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Rosen Hammer, Hessigheim: Produktion und Endverkauf


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 18.01.2020

Die Gärtnerei von Bernd Hammer in Hessigheim, circa 35 km nördlich von Stuttgart gelegen, hat sich in rund 110 Jahren von einer Baumschule zu einem Zierpflanzen-Produktions- und Endverkaufsbetrieb gewandelt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anbau von Containerrosen.


Im Jahr 1908 gründete Robert Hammer in Hessigheim nahe dem Neckarufer eine Baumschule. 1929 wurde das erste Vermehrungshaus mit Heizraum erstellt und in den Folgejahren wurden zwei weitere Gewächshäuser gebaut.

Sie waren der Grundstein für die Rosengärtnerei Hammer, denn Robert Hammer begann in diesen Gewächshäusern 1931 mit dem Anbau von ...

Artikelbild für den Artikel "Rosen Hammer, Hessigheim: Produktion und Endverkauf" aus der Ausgabe 2/2020 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 2/2020

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... Schnittrosen. Den damaligen Verhältnissen entsprechend wurden die Ernteprodukte mit der Pferdekutsche zum Großmarkt nach Stuttgart transportiert und dort an die Kunden abgesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Sohn Paul Hammer die Gärtnerei, verkleinerte die Baumschule und produzierte in ständig wachsendem Umfang Schnittrosen und andere Schnittblumen. So erreichte die Gewächshausfläche im Laufe der Jahre ihre heutige Größe von über 10.000 Quadratmeter. Auf rund 80 Prozent dieser Glasfläche kultivierte Paul Hammer Schnittrosen. Außerdem wurden circa 40.000 Exemplare veredelt und als Topfpflanzen zum Verkauf angeboten. Aufgrund dieser spezialisierten Produk - tion entstand die Betriebsbezeichnung „Rosen Hammer“.

Betriebsübernahme in dritter Generation
1975 übernahm der Enkel des Firmengründers und der Vater des heutigen Inhabers, Klaus Hammer, zusammen mit seiner Ehefrau Margrit, einer Floristin, den Betrieb, den er zunächst in gleicher Weise weiterführte. Die Erzeugnisse wurden wie zuvor zum größten Teil auf dem Stuttgarter Großmarkt angeboten. Die gesamte Produktion und der Absatz hatten sich zur damaligen Zeit optimal entwickelt.

Doch war der Betrieb 1978 von einem Hochwasserschaden stark betroffen. Alle Lager- und Kellerräume und das Kesselhaus standen unter Wasser, was natürlich auch die Produktion für eine gewisse Zeit beeinträchtigte.
Die Schäden wurden aber Zug um Zug repariert und die Produktion wurde fortgesetzt.

1989 trat in vierter Generation Bernd Hammer (Jahrgang 1964) nach abgeschlossener Aus- und Weiterbildung als Teilhaber in den Betrieb ein. Zum damaligen Zeitpunkt waren bei den Schnittrosen Schwierigkeiten in der Produk - tion zu beobachten, was auf Boden- und Wasserprobleme zurückgeführt wurde. Deshalb war ab 1990 die Produktion von Schnittrosen etwas rückläufig, Anzucht und Absatz von Rosenpflanzen waren deutlich im Aufwärtstrend.

Diese Situation veränderte gleichzeitig die Absatzverhältnisse und führte zu einer deutlichen Zunahme des Privatverkaufs. Mit der Umstellung auf Endverkauf begann auch eine weitere Umstellung der Produktion, da nunmehr auf den Unterglasflächen der jeweiligen Jahreszeit entsprechend vermehrt Zierpflanzen angebaut wurden.

Neubau nach Schäden durch Orkan Lothar
Ein weiteres Mal wurde das Unternehmen von Wetterunbilden heimgesucht. Am 26. Dezember 1999 überquerte der Orkan Lothar Württemberg mit einer Sturmgeschwindigkeit von über 270 km/h. Er verursachte einen großen Glasschaden in der Gärtnerei Hammer, der im darauffolgenden Jahr durch eine Erstellung von modernen Gewächshausflächen wieder ausgeglichen wurde.

Mit den Neubaumaßnahmen veränderten sich Produktion und Absatz, denn ab diesem Zeitpunkt wurde der gesamte Absatz auf Endverkauf umgestellt. Das führte dazu, dass nun auf etwa der Hälfte der Gewächshausfläche Zierpflanzen produziert wurden und die andere Hälfte einem umfangreichen Endverkauf zur Verfügung stand.

1 Nach Rosengruppen geordnet stehen die Pflanzen im Verkaufsbereich. Den Schildern über den Sorten können die Kunden alle wichtigen Informationen entnehmen


2 Bernd Hammer führt in seinem „Gärtnereicenter“ auch Besonderheiten wie diese Hochstammrose der Sorte ‘White Meidiland’ mit drei Stämmen in einem Topf


3 Blick von oben auf die Gärtnerei Rosen Hammer direkt am Neckar in Hessigheim. Der Betrieb war 1978 von einem Hochwasser und 1999 von dem Orkan Lothar betroffen


4 Lavendel wird bei Rosen Hammer in 15 Sorten produziert und den Kunden als bienenfreundliche Pflanze angeboten


Fotos: Edgar Gugenhan (3), Werkfoto

So wurden zum damaligen Zeitpunkt die Verkaufs - flächen deutlich vergrößert und die Produktion wurde von den Kulturen her auf den Endverkauf ausgerichtet.

Auf eine Eigenheit muss im Zusammenhang mit den Neubaumaßnahmen hingewiesen werden. So wurde ein Teil der Gewächshäuser in der bisherigen mehrschiffigen Bauweise renoviert. Beim Neubau der Verkaufsflächen wurde das Gewächshaus mehrschiffig mit einer Rundeindeckung erstellt. Auf diese Weise entstand eine großzügig gestal - tete Gewächshausfläche. Unter der Glasabdeckung im Verkaufsbereich sind nach einer Sicherheitsvorschrift Netze gespannt. Außerdem sind Energieschirme installiert, die zur Energieeinsparung beziehungsweise zur Schattierung der Kultur- und Verkaufsflächen dienen.

Die Gärtnerei Rosen Hammer hat sich also im Laufe der Jahre auf ein modernes „Gärtnereicenter“ umgestellt. Für die Produktion stehen heute eine Hochglasfläche von circa 5000 Quadratmeter und eine Freilandfläche von 5000 Quadratmeter zur Verfügung. Auf einer rund 5000 Quadratmeter großen Hochglasfläche findet der Endverkauf statt.

In der Produktion haben nach wie vor die Rosen eine größere Bedeutung. Im Vordergrund steht die Produktion von über 350 Sorten im Topf und im Container. Rund 10.000 Exemplare werden jährlich produziert und abgesetzt. Bis 2016 stand noch die Vermehrung im eigenen Betrieb im Vordergrund. Seit 2017 werden die Jungpflanzen zum Topfen als wurzelnackte Ware von Spezialbetrieben bezogen.

Genaue Informationen zu den Rosensorten
Das Angebot in den Verkaufsgewächshäusern erfolgt in Abteilbereichen, damit die Kunden ihre gewünschte Ware leicht finden können. Jede Rosensorte wird mit einem Hängeetikett näher beschrieben, sodass sich die Kunden genau über die Art der Rose, die Wuchs- und Blüheigenschaften, die Verwendungsmöglichkeiten und Weiteres mehr informieren können. Natürlich spielen auch Hochstammrosen eine Rolle, die im Container in einer gewissen Größe angeboten werden. Auch hier gibt es Besonderheiten, so konnte zum Beispiel die Hochstammrose ‘Lavender Dream’ in einer Höhe von circa 2,30 Meter im Verkaufs - bereich entdeckt werden. Auch dreistämmige Hochstammrosen sind als Spezialität im Angebot.

Über die Anzucht der Rosensorten informiert ein großes Plakat, das genau beschreibt und in Fotos vorstellt, wie die Rosen zum Beispiel im Februar veredelt und in den folgenden Wochen als Jungpflanzen herangezogen werden. Im Mai werden sie endgültig in den Verkaufstopf eingepflanzt und ab Ende Juli zum Verkauf angeboten.

Neben der Rosenproduktion spielt während der gesamten Vegetationszeit der Absatz eines umfangreichen Garten - staudensortiments eine Rolle. Auch hier werden die Kunden durch entsprechende Plakate auf Besonderheiten aufmerksam gemacht. Das trifft zum Beispiel auf Lavendel zu, der als bienenfreundliche Pflanze in 15 Sorten produziert und angeboten wird. Von Bedeutung sind auch Beetund Balkonpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst mit circa 200.000 Stück im Angebot sind, zum Teil aus eigener Produktion. Gemüsepflanzen ergänzen das Programm.

Zum Verkaufsbereich gehört die Floristik-Abteilung mit einer Fläche von circa 400 Quadratmeter. Dort können sich die Kunden entsprechende Arrangements anfertigen lassen und neben den floralen Werken auch Zierpflanzen in Kombinationen und Weiteres mehr erwerben. Im Freiland steht ein breites Baumschulsortiment zum Verkauf bereit. Auf einer Fläche von circa 1000 Quadratmeter werden den Kunden zudem attraktive Deko-Elemente präsentiert.

Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit
Bernd Hammer wies bei einem Rundgang darauf hin, dass in seinem Betrieb heutzutage Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielen. Auch sind die Produktionsmethoden möglichst ökologisch, mit Einsatz von biologischen Düngern und Pflanzenhilfsstoffen. Außerdem wird die Heizanlage im Winter mit umweltfreund - lichen Holzpellets betrieben.

Im ausführlichen Gespräch mit Bernd Hammer war in Erfahrung zu bringen, dass er Kunden für Fragen im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus zur Verfügung steht und dass er durch seine handwerklichen Kenntnisse viel zur Innenausstattung der Gewächshäuser beigetragen hat.

Zur Abwicklung der gärtnerischen Produktionsarbeiten und des Absatzes stehen Bernd Hammer neben seiner Ehefrau, Gärtnermeisterin Christine Hammer, 20 Gärtner und Floristen zur Verfügung, damit alle Arbeiten fach- und termingerecht ausgeführt werden können.

Bernd Hammer wies abschließend darauf hin, dass alle Kunden vor Ort die gesamte Produktion von der jungen bis zur ausgewachsenen Pflanze beobachten können und bei ihrem Rundgang durch das Gartenparadies von Rosen Hammer den Gärtnern bei der Arbeit zusehen können.

Edgar Gugenhan