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RUEDIGER DAHLKE: Das Beste kommt gum Lchluss!


Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 11.04.2019

Wir alle wollen alt werden, nur niemand will es tatsächlich sein. Denn meist verbinden wir mit dem Älterwerden nachlassende Kraft, Kontrollverlust – und Falten. Nie aber sprechen wir über die Geschenke des Alters. Obwohl es ganz schön viele davon gibt! Ruediger Dahlke hat ein Buch darüber geschrieben. Während des Herzstück-Interviews spüren wir: Er genießt das Alter in vollen Zügen …


Artikelbild für den Artikel "RUEDIGER DAHLKE: Das Beste kommt gum Lchluss!" aus der Ausgabe 3/2019 von Herzstück. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Herzstück, Ausgabe 3/2019

Mit seinen 67 Jahren strahlt Ruediger Dahlke eine tiefe Ruhe aus – eine Ruhe, die geradezu ansteckend ist. Im Herzstüc&1-Interview erzählt er uns aus seinem bewegten Leben. Und teilt auch seine Erkenntnisse …


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Jedes Lebensjahr schenkt uns neue Erfahrungen. Sie lassen uns wachsen und reifen – und fast wie nebenbei erden sie uns auch …


Entdecken!: Im Leben verwurgelt

Wären Sie gerne noch einmal 20 Jahre alt?
Ich hatte mit 20 Jahren eine gute Zeit und wäre deshalb nicht abgeneigt, sie noch einmal zu erleben. Dann würde ich gerne meine Bücher „Das Schattenprinzip“ und „Die Schicksalsgesetze“ lesen – einfach, um die Spielregeln des Lebens schon früher zu verstehen. Das wäre aber wohl nicht möglich, weil ich diese Bücher ja selbst erst viel später geschrieben habe … Wenn ich so darüber nachdenke, will ich eigentlich gar keine Erfahrung aus meinem Leben missen. Ich bin jetzt mit 67 Jahren sehr glücklich darüber, wie sich meine Lebenssituation klärt. Bin glücklich darüber, dass ich Menschen noch immer helfen kann, aber auch mehr Zeit für das Leben mit meiner Partnerin habe.

Würden Sie aber dennoch etwas anders machen, wenn Sie könnten?
Könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich wahrscheinlich nicht nochmal studieren. Das war doch eher viel verlorene Zeit, wenn man sich überlegt, wie verbissen Professoren Lehr- und vor allem Leermeinungen vertreten haben. Natürlich würde ich auch versuchen, meine jetzige Partnerin früher kennenzulernen. Rückwirkend betrachtet, haben mich aber auch die schwierigen Partnerschaften weitergebracht und ich möchte keine davon missen.

Was haben Sie aus den schwierigen Beziehungen für sich mitgenommen?
Ich habe gelernt, dass an jeder Kritik etwas dran ist – selbst an der, die einem am abwegigsten erscheint.

Sind Sie auch dankbar für die Umwege und Fehler, die Sie gemacht haben?
Ja, im Nachhinein betrachtet haben mich alle Fehler und Umwege wirklich weitergebracht. Um mich zum Beispiel als Achtjähriger in einem bayerischen Dorf zurechtzufinden, habe ich mich voller Elan ins Skifahren gestürzt. Ich musste mir dann bei drei verschiedenen Unfällen die Knochen brechen, um aus dieser Sackgasse herauszufinden. Ich hätte vielleicht einfach auf meine Eltern hören können, aber ich brauchte eben doch diese Schicksalsschläge. Schon damals habe ich am eigenen Körper erfahren, dass uns Krankheiten etwas über uns erzählen, dass wir „eine Krankheit als Weg“ begreifen können. Diese Erfahrungen brachten mich erstmals so richtig mit meiner Psyche in Kontakt.

Gab es andere Phasen in Ihrem Leben, die schwierig und wertvoll zugleich waren?
Ja, es gab wirklich viele solcher Phasen. Schon in der Pubertät war ich zum Beispiel mit einem Stiefvater geschlagen, der schlug, wenn ihm die Argumente ausgingen. Und das geschah rasch bei ihm. Andererseits verdanke ich gerade ihm den Zugang zu Sport und den Genuss an Bewegung.

Wie wichtig ist es, das eigene Leben Revue passieren zu lassen?
Das halte ich für sehr wichtig. An jedem Lebensübergang wäre eine Bilanz hilfreich. Die Bilanz gegen Ende des Lebens ist sicherlich die wichtigste. Einige Indianerstämme setzen sich ausführlich damit auseinander, indem jeder im Alter sein persönliches Lebenslied komponiert und im Augenblick des Sterbens singt. Die Indianer gehen singend über die Schwelle. Manche erleben das auch in unserer Kultur noch, was Sterbeforscher „den Lebensfilm“ nennen. Diesen Lebensfilm vorher in Form einer ehrlichen Bilanz als Biographie niederzuschreiben, ist sicher die beste Vorbereitung für den wohl größten Übergang in unserem Leben.

Oft scheuen wir uns ja eher, uns mit dem Ende des Lebens und dem Alter zu beschäftigen, weil wir Angst davor haben, Dinge nicht mehr zu können …
Ob ich etwas nicht mehr kann, hängt immer auch davon ab, was ich von mir selbst erwarte. Und Gott sei Dank verändern sich mit der Zeit die Erwartungen! Ich muss heute mit meinem Windsurfer keine Brandung mehr bestehen – das könnte ich mit Sicherheit auch nicht mehr. Heu- te würde ich es als Zeitverschwendung empfinden, aber damals – daran erinnere ich mich gut und gerne – hat es Freude gemacht. Besonders, wenn die richtige Frau davon beeindruckt war. Aber meine Frau war es eh nie, so konnte ich es zum Glück schon früher lassen. Mein Geist, der mir weiterhin wichtig ist, zeigt aber zum Glück keine Schwächen. Im Gegenteil: Er wird weiter und offener, weil ich mir mehr Zeit zum Lesen der für mich wichtigen Dinge nehme und mehr Wichtiges schreibe – für mich und für andere.

Neue Treiheit genieBen

Was sind für Sie die Geschenke des Alters?
Mir macht es viel Freude auf all das zurückzublicken, was ich geschaffen und erreicht habe. Das sind für mich Geschenke. Meine Tochter Naomi etwa, die vielen geglückten Therapien und meine Bücher, die auch so etwas wie Kinder für mich sind. Das Alter schenkt mir auch große Freiheit. Zum einen natürlich finanziell, aber nicht nur. Vor allem ist es die Freiheit, tun zu können und zu verwirklichen, was mir persönlich wichtig ist. Zu diesem Thema gibt es auch einen schönen Film: „Das Beste kommt zum Schluss“. Zwei alte Männer, die verschiedener nicht sein könnten, werden vom Schicksal – von tödlichen Krankheiten – heimgesucht und zusammengewürfelt. Sie machen sich dann gemeinsam auf, um ihre verbliebenen Träume zu verwirklichen.

Gesundheit im Alter – spielt dabei auch die Seele eine Rolle?
Die entscheidende Rolle. Denn die Seele bestimmt, ob ich mich stimmig ernähre, mich vernünftig bewege, mir Meditationsübungen und Zeit zur Regeneration gönne. Ich kann mich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode fressen, wie eine Mehrheit das unbewusst tut. Oder aber mir mit einer pflanzlich-vollwertigen Ernährung ein geschmackvolles und gesundes Altern gönnen. Genauso ist es die Seele, die entscheidet, ob ich die körperlichen Zeichen, die mir zeigen, dass ich von meinem Weg abgekommen bin, für mich nutze. Ob ich also Krankheiten als Symbole deute und folglich dem Leben wieder gerechter werden kann. Verdränge ich sie, hat das natürlich Konsequenzen und kann frühzeitige Alterssymptome heraufbeschwören. Ich selbst versuche mir Gutes zu tun, indem ich täglich Kurzzeitfasten betreibe – immer zwischen 16 und 18 Stunden. Ich faste auch mehrfach im Jahr mit meinen Kursteilnehmern und ich gönne meinem Gehirn viel Kokosöl, was Alzheimer vorbeugt.

Können Sie Beispiele nennen, bei wem sich das Alter von seiner schönsten Seite zeigt?
Meine Mutter wurde mit dem Alter so viel milder – mit uns, ihren vier Kindern, und sogar mit sich selbst. Unter den bekannten Schauspielern wurden für mich im Alter Christiane Hörbiger, Meryl Streep und Robert Redford immer besser – jedenfalls, was ihre Filme anbelangt. Bei Robert Redford wird es am deutlichsten – musste er in seiner schier ewig währenden Jugend doch immer den großen Liebhaber mimen. Im Laufe der Jahre hat er aber auch als Regisseur tolle Filme geschaffen.

Sind Filme eine Inspirationsquelle für Sie?
Ich mag schöne, gut ausgewählte Filme. Ich habe gerade mit meiner ersten Frau Margit ein Buch geschrieben, es heißt „Hollywood-Therapie – was Spielfilme über unsere Seele verraten“. Trotzdem habe ich keinen Fernseher, für das tägliche Fernsehprogramm ist mir meine Zeit zu kostbar. Abends reden, lesen oder lieben wir uns viel lieber, ehrlich gesagt.

Zum Weiterlesen:„Das Alter als Geschenk” von Ruediger Dahlke (Arkana Verlag, 19 €)

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