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Ritter-Sport-Prinzip


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Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 08.02.2022

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EXKLUSIV von 5 EXPERTEN geprüft

SIMON RIBNITZKY

Kurzer Radstand, moderate Länge. Der Forster ist ein handliches und doch geräumiges Mobil.

BAUREIHE FORSTERT

Basis: Fiat Ducato Grundrisse: 10 Varianten Länge: 599 bis 745 cm Grundpreis: 55.800 bis 58.700 €

Viel Platz soll er haben, am besten Einzelbetten in Längsrichtung, jede Menge Stauraum und Bad, Küche und Sitzgruppe sollen auch nicht zu kurz kommen. Bei diesen Anforderungen geht unter sieben Meter Fahrzeuglänge nichts. Wirklich nicht? Forster, die preisgünstige Marke aus dem Hause Eura Mobil, hätte da was.

Der T 659 EB bleibt mit 659 Zentimetern deutlich unter der Sieben-Meter-Marke. Wichtiger noch: Forster baut den Teilintegrierten auf Fiat Ducato mit kurzem 3,45-Meter-Radstand. Im Vergleich zu den häufig genutzten Ducato-Radständen von 3,80 Meter oder 4,04 Meter reduziert das den Wendekreis um bis zu zwei Meter. Statt 13,6 bzw. 14,3 Meter sind es beim ...

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... 345er-Radstand nur 12,5 Meter – was das Manövrieren sehr erleichtert.

Anders als bei den zunehmend in Mode gekommenen schmalen teilintegrierten Vans setzt Forster auf eine normalbreite Kabine (235 Zentimeter). Stellt der T 659 EB somit den optimalen Kompromiss aus Wendigkeit und Raumkomfort dar? Dieser Frage muss er sich im Profitest stellen.

Der Grundriss ist trotz kürzerer Kabine klassisch: vorn eine L-Sitzgruppe mit drehbaren Fahrerhaussitzen, dahinter auf der rechten Seite ein Küchenblock mit großem Kühlschrank, gegenüber ein Bad mit integrierter Dusche und über der Garage im Heck besagte Längseinzelbetten.

Dank Dreipunkt-Sicherheitsgurten an der Sitzbank sowie optionalem Einzelhubbett und zum Bett umbaubarer Sitz-gruppe können bis zu vier Urlauber im kompakten Mobil fahren und übernachten. Der Grundpreis bleibt mit 55.800 Euro moderat, zudem hält Forster sinnvoll zusammengestellte Pakete bereit.

DIE EXPERTEN

Männer vom Fach, die unserer Test-Redaktion hilfreich zur Seite stehen.

Götz Locher, Elektromeister

Das Elektro-h andwerk liegt b ei Lochers in der Familie. Der Vater war Obermeister der Elektroinnung Stuttgart, er selbst jahrelang Mitglied der Meister prüfungskommission.

Alfred Kiess, Schreiner- meister

Mit seinem Unternehmen hat sich Alfred K iess auf die Fertigung hochwertiger Möbel-und Einzelstücke mit edlen Intarsienarbeiten sowie auf den Innenausbau von Jachten und Luxus-Mobilen spezialisiert.

Rudi Stahl, Karosserieb aumeister

Der Experte in Sachen Aufbau und Fertigungsqualität beurteilt mit seiner langjährigen Erfahrung im Karosseriebereich das optische Erscheinungsbild sowie die Kabinenanpassung der Testmobile.

Thomas Klingenstein, Dekra-Sach- verständiger

Thomas K lingenstein arbeitet seit 2004 bei der Dekra. Sein Spezialgebiet sind Nutz-, Wohn-und Sonder fahrzeuge sowie Allradler vom 4x4 bis hin zum 8x8. Doch damit nicht genug: Klingenstein ist be-gnadeter Camper und scheut sich auch nicht vor Fernreisen im Wohnmobil.

Karosserie

Im Segment preisgünstiger Wohnmobile lässt die Konstruktion des Forster T 659 EB auf horchen: Dach, Wände und Boden bestehen aus GfK-Sandwich mit hochwertiger, wasserabweisender Isolierung aus XPS-Schaum. Wände und Dach kommen ohne Holzverstärkungen aus.

„XPS-Isolierung und holzfreie Wände sind klare Pluspunkte. Die Verarbeitung hält da nicht ganz mit.“

Rudi Stahl, Karosseriebaumeister

Die an die Zentralverriegelung angeschlossene Aufbautür mit Fenster und Zweipunkt-Verriegelung gehört zum Comfort Line Paket und wertet den Aufbau weiter auf. Einfache vorgehängte Fenster entsprechen da schon eher den Erwartungen in dieser Preisklasse. Gefertigt werden die Forster-Mobile in einem Werk des Trigano-Konzerns in Poggibonsi in der Toskana.

Die Verarbeitung des Aufbaus präsentierte sich ordentlich, war beim Testfahrzeug aus der frühen Serie des Modelljahres 2022 aber nicht makellos. So hat der Hersteller zwar lobenswerte Dichtfugen an Fendern und Dachhutze am Übergang zum Fahrerhaus gezogen, die ein Scheuern von Kunststoff auf Blech verhindern.

„Der Möbelbau im T 659 EB ist einfach gehalten. Oberschrankklappen mit soliden Scharnieren fallen positiv auf, einige spitze Ecken weniger.“

Alfred Kiess, Schreinermeister

Allerdings begannen sich diese Fugen beim Testfahrzeug an mehreren Stellen bereits zu lösen. Hier sollte Forster vor dem Ziehen der Fugen auf einen sauberen und grundierten Untergrund achten. Positiv: Auch dem bei vielen Herstellern vernachlässigten Toilettenschacht spendiert der Hersteller eine Abdichtung. Beim Testmodell jedoch mit gleichem Problem – die Fugen beginnen sich zu lösen.

Ein Blick unters Fahrzeug offenbart eine Besonderheit der Konstruktion: Die Bodenplatte ist nicht direkt aufs Tiefrahmenchassis geschraubt, sondern kommt mittels Abstandsklötzchen einige Zentimeter höher zu liegen. Laut Hersteller ist das vor allem der einfacheren Kabelverlegung am Unterboden geschuldet.

„Forster installiert die Elektrik fachgerecht. Gut gefällt mir die Beleuchtung mit LED-Leisten.“

Götz Locher, Elektromeister

Innenausbau

Die mit 60 Zentimetern angenehm breite Aufbautür führt in den trotz kompakter Abmessungen großzügigen Innenraum. Statt einer elektrisch ausfahrbaren Trittstufe setzt Forster auf einen vertieft eingebauten Coupé-Einstieg mit zwei integrierten Stufen, was Campern das Ein- und Ausfahren der Trittstufe erspart.

Für die Möbel verwendet Forster ein helles und ein dunkles Holzfurnier. In Kombination mit den weißglänzenden Schrankklappen und dem dunklen PVC- Belag des Fußbodens ergeben sich starke Kontraste. Ob das gefällt, bleibt letztlich Geschmackssache.

Positiv fallen die Oberschrankklappen mit soliden Scharnieren und ohne hervorstehende Schließbleche auf. Anders als bei den Küchenschubladen verzichtet der Hersteller aber bei den Klappen auf einen Soft-Close-Mechanismus.

Neben dem ein oder anderen nicht ganz sauber entgrateten Umleimer fielen im Testwagen auch ein paar spitze Ecken auf, vor allem an den Auflagen für die Erweiterung der Einzelbetten zum Doppelbett. Schön gepolstert hat Forster dafür den Übergang vom Fahrerhaus zur Dachhutze. Hier stößt sich niemand den Kopf.

Schlafen und Sitzen

Einzelbetten im kurzen Aufbau schön und gut, aber sind die Betten im T 659 EB auch groß und komfortabel genug? Klare Antwort: ja. Auf der rechten Seite können sich Urlauber auf maximal 194 Zentimeter ausstrecken, links auf 189 Zentimetern. Hier muss man im Vergleich zu längeren Mobilen kaum Abstriche machen. Beide Matratzen sind 80 Zentimeter breit und ruhen auf Lattenrosten – deshalb passt auch der Liegekomfort.

Auffällig ist, dass die Matratzen noch einige Zentimeter Luft zu den Kabinenwänden haben, ebenso zum Mittel- und fürs Doppelbett einsetzbaren Zusatzpolster. Auf der zwar riesigen, aber sehr zerklüfteten Liegewiese wird so jeder auf seiner Seite liegen bleiben (müssen).

Die Rückwand des Schlafzimmers wird von LED-Bändern schön illuminiert. Um die schwenkbaren Leselampen bequem nutzen zu können, ist der Abstand von Matratze zu Oberschrank allerdings zu gering. Anlehnen mit einigermaßen aufrechtem Oberkörper ist nicht möglich. USB-Steckdosen finden Camper am Bett nicht, dafür aber vorn an der Sitzgruppe. Dort genießen Urlauber viel Platz und ein schönes Ambiente. L-Sitzbank und Tisch mit Zentralfuß machen den Raum wohnlich. Die Tischplatte lässt sich verschieben, der L-Schenkel für die Fahrt wegklappen. Dann sitzen zwei Mitfahrer einigermaßen bequem und mit Dreipunktgurt gesichert, müssen sich aber mit der ziemlich steilen Rückenlehne und dem knapp vor der Bank platzierten Tischfuß arrangieren. Hier macht sich die geringe Aufbaulänge doch bemerkbar.

Küche und Bad

Wenig Anlass zum Meckern bietet die Küche. Der Zweiflammkocher reicht in der Praxis völlig aus, zudem verfügt er über eine praktische elektrische Zündung. Toll: Der Absorber-Kühlschrank zwischen Küche und Bett ist mit einer Schublade für Getränkeflaschen ausgestattet.

Weniger optimal: Die Gasabsperrhähne sind tief unten im Unterschrank nur umständlich zu erreichen. Die mit 36 Zentimetern Durchmesser sehr große Rundspüle erlaubt zwar auch das Abspülen sperriger Töpfe und Pfannen. Etwas zurückversetzt und in Rechteckform würde jedoch eine willkommene Arbeitsfläche davor verbleiben. So gibt es nur ein kleines Klappbrett.

Einfach, aber ausgesprochen funktional präsentiert sich das Bad. Auf der Kassettentoilette von Thetford haben Camper genug Beinfreiheit. Die Duschwanne mit zwei Abläufen wird mittels Acrylglastüren mit Magnetverschluss abgetrennt und ermöglicht auf einer Grundfläche von 60 mal 91 Zentimetern komfortables Abbrausen. Dazu zieht der Urlauber einfach den Wasserhahn des in die Duschkabine integrierten Waschbeckens aus und hängt ihn an der Seitenwand ein. Allerdings fehlt der Duschwanne nach außen hin eine Dichtnaht. Gut: Seitenfenster zum Lüften.

Bordtechnik

Gas- und Wasseranlage installiert Forster solide, aber recht simpel. So ist der Gasflaschenkasten in die Garage integriert, eine Tür im Aufbau gibt es dafür nicht. Deshalb müssen Camper in die Garage klettern, wenn sie zum Flaschentausch an den Kasten einigermaßen vernünftig herankommen wollen. Zuvor gilt es, sperriges Gepäck aus dem Weg zu räumen.

„Einige Kabel am Unterboden des handlichen Teilintegrierten sollte Forster sorgfältiger verlegen.“

Thomas Klingenstein, Dekra-Sachverständiger

Der Wassertank unter der Sitzbank ist über eine Revisionsöffnung an der Oberseite gut zu erreichen. Das ist auch nötig, denn will der Camper nach dem Urlaub das restliche Frischwasser ablassen, muss er in den Tank hineingreifen und einen Stöpsel ziehen. Das geht komfortabler und hygienischer mit einem Ablasshahn.

Die im Schrank unter dem fahrerseitigen Heckbett montierte Truma Combi 4 heizt den T 659 EB schnell auf. Hier verschenkt Forster jedoch Stauraum, der sich mit einem zusätzlichen Brett schnell schaffen ließe. Empfehlung: das Winterpaket mit isoliertem und beheiztem Abwassertank sowie der Truma Combi 6E mit Elektroheizstab und digitalem Bedienpanel für 1.310 Euro.

AUF DER TESTSTRECKE

Zum Fahrtest tritt der Forster T 659 EB wie üblich bis an die Lastgrenze von 3,5 Tonnen beladen an. Den doppelten Spurwechsel durchfährt der Teilintegrierte mit 55 km/h und damit auf dem Niveau bislang getesteter Fahrzeuge.

Beim 18-Meter-Slalom beträgt die maximale Geschwindigkeit 50 km/h, was unterdurchschnittlich ist. Neben dem Ducato-typisch tiefen Eintauchen der Vorderachs-Federung verhindern auch die beim Testfahrzeug montierten Winterreifen sowie die leicht nasse Teststrecke bessere Ergebnisse.

Dank breiter Hinterachsspur liegt der Forster trotz des kurzen Radstands stabil auf der Straße. Beim Kurven um die Pylonen macht sich der kurze Achsabstand positiv bemerkbar. In Kombination mit dem langen Hecküberhang ergibt sich eine sehr ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Üblicherweise drücken Mobile mit längerem Radstand mehr auf die Vorderachse.

Das Ducato-typische Übersteuern bei plötzlichen Richtungswechseln ist beim Forster deshalb weniger ausgeprägt. Stets frühzeitig greift das ESP ein und verhindert kritische Situationen effektiv.

Der Fahrkomfort entspricht den Erwartungen an das Basisfahrzeug: Stöße beim Überfahren von Kanaldeckeln oder Querfugen sind für Fahrer und Passagiere deutlich spürbar.

Anlass zu Kritik bietet die Geräuschkulisse während der Fahrt: Sowohl objektiv nach Messwerten als auch vom subjektiven Geräuscheindruck her ist das Testfahrzeug ein eher lautes Reisemobil. Das liegt insbesondere an zahlreichen Klapper- und Knarzgeräuschen aus dem Möbelbau. Auch der Dieselmotor bleibt stets präsent – hierzu sei jedoch erwähnt, dass das Testmobil noch auf dem Ducato des Modelljahrgangs 2021 aufbaute. Beim Facelift-Modell ist der Motor ersten Erfahrungen nach besser gedämmt.

Der beim Comfort Line serienmäßige 140-PS-Diesel genügt vollauf, um den recht leichten Forster zügig zu beschleunigen. Verbräuche knapp unter zehn Litern sind realistisch. Dank kurzem Radstand fährt der Forster Kreise um größere Mobile, der lange Hecküberhang erfordert beim Rangieren aber Aufmerksamkeit.

DAS INNENLEBEN AUF EINEN BLICK

DIE KONKURRENTEN

Carado T 337

Kompakte Teilintegrierte mit Einzelbetten sind rar, der Carado T337 bleibt mit 6,90 Meter Länge zumindest zehn Zentimeter unter der Sieben-Meter-Marke. Allerdings nutzt der Hersteller aus der Hymer- Gruppe anders als Forster den längeren 3,80-Meter-Radstand.

Der Grundriss ist mit dem des Forster T 659 EB vergleichbar. Die Dusche entsteht durch Schwenken der Waschtischwand. Statt eines raumhohen Kühlschranks montiert Carado das Gerät unter dem Herd, so bleibt der Blick ins Heck frei.

Der solide gefertigte Aufbau wird mit einfachem EPS isoliert.

Basisfahrzeug: Fiat D ucato Multijet 3 mit originalem Tiefrahmenchassis; 2,2-l-Turbodiesel mit 120 PS (88 kW); Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d-Final

Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg; Masse fahrbereit: 2.814 kg; Maße (L xBx H): 690 x 232 x 290 cm; Innenhöhe: 195 cm; Einzelbetten (L x B): 210 u. 200 x 80 cm

Basisausstattung: Heizung: Gas-Luftheizung Truma Combi 6; Kühlschrank: 113 l, Frisch-/Abwasser: 122/92 l, Gas: 2x 11 kg Grundpreis: 52.999 € www.carado.com

Pilote P650GJ

Einen der seltenen 6,5-Meter-Teilintegrierten mit Einzelbetten liefert Pilote aus Frankreich. Der P650GJ ist genauso aufgeteilt wie der neun Zentimeter längere Forster T 659 EB. Auch der Pilote nutzt den kurzen 3,45-Meter-Radstand. Das Einzelbett auf der rechten Seite misst laut Hersteller trotz der kurzen Kabine zwei Meter in der Länge – gut für großgewachsene Camper. Den Aufbau fertigen die Franzosen komplett aus GfK-Sandwich und isolieren mit wasserabweisendem XPS-Schaum. Der 140-PS-Turbodiesel des Fiat Ducato gehört zum Serienumfang des Mobils.

Basisfahrzeug: Fiat Duc ato Multijet 3 mit originalem Tiefrahmenchassis; 2,2-l-Turbodiesel mit 140 PS (103 kW); Sechsgang-Schaltgetriebe; Frontantrieb; Euro 6d-Final

Maße, Massen: zul. Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse fahrbereit: k. A.; Maße (L xBx H): 649 x 230 x 288 cm; Innenhöhe 213 cm; Einzelbetten (L x B): 200 u. 187 x 80 cm

Basisausstattung: Heizung: Gas-Luftheizung Truma Combi; Kühlschrank: 133 l, Frisch-/Abwasser: 130/95 l, Gas: 2x 11 kg

Grundpreis: 52.900 € www.wohnmobil-pilote.de

TECHNISCHE DATEN & LADETIPPS

HERSTELLER

Forster Reisemobile, Kreuznacher Straße 78, 55576 Sprendlingen, 06701/203-0 www.forster-reisemobile.de

Basisfahrzeug: Fiat Ducato Multijet 3 mit originalem Tiefrahmenchassis; vorn: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen; hinten: Starrachse an Längsblattfedern; Frontantrieb; Reifen vorne/hinten: 225/70 R15 C

Motor und Getriebe: Vierzylinder-Turbodiesel mit AdBlue; Hubraum: 2.184 cm 3 ; Leistung: 140 PS (103 kW) bei 3.500/min; max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.400-2.500/min; Sechsgang-Schaltgetriebe

Abgasnorm: Euro 6; WLTP; AR; PI/CI N1 III

MASSE UND MASSEN

Zul. Gesamtmasse: 3.500 kg; Masse in fahrber. Zustand: 2.890 kg; Außenmaße (L xB mit/ohne Außenspiegel x H): 659 x 277/235 x 295 cm; Radstand: 345 cm; Anhängelast gebremst/ungebremst: 2.000 kg/750 kg

Karosserie: Dach und Wände GfK-Sandwich 31 mm, holzfrei; Boden: GfK-Sandwich 54 mm; Isolierung: XPS; Fahrerhausverglasung original Fiat; Aufbau mit vorgehängten Fenstern; Aufbautür zweifach verriegelnd, mit Fenster, vertieftem Einstieg, Insektenschutzplissee und Zentralverriegelung; Panorama-Dachfenster in T-Haube; Dometic Mini-Heki über Sitzgruppe und Bett

Wohnraum: Innenmaße (L (B-Säule bis Heckwand) xBx H): 430 x 221 x 209 cm; Fußboden mit PVC-Belag, Stufe zum Fahrerhaus; Möbel:

Sperrholz/Multiplex mit Dekorfolie; solide Metallaufsteller; Schubfächer mit Soft-Close

INSTALLATION

Gas-Luftheizung Truma Combi 4 unter fahrerseitigem Bett installiert; Frostschutzventil Truma Frost Control über Tür in Garage erreichbar; 118-l-Frischwassertank frostsicher in Sitzbanktruhe eingebaut; 100-l- Abwassertank unterflur montiert, optional isoliert und beheizt (Winterpaket mit Truma Combi 6E CP Plus für 1.310 Euro Aufpreis)

Messwerte der Redaktion

LADETIPPS

Der kompakte Forster T 659 EB ist ein relativ leichtes Wohnmobil, das Testfahrzeug mit nur rund 65 Kilogramm Extras bestückt. Die Zuladereserven fallen entsprechend großzügig aus. Mit vollem Diesel-, Frischwasser- und Gasvorrat sowie zwei Urlaubern und ihrem Gepäck bleiben noch 388 Kilogramm Restzuladung. Bei der Nutzung mit vier Personen sind es immer noch 218 Kilogramm. Auch beide Achsen bleiben deutlich unter ihrem Limit. Trotzdem bietet Forster für alle seine Teilintegrierten – also auch für den T 659 EB – Auflastungen an: 3,65 Tonnen für 460 Euro, Maxichassis mit 4,4 Tonnen für 1.840 Euro.

ELEKTRIK

Der Forster T 659 EB ist mit einer 230-V-Anlage (Wechselspannung AC) und einer 12-V-Anlage (Gleichspannung DC) ausgestattet. Die Einspeisung erfolgt über einen CEE-Stecker in der linken Außenwand. Der Sicherungsautomat mit FI-Schutzschalter findet sich im Schrank unter dem fahrerseitigen Einzelbett. Die Schnittstelle zum 12-V-Bordnetz bildet das Ladegerät NE 287 von Nordelettronica mit 21 A Ladestrom, das Forster unter dem Beifahrersitz verbaut. Dort findet sich auch die Wohnraumbatterie (80 Ah), die mit einem praktischen Trennschalter ausgestattet ist. 230-V-Steckdosen: je 1x Küche, Bad und über Kühlschrank; 12-V-Steckdosen: je 1x über Kühlschrank und Bett links; USB-Steckdosen: 2x Sitzgruppe; Fahrerhaus: 1x 12-V, 1x USB und 1x USB-C; schöne Beleuchtung mittels LED-Spots und -Leisten. Deckenlampe für kleine Camper schwer erreichbar.

AUSSTATTUNG IM TESTWAGEN (AUSZUG)

• Fahrer- und Beifahrerairbag Serie

• ABS, ESP Serie

• el. Fensterheber + ZV Fahrerh. Serie

• el. beheizb./einstellb. Spiegel Serie

• Klimaanlage Fahrerhaus Serie

• Tempomat Serie

• Aufbautür mit Fenster Serie

• Vordersitze drehbar Serie

• Vordersitze höhenverstellbar Serie

• USB-Steckdosen Serie

• Heizung Truma Combi 4 Serie

• Absorber-Kühlschrank 135 l Serie

• Boden, Dach und Wände aus GfK-Sandwich Serie

• XPS-Isolierung Serie

• Fenster m. Verdunkelungsrollo und Mückengitter Serie

• Einstiegsleuchte Aufbautür Serie

• Touchscreen Bedienpanel Serie

• elektr. Hubbett (35 kg) 1.060 €

• Comfort Line u. a. mit 140-PS- Motor, Captain Chair Sitze, Radiovorbereitung mit DAB, Isofix, Zentralverriegelung und Mückengitter für Aufbautür, Fahrerhausverdunkelung, induktives Ladegerät, Rückfahrkamera, Außenbeleuchtung (30 kg) 3.040 €

FAHRZEUGPREIS

Grundpreis: 55.800 €

Testwagenpreis: 59.900 €

WAS UNS AUFFIEL

Dank separatem Auszug können Flaschen stehend gekühlt werden.

Oberschränke mit soliden Aufstellern, ohne hervorstehende Schließbleche.

Gepolsterter Übergang vom Fahrerhaus zur T-Haube, keine Stoßgefahr.

WC-Schacht abgedichtet. Im Testwagen löste sich die Naht aber bereits.

Da ist Vorsicht geboten: spitze Ecken der Auflagen fürs Doppelbett.

Häufiges Ärgernis: Beifahrerund Aufbautür können kollidieren, wenn der Camper nicht aufpasst.

Die Gasabsperrhähne tief unten im Küchenunterschrank sind nur unkomfortabel zu bedienen.

Simpel: Wassertank mit Stöpsel am Boden statt bequemem Ablasshahn.

TESTFAZIT

Forster ist es mit dem T 659 EB gelungen, eigentlich Widersprüchliches zusammenzubringen: Bequeme und ausreichend lange Längseinzelbetten sowie ein wirklich großzügiger Wohnraum gehen mit einem bemerkenswert handlichen Fahrverhalten einher. Diese Mischung gibt es nicht oft am Markt. Klar, ganz ohne Kompromisse geht das nicht: Die Handlichkeit wird trotz kurzem Radstand vom üppigen Hecküberhang geschmälert, im Innenraum zeigen sich die fehlenden Zentimeter an der knappen Arbeitsfläche der Küche und einer Sitzbank mit steiler Lehne. Schön: Auch als Comfort Line bleibt das Testmobil unter 60.000 Euro. Wenn Forster in der Serie bei der Verarbeitung des Aufbaus und der Geräuschkulisse beim Fahren noch nachbessert, ist der T 659 EB ein rundum gelungenes Reisemobil.

Simon Ribnitzky