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Ring frei für Mike Tyson: RING FREI FÜR MIKE TYSON


Airbrush Step by Step - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 29.05.2019
Artikelbild für den Artikel "Ring frei für Mike Tyson: RING FREI FÜR MIKE TYSON" aus der Ausgabe 4/2019 von Airbrush Step by Step. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Airbrush Step by Step, Ausgabe 4/2019

Den einst gefürchtetsten Boxer auf dem Planeten, Iron Mike Tyson, fängt der australische Künstler Paul MacDonald mit seinem fotorealistischen Stil perfekt ein. Die charakteristische Boxerlegende besticht nicht nur durch seine Schlagkraft, sondern auch durch sein markantes Gesicht. Mit herausforderndem Blick schaut Tyson aus dem Bild, um uns zu sagen: „Auf geht’s, ich bin bereit für die nächste Runde im Ring.“

EQUIPMENT – Mike Tyson

Airbrush: Iwata CM-SB 2

Farben: Createx Illustration Colors: Weiß, Violett, Schwarz, Sepia, Burnt Umber, Gelb, Blueviolett, Viridian- Blue

Untergrund: Blair Airbrush Paper ...

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Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Airbrush Step by Step. Alle Rechte vorbehalten.

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Untergrund: Blair Airbrush Paper

Weitere Materialien: Skalpell, Radierer, Blair Skin Texture und Micro Dot Stencil, Radierstift

01 Vorzeichnung
Ich beginne meine Arbeit mit einer einfachen Skizze des Motivs und übertrage diese auf meinen Untergrund. In diesem Fall verwende ich das Blair Airbrushpapier in der Größe 250 x 350 mm.

02 Merkmale ausarbeiten
Ich starte generell mit den Merkmalen des Gesichts, welche am meisten auffallen und charakteristisch sind. Für mich sind es bei Mike Tyson die Augen und das Tattoo. Ich mische Sepia und Blauviolett mit etwas Weiß und erhalte so eine deckende Farbe. Der Vorteil beim Mischen mit Weiß ist, dass ich einen Farbton bekomme, der den Hautfarbton meiner Vorlage trifft. Deckend bedeutet in diesem Fall, dass ich nicht zu dunkel werden kann, da das Weiß den Farbwert begrenzt. Trotzdem kann ich noch eine Vielzahl verschiedener Farbwerte erzielen, indem ich bestimme, wie viel Farbe ich sprühe. Die Struktur des Gesichts sprühe ich so genau wie möglich. In Bereichen, wo es nötig ist, benutze ich einen Radierstift, um die Farbe zu „manipulieren“.

03 Hautstruktur aufbauen
Für die Hautstruktur nutze ich die „Blair Skin Stencil“. Dabei versuche ich nicht, die Haut zu malen, sondern ich sprühe nur ganz leicht darüber, nur um etwas Struktur in den Hintergrund zu bringen. Danach beginne ich, die Falten und die Iris zu malen, und nutze wieder meinen Radierer, um einige Highlights zurückzuholen.

04 Lippen formen
Als Nächstes mische ich den Ton für die Lippen. Dazu nehme ich den bereits angemischten Hautton als Basis und füge noch Rotviolett und Weiß hinzu. Ich baue die Texturen der Lippen auf, indem ich mit den dunkelsten Bereichen beginne. Ich schärfe einige Linien mit dem Skalpell und nutze danach dieselbe Farbe, um eine Grundlage für die mittleren Farbtöne zu schaffen. Ich kratze die Texturen mit dem Skalpell heraus und wiederhole diesen Prozess, bis die gewünschten Formen entstehen. Im nächsten Schritt liegt meine besondere Aufmerksamkeit auf den verschiedenen Farbtönen in den Lippen. Dazu benutze ich transparente Farben, um einzelne Bereiche anzupassen. Eine Mischung aus Sepia und Burnt Umber benutze ich für die Schattierungen der Oberlippe und die dunkelsten Schatten der Unterlippe. Zum Schluss füge ich wieder einige Highlights mit dem Messer hinzu.

05 Sprühen des Barts
Die Bartstoppeln sprühe ich mit Schwarz, pur aus der Flasche. Mit einem leichten Sprühgang über die „Blair Micro Dot Stencil“ und vielen freihand gesprühten Punkten lege ich die Basistexturen fest. Ich benutze eine Mischung aus Sepia und Schwarz, um die Schatten in den Nasenlöchern und einige Hautstrukturen auf der linken Wange zu sprühen. Ich muss dabei nicht sehr präzise sein, denn diese Bereiche liegen „out of focus“, sind also etwas unscharf, und im Schatten. Ich arbeite mich weiter herunter zum Kinn und füge mit zufällig wirkenden, freihand gesprühten Punkten und Strichen weitere interessante Strukturen hinzu. Ich verwende dazu wieder die ursprüngliche deckende Farbe und mit transparentem Sepia und Burnt Umber kreiere ich etwas Lebendigkeit.

06 Highlights setzen
In diesem Stadium erhöhe ich die Tonwerte aller Strukturen. Das hat den Effekt, dass der Kontrast sinkt und so die Haut zum „Leben erweckt“ wird. Dazu sprühe ich mit einer Mischung aus transparenten Rotviolett und Burnt Umber. Nun muss ich wieder die Highlights der Hautstrukturen radieren und es fühlt sich gleich etwas „fertiger“ an. Ich versuche, mein Bild zu 80 Prozent fertig zu malen, bevor ich Entscheidungen über die Farbigkeit und Sättigung treffe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie „anders“ das Gemalte aussieht, wenn es vom Weiß des Papiers umgeben ist.

07 Rechte Wange
Die rechte Wange muss etwas weicher gestaltet werden. Ich benutze den ursprünglichen deckenden Farbton und füge etwas von der transparenten Farbe hinzu, die ich gerade benutzt habe, um die Farbwerte zu senken. Dies verbindet die Bereiche mit einem gemeinsamen Farbton. Ich sprühe aus ca. 60 mm Entfernung und platziere zufällige Punkte über eine leichte Schicht, die ich zuvor über die Hauttexturschablone gesprüht habe. Wenn die Struktur gut aussieht, vertiefe ich die Farbigkeit mit der gleichen transparenten Farbe wie zuvor. Diesmal bin ich vorsichtig damit, wieviel ich sprühe, da ich die Werte erhalten möchte.

08 Herausarbeitung der Stirn
Die Stirn besitzt eine leicht andere Färbung und so war es erforderlich, meinen Basisfarbton anzupassen. Ich fügte etwas Burnt Umber hinzu, welches einen warmen Effekt hat und den Ton etwas gelber macht, so wie ich es in der Vorlage gesehen habe. Ich habe den Basiston so modifiziert, wie ich ihn im Referenzbild erkannt habe. In diesem Bereich liegen verschwommene und super scharfe Hautpartien dicht nebeneinander. Es sieht zwar etwas seltsam aus, aber es ist das, was ich sehe! Ich verbringe rund drei Stunden damit, die Subtexturen und Highlights zu erzeugen. Zu diesem Zeitpunkt ist es zwar einfach, diese Arbeit zu beschleunigen, aber ich habe mich selbst gezwungen, mir dafür die nötige Zeit zu nehmen.

09 Hintergrund gestalten
Mit der Vollendung des Gesichts ist es nun Zeit, die volle Aufmerksamkeit dem Hintergrund zu widmen. In meinem Referenzfoto sind da eine Vielzahl an Farben zu sehen. Ich habe aber das Gefühl, dass nur ein Ton ausreichen würde. Ich isoliere ein schmutziges Gelb und mische mir diesen deckenden Ton aus Gelb, Violett und Weiß. Um den Bereich des Gesichts zu schützen, fertige ich mir eine Schablone an. Dazu lege ich ein Stück Papier über mein Bild, halte beides vor eine Lampe und zeichne die Kontur des Gesichts nach. Da ich eine Metallplatte auf meiner Staffelei habe, nutze ich Magneten, um die Schablone über dem Gesicht in Position zu halten. So ist das Gesicht abgedeckt und ich kann den Hintergrund sprühen. Ich baue den Hintergrund in mehreren dünnen Schichten auf. Danach mische ich noch etwas Weiß dazu, um einen feinen Lichtschein um ihn herum zu simulieren.

10 Das Tattoo
Zum Schluss widme ich meine Aufmerksamkeit dem Tattoo. Ich sprühe mit Viridian kleine Punkte darüber, um der Hautstruktur mehr Gewicht zu verleihen. Ich dunkele die Schattenbereiche mit Sepia und Blueviolett ab und schütze das Gesicht mit meiner Hand vor Overspray, da dies die Highlights zerstört hätte.

11 Fertiges Porträt
Jetzt ist das Porträt der Boxlegende fertig

PAUL MACDONALD

Paul MacDonald kommt ursprünglich aus Großbritannien, lebt aber bereits seit 15 Jahren in Australien. Vor vier Jahren entdeckte er seine Liebe zur Malerei, als er seiner Tochter bei den Hausaufgaben half. Er begann, für seine Kinder zu zeichnen, um sie vom iPad weg zu bekommen.

Das australische Kursangebot von „Airbrushtutor“ und ein Online-Forum halfen ihm bei den Anfängen. Er sah sich Videos von Coast TV an und las das Airbrush Step by Step Magazin. Paul besuchte außerdem einen Portrait-Workshop bei Dru Blair, was einen Wendepunkt für ihn bedeutete, da er nun ein System hatte, mit dem er üben und arbeiten konnte.

Jüngst hat sich Paul selbständig gemacht mit seiner Firma „Airvengers“ und träumt noch immer davon, Kunstlehrer zu werden und dieses tolle Malwerkzeuge in der Welt zu verbreiten.