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Riders Republic


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PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 17.11.2021

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Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 12/2021

Genre: Sportspiel

Entwickler: Ubisoft Annecy

Hersteller: Ubisoft

Termin: 28. Oktober 2021

Preis: ca. 50 Euro

USK: ab 6 Jahren

Ubisoft Annecys Riders Republic klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein: Eine riesige Spielwelt, die aus sieben Nationalparks besteht und sich frei erkunden lässt. Ganze fünf Extremsportarten, die nochmal in verschiedene Disziplinen unterteilt sind. Die Möglichkeit, sich zu Crews zusammenzuschließen, gemeinsam die Welt zu erkunden oder sich mit Freunden und Fremden in zahlreichen Wettbewerben zu messen. Und natürlich die großen Massenstart-Rennen, in denen man gegen bis zu 63 andere Spieler antritt. Die aufgezählten Features versprechen ein schillerndes Trendsportfest, das einen wochenlang beschäftigt. Dieses Versprechen kann Riders Republic jedoch nicht halten. In unserem Test entpuppt sich der Titel als spaßiges Sportspiel, das jedoch ab einem bestimmten Zeitpunkt in ...

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... nervigen Grind ausartet.

Abenteuer-Spielplatz

Vorgänger Steep schickte uns 2016 auf mehrere schneebedeckte Berge, doch typisch für Ubisoft muss im Nachfolger natürlich alles noch viel größer sein. Das ist in diesem Fall jedoch nicht als Kritik gemeint, denn Riders Republic profitiert tatsächlich von der noch mal vergrößerten Spielwelt, die sich viel abwechslungsreicher präsentiert als noch in Steep. Die Karte setzt sich zusammen aus Teilen der sieben amerikanischen Nationalparks Bryce Canyon, Yosemite, Zion, den Canyonlands, Mammoth Mountain, Grand Teton und dem Sequoia Park. Jeder, der diese Namen liest und schon mal an einem trüben Sonntagnachmittag in eine Naturdoku gezappt hat, weiß natürlich, dass einige der genannten Nationalparks nicht unbedingt als Schneegebiete bekannt sind. Natürlich darf man auch immer noch mit Ski oder Snowboard über eisige Bergpisten brettern, doch jetzt gibt es eben auch verschiedene Waldgebiete, kleine Dörfer, sonnige Täler und schier endlos wirkende Canyons zu erkunden. Die verschiedenen Nationalparks gehen auf der Karte nahtlos ineinander über und dürfen jederzeit frei erkundet werden. Wer die Augen offen hält, entdeckt bekannte Sehenswürdigkeiten oder sogar Relikte. Überhaupt macht es wirklich Spaß, sich durch die Welt von Riders Republic zu bewegen. Den Entwicklern ist der Spagat gelungen, sowohl die Nationalparks authentisch ins Spiel zu übertragen, sie aber auch so anzupassen, dass sie hervorragend für die verschiedenen Extremsportarten genutzt werden können. Schließlich geht es in Riders Republic hauptsächlich um wilde Trendsport-Wettbewerbe.

Extremsport mit System

Da sich Riders Republic nicht nur auf Schnee beschränkt, gibt es natürlich auch mehr Sportarten als in Steep. Die eher nervigen Gleitschirm-Challenges aus dem Vorgänger sind rausgeflogen. Ski und Snowboard sind aber auch in Riders Republic enthalten und teilen sich in Rennen und Trick-Wettbewerbe auf. Auch der Wingsuit feiert in Riders sein Comeback, allerdings sind die Challenges damit weitaus besser ausbalanciert als noch in Steep. Außerdem gesellt sich nun der Raketen-Wingsuit hinzu, mit dem man wahnwitzige Checkpoint-Rennen bestreitet. Wenn man den Turbo zündet und zwischen Bäumen oder Felsformationen hindurchdüst, kommt mächtig Adrenalin ins Blut. Ebenfalls neu sind die Fahrrad-Wettbewerbe, die genau wie die Wintersport-Contests nochmal in Trick-und Renn-Veranstaltungen aufgeteilt sind. Sämtliche Disziplinen sind in einzelne Karrieren mit eigenem Levelsystem aufgeteilt. Für abgeschlossene Events einer Disziplin erhält man Erfahrungspunkte. Die Menge der erhaltenen XP hängt davon ab, wie man sich im Wettbewerb angestellt und welchen der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade man ausgewählt hat. Steigt man eine Stufe auf, erhält man Kohle, bessere Sportgeräte und eben neue Events zu dieser Disziplin. Nun, zumindest für eine Weile, aber dazu kommen wir noch. Anfangs stehen euch noch nicht alle Karrierezweige zur Verfügung. Die meisten werden erst nach und nach freigeschaltet, wenn ihr ein bestimmtes Stern-Level erreicht habt. Sterne erhaltet ihr in Riders Republic für viele Dinge. Wenn ihr Sponsorenverträge erfüllt, wenn ihr einen Aussichtspunkt erreicht, wenn ihr ein Relikt findet und wenn ihr einen Wettbewerb abgeschlossen habt. Richtig, abgeschlossen, nicht gewonnen. So verhindert Ubisoft Annecy, dass Spieler am Fortschritt gehindert werden, nur weil ihnen eine bestimmte Disziplin vielleicht nicht liegt. Das ist durchaus lobenswert. Vor allem können Spieler, die die jeweilige Challenge beherrschen auch immer Bonus-Sterne verdienen, indem sie beispielsweise einen bestimmten Trick ausführen, eine Zielzeit unterbieten oder Stern-Ballons auf der Strecke einsammeln. Das ganze Rangsystem mit seinen Unterteilungen mag überfrachtet klingen, ist aber eigentlich sehr simpel und gut gelöst. So bleibt man stetig motiviert, sich in den verschiedenen Sportarten auszutoben. Für eine Weile. Aber wir schrieben ja bereits, dass wir uns diesem Thema später noch widmen.

Mehr Sport, mehr Spaß

Bleiben wir erstmal weiter bei den positiven Aspekten von Riders Republic. Die verschiedenen Wettbewerbe sind abwechslungsreich, machen Spaß und sind teilweise auch richtig kreativ. Fahrradrennen sind zum Beispiel nur selten abgesteckte Kurse. Die Nationalparks werden toll genutzt, um über Stock und Stein durch die Natur zu rasen. Mal gibt es viele Checkpoints, die klar vorgeben, wo man herzufahren hat, mal sind nur wenige Checkpoints in der Region verteilt und man muss sich selbst den schnellsten Weg suchen. Bei den Ski-Rennen hingegen geht es durch dichte Wälder oder durch enge Stadtkurse, aber auch klassische abgesteckte Abfahrts-Challenges sind dabei. Auch bei den Trick-Wettbewerben gibt es speziell darauf ausgelegte Abschnitte mit allerlei Rampen oder im Falle der Wintersportarten sogar Snow-Parks mit Pipes und Rails. In manchen Wettbewerben muss man aber auch quer durch die Natur fahren und sich selbst Objekte suchen, auf denen man tollkühne Tricks vollführt. Hinzu kommen dann noch spezielle Boss-Events wie etwa eine Downhill-Challenge von Red Bull in der Mountain-Bike-Karriere oder die X-Games bei den Wintersport-Trick-Disziplinen. Riders Republic bietet also jede Menge Abwechslung. Darüber hinaus steuern sich sämtliche Sportarten auch wirklich präzise und größtenteils nachvollziehbar. Ab und an fragt man sich zwar, warum man sich voll auf die Fresse legt, obwohl man richtig aufgekommen ist, aber das ist nur selten der Fall. Bei allen Disziplinen gibt es gewisse Dinge, die man beachten muss, um wirklich erfolgreich zu sein. So muss man beim Abfahrtsski beispielsweise darauf achten, richtig zu bremsen, während es beim Downhill darauf ankommt, den Sprint richtig einzusetzen. Das ist aber alles keine Wissenschaft und geht dank der intuitiven Steuerung schnell in Fleisch und Blut über. Man darf sich sogar aussuchen, ob man lieber die Kamera steuert und Tricks mit den Buttons des Gamepads ausführt oder man auf eine freie Kamera verzichtet und dafür lieber noch mehr Kontrolle über die Tricks hat, indem man dafür die Analogsticks benutzt. Zudem darf man einstellen, ob Landungen komplett automatisch erfolgen, das Spiel einem dabei ein wenig unter die Arme greift oder man die volle Kontrolle hat. Riders Republic ist enorm einsteigerfreundlich, doch auch virtuelle Profi-Extremsportler werden mit dem Titel aufgrund der Einstellungsmöglichkeiten ihren Spaß haben.

Crazy, but that’s how it goes

Bei so viel Abwechslung und Zugänglichkeit machte es uns auch nicht so viel aus, dass die Präsentation des Spiels teilweise ziemlich nervig ist. Gerade zu Beginn des Spiels muss man viele Fremdscham-Dialoge von ach so coolen Extrem-Hipster-Torfnasen über sich ergehen lassen. Ein paar Sprüche sind tatsächlich ganz amüsant, meistens ging uns das peinliche Gelaber aber ziemlich auf den Keks. Glücklicherweise meldet sich die Cringe-Crew später nur noch kurz, wenn man besondere Events freigeschaltet hat. Auf die Glückwünsche von diesen Nervensägen könnten wir zwar verzichten, aber das ist alles halb so wild. Man merkt Riders Republic schon an, dass es sehr witzig und craaaaazy sein will, aber das hat auch was Gutes, denn die sogenannten Shackdaddy-Bandit-Events bringen noch weiteren frischen Wind ins Spiel. Zwar steckt einen das Spiel hier schon mal in doofe Kostüme, aber man darf auch Rennen mit Raketen-Bikes fahren oder Tricks auf altertümlichen Skiern vollführen. Diese etwas abgedrehteren Sportgeräte schaltet man entweder in den Events frei oder man findet sie als Relikte in der Spielwelt. Die lassen sich dann genauso in den Wettbewerben oder zur Erkundung der Karte einsetzen wie die anderen Sportgeräte. Ist man frei in der Welt unterwegs kann man quasi nahtlos zwischen den Utensilien hin und her wechseln. So steigt man beispielsweise mit dem motorisierten Gleitschirm in die Lüfte, wechselt dort zum Raketen-Wingsuit, wählt dann das Snowboard aus und landet auf einem schneebedeckten Abhang. In seinen besten Momenten vermittelt Riders Republic wirklich das Gefühl von Freiheit.

Geisterstunde oder Gemeinschaft?

Zu dieser „Freiheit“ trägt auch bei, dass man nicht alleine in der Spielwelt unterwegs ist. Überall sieht man, wie andere Spieler ebenfalls die Nationalparks erkunden, zwischen Sportgeräten wechseln, an einem vorbeisausen oder auf die Schnauze fallen. Allerdings tritt man in der Karriere nie direkt gegen echte Spieler an. Entweder muss man Bestzeiten oder Highscores von KI-Ridern überbieten oder man hat die Geister anderer Spieler mit sich auf der Rennstrecke. Nur wer sich mit anderen Ridern zu einer bis zu sechsköpfigen Gruppe zusammengefunden hat, darf sich bei den Karriere-Challenges direkt mit anderen Zockern messen. Das funktioniert auch wirklich gut, wenn man die Crew beisammen hat. Man muss nicht unbedingt als Gruppe zusammenbleiben, aber man kann sich jederzeit zu einzelnen Mitgliedern spawnen lassen und wenn ein Spieler eine Veranstaltung im Versus-Modus startet, nehmen die anderen dann automatisch auch daran teil. Da Riders Republic Crossplay nutzt, kann man auch ganz einfach direkt Nutzer anderer Plattformen einladen. Wenn man sich nicht mit Fremden zu einer Gruppe zusammenschließen, sondern mit Freunden spielen möchte, die eine andere Plattform nutzen, findet man sich über die Freundesliste im Spiel. Sofern man natürlich über Ubisoft Connect miteinander vernetzt ist. Abseits der normalen Karriere-Challenges gibt es aber auch noch einzelne Multiplayer-Modi, die man in der sogenannten Riders Ridge, dem Hauptquartier der Rider, auswählt. Hier tritt man entweder in einem Rennen oder in einem Team-Trick-Wettbewerb gegen andere Spieler an. Auch hier kann man natürlich im Rang aufsteigen und Sterne sowie XP verdienen.

Massenhaft Spaß und Probleme

Das Herzstück des PvP-Modus sind ganz klar die Massenstartrennen. Zwar gibt es auch im Karriere-Modus Wettbewerbe, in denen verschiedene Disziplinen in einem Rennen miteinander kombiniert werden, doch bei den Massenstarts geht diese Wettbewerbs-Kombo über mehrere Runden und man tritt eben nicht gegen Geister an, sondern gegen bis zu 63 weitere Spieler. Mit so vielen Kontrahenten gleichzeitig auf der Strecke wird es natürlich sehr chaotisch, aber genau das macht auch den Reiz des Wettbewerbs aus. Man muss jede Etappe hochkonzentriert bleiben, um überhaupt eine Chance zu haben, vorne mit dabei zu sein. Zwar sind auch bei Riders Republic ein paar Dummbeutel unterwegs, die anderen Spielern den Spaß versauen wollen, indem sie sie kurz vor den Checkpoints wegrammen, aber diese Ekel sind glücklicherweise klar in der Minderheit. Die Community von Riders Republic macht allgemein einen guten Eindruck, sodass spannende und faire Rennen zustandekommen. Die Massenstartrennen haben dafür ganz andere Probleme. Zunächst einmal finden die Rennen nur zu bestimmten Zeiten statt, wobei diese teilweise zu variieren scheinen. Außerdem sagt einem das Spiel nur manchmal Bescheid, ob wieder ein Massenstart verfügbar ist. Da dieser Spielmodus nicht nur selten, sondern auch beliebt ist, muss man extrem schnell zum Massenstarttreffpunkt kommen, um noch teilnehmen zu können. Das ist alles nervig, aber noch verkraftbar. Schlimmer ist indes, dass die Massenstarts auf jeder Plattform Probleme machen. Sowohl auf dem PC als auch auf der Playstation 5 kam es immer wieder zu Server-Problemen, welche das Rennen abrupt beendeten, kurz nachdem es gestartet war. Auf der Xbox Series X führten Massenstartrennen während unserer Testphase sogar mehrmals zu Crashes. Hier half nur ein Neustart der Konsole. Doch nicht nur bei Massenstartrennen, die tatsächlich super spaßig sind, wenn sie mal funktionieren, sondern auch anderweitig gibt es immer wieder mal Server-Probleme. Trotz stabiler Internetverbindung wurde beispielsweise ein Gruppenmitglied immer wieder nach einer gewissen Zeit aus der Crew gekickt. Ubisoft muss sich hier dringend was einfallen lassen. Mit der angestaubten Grafik hingegen müssen wir wohl leben. Riders Republic ist wahrlich kein hässliches Spiel, doch man stößt fortwährend auf matschige oder sichtbar zu spät nachladende Texturen.

Todesstoß statt Todessprung

Mit der Grafik kann man leben, um die Serverprobleme wird Ubi sich bestimmt kümmern und ansonsten macht Riders Republic ja auch wirklich Spaß. Eigentlich würde unser Fazit also auch weiterhin äußerst positiv ausfallen, wenn, ja wenn da nicht noch zwei Dinge wären, die uns richtig sauer aufgestoßen sind. Widmen wir uns erstmal dem kleineren der zwei Übel: dem Shop. Anfangs gestaltet man sich seinen Rider, besonders viele Optionen gibt es dafür aber nicht, sodass man natürlich im Kleidungsshop in der Riders Ridge neue Sachen erstehen möchte. Schließlich erhält man ja auch andauernd In-Game-Währung für abgeschlossene Events. Tja, leider gibt es aber nur sehr wenige Outfits und einzelne Klamotten und die meisten davon sehen nicht sonderlich toll aus. Zwar gibt es auch verschiedene Kostüme, doch die bekommt man nur, wenn man Echtgeld für Rider-Coins ausgibt. Umgerechnet kostet ein lausiges Kostüm 9,99 Euro. Klar, es geht hier nur um etwas, das man nicht für den Spielfortschritt braucht, aber das ist trotzdem richtig frech. Gerade auch, da man diese Kostüme in der Beta noch normal mit In-Game-Kohle erstehen konnte. Doch zurück zum Spielfortschritt: Seid ihr weit genug im Spiel, gibt es keinen mehr. Zumindest keinen spürbaren. Sind die Sternstufen anfangs noch recht nah beieinander, wodurch dann neuer Content freigeschaltet wird, sind später mehrere hundert Sterne zu erringen, bevor es wieder eine Belohnung gibt. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn es durch die Stufenaufstiege in den jeweiligen Disziplinen darin weiterhin Events geben würde, aber auch hier ist irgendwann um Level 20 herum (je nach Disziplin unterschiedlich) Schicht im Schacht. Statt neuer Events bekommt man Kohle, aber wofür soll man die bitte ausgeben, wenn nichts Gescheites da ist und man die Kostüme nur mit Echtgeld bekommt? Man ist also auf die Sternenaufstiege angewiesen für neuen Content. Wir traten für den Test immer und immer wieder in bereits gespielten Wettbewerben an, da man jedes Mal erneut dafür Sterne erhält. Sprich: Wir mussten grinden. Als wir dann auf Sternstufe 600 waren, gab es ein paar neue Shackdaddy-Challenges. Wir griffen dabei ein paar Sterne ab und mussten dann weiter auf Stufe 750 grinden, um die Highlight-Events von Riders Republic freizuschalten. Selbst in einer Crew und mit vielen Teilnahmen an Multiplayer-Wettbewerben sind diese Wege zur neuen Sternstufe viel zu weit, da es in diesem Zeitraum eben keinerlei neue Events gibt. Da nützt auch eine wöchentliche Shackdaddy-Challenge nicht. Letzlich tappt Ubisoft mit Riders Republic also in die gleiche Falle wie schon mit Steep: Es wird ein riesiger Spielplatz nicht enden wollenden Spaßes versprochen, nach etwa 20 Stunden gibt es aber keine neuen Inhalte mehr. Gleichzeitig setzt man aber voraus, dass man noch mehr als doppelt so viel Zeit im Spiel verbringt. Das geht so nicht zusammen. Wir gehen jede Wette ein, dass 90% der Spieler vor Stufe 750 die Flinte ins Korn oder vielmehr das Snowboard in den Schnee werfen.

MEINE MEINUNG

Christian Dörre

„Extremsport-Spaß, der später zum nervigen Grind-Fest verkommt.“

Als ich mit dem Test von Riders Republic begann und richtig viel Spaß mit der Spielwelt und den ganzen Extremsport-Disziplinen hatte, hätte ich nie gedacht, dass mir der Titel noch so sehr auf die Nerven gehen wird. Die Serverprobleme bei den Massenstarts sind ärgerlich, aber erfahrungsgemäß arbeitet Ubisoft an sowas. Deshalb war ich hier noch nicht abgeschreckt. Dafür machte es mir einfach zu viel Laune, in den Nationalparks rumzukurven. Die Steuerung funktioniert gut, die ganzen Disziplinen sorgen für Abwechslung und innerhalb der riesigen Spielwelt fühlt man sich wirklich frei. Dann kam jedoch der Punkt, an dem es nicht mehr wirklich was zu tun gab. Aus Pflichtgefühl für diesen Test grindete und grindete ich, weil ich Narr immer noch dachte, irgendwann komme wieder neuer Content. Nun. Riders Republic ist ein tolles Spiel für etwa 20 Stunden, dann wird es Arbeit, wenn man wirklich alle Events spielen will.

PRO UND CONTRA

+ Riesige, toll gestaltete, abwechslungsreiche Spielwelt

+ Viele verschiedene Disziplinen und Wettbewerbe

+ Sehr einsteigerfreundlich dank mehrerer optionaler Spielhilfen

+ Vermittelt wunderbar das Gefühl von Freiheit

+ Herrlich abgedrehte Shackdaddy und anspruchsvolle Groß-Events

+ Eingängige Steuerung

+ Netter Soundtrack

- Häufige Verbindungsabbrüche und Crashes bei Massenstart-Rennen

- Späterer Fortschritt nur durch harten Grind möglich

- Verbindungsprobleme im Crew-Modus

- Grafisch etwas angestaubt

- Rückspul-Feature teil sehr fummelig und ungenau

WERTUNG 7