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Ruined King A League of Legends Story


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Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 02.02.2022

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Bildquelle: Play5, Ausgabe 3/2022

RPG | Ruined King: A League of Legends Story ist der erste Ausflug in die Welt von Runeterra mit größerem Fokus auf Story. Naja, zumindest im Games-Bereich, denn Teamfight Tactics, Legends of Runeterra und League of Legends selbst sind alles Titel, die ihren Fokus eher auf Multiplayer-Partien setzen und deswegen nicht wirklich viel Geschichte beinhalten. Ansonsten konnte man die Welt bereits durch verschiedene nicht-Gaming-Inhalte kennenlernen. So gibt es Kurzgeschichten, Comics, Musikvideos und Cinematics, welche alle auf der League-of-Legends-Homepage einsehbar sind. Auch die erfolgreiche Netflix-Serie Arcane liefert einen tieferen Einblick in die durch League of Legends eingeführte Welt.

Mit Ruined King geht jetzt aber zum ersten Mal ein vollständiges Singleplayer-Erlebnis mit Story-Fokus an den Start. Der Spieler soll nicht nur durch das Gameplay, sondern auch durch diverse Charaktere, die ...

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Wer oder was ist überhaupt der Ruined King?

Bei Ruined King handelt es sich um ein klassisches rundenbasiertes Rollenspiel, welches von Airship Syndicate entwickelt wurde. Es ist also kein Wunder, dass es wirklich sehr stark an Battle Chasers: Nightwar erinnert, was ein früherer Titel von Airship Syndicate ist. Veröffentlicht wird das Ganze von Riot Forge, was eine neue Sparte von Riot Games darstellt, die sich komplett auf die Zusammenarbeit mit Drittanbieter-Studios fokussiert. Durch Riot Forge sollen Spiele veröffentlicht werden, die das LoL-Universum logisch erweitern. Ruined King stellt hierbei den ersten Titel dar. Der kurzweilige Rhythmus-Spaß Hextech Mayhem ist inzwischen aber auch schon erschienen – nur nicht für die Playstation.

Inhaltlich geht es bei Ruined King: A League of Legends Story, wie der Name schon vermuten lässt, um den Ruined King, also den als „Gestürzter König“ bezeichneten ehemaligen Herrscher Viego. Dieser ist vor langer Zeit durch den Verlust seiner Geliebten dem Wahnsinn verfallen und soll nun wiedererweckt werden, um Verwüstung über das Land zu bringen. Dem ganzen Plan stellen wir uns mit einer Gruppe von sechs ungleichen Champions entgegen. Bevor wir aber näher auf die Charaktere und deren Fähigkeiten eingehen, schauen wir uns doch erst einmal das allgemeine Kampfsystem an.

Wenn du es mal verstanden hast …

Das Kampfsystem ist rundenbasiert, das heißt, alle greifen der Reihe nach an. Die Angriffsreihenfolge ist hierbei aber nicht fest vorgegeben, sondern orientiert sich am Hast-Wert eines jeden Charakters. Je höher der Hast-Wert, desto schneller kann man auch wieder angreifen. Bis jetzt noch nichts allzu Besonderes. Interessant wird es, wenn man die ganzen anderen Faktoren mit einberechnet, welche die Zugreihenfolge zusätzlich beeinflussen. So hat jeder Skill eine gewisse Geschwindigkeit, diese reicht von „sofort“ über „schnell“ bis hin zu „langsam“. Je stärker die Angriffe, desto langsamer sind sie meistens. Man muss gut überlegen, ob es sich lohnt, für eine stärkere Fähigkeit viel Zeit aufzuwenden und damit in der Zugreihenfolge immer weiter nach hinten zu rutschen. Visualisiert wird das durch eine Zeitleiste am unteren Bildschirmrand. Hierbei ist der Charakter am linken Ende immer an der Reihe und nach seiner Aktion rücken alle anderen ein Stück auf. Die Zeitleiste ist zusätzlich noch in drei Ebenen unterteilt, die als Lanes bezeichnet werden. Skills können beliebig auf eine der Lanes angewandt werden, was unter Umständen gewisse Vorteile bieten kann. Die mittlere Lane ist der Standard und hat deswegen keine speziellen Besonderheiten. Die obere Lane, die auch als Tempolane bezeichnet wird, verringert die Wirksamkeit der von euch gewirkten Fähigkeit, macht sie dafür aber schneller. Sie rutscht dann also nach links. Die untere Lane macht hingegen das genaue Gegenteil. Der gewirkte Skill bekommt mehr Power, wird dafür aber auch langsamer und rutscht folgendermaßen weiter nach rechts. Deshalb wird die untere auch als Schadenslane bezeichnet.

Skills mit der Geschwindigkeit „sofort“ funktionieren unabhängig von diesem System, da sie immer sofort eingesetzt und weder von den Vor-, noch den Nachteilen der Lanes beeinflusst werden. Wie und wann Skills von euch eingesetzt werden, ist also genauso wichtig wie die Wahl des Skills. Man kann viel Zeit damit verbringen, die verschieden schnellen Angriffe auf den unterschiedlichen Lanes auszuprobieren und sobald man mal das Gefühl dafür raushat, läuft das Ganze auch richtig gut.

Champions einer anderen Liga

Kommen wir jetzt aber mal zu der bereits erwähnten Truppe von Abenteurern. Die sechs mehr oder weniger heldenhaften Champions Miss Fortune, Illaoi, Braum, Pyke, Ahri und Yasuo stellen die spielbaren Charaktere dar. Und ja, hier ist es wichtig, diese alle namentlich zu erwähnen, da es sich ausschließlich um Charaktere handelt, die man aus den Riot-Titeln bereits kennt. Selbst der Gestürzte König Viego und einige der anderen Charaktere, die man während des Abenteuers trifft, sind bereits bekannt. Wir möchten hier aber nicht zu viel vorwegnehmen, denn Fans des Universums dürften sich über den ein oder anderen Auftritt freuen. Auch bei den sechs Hauptcharakteren kommt Freude auf. Die komplett unterschiedlichen Figuren und deren Eigenschaften und Überzeugungen treffen im Laufe des Spiels immer und immer wieder aufeinander und das sorgt für sehr interessante Dynamiken in der Gruppe. Die einzelnen Hintergrundgeschichten der Champions kennenzulernen und diese dann miteinander interagieren zu sehen, macht einfach Spaß.

Durch charmant geschriebene Dialoge und die sanfte Einführung in die Welt und ihre ganzen Regionen werden nicht nur langjährige Fans des Franchise abgeholt, sondern auch Neuankömmlinge. Wobei Lore-Kenner natürlich am meisten Freude daran finden werden, die seit Jahren bekannten Charaktere endlich mal richtig miteinander interagieren zu sehen.

Es wird einem einfach warm ums Herz, wenn Illaoi, eine Krakenpriesterin des Buhru-Volkes, mit dem aus Freljord stammenden Beschützer Braum flirtet, da sie seinem nordischen Charme einfach nicht widerstehen kann. Selbst die schwächeren Story-Momente werde also gut durch die Charaktere getragen. Dies ist aber auch bitter nötig, da mit der Geschichte eindeutig mehr möglich gewesen wäre und Ruined King leider nur die Oberfläche des League-Universums ankratzt.

Ursprünglich war offenbar geplant, Ruined King zeitgleich mit dem Update zu veröffentlichen, welches Viego als spielbaren Charakter zu League of Legends hinzufügt. Das hätte die Möglichkeit geboten, den Charakter und seine Geschichte noch davor in Ruined King zu erleben und hätte für ordentlich frischen Wind gesorgt. Die Pandemie machte hier leider einen Strich durch die Rechnung und so wurde Ruined King nun erst lange nach dem LoL- Debüt Viegos veröffentlich, weshalb schon im Voraus vieles über ihn und seine Geschichte bekannt war. Das ist natürlich schade, da es die Story für Fans nur noch weniger spektakulär wirken lässt.

Durch das interessante Kampfsystem mit den verschiedenen Lanes und Geschwindigkeiten und die schönen Customize-Optionen der Charaktere wird hier aber genug Abwechslung geboten. Man kann bei jedem Charakter zusätzlich zu den Items, welche nur die Stats beeinflussen, nämlich noch die einzelnen Fähigkeiten und die so genannten Runen verbessern. Die Punkte für diese beiden Systeme werden durch klassische Level-ups freigeschaltet, also durch XP von besiegten Gegnern. Diese verschiedenen skillbaren Fähigkeiten und Runen reichen von einfachen Damage-Boni bis hin zu speziellen Effekten, die euch zum Beispiel nach einem gewonnenen Kampf heilen oder besiegte Gegner explodieren lassen, was dann an umstehenden Feinden Flächenschaden anrichtet. Hier lässt sich wirklich viel ausprobieren, um unter den verschiedenen Skillmöglichkeiten und Charakteren interessante Kombinationen zu finden. Ihr könnt die Punkte auch beliebig wieder aus den Fähigkeiten und Runen entfernen, um andere Wege zu skillen auszuprobieren. Was sehr schön zu sehen ist: Die einzelnen Skills der Charaktere sind an die bereits bekannten Fähigkeiten aus League of Legends angelehnt. So werden sich Fans direkt vertraut fühlen, obwohl die Kampfsysteme der beiden Spiele recht weit auseinanderliegen.

Ein Beispiel ist die ultimative Fähigkeit von Miss Fortune, sowohl in LoL als auch in Ruined King einen Kugelhagel mit mehreren Salven mit ihren Pistolen abzufeuern. Sogar im Kartenspiel Legends of Runeterra besitzt ihre Karte diese Fähigkeit. Dies gibt einem wirklich das Gefühl, in einer übergreifenden Welt unterwegs zu sein und überall mit den gleichen Charakteren zu spielen und diese so immer näher kennenzulernen.

Der Fakt, dass die bekannten Synchronsprecher Riot-typisch einen tollen Job machen, lässt die Charaktere direkt noch besser funktionieren. Apropos Voice Acting: Da wir gerade schon dabei sind, lasst uns doch direkt über die restliche Sound-Umsetzung reden.

Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Abgesehen von ein paar kleinen Nebencharakteren, die euch einmalig eine Nebenquest andrehen oder einen Shop führen, sind quasi alle Dialoge vertont. Vor allem in Cutscenes, Story-Momenten und Dialogen zwischen den Charakteren überzeugt Ruined King hier auf ganzer Linie.

Auch musikalisch hat man sich nicht lumpen lassen und Gareth Coker ins Boot geholt. Dieser ist in erster Linie bekannt für seine Arbeit an Ori and the Blind Forest und Ori and the Will oft the Wisps, welche beide mit einem atemberaubenden Soundtrack auftrumpfen. Ruined King braucht sich hinter den beiden aber nicht verstecken, denn auch hier wird eine Videogame-Soundtrack-Höchstleistung geboten. Der düstere und mysteriöse Stil bleibt an vielen Stellen erhalten, wird aber mit einer ordentlichen Prise verspieltem Piraten-Klängen erweitert. So hören sich die Songs der gefährlichen Schatteninseln an vielen Stellen so an, als ob sie direkt aus einem der Ori-Titel übernommen wurden (was wohl eines der größten Komplimente ist, die man einem Videospiel-Soundtrack geben kann). Die musikalische Untermalung Bilgewassers hingegen, also der Piratenhauptstadt, geht atmosphärisch in eine völlig andere, aber ebenso gelungene Richtung. Diese Mischung sorgt dafür, dass der Soundtrack auf eigenen Füßen steht und nicht zu sehr durch seine Ähnlichkeit zu den anderen Werken Cokers untergeht.

Es kommt auch auf die äußeren Werte an

Das eigentliche Gameplay und die Welt, in der es stattfindet, sind sehr ansehnlich gestaltet. Das Figurendesign und die diversen Zwischensequenzen bieten einen ungemein stimmigen Stil. Auch hier erinnert Ruined King wieder stark an Battle Chasers: Nightwar, was aber absolut nicht schlimm ist, sondern eher für die hohe Qualität und den guten Wiedererkennungswert des Stils der Designer spricht. Manche der Champions sehen in Ruined King sogar besser aus als ihre Ursprungsversionen im Hauptspiel League of Legends. Auch die aus der Lore bekannten Umgebungen, die man aber noch nie „live“ gesehen hat, wurden mit sehr viel Detailreichtum zum Leben erweckt. Egal, ob man sich im von Piraten dominierten Bilgewasser aufhält, die gruseligen Schatteninseln durchstreift oder in einem der vielen kleinen Dungeons und Tempel unterwegs ist, Ruined King nutzt die Welt von Runeterra perfekt als Vorlage und baut die Gebiete schön abwechslungsreich und mit sehr vielen kleinen Referenzen an die anderen Riot-Titel auf.

Man hat auch viel Gelegenheit, um sich die Umgebungen genauer anzuschauen, da man viel Zeit damit verbringt, Gegenstände zu sammeln und diversen Nebenmissionen nachzujagen. Diese Sidequests sind auch schön gestaltet, da sie einerseits oftmals die Hintergrundgeschichten der Charaktere miteinbeziehen und andererseits auch einfach organisch in die Welt eingearbeitet wurden.

Die Animationen im Kampf sind auch sehr gelungen, sie schlucken auf Dauer aber zu viel Zeit. Vor allem die Animationen der ultimativen Angriffe sind bei den ersten paar Malen hübsch anzusehen, werden durch ihre Dauer von einigen Sekunden aber schnell nervig. Hierfür gibt es die Option, das komplette Geschehen innerhalb eines Kampfes mit doppelter Geschwindigkeit abzuspielen. Dies verringert die Wartezeit zwar angenehm, ist aber eher eine Art Workaround als eine wirklich gute Lösung des Problems.

Quality of life and death

Der mit Abstand größte Kritikpunkt sind eigentlich viele kleine Mängel, die zusammen an der Qualität nagen. Von diversen fehlenden Quality-of-Life-Funktionen über haufenweise kleinere Bugs bis hin zu schlichtweg fragwürdigen Gamedesign-Entscheidungen ist hier alles mit dabei. Warum gibt es zum Beispiel überhaupt die Funktion, dass das Spiel automatisch speichert, wenn das so unregelmäßig passiert, dass man eigentlich immer darauf angewiesen ist, manuell nachzuhelfen? Warum ist Angeln ein eigener Menüpunkt, während die Questliste im Bildschirm der Kartenanzeige untergebracht wird? Warum wird in diversen Dungeons ein ganz spezifischer Charakter verlangt, um eine Türe zu öffnen, und man wird dann zu ewigem Backtracking gezwungen, wenn man sich die ganzen Sammelgegenstände unter den Nagel reißen will? Warum ist allgemein die ganze Erfahrung insgesamt so langatmig gestaltet? Es gibt eindeutig zu wenige Schnellreisepunkte in der Welt, weshalb man oft darauf angewiesen ist, einfach zu laufen, was auch langsam und dröge funktioniert. In einen Moment ficht man einen spannenden Kampf gegen interessante Gegner aus, und im nächsten glitcht man irgendwie durch den Boden und kommt nicht mehr heraus. Mal läuft man durch die schöne Welt und bewundert die tollen Umgebungsdetails, und direkt danach fällt einem auf, dass sich das komplette HUD verabschiedet hat und auch nicht mehr einblenden lässt. Hin und wieder rätselt man in einem der Dungeons herum, wie man denn an die letzte noch fehlende Kiste kommt, bis einem auffällt, dass der Weg eigentlich sehr einfach ist und nur die Karte den Dungeon-Aufbau absolut irreführend darstellt.

Wir könnten noch wirklich lange so weitermotzen, ihr versteht aber wohl, worauf wir hinauswollen. Keine dieser Kleinigkeiten ist kriegsentscheidend, man fragt sich aber, warum diese Fehlerchen im Quality Testing nicht aufgefallen sind.

Eine Sache muss noch gesondert angesprochen werden, da diese an einigen Stellen das ganze Kampfsystem durcheinanderbringt. Und zwar ist bei manchen Angriffen so, dass sie auf Teufel komm raus nicht das richtige Ziel treffen wollen. Besonders aufgefallen ist uns das bei Pykes Fähigkeit „Zielmarkierung“, die auf einen einzelnen Gegner diverse Debuffs wirkt. Diese wollte in unserer kompletten Testzeit von etwa 40 Stunden nicht ein einziges Mal richtig funktionieren, und anstatt den ausgewählten Gegner anzuvisieren, wurde gefühlt zufällig entschieden, welcher denn nun genau getroffen werden soll. Ob das wirklich ein Bug ist und der Angriff eigentlich gezielt ausführbar sein soll, oder ob er genau so funktioniert, wie er soll, aber der Beschreibungstext der Fähigkeit irreführend formuliert wurde, ist hier die große Frage. Das Endergebnis ist aber so oder so, dass Angriffe in teilweise entscheidenden Momenten danebengehen, was wirklich irritierend und störend ist.

Schlussendlich bleibt trotz alledem ein wirklich feines Rollenspiel übrig. Etwas mehr Zeit und Aufwand bei den Kleinigkeiten hätte aber zusätzliche Wunder gewirkt und dafür gesorgt, dass aus „Sehr gut“ ein „Fantastisch“ geworden wäre.

BENJAMIN LACHMANN & PHILIPP SATTLER

Meinung

„Endlich ein richtiges Singleplayer-Erlebnis in der Welt von Runeterra!“

Benjamin Lachmann Freier Autor

Ich habe in den vergangenen zehn Jahren schon fast unangenehm viel Zeit mit League of Legends verbracht. In letzter Zeit konnte ich mich aber einfach nicht aufraffen, mich wieder in das Spiel einzuarbeiten, und das, obwohl bei mir durch Arcane mehr Interesse als je zuvor an der Welt und der Lore von Runeterra besteht. Ruined King kam für mich also gerade zur perfekten Zeit und hat mich glücklicherweise auch in quasi allen Belangen überzeugt. Die mir vertrauten Charaktere in einer superschön ausgearbeiteten Welt miteinander interagieren zu sehen und viel über sie und ihr Umfeld zu erfahren, hat mir extrem gut gefallen. Die Kombination der bekannten LoL-Optik mit dem Comic-Artstyle funktioniert meiner Meinung nach auch fantastisch. Vom Sound wurde ich komplett umgehauen, da ich zwar gutes Voice Acting erwartet, aber irgendwie komplett übersehen hatte, dass Gareth Coker als Komponist mit dabei ist. Als riesiger Fan der Ori-Titel und deren Soundtracks hat mich das natürlich besonders gefreut. Leider hat mich das Spiel, obwohl das Grundgerüst so gut ist, an vielen Stellen mit seinen Bugs und störenden Kleinigkeiten genervt. Hier könnte von Entwicklerseite mit Updates nachgeholfen werden, was diese vielen kleinen Makel für mich entkräften würde. Mal schauen, ob sich da noch was tut. Ansonsten ist Ruined King ein hervorragendes rundenbasiertes RPG, welches bei vielen Spielern wohl die Lust auf mehr League of Legends nach dem Schauen von Arcane stillen dürfte.

Pro & Contra

+ Coole Charaktere

+ Interessantes Kampfsystem

+ Schöner, eigener Artstyle

+ Tolle Musik und Vertonung

+ Endlich Singleplayer in Runeterra

+ Viele Skill-Möglichkeiten für alle Charaktere

+ Nebenquests, die angenehm zur Lore beitragen

+ Unterhaltsame Dialoge

- Häufige Bugs und Fehler

- Viele eher kontraintuitive Design- Entscheidungen

- Ausbaufähige Story

Infos

TERMIN 16. November 2021

USK ab 12 Jahren

PREIS ca. 30 Euro

HERSTELLER Riot Forge

ENTWICKLER Airship Syndicate