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RICHTIG VERSICHERN: Auf diese Details kommt es an


Guter Rat - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 14.03.2019
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Bildquelle: Guter Rat, Ausgabe 4/2019

LANGZEITWIRKUNG Maximaler Schutz oder besser preiswert? Die Konsequenzen aus einem Vertrag werden für den Kunden oft erst später deutlich


Mit der Entscheidung für eine private Krankenversicherung legt man sich langfristig fest. Daran sollte man denken, wenn man den Vertrag unterzeichnet. Denn viele Erkrankungen sind in jungen Jahren kein Thema. Da macht es oft scheinbar keinen Sinn, diese Risiken zu versichern. Doch in zehn oder zwanzig Jahren kann das schon ganz anders aussehen.

FALSCHER TARIF
Nicht selten steht bei bei einem Vertragsabschluss ein kurzfristiger Vorteil als Motiv im Vordergrund. »Viele ...

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FALSCHER TARIF
Nicht selten steht bei bei einem Vertragsabschluss ein kurzfristiger Vorteil als Motiv im Vordergrund. »Viele Interessenten sind zunächst darauf fokussiert, einen möglichst preisgünstigen Tarif zu finden. Das kann ich privat zwar nachvollziehen, denn alle müssen mit ihren Mitteln haushalten. Aber es ist einfach nicht klug«, warnt Gerd Güssler. »Bei solchen Tarifen gehen die Beiträge für die Verwaltungs- und Risikokosten fast drauf.« Die Folgen zeigen sich oft erst Jahre später. Dann können die Beiträge für solche Tarife, die einst günstig erschienen, schneller steigen, weil diese Tarife zum Einstieg mit einer Wechseloption für ein bestimmtes Alter konzipiert wurden und nicht, um damit alt zu werden.

WECHSEL Zwar können die Betroffenen bei ihrem Versicherer in der Regel ohne Probleme in einen anderen Tarif wechseln. Dies geschieht jedoch zu anderen Konditionen. »Das funktioniert dann allerdings nur bei gleichartigen Tarifen ohne Probleme«, erklärt Johannes Grale, Vorstand bei der Concordia Krankenversicherung. Bei höherwertigen Tarifen wird auch eine zusätzliche Gesundheitsprüfung notwendig. Hat es dann in den vergangenen Jahren einmal einen Bandscheibenvorfall gegeben oder der Blutdruck ist dauerhaft zu hoch, kommt auf den regulären Beitrag noch ein Risikozuschlag obendrauf. Güssler: »Das alles kann man sich ersparen, wenn man in jungen Jahren einen Qualitätstarif wählt.« Bestimmte Dienstleister, wie die Minerva Kundenrechte GmbH, haben sich auf Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens spezialisiert. Der Service ist allerdings nicht umsonst. Als Honorar berechnet das Unternehmen einmalig die Hälfte der Jahresersparnis, die der Versicherte mit einem Wechsel in einen anderen Tarif erzielt.

KANN ICH ZURÜCK?
Wer als Angestellter privat versichert ist und damit über der Versicherungspflichtgrenze liegt, sollte bedenken, dass sein GKV-Beitrag 853,05 Euro (2019) betragen würde. Das ist meist teurer als in der PKV. Doch wenn beruflich etwas schiefläuft, weil der Versicherte seinen Job verloren hat, kann das zu extremen Belastungen führen. In so einer Situation fragen sich viele, ob sie aus ihrer hochpreisigen privaten Krankenversicherung herauskommen. Grale: »Das ist in der Tat möglich. Vorausgesetzt, der Versicherte ist jünger als 55 und angestellt. Außerdem darf er mit seinem Verdienst nicht über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Ich rate jedoch von so einem Schritt ab. Denn der Versicherte würde in diesem Fall seine wertvollen, über die Zeit angesammelten Alterungsrückstellungen verlieren. Das ist so, als würden Sie irgendwo ein paar Tausend Euro liegen lassen.«

SELBSTBEHALT
Wer Interesse an einer privaten Krankenversicherung hat, dem sollte bewusst sein, dass sich dort Menschen versichern, die an sich selbst oft hohe Ansprüche stellen. »Das sind häufig sehr gesundheitsbewusste Menschen. Für die macht eine private Krankenversicherung Sinn. Die wollen für sich selbst mehr Verantwortung übernehmen. In der Praxis nutzt dieser Typ in der Regel die Möglichkeit, in seinem Vertrag einen hohen Selbstbehalt zu vereinbaren und so die Beiträge niedrig zu halten.« Bei einem Selbstbehalt von zum Beispiel 500 Euro pro Jahr trägt der Versicherte die Kosten für ärztliche Behandlungen bis zu dieser Grenze selbst. Der Versicherungschutz beschränkt sich damit für ihn auf Risiken, die das Budget eines privaten Haushalts sprengen würden.

RÜCKERSTATTUNG In vielen Tarifen ist eine Betragsrückerstattung für den Fall vorgesehen, wenn der Versicherte im Verlauf des Jahres keine Leistungen in Anspruch nimmt. Da kann es im Einzelfall sogar sinnvoll sein, eine kleinere Rechnung selbst zu bezahlen und mehr als den vereinbarten Selbstbehalt zu übernehmen, um so die Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden. Wer privat versichert ist, muss also ständig wie ein Unternehmer verschiedene Varianten im Blick haben, um seinen Tarif auszuschöpfen.


Das ist eine Chance eigenverantwortlich zu handeln und nicht fremdbestimmt. Der mündige Bürger ist unser Ideal.


Johannes Grale ,
Concordia Krankenversicherung

BEITRAGSENTWICKLUNG Preiswert kann teuer werden

Bürger können wählen

Jörg Baumgarten Redakteur


Wenn ich höre, dass der Bundesfinanzminister angesichts von Steuereinnahmen auf Rekordniveau und Milliarden, die er durch die niedrigen Zinsen spart, von einem drohenden Finzanzdefizit von 25 Milliarden Euro bis 2023 warnt, ist mir klar: Hier läuft etwas total schief. Denn für die Sozialversicherungssysteme haben die schwierigen Zeiten noch nicht einmal begonnen. Für sie schlägt die Stunde der Wahrheit erst 2025. Daher bin ich überzeugt, dass jeder heute gut beraten ist, alle Alternativen beim Thema Krankenversicherung für sich gründlich auszuloten. Wer die Wahl hat, sollte alle Möglichkeiten sauber durchrechnen.


FOTOS: GUTER RAT/JÖRG SARBACH