Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Riesenlatschen? Nein, danke!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 03.09.2021

HECHTKÖDER

Artikelbild für den Artikel "Riesenlatschen? Nein, danke!" aus der Ausgabe 100/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 100/2021

Kürzlich hatte ich zwei Guidinggäste auf einem der großen holländischen Seen an Bord.

Sie wollten einen Großhecht fangen, am liebsten mit riesigen Ködern. Und so schleppten wir mehrere Tage lang mit Big Baits – und bekamen insgesamt nur vier Bisse. Ich ahnte das, denn ich stellte mir in der Vergangenheit oft die Frage, ob man solche Großköder braucht und ob es überhaupt einen Sinn hat, damit zu fischen. Denn die allermeisten meiner Hechte fing ich auf kleinere bis mittelgroße Köder.

SCHLEPPANGELN MIT BIG BAIT? DAS IST MEHR ERNTEN ALS FANGEN

Hechtangeln bedeutet eine ewige Suche nach Räubern, die sich mit so vielen unterschiedlichen Methoden fangen lassen. Im Sommer stehen sie meist in tieferem Wasser, im Winter lassen sie sich in extrem flachem Wasser fangen – und umgekehrt geht es auch. Die gemütlichste und bestimmt effektivste Variante, sie zu suchen, ist das Schleppangeln. Ich selbst ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Blinker. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Schwarzangeln schult die Sinne. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schwarzangeln schult die Sinne
Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Eine Stunde, eine Barbe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Eine Stunde, eine Barbe
Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Alande sind wanderbar!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alande sind wanderbar!
Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Jäger wären die besseren Karpfenangler!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Jäger wären die besseren Karpfenangler!
Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Fang die Wanderer!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fang die Wanderer!
Titelbild der Ausgabe 100/2021 von Die große Freiheit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die große Freiheit
Vorheriger Artikel
Passion Watangeln
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Wenn kleine Kaninchen fliegen lernen
aus dieser Ausgabe

... werfe aber lieber: Das bringt mir mehr Fische, unabhängig von der Größe. Und es ist aktiver. Was nicht heißen soll, dass ich nie schleppe! Ich mache es aber nur dann, wenn ich davon überzeugt bin, dass Werfen absolut nichts bringt.

Wahrscheinlich mache ich mich schnell unbeliebt, wenn ich sage, dass ich das übliche Schleppfischen nicht mag. Meiner Meinung nach geht es hier mehr darum, Hechte zu „ernten“, statt sie zu fangen.

Man legt ein halbes Dutzend Ruten aus, und jeder Köder läuft an einem Scherbrett, auch Sideplaner genannt. Auf jeder Bootsseite befinden sich drei Ruten in den Haltern. Sobald ein Hecht gehakt ist, wird er bei laufendem Motor herangekurbelt, damit er sich nicht in einer der anderen Leinen verhakt. Das ist so gar nicht mein Ding. Außerdem werden beim Schleppen gern XXL-Köder um 50 Zentimeter Länge eingesetzt. Diese Köder machen einen solchen Druck im Wasser, dass alleine ihr Gewicht schon für eine starke Biegung der Rute sorgt.

Man braucht ganz einfach einen Besenstiel von Rute, um überhaupt den Haken setzen zu können.

BESENSTIEL-RUTEN OHNE DRILLGEFÜHL SORGEN FÜR AUSSTEIGER

Den Großteil meiner Hechte zwischen 45 und 65 Zentimetern fing ich mit leichtem Gerät und kleineren Ködern. Zum Beispiel mit der Fliegenrute oder einer leichten Spinnrute an Poldern und Kanälen. In Schweden und Irland war ich mit leichten Jerkbaits erfolgreich, oder mit dem Fireball-Jig auf der Suche nach Großhechten im Tiefen. Und dazu brauche ich keine Besenstiel-Rute.

Ein „normaler“ Hechtköder ist für mich zwischen 10 und 20 Zentimeter lang. Alles weit darüber ist ein Riesenköder. Wissen Sie was: Ich hatte bisher nur zweimal eine Attacke auf einen Riesenköder. Die beiden Hechte, die ich darauf landen konnte, waren noch nicht einmal riesig. Ganz gleich, welche Ködergröße Sie verwenden, die Mehrheit der Hechte wird deutlich unter einem Meter liegen. An leichtem Gerät hat man viel, viel, viel mehr Gefühl im Drill; am harten Gerät schlitzt auch schnell mal ein knapp gehakter Hecht aus. Ein weiterer Punkt für kleinere Köder und somit für „ normales“ Gerät.

„Man fängt sowieso viele kleinere Fische, ehe ein Meterhecht einsteigt.“

Ich habe immer zwei verschiedene Ruten im Boot. Meine leichte Rute hat ein Wurfgewicht zwischen 60 und 100 Gramm. Sie verwende ich in 80 Prozent aller Fälle. Wenn ich einen größeren Köder in den Snap einhänge oder ein größeres Schleppgewicht verwende, greife ich zur Rute, die bis 150 Gramm Wurfgewicht ausgelegt ist. Dabei bevorzuge ich Modelle mit 2,40 bis 2,70 Meter Länge. Mit solchen Ruten ist das Werfen einfacher.

JE KLEINER DER KÖDER, DESTO LEICHTER LÄSST ER SICH FÜHREN

Vor Jahren guidete ich zwei deutsche Angler auf dem Goimeer, einem großen und tiefen See. Stundenlang waren wir erfolglos. In meiner Verzweiflung fuhren wir dann ins flache Wasser. 15 Meter raus, nicht weit von einer Scharkante, bot ich meinen Köder im Flachwasser unter einem Meter Tiefe an. Meine Gäste konnten sich nicht vorstellen, dass hier Hechte sein sollten, zumal es auch noch richtig kalt war. Eine Stunde später hatten wir fünf Hechte gelandet – und ich hatte wieder etwas dazugelernt.

Auch hier wären wir mit Big Baits nichts geworden! Hier musste man seinen Köder nämlich aktiv und schnell führen, was mit kleineren Exemplaren viel einfacher ist als mit größeren. Als klein bezeichne ich einen Blinker von elf Zentimeter Längen oder Gummifische zwischen 15 und 20 Zentimetern. Im Sommer und Frühherbst fische ich gerne mit Gummiködern, Blinker kommen den ganzen Winter von November bis März über zwischen Krautlücken und an den Rändern von Krautfeldern zum Einsatz.

Doch man sollte auch den Sandboden in der Nähe von Krautfeldern abfischen, denn „Leopardengrund“, der sich durch dunkle und helle Stellen auszeichnet, kann ebenfalls viele Hechte beherbergen.

Viele Hechte stehen auch an Scharkanten, die an Flachwasser angrenzen. Mit der leichten Rute fische ich im Flachwasser, mit meiner schwereren gehe ich an die Scharkanten, die bis auf sechs Meter abfallen. Für letzteres wähle ich einen Bleikopf von etwa 20 Gramm. Lassen Sie den Bleikopf mit dem Gummifisch absinken und führen Sie ihn mit Rucken der Rute alle paar Meter zurück zum Boot oder Ufer.

Auch dickwandige Blinker lassen sich an Scharkanten zu tiefem Wasser präsentieren. Wenn Sie den Blinker in tiefem Wasser einfach nur einkurbeln, halten Sie die Rute so weit wie möglich nach unten. Auf diese Weise gewinnen Sie zwei zusätzliche Meter an Tiefe. Setzen Sie den Blinker im Flachen ein, müssen Sie ihn bewusst führen. Werfen Sie ihn aus, schließen Sie den Rollenbügel und holen Sie ihn mit der Rute in der 10- oder 11-Uhr-Position wieder ein. Senken Sie die Rute, je näher der Blinker dem Boot kommt. So bleibt der Blinker annähernd in der gleichen Tiefe, vom Einwerfen bis zum Ausfischen des Wurfes. Auch Jerkbaits sind tolle Köder fürs Flachwasser, doch wenn die Hechte nicht in Beißlaune sind, vergessen Sie diesen Ködertyp. Dann fangen Gummifische und Blinker viel besser.

FAZIT: MEHR BISSE AUF KLEINE KÖDER

Ich fange also die meisten meiner Hecht auf relativ kleine Köder. Und dabei habe ich eine Menge an Angelspaß, auch wenn mal ein kleinerer Hecht am Haken hängt. Ein Ü-80er an meinem leichten Gerät kommt regelmäßig vor und bringt einen echten Adrenalinkick. Außerdem bekommt man auf die kleinen Köder mehr Bisse. So bleibt man aufmerksam, bis der Großhecht auf den Köder einsteigt. Vielleicht fangen einige Big Bait-Vertreter mehr Großhechte als ich, aber damit kann ich leben.

Ihre Meinung ist gefragt!

Groß oder klein? Welche Ködergröße bevorzugen Sie zum Hechtangeln?

Schicken Sie uns Ihre Meinung und natürlich auch Ihre Fangfotos an redaktion@blinker.de