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Ringversuch Pelargonien: Freilandsichtung 2017


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 13.10.2018

Was ist unter einer stark oder einer schwach wachsenden Peltate zu verstehen? Bei Sortenbeschreibungen findet man immer öfter solche Hinweise für das Wuchsverhalten einzelner Sorten. Aber was ist darunter genau zu verstehen? Dieser Frage widmete sich der bundesweite Ringversuch Pelargonien 2017. Weiterhin wurde untersucht, ob eine schwach wachsende Sorte von Züchter A genauso groß/klein ist wie eine schwach wachsende Sorte von Züchter B oder ob es Sorten gibt, die in der Anzucht schwach und später im Freiland üppig wachsen.


Um den Versuchsumfang zu begrenzen, erfolgte eine Beschränkung auf die wichtigen ...

Artikelbild für den Artikel "Ringversuch Pelargonien: Freilandsichtung 2017" aus der Ausgabe 11/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 11/2018

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... Peltatum-Blütenfarben Weiß und Rot. Jedes teilnehmende Züchtungsunternehmen konnte für die beiden Farben jeweils eine schwach wachsende (Größenklasse S), eine mittelstark wachsende (Größenklasse M) und eine stark wachsende Sorte (Größenklasse XL) einsenden.

Gute Noten: ‘Ville de Dresden Impr.’


Kompakter Wuchs: ‘Blanche Roche’


Größenklasse L: ‘Rainbow White’


Blütenfarbe Weiß

Zu dieser Gruppe gehörten 14 Sorten, die reinweiß, weiß mit rosafarbener Mitte oder ganz zart hellrosa blühten. Im Vergleich mit den rot blühenden Sorten erreichten die Sorten der Blütenfarbe Weiß im Mittel ähnliche Ergebnisse für Blühstärke und Gesamteindruck. Die Werte der einzelnen weiß blühenden Sorten lagen aber dichter beieinander.

Von diesem eng gelagerten Feld hob sich ‘Ville de Dresden Impr.’ etwas ab. Sie gehörte in Ellerhoop und Stuttgart zu den blühstärksten weiß blühenden Sorten. Die weißen, teilweise mit einer pinkfarbenen Mitte gezeichneten Blüten hoben sich von dem glänzenden, dunkelgrünen Laub ab. Dichte Verzweigung und ein schöner Pflanzenaufbau sowie eine gute Blüten -verteilung auf dem gesamten Bestand führten zu einer guten Bewertung des Gesamteindrucks der Sorte.

Ähnlich gute Ergebnisse erzielte die eingereichte Toscana-Probesorte. Die zu Beginn kompakt wachsende Pelargonie zeichnete sich im Laufe des Sommers durch schön herabhängende Triebe und kleinere, weiße Blüten aus. In Pillnitz erhielt sie die besten Bewertungen für den Gesamteindruck in dieser Farbgruppe.

Nach den Kriterien der Fachgruppe Jungpflanzen im Zentralverband Gartenbau (ZVG) wird eine Sorte der Größenklasse S zugeordnet, wenn die Trieblänge unter 20 cm liegt. In der Größenklasse M sind es 20 bis 40 cm und in der Größenklasse L liegen die Trieb längen zwischen 40 und 60 cm. Für eine Zuordnung in die Größenklasse XL müssen Trieblängen von über 60 cm erreicht werden.

Bei der Messung im August lagen die Mittelwerte für die Trieblängen zwischen 20 und 41 cm. Trieblängen unter 20 cm und damit eine Einordnung in die Größenklasse S erreichten nur in Ellerhoop die Sorten ‘Blanche Roche’ (laut Anbieter Größenklasse S), ‘Atlantic Royal White’ und ‘Double White Summer Pearls’ (beide laut Anbieter Größenklasse M). Die einzige Sorte, die der Größenklasse L zugeordnet werden konnte, war ‘Rainbow White’ mit einer Trieblänge von 41 cm. Die Messwerte für diese Sorte unterschieden sich an den einzelnen Versuchsstandorten kaum. Auch in Ellerhoop erreichte diese Sorte eine Trieb -länge von 41 cm. Sonst blieben die Sorten in den meisten Fällen in Ellerhoop einige Zentimeter kleiner als in Heidelberg oder Pillnitz.

Nur zwei Züchter hatten bei der Blütenfarbe Weiß für jede Größenklasse eine Sorte eingesendet. Bei den drei Sorten von Elsner pac trat an allen Standorten eine Staffelung der Trieb -längen auf. ‘Blanche Roche’ wuchs am schwächsten, gut 5 cm längere Triebe wurden bei ‘White Pearl’ gemessen. Am stärksten wuchs ‘Ville de Dresden Impr.’, wobei die Trieblängen dieser Sorten im Bereich von 20 bis 40 cm blieben. Sie müssten damit der Größenklasse M zugeordnet werden.

Die getesteten Sorten von Florensis unterschieden sich kaum, obwohl sie laut Züchter zu den unterschiedlichen Größenklassen gehörten. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus der Anzucht gab es nur wenige Ver -schiebungen bei der Reihenfolge der Sorten nach der Trieblänge.

Blütenfarbe Rot Für insgesamt 25 in verschiedenen Rottönen blühende Sorten begann im Mai 2017 die Freilandprüfung. Im Laufe der Sommerwochen wurden regelmäßig Blühstärke und Gesamteindruck der Pflanzen bewertet.

Über diesen Zeitraum betrachtet erhielten über alle Standorte die Sorten ‘Sunflair Red Pepper’ und ‘Royal Brilliant Red’ die besten Noten für die Blühstärke. Die samtig kirschroten Blüten von ‘Sunflair Red Pepper’ erschienen auf den dichten, gut verzweigten Pflanzen im gesamten Boniturzeitraum. Im Zusammenspiel mit dem kleinen Laub erhielt diese Sorte auch beste Bewertungen für den Gesamteindruck. Bei der Sorte ‘Royal Brilliant Red’ ist neben der guten Blühleistung die leuchtend rote Blütenfarbe, die eine gute Fernwirkung erzielte, erwähnenswert.

Neben diesen beiden Sorten, die die Gesamtergebnisliste über alle Standorte anführen, gab es an den einzelnen Standorten noch sehr blühstarke Sorten. So erreichte in Ellerhoop die gut verzweigende, dunkelrot blühende ‘Double Dark Red Summer Pearl’ und die schön gleichmäßig gewachsene ‘Royal Scarlet’ gute Bewertungen für die Blühstärke. In Heidelberg gelang dies ‘Sunflair 007 Fireball’. Durch eine gute Blühleistung fielen in Dresden-Pillnitz noch ‘Gran Festa compact scarlet’ und die hellrot blühende ‘Gabry’ positiv auf.

Neben der Blühstärke sind auch das Wuchsverhalten, gleichmäßige Bestände, dichter Pflanzenaufbau, harmonische Blütenverteilung und Wetterfestigkeit wichtige Eigenschaften, die eine Sorte auszeichnen. Die Beurteilung dieser Werte erfolgte im Kriterium Gesamteindruck.

Die reich blühende ‘Sunflair Red Pepper’ überzeugte auch hier. Weiterhin erreichten an allen Standorten die Sorten ‘Polly’ und ‘Super Cascade Red’ beste Bewertungen. Die Sorten überzeugten durch gleichmäßigen Wuchs und dichten Pflanzenaufbau, wobei die lachsorange blühende ‘Polly’ kompakt blieb und ‘Super Cascade Red’ durch üppiges Wachstum auffiel.

Die Ergebnisse der Trieblängenmessung im August ähneln sehr stark den Ergebnissen der weiß blühenden Sorten. Die mittleren Trieblängen lagen zwischen 22 und 42 cm. Trieblängen unter 20 cm und damit die Einordnung in die Größenklasse S erreichte nur ‘Polly’ in Ellerhoop. An den anderen Standorten wurden Werte von knapp über 20 cm gemessen, sodass der Mittelwert über 20 cm liegt, was einer Einordnung in die Größenklasse M entspricht.

Im Mittel erreichten fünf Sorten eine Trieblänge über 40 cm und damit die Einordnung in Größenklasse L.

Am einheitlichsten an allen Standorten wuchs ‘Super Cascade Rose’, bei ihr lagen die Messwerte an allen drei Standorten über 40 cm.

Auch bei den rot blühenden Sorten hatten nur Elsner pac und Florensis Sorten für jede Größenklasse ein -gereicht. Zwischen den Sorten ‘Polly’, ‘Kate’ und ‘Happy Face Dark Red’ traten in Ellerhoop sehr schön die Wuchsstärkenunterschiede hervor. Bei ‘Polly’ wurden Trieblängen von 18 cm, bei ‘Kate’ von 30 cm und bei ‘Happy Face Dark Red’ von 38 cm gemessen. An den beiden anderen Standorten waren die Unterschiede zwischen der mittelstark wachsenden ‘Kate’ und der etwas stärker wachsenden ‘Happy Face Dark Red’ nicht so stark ausgeprägt.

Bei den Sorten von Florensis waren die Unterschiede weniger stark ausgeprägt. ‘Alexandra’ als schwach wachsende Sorte blieb etwas kleiner, zwischen den beiden anderen Sorten (‘Gabry’ und ‘Ruben’) traten bei der Trieblänge keine Unterschiede auf.

Beim Vergleich der Reihenfolge nach der Trieblänge in der Anzucht und nach der Trieblänge im August traten einige starke Abweichungen auf.

So gehörte die Sorte ‘Jennifer’ in der Anzucht eher zu den schwächer wachsenden Sorten, wuchs im Freiland aber üppig. Genau andersherum verhielt sich ‘Gran Festa Cherry’. In der Anzucht wies diese Sorte fast die längste gemessene Trieblänge auf, im Freiland lagen die Messwerte im Mittelfeld. Bei den anderen Sorten gab es nur geringe Verschiebungen.

Bei der Wetterfestigkeit wurde allen Sorten unabhängig von Blütenfarbe und Wuchsstärke eine sehr gute Sonnenverträglichkeit bescheinigt. Leichte Unterschiede traten bei der Bonitur nach einer längeren Regenperiode auf. Sehr gute Bewertungen erhielten alle geprüften Super Cascade-Sorten sowie ‘Ville de Dresden Impr.’.

‘Royal Brilliant Red’ erzielt eine gute Fernwirkung


‘Double Dark Red Summer Pearls’ wächst buschig


Fotos: Margret Dallmann, LfULG

‘Gabry’ zeigte sich in Dresden-Pillnitz blühstark


‘Super Cascade Rose’ fiel durch lange Triebe auf


Die Ergebnisse als Mittelwerte der Versuchseinrichtungen sind für die einzelnen Farbgruppen in den Tabellen zusammengefasst. Dort sind die Sorten nach Gesamthöhe sortiert.

Beate Kollatz, LfULG, Abteilung Gartenbau, Dresden-Pillnitz; Dr. Andreas Wrede, Frank Bree, Gartenbauzentrum Schleswig-Holstein, Ellerhoop-Thiensen; Rainer Koch, LVG Heidelberg

ZUM VERSUCH

Kulturdaten: Pflanzung von vier Pflanzen in Balkonkästen (mindestens 20 Liter Inhalt) oder von drei Pflanzen in Kübel (mindestens 15 Liter Inhalt), zwei Wiederholungen je Sorte, Substrat: Topferde CL T (Einheits -erdewerk Patzer);
Aufstellung der Gefäße im Freiland in Kalenderwoche (KW) 21/2017, sonniger Standort; Düngung ab KW 24 wöchentlich oder kontinuierlich bis KW 36, je nach örtlichen Gegebenheiten

Bonituren: von Kalenderwoche (KW) 22 bis 40/2017 in zweiwöchent -lichem Abstand Bewertung von Blühstärke und Gesamteindruck mit Boniturnoten von 1 bis 9, 1 = schwächste, 9 = stärkste Merkmalsausprägung; in KW 31 Messung von Trieblänge (gemessen ab Gefäßoberkante nach unten) und Durchmesser der Blütenstände