell arbeitet, nur im Schiebebetrieb manchmal ein wenig unsortiert wirkt und nicht sofort die passende Übersetzung findet.

Ohne Fehl und Tadel dagegen das Fahrverhalten. Wer Kurven zu optimistisch angeht, schiebt in beiden Autos über alle viere nach außen. Stumpfes Untersteuern ist bei beiden erst eines der letzten Mittel, wenn der Fahrer es am Kurveneingang dann wirklich übertreibt und die kurzen Kraftpakete komplett „überfährt“. Selbst mit abgeschaltetem ESP passiert hier selten Unerwartetes, ernsthaft Gefährliches schon gar nicht. Spaß bringen die Kisten aber dennoch mehr als genug. Schon allein weil diesen Zwergen kaum einer so viel Leistung zutraut.

Erst nach dem Überholtwerden und beim Blick auf vier echte Endrohre nicken Kenner wissend. Wobei die Titananlage von Akrapovič bei VW satte 3975 Euro verschlingt. Klingt zwar fetter als der dezente SQ2, frotzelt im Sportmodus aber auch halbstark. Das Geld lässt sich definitiv besser anlegen.

VW T-Roc

Oder einfach sparen. Die Kraftzwerge kosten im Test-Trimm (und noch ohne Akrapovič & Co) nämlich schon über 50 000 Euro, unsere Testwagen liegen „mit alles“ dann eher bei 60 000 Euro. Und so geizig, wie sich der Konzern bei den lächerlichen zwei Jahren Garantie zeigt, so großzügig gehen beide mit dem Kraftstoff um. Ein Testverbrauch von fast zehn Litern ist angesichts von Spritpreisen am Rande des Zwei-Euro-Wahnsinns echt hart. Und wer sich zum Speed-Dating verleiten lässt, der muss mit dem Doppelten rechnen – wobei beide Kontrahenten auch noch das teure Super Plus bevorzugen. Der T-Roc R bietet zwar mehr Serienausstattung, hätte aber gern jährlich frisches Öl. Wirklich nicht ganz leicht, gute Gründe für die spaßigen Mini-Machos zu finden.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

1. 535 Punkte

VW T-Roc R Alltagstauglich und komfortabel wie gewohnt, als R auch noch schnell und dynamisch. Einzig der Preis ernüchtert.

2. 530 Punkte

Audi SQ2 Eine Spur edler als der VW-Bruder, aber nicht ganz so ausgewogen und etwas knapper geschnitten. Ebenfalls kostspielig.

FAZIT

GERALD CZAJKA, BEREND SANDERS

T-Roc R und SQ2 bieten ein nicht gerade günstiges, aber extrem kurzweiliges Unterhaltungsprogramm. Unter den kleinen SUV gehören sie ohnehin zu den talentierteren Typen, als jeweiliges Topmodell setzen sie noch eine gehörige Portion Fahrspaß obendrauf. Die Kleinen sind große Verführer.