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Rund ums Haus Schimmel: Ursachen für feuchte Wände und Möglichkeiten der Verhinderung: Schimmel, ade


Heimwerker Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 18.10.2019

Wenn sich Stockflecken oder Schimmel im Haus zeigen, ist es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Doch bevor Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, muss die Ursache für die aufgetretene Feuchtigkeit festgestellt werden.


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Bildquelle: Heimwerker Praxis, Ausgabe 6/2019

Gravierende Bauschäden sind selten die Ursache eintretender Feuchtigkeit. Sind sie jedoch aufgetreten, hilft nur der Fachmann mit entsprechenden Sanierungsmaßnahmen. Auch Baumängel wie fehlende Isolierung oder falsche Dämmung können eine Durchfeuchtung nach sich ziehen. Eine Bautrocknung macht erst nach der Behebung der Mängel wirklich Sinn. Die häufigste Quelle der Feuchtigkeit ist ...

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... allerdings ein zumeist unbewusstes Fehlverhalten beim Umgang mit der Raumluft. Die entscheidenden Kriterien sind dabei die Abhängigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur voneinander.

Hier kann es feucht werden

• Die anfälligsten Bereiche im Haus sind ungeheizte oder kühle Räume wie Keller oder Schlafzimmer. Hier muss besonders auf richtiges Lüften geachtet werden.
• An Übergängen von warm zu kalt, sogenannte Wärmebrücken, zum Beispiel an Fenstern, Schornsteinschächten, Außenwänden
• Nass- oder Feuchtbereiche wie Bäder, Duschen und Küchen

Was passiert in den ersten beiden Bereichen? Warme und feuchte Luft dringt in das Gebäude ein und trifft auf kühle Flächen. Die Luft kühlt sich ab und kann das aufgenommene Wasser nicht mehr halten. Es fällt aus (kondensiert) und durchfeuchtet die Flächen. Im dritten Fall trifft Wasserdampf auf kühlere Flächen und kondensiert dort ebenfalls. Üblicherweise sind in diesen Bereichen die Wände jedoch beispielsweise durch Fliesen abgesperrt, sodass Wasseranfall sofort sichtbar wird und beseitigt werden kann.

In Außenwänden verläuft der Temperaturausgleich von Außen- zur Innentemperatur bei homogenen Wänden linear, bei mehrschaligen Konstruktionen in entsprechenden Stufen. Liegt nun der Temperaturbereich, bei dem die diffundierende Luftfeuchtigkeit kondensiert (Taupunkt), innerhalb der Wand, wird sie von innen durchfeuchtet. Dabei entstehen Schäden, die nicht sofort bemerkt werden und nur durch Änderung der Wandstruktur beseitigt werden können.

Modernes Wohnen und Schimmel

Seit es die Energieeinsparverordnung gibt, wird konsequent die Reduzierung der Heizkosten durch Isolierung und andere bautechnische Mittel vorangetrieben. Das Ergebnis sind immer besser abgedichtete Wohnräume, in denen quasi kein Luftaustausch mit der Außenluft mehr stattfindet. Da Menschen, Haustiere und Pflanzen eine erhebliche Menge an Feuchtigkeit freisetzen, ergibt sich hier ein wahres Paradies für Schimmel.

Eine Möglichkeit zum Trocknen kleinerer Räume, zum Beispiel in Schränken oder Fahrzeugen, ist abgepacktes Trocknungs-Granulat. Diese Granulate haben ein der Regel eine begrenzte Lebensdauer und werden anschließend einfach über den Hausmüll entsorgt


Gegenmaßnahmen

Um einer zu hohen Feuchtigkeit entgegenzuwirken, empfehlen sich die folgenden Maßnahmen.

Richtig lüften

So gesund und verständlich das Verlangen nach frischer Luft in Haus und Wohnung ist – in der Heizsaison sollte man nicht ständig das Fenster auflassen, um die stickige Heizungsluft hinaus- und frische Luft hereinzulassen. Nicht nur, dass man hier wahrlich zum Fenster hinaus heizt, das Raumklima wird durch ständiges Lüften bei gleichzeitig eingeschalteter Heizung sogar schlechter. Der unangenehme Heizungsgeruch entsteht zum Beispiel dadurch, dass Staub auf und an den Heizkörpern verbrennt. Lüftet man ständig, muss die Heizung mit höheren Temperaturen arbeiten, wodurch der Effekt verstärkt wird. Auch die gescholtene trockene Heizungsluft verschlimmert man durch Dauerlüften: Da die relative Luftfeuchtigkeit von der Lufttemperatur abhängt, sinkt diese, wenn ständig „frische“ kalte Luft von außen im Raum erwärmt wird. Das bedeutet, je mehr man lüftet, desto trockener wird die Luft im Zimmer. Energiesparender und gesünder lüftet man, wenn man folgende Regeln beachtet:

Lüften in Wohnräumen

In geheizten oder klimatisieren Räumen sollte nach Bedarf zwei- bis fünfmal täglich stoßgelüftet werden. Damit Wände und Möbel nicht auskühlen oder sich erhitzen, sollte die Raumluft schnell ausgetauscht werden. Hier gelten folgende Empfehlungen:

Bei ungehinderter Querlüftung, d.h. Luft eintritt, (z.B. Fenster) und Luftaustritt (z.B. Türe, weiteres Fenster) liegen sich gegenüber und können vollständig geöffnet werden:
· Winter: 2–4 Minuten
· Frühling/Herbst: 4–10 Minuten
· Sommer: 12–20 Minuten

Bei eingeschränkter Querlüftung (z.B. Fenster auf Kipp): …Winter: 4–6 Minuten…Frühling/Herbst: 8–15 Minuten…Sommer: 25–30 Minuten

Bei ungehinderter einseitiger Lüftung (z.B. Luft kommt nur durch Fenster rein): …Winter: 4–6 Minuten…Frühling/Herbst: 8–15 Minuten…Sommer: 25–30 Minuten

Bei eingeschränkter einseitiger Lüftung:
· Winter: 30–75 Minuten
· Frühling/Herbst: 1–3 Sunden
· Sommer: 3–6 Stunden

Kellerräume richtig lüften

Keller sind die Räume, die am häufigsten falsch gelüftet werden und in denen es deshalb bevorzugt zur Schimmelbildung kommt. Da warme Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnimmt als kalte, sollten ungeheizte Keller vor allem im Winter gelüftet werden. Die kalte, trockene Luft erwärmt sich dann an den im Vergleich zur Luft warmen Kellerwänden und nimmt dabei Feuchtigkeit auf. Im Sommer sollten Keller dagegen nicht gelüftet werden. Denn dann trifft die warme, feuchte Luft auf die kühlen Kellerwände, an denen sich die Feuchtigkeit niederschlägt.

Wirksamste Maßnahme bzw. Notbehelf bei vorhandenen Feuchtigkeitsproblemen ist regelmäßiges Lüften. Kurzfristigem Stoßlüften (bei voll geöffnetem Fenster) ist gegenüber Dauerlüften (gekippte Fenster) in der kalten Jahreszeit der Vorrang zu geben, um die schon kalten Flächen nicht weiter abzukühlen. Bei Austausch und Abkühlung des Luftvolumens ohne Abkühlung der Oberflächen erwärmt sich die Luft im Raum und nimmt Feuchte auf. Längerfristig ist ein angepasstes Raumklima mit einer relativen Luftfeuchte zwischen 40 und 60 % anzustreben. Klimaanlagen bereinigen das Problem, sofern sie fachgerecht installiert sind und korrekt funktionieren, anderenfalls können sie selbst Ursache werden. Spezielle Luftentfeuchter (Wasserabscheider) sind wartungsintensiv: Regelmäßiges Entleeren ist notwendig.

Der gezielte Einsatz von Luftentfeuchtern

Zur effektiven, schnellen und gezielten Luftfeuchtigkeitsreduzierung in Räumen und dem damit nachgelagerten Feuchtigkeitsentzug bei Inventar, Wand, Decke und Boden empfiehlt sich der Einsatz von Luftentfeuchtern.

Der Luftentfeuchter sollte in diesen Räumen entweder zentral oder im Bereich der größten Feuchtigkeit aufgestellt werden. Zu Beginn empfiehlt es sich, das Gerät für ein paar Tage im Dauerbetrieb laufen zu lassen, um so zumindest einmal allen Materialien etwas von der angestauten Grundfeuchtigkeit zu entziehen. Im späteren Verlauf ist es sinnvoll, für Wohnräume einen konstanten Wert von 50–60 % und für unbewohnte Nutzräume (z.B. Keller) von unter 65 % relativer Luftfeuchtigkeit anzustreben. Denn schon bei kurzzeitigen Werten von über 70 % r.F. kann es zu Negativeffekten wie Schimmel, Muffgeruch, Bakterien und zur

Zersetzung von Mauerwerk kommen!

Im Betrieb

Da die meisten Luftentfeuchter auf dem Markt nach der Kondensationsmethode arbeiten und dadurch die Entfeuchtungsleistung auch stark von der Wärme/Temperatur im Raum abhängt, sollte in diesem Zusammenhang für einen effektiven Betrieb Folgendes beachtet werden:
• Wirkung erzielen Kondensentfeuchter ab 5 °C aufwätrs, jedoch erst ab c a1.0–15 °C wird es effektiv, und ideale Entfeuchtungsergebnisse erzielen Sie bei 20–30 °C.

Luftentfeuchter werden genutzt, um die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zu kontrollieren


Die kleineren Geräte arbeiten mit Tanks, um das kondensierte Wasser aufzufangen. Ist dieser Tank voll, schaltet der Luftentfeuchter ab. Für regelmäßige Leerung muss also Sorge getragen werden. Handelt es sich um einen regelrechten Wasserschaden, sind kleine Entfeuchter schnell überfordert. Hier muss mehr Entfeuchterleistung eingesetzt werden, beispielsweise mit einem Bautrockner. Mit einer Leistung von bis zu 120 Litern in 24 Stunden kann auch eine größere Wassermenge beseitigt werden.

Professionelle Bautrockner sind mit leistungsfähiger Technik ausgestattet. Diese Maschinen werden zum Beispiel bei Wasserschäden nach Rohrbrüchen eingesetzt


Vorbeugung

Damit Stockflecken und Schimmel auch in Kellern gar nicht erst entstehen und vielleicht wertvolle dort eingelagerte Dinge schädigen oder gar zerstören, gibt es auch Methoden der Entfeuchtung, die ohne Strom auskommen.

Behälter, die mit Salzgranulat nachgefüllt werden können, sorgen wirksam für Hygiene und frische Luft. Ein Kilo des Granulates kann bis zu 3 Liter Wasser aufnehmen und schützt so geruchsneutral bis zu mehreren Monaten. Da hier keine Wartung erforderlich ist, eignet sich das Granulat besonders für Räume, die unregelmäßig genutzt werden, wie Dachböden, Garagen, Ferien- und Gartenhäuser.

Die wirksamste und auch mit Abstand preiswerteste Methode, die Luftfeuchtigkeit optimal in den Griff zu bekommen, ist nach wie vor gezieltes und richtiges Lüften.

Den Schimmel bekämpfen und vorbeugen

Wie oben beschrieben ist gutes Lüften und die Kontrolle der Luft- bzw. Wandfeuchtigkeit die wichtigste Maßnahme, um Schimmelbildung zu verhindern. Doch was tun, wenn sich trotzdem Schimmel gebildet hat?

Schimmel-Entferner: Für die Grundreinigung und bei stärkerem Schimmelbefall nutzen Sie den Schimmel-Entferner mit der hoch konzentrierten Aktiv-Chlor- Formel. Er garantiert eine sofortige und nachhaltige Wirkung und hellt mit dem zusätzlichen Bleich-Effekt verschmutzte Wände und Fugen wieder auf


Ab jetzt heißt es konsequent sein. Zuerst wird der befallene Bereich freigelegt, das heißt, alle Beläge wie zum Beispiel Tapeten und Teppiche entfernen. Anschließend kann bei leichtem Befall der Pilz mithilfe von Mitteln, die im Handel erhältlich sind, bekämpft werden. Meist wird der befallene Bereich mit dem Mittel eingesprüht und der Pilz stirbt dann ab. Auch hier ist es wichtig, dass die Stelle gründlich getrocknet wird, um die Neubildung zu verhindern.

Als vorbeugende Maßnahme kann auch eine Schimmelschutzfarbe aufgebracht werden. Doch auch sie verhindert nur die Neubildung, unvollständig entfernter Schimmelbefall wird auch hier nach einiger Zeit wieder durchschlagen.

Dipl. Ing. Olaf Thele


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