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Rose, SCHILD UND PRESSLUFTHAMMER


Chronos - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 16.12.2019

Rolex-Gründer Hans Wilsdorf schuf Tudor als Zweitmarke von Rolex. Doch seit einigen Jahren tritt Tudor immer mehr aus dem Schatten der großen Schwester und fertigt inzwischen sogar eigene Werke.


Artikelbild für den Artikel "Rose, SCHILD UND PRESSLUFTHAMMER" aus der Ausgabe 1/2020 von Chronos. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Chronos, Ausgabe 1/2020

1 Wurde die Marke Tudor 1946 gegründet?

Nein. 1946 gründete Rolex-Chef Hans Wilsdorf die Firma „Montres Tudor S.A.“. Die Markenrechte an „The Tudor“ hatte er sich bereits 1926 von der Uhrenfabrik Veuve de Philippe Hüther sichern lassen. 1932 wurden Uhren mit „Tudor“-Schriftzug auf dem Zifferblatt in Australien verkauft, später auch in Kanada. 1936 übertrug die Witwe von Philippe Hüther die Marke Tudor komplett an ...

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... Wilsdorf.

Tudor-Armbanduhr aus den 1930er Jahren, verkauft vom Juwelier Catanach’s in Melbourne


2 Welche Philosophie verfolgte Hans Wilsdorf für seine Tudor-Uhren?

Rolex-Gründer Hans Wilsdorf schuf Tudor als preisgünstige Alternative zur Krone


Sie sollten genauso zuverlässig sein wie Rolex-Uhren, aber zu einem günstigeren Preis verkauft werden. Die 1952 lancierte Oyster Prince verfügte über das wasserdichte Oyster-Gehäuse mit verschraubter Krone und verschraubtem Boden. Der Namenszusatz „Prince“ stand für den automatischen Aufzug.

3 Lieferte Rolex Werke für Tudor- Uhren?

Nein. Die Werke stammten von anderen Herstellern, oft von der Eta. In den Fünfzigern kaufte Tudor auch Handaufzugswerke von FEF (Fabrique d’Ebauches de Fleurier), Valjoux und AS (Adolph Schild) und versah diese mit dem selbstaufziehenden Rotorsystem von Rolex – so etwa beim Kaliber 390 mit 18000 Halbschwingungen pro Stunde und „Butterfly“- oder V-Rotor, beschriftet mit „Auto- Prince“. Bis heute verwendet Tudor Fremdwerke, seit 2015 auch selbst entwickelte Manufakturkaliber.

Mit dem selbst aufziehenden Kaliber 390 (Rohwerk von FEF) bestückte Tudor ab 1952 die Oyster Prince


4 Wie entwickelte sich das Markenlogo?

Die ersten Uhren zierte noch kein richtiges Logo, sondern ein einfacher „Tudor“-Schriftzug, bei dem der Querstrich des T bis zum R reichte. Bald änderte sich der Schriftzug, und um 1936 erschien erstmals die Tudor-Rose. Anfangs war sie eingebettet in einen Wappenschild, doch bald prägte sie allein mit dem Markennamen das Zifferblatt. Ab 1969 wurde die Rose allmählich von einem neuen Wappenschild abgelöst. Rolex-Schriftzüge auf Zifferblatt und Boden verschwanden früh, doch die Aufzugskrone mit Rolex-Logo verwendete Tudor bis in die späten Neunziger.

Ab 1969 setzte sich der Wappenschild ohne Rose als neues Logo durch – wie hier bei der Oyster Prince Date+Day Ref. 7017/0 mit Adolph- Schild-Kaliber AS 1895.


5 Wie machte Hans Wilsdorf seine Tudor- Uhren bekannt?

Erschüttert bis zum Gehtnichtmehr: Tudor-Anzeigenmotiv von 1954


Wilsdorf nutzte jede Gelegenheit, seine Tudor-Uhren als hoch belastbar und extrem widerstandsfähig herauszustellen. Er ließ die Uhren von Bergleuten, Steinhauern und Arbeitern mit Presslufthämmern tragen, schnallte sie ans Handgelenk von Tauchern und Motorradrennfahrern – und dokumentierte den Dauerstress in Anzeigenkampagnen. Auch bei der britischen Nordgrönland- Expedition von 1952 bis 1954 waren Tudor-Uhren im Einsatz; die Expeditionsteilnehmer lieferten Wilsdorf Gangergebnisse, indem sie die Uhrzeit ihrer Tudors täglich mit dem BBC-Radiosignal abglichen.

Erste Taucheruhr von Tudor: Oyster Prince Submariner Ref. 7922 von 1954


6 Seit wann baut Tudor Taucheruhren?

Die 1954 eingeführte Tudor Oyster Prince Submariner war Tudors erste Taucheruhr. Die Ur-Referenz 7922 war bis 100 Meter wasserdicht. 1956 gab es erste Modelle mit 200 Metern Druckfestigkeit, die an die französische Marine geliefert wurden. Ab 1958 produzierte Tudor solche Taucheruhren in größeren Stückzahlen und verkaufte sie als Referenz 7924, und zwar bis Mitte der Achtziger. Ebenfalls 1958 wurden die U. S. Navy Seals Kunden von Tudor; weitere Seestreitkräfte aus Ländern wie Argentinien, Kanada, Italien, Israel und Südafrika folgten.

7 Seit wann gibt es den Snowflake-Zeiger?

1969 führte Tudor die zweite Generation seiner Taucheruhr Submariner ein, mit Datum (Prince Oysterdate Submariner 7021) und ohne Datum (Oyster Prince Submariner 7016). In Stunden- und Sekundenzeiger wurde je ein auf der Spitze stehendes Quadrat integriert, um mehr Leuchtmasse platzieren zu können. Unter Sammlern wurde diese Zeigerform bald als „Snowflake“ bekannt.

Oyster Prince Submariner 7016 von 1969 mit Snowflake- Zeigern


8 Wo baut Tudor seine eigenen Manufakturwerke?

Die Fertigung der Rohwerke und Werkkomponenten findet in verschiedenen Werkstätten in der Schweiz statt. In der Tudor-Zentrale in Genf, die im Hauptgebäude von Rolex untergebracht ist, werden die Rohwerke mit der eigenen Hemmung versehen, zu der auch eine Siliziumspirale gehört. In der Zentrale erfolgen außerdem das Einschalen der fertigen Werke in die Uhrengehäuse, sämtliche Tests und Qualitätschecks, das Anfügen der Bänder und der Versand. Auch Forschung und Entwicklung sowie Design sind hier angesiedelt. Im Rahmen einer Kooperation mit Breitling liefert Tudor das Automatikkaliber MT5612 an Breitling.

Die Firmenzentrale von Tudor befindet sich im Rolex-Stammhaus in Genf


9 Wofür stehen die Ziffern in den Kaliberbezeichnungen?

Tudor-Manufakturwerk MT5602 mit Automatikaufzug, aber ohne Datum


Die ersten beiden Ziffern bezeichnen das Grundwerk: 54 und 56 sind die von Tudor selbst produzierten Automatikwerke, wobei Kaliber 56 mit über 30 Millimetern Durchmesser für größere Uhren verwendet wird als Kaliber 54 mit 26 Millimetern. Die letzte Ziffer steht für weitere Unterschiede beim Durchmesser: So besitzt Kaliber MT5601 eine vergrößerte Grundplatine mit einem größeren Einschaldurchmesser von 33,8 Millimetern gegenüber Kaliber MT5602 mit 31,8 Millimetern. Die dritte Ziffer steht für Datum (1) oder kein Datum (0). Besonderheiten sind die Kaliber MT5621 mit zusätzlicher Gangreserveanzeige und Kaliber MT5652 mit GMT-Funktion. Kaliber MT5813 hat als Basis das von Breitling stammende Chronographenwerk B01; Tudor versieht es mit eigener Unruh samt Siliziumspirale und eigenem Rotor.

10 Sind Tudor-Uhren chronometerzertifiziert?

Teilweise. Die Topmodelle mit den Kalibern 54, 56 und 58 kommen mit einem offiziellen Schweizer Chronometerzeugnis der COSC, das Gangabweichungen zwischen –4 und +6 Sekunden pro Tag erlaubt. Zusätzlich testet Tudor die fertigen Uhren mit Kaliber 54 und 56 noch einmal auf Gangwerte zwischen –2 und +4 Sekunden Abweichung.

Geprüfter Chronometer: Tudor Black Bay Bronze mit Kaliber MT5601 und COSC-Zertifikat


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