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Riesenerfolg made in Schleswig-Holstein


Pferd + Sport - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 22.08.2019

ALLEGRA SCHMITZ-MORKRAMER UND LAVISSARO SIND DOPPELEUROPAMEISTER!


Artikelbild für den Artikel "Riesenerfolg made in Schleswig-Holstein" aus der Ausgabe 9/2019 von Pferd + Sport. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Pferd + Sport, Ausgabe 9/2019

Doppelgold für Allegra Schmitz-Morkramer


Dass Holsteiner Reiter und Pferde im Springen sehr häufig die Nase vorn haben, ist bekannt. Dass die Dressur beim Medaillensammeln aus norddeutscher Sicht ein ungleich schwereres Pflaster ist, ebenso. Um so erstaunlicher die Sensation, die der 13-jährigen Schülerin Allegra Schmitz-Morkramer von der Reitgemeinschaft Hof Barkholz bei den Europameisterschaften der Childrenreiter in San Giovanni in Marignano, Italien, geglückt ist: Sie holte zwei Mal Gold und ist nun Einzel- und ...

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... Mannschaftseuropameisterin.

„Lavissaro ist einfach ein tolles Pferd, ich bin meiner Familie so dankbar, dass ich ihn reiten darf!“ Allegra strahlt von einem Ohr bis zum anderen, wenn sie auf ihren Sportpartner zu sprechen kommt. Dabei war der Weg in seinen Sattel und bis nach Italien einigermaßen ungewöhnlich. Aber der Reihe nach…

Dinge, die man von seinen älteren Geschwistern erbt, stoßen manches Mal nicht gerade auf Gegenliebe. Etwa der kratzige Wollpullover von Tante Inge, den die Großen nicht mehr tragen wollen, das zerbeulte Kinderfahrrad, wenn man doch lieber ein neues bekommen hätte oder die heruntergereichte Skihose. Jüngere Geschwister wissen vermutlich, wovon hier die Rede ist. Aber manchmal ist ein solches Erbe eben auch ein Riesenglück! Denn genau so beginnt die Geschichte von Allegra und Lavissaro – den hübschen Holsteiner v. Lissaro-Aljano hat Allegra nämlich tatsächlich von ihrer großen Schwester Olivia „geerbt“.

Die war mit Lavissaro im Frühjahr schon erfolgreich in die Juniorentour gestartet, als ihr eine Krankheit einen Strich durch die Rechnung machte. Plötzlich stand Lavissaro ohne Reiterin da. Allegra wiederum war eigentlich bestens versorgt: Mit ihrem Pony Loreley ist sie amtierende Bundesnachwuchschampionesse der Ponydressurreiter, mit ihrem Pferd Tropensonne war sie als Childrenreiterin gerade nominiert zum Preis der Besten. Doch dann beraumte Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen kurzfristig einen weiteren Lehrgang für die Childrenreiter an, weil er neuen Paaren die Gelegenheit zur Nachsichtung geben wollte. Sonja Ellerbrock, mit der Allegra auf Ellerbrocks Anlage in Kayhude trainiert, seitdem sie acht Jahre alt ist, überlegte kurz: Könnte sich Allegra sich in so kurzer Zeit auf ein neues Pferd einstellen? Bis zum Lehrgang waren es gerade noch zwei Wochen. Andererseits: Allegras Ausbildung war sehr breit aufgestellt – eigentlich hatte diese mit Dressur zunächst nichts am Hut gehabt, sondern wollte Vielseitigkeit reiten. Mit ihrem Pony Loreley hatte sie sogar zwei Mal für Schleswig-Holstein an der Goldenen Schärpe teilgenommen. Ellerbrock traute es ihrer Schülerin also durchaus zu, mit Lavissaro in kürzester Zeit „wettkampftauglich“ zu werden. Und das Pferd? Auch das kannte Ellerbrock in- und auswendig, schließlich hatte sie den siebenjährigen braunen Wallach selbst gezogen und ausgebildet. Wie fand Allegra die Idee? Die war, na klar, sofort begeistert – zumal es sich bei Lavissaro eben nicht um den kratzigen Wollpullover von Tante Inge handelte, sondern um ein vierbeiniges Ausnahmetalent. „Das war einfach eine großartige Chance, aber ich hatte auch echt Respekt vor dieser Aufgabe“, räumt die 13-Jährige ein, „schließlich hatte meine Schwester Lavissaro schon so toll vorgestellt, ich wusste, ich würde mich richtig anstrengen müssen.“ Das allerdings gelang ihr aus dem Stand hervorragend – die beiden wurden auf der Nachsichtung sofort zum Preis der Besten nominiert. Dort zeigte sich, dass Ellerbrocks Einfall der sprichwörtliche goldene Griff war. Allegra und Lavissaro gewannen beide Wertungsprüfungen mit deutli- chem Abstand vor der Konkurrenz und sicherten sich so die Goldmedaille. „Da war ich schon ein bisschen stolz auf meine beiden.“ Sonja Ellerbrock lächelt, während sie diese Untertreibung des Jahres formuliert. Ein bisschen stolz konnte Ellerbrock auch in den nächsten Wochen auf das Paar sein, das sie erst zu diesem gemacht hatte: Berufung in den Bundeskader, Doppelgold auch bei den Future Champions im Nationenpreis und in der Einzelwertung, schließlich die Nominierung zur Europameisterschaft – es ging immer weiter nach oben. „Also manchmal hab ich schon gedacht, dass ich das nur träume“, lacht Allegra, „aber dann habe ich beim Training mit Sonja doch ganz schön geschwitzt und mir war klar, dass ich nicht schlafe.“

Bereits beim Preis der Besten und bei den Future Champions gab es Goldmedaillen für das Paar – jetzt sind sie Doppeleuropameister.


Mit den deutschen Trainern Oliver Oelrich (r.) und Hans-Heinrich Meyer zu Strohen an ihrer Seite


Der Höhepunkt dann in San Giovanni an der Adria – die Europameisterschaft! Schon die Mannschaftswertung war an Spannung nicht zu überbieten. Mitten im Gewitterregen startete Allegra als letzte deutsche Reiterin. 75 Prozent musste sie holen – sonst würde es für Mannschaftsgold nicht reichen. Allegra hielt dem Druck stand, am Ende wurden es über 78 Prozent und ein Platz für das deutsche Team ganz oben auf dem Treppchen. Am nächsten Tag wiederholte sie diese sensationelle Leistung und erritt mit Lavissaro erneut deutlich über 78 Prozent – Einzeleuropameisterin! Den Jubel der mitgereisten Fans konnte man wahrscheinlich bis ins ferne Kayhude hören.

„Wenn man das als Trainerin erleben darf, mit einem selbstgezogenen Pferd und einem Kind, das man vom Dressureiterwettbewerb an unterrichtet hat – dann ist das ein Geschenk und einfach unglaublich“, sagt Ellerbrock und sieht dabei aus, als müsste sie sich wirklich ab und zu die Augen reiben oder selbst kneifen, um den Wahrheitsgehalt der ganzen Geschichte zu überprüfen. Aber er ist wahr, dieser Erfolg made in Schleswig-Holstein. Und er ist im wahrsten Sinne des Wortes: selbstgemacht!

Die Landesmeister im Fahren sind gekürt

› Beim großen Fahrturnier in Loose wurden die Landesmeister in Schleswig-Holstein und Hamburg im Vierspänner ermittelt: Bei den Ponys pilotierte Jürgen Lamp vom Probsteier Reiterverein e.V. Schönberg seine vier Partner vor der Kutsche zu Gold. Silber gewann Nicole Harm von der FG Schleswig-Holstein/Hamburg e.V. und Bronze sicherte sich Jürgen Johannsen (RV Obere Arlau/Behrendorf). Bei den Pferden wurden nur zwei Medaillen vergeben: Robert Blender vom RV Waabs-Langholz fuhr zu Platz eins, Silber wurde Jan Tödt vom RuFV Langstedt-Bollingstedt e.V. überreicht.

Die Landesmeisterschaften der Ein- und Zweispänner fanden in Jübek statt: Thyra Nietz vom RV Hof Eggerstedt wurde bei den Pony-Einspännern zur Landesmeisterin gekrönt, bei den Pony-Zweispännern fuhr Christian Schucht vom Allgemeinen RFV Ahrenlohe e.V. zu Platz eins und bei den Pferde-Zweispännern wurde Jan Tödt auch in dieser Disziplin ausgezeichnet, dieses Mal mit einer Goldmedaille. Bei den Pferde-Einspännern holte sich Jürgen Johannsen mit dem Sieg die zweite Medaille 2019.


Foto: Mirka Nilkens