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Rohstoffe: Sind Tantal, Wismut und Tellur unverkäuflich?


Sachwert Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Verkaufsprobleme bei einigen Technologiemetallen häufen sich


Artikelbild für den Artikel "Rohstoffe: Sind Tantal, Wismut und Tellur unverkäuflich?" aus der Ausgabe 1/2019 von Sachwert Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sachwert Magazin, Ausgabe 1/2019

Andreas Kroll,
Rohstoff-Experte von Noble Elements


»Wenn also letzten Endes die Industrie der Käufer ist, müssen natürlich auch derenAnkaufskriterien entsprechend berücksichtigt werden.«


Technologiemetalle wie Tantal und Wismut werden als Investment immer beliebter, dennoch sind auch kritische Stimmen zu hören, da sich in der letzten Zeit Berichte darüber häufen, dass Käufer eben jener Technologiemetalle diese nicht wieder verkaufen könnten. Für uns ist das Grund genug, bei dem Rohstoffexperten Andreas Kroll nachzuhaken.

Tantal, Wismut oder auch ...

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... Tellur – sind diese Metalle unverkäuflich?
Natürlich nicht. Sie wurden nur schwer verkäuflich „gemacht“.

Erklären Sie uns das bitte näher.
Einige Anbieter von Rohstoffen missachten die fundamentalsten Marktgesetze und das kann für die Käufer von Metallen unangenehme Folgen nach sich ziehen. Jeder Investor muss sich generell die Frage stellen: Wer könnte oder wird mir am Ende des Tages meine Investition wieder abkaufen können beziehungsweise wollen? Darauf kann es im Rohstoffmarkt nur eine Antwort geben, nämlich die Industrie. Wenn also letzten Endes die Industrie der Käufer ist, müssen natürlich auch deren Ankaufskriterien entsprechend berücksichtigt werden. Aber genau eben das wird von einigen Anbietern aufs sträflichste missachtet.

Wie sehen die Ankaufsbedingungen der Industrie im Speziellen aus?
Die Industrie kauft nur ganze und zusammenhängende Chargen. Werden die einzelnen Produktionschargen auseinandergerissen, was durchaus mal der Fall sein kann, müssen diese dann aber auch wieder zusammenführbar sein. Das ist bei einigen Händlern nicht der Fall. Des weiteren will die Industrie in der Regel auch die Herkunft und damit den Namen der Produzenten kennen, also sollte die Herkunft auf gar keinen Fall, beispielsweise durch Umverpackung, verschleiert werden. Darüber hinaus kauft die Industrie natürlich nur einzelne Metalle in größeren Mengen, nicht aber ein ganzes Bündel an verschiedenen. Selbstverständlich muss auch die Qualität durchgehend stimmen. Wir reden dabei von marktgerechten Spezifikationen und Formen, wie zum Beispiel Barren, Pellets und dergleichen.

Aber könnte nicht der Rohstoffhändler auch einen Eigenhandel betreiben und Warenkörbe, die er vorher verkauft hat, einfach wieder zurückkaufen?
Genau das wird auch so gemacht. Aber das funktioniert natürlich nur so lange, wie auch neue Investoren bereitstehen. Wenn die Metalle nur von einem Investor zum nächsten weiterverkauft werden, dann fällt der Konstruktionsfehler dieses Geschäftsmodells niemandem auf. Sollten aber zu viele Investoren auf der Verkäuferseite stehen und die Industrie als Abnehmer nicht in Frage kommen, dann kommt es zu negativen Schlagzeilen, die eine ganze Branche diskreditieren können.

Was wäre denn notwendig, um die Metalle wieder marktgängig zu machen?
Das ist an sich ganz einfach. Als erstes müssten die „Warenkörbe“ in ihre einzelnen Metalle aufgetrennt, anschließend eingeschmolzen und zu neuen Chargen homogenisiert werden. All das im besten Fall unter der Rigide eines namhaften Produzenten. Allerdings müssten schon größere Mengen an Rohstoffen im Vorfeld zur Verfügung stehen. Für einige wenige Kilogramm lohnt sich der Aufwand nicht.

Es gibt offenbar wichtige Details, die in diesem Markt zu beachten sind. Sind Technologiemetalle überhaupt als Investment für Privatleute geeignet?
Eindeutig ja, denn trotz aller Probleme bei dem einen oder anderem Händler sind die Chancen auf eine gute Rendite bei gleichzeitig sehr hoher Sicherheit gegeben. Und beileibe nicht alle Händler missachten die Gesetze dieses Marktes.

Nach welchen Kriterien sollten interessierte Kunden einen Händler aussuchen?
Am wichtigsten ist die Nähe zur Industrie, danach sollten Sie fragen. Dann müssen zwingend die Produktionschargen zusammengehalten werden; erkundigen Sie sich, wie das geschieht. Auch die Lagerkosten können schnell zur Kostenfalle werden. Bitten Sie Ihren Anbieter Ihnen darzulegen, woran sich die Gebühren berechnen; auf die Investitionssumme oder auf den Wert des Inventars. Bei der zu erwartenden Preissteigerung bei vielen der Metalle, kann die Kopplung an den Inventarwert teuer werden.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Kroll.

Hochentwickelte Technologien, wie etwa Photovoltaik, Elektromobilität oder spezielle Mess- und Fertigungsverfahren kommen ohne Technologiemetalle nicht aus. Schon jetzt läuft ein weltweiter Wettlauf um die Sicherung der Ressourcen.


Bild: depositphotos/elenathewise


Bild: Kroll